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Jürgen Habermas, Saul Friedländer u.a.: Ein Verbrechen ohne Namen

Rezensiert von Prof. Dr. Wolfgang Frindte, 24.03.2022

Cover Jürgen Habermas, Saul Friedländer u.a.: Ein Verbrechen ohne Namen ISBN 978-3-406-78449-1

Jürgen Habermas, Saul Friedländer, Norbert Frei, Sybille Steinbacher, Dan Diner: Ein Verbrechen ohne Namen. Anmerkung zum neuen Streit über den Holocaust. Verlag C.H. Beck (München) 2022. 94 Seiten. ISBN 978-3-406-78449-1. 12,00 EUR.
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Thema und Hintergrund

Im Sommer 2021 gab es – vor allem in den Feuilletons – eine Aufregung über ein Essay, das der australische, in den USA tätige Historiker A. Dirk Moses im Schweizer Online-Portal „Geschichte der Gegenwart“ publiziert hatte. Moses schreibt dort u.a.: „Die Erinnerung an den Holocaust als Zivilisationsbruch ist für viele das moralische Fundament der Bundesrepublik. Diesen mit anderen Genoziden zu vergleichen, gilt ihnen daher als eine Häresie, als Abfall vom rechten Glauben. Es ist an der Zeit, diesen Katechismus aufzugeben“ (Moses 2021a). Deutsche Wissenschaftseliten würden, so Moses, im Verein mit führenden Politikerinnen und Politikern auf der Einzigartigkeit des Holocaust bestehen und ihn als „heiliges Trauma“ betrachten, „[…] das um keinen Preis durch andere Ereignisse – etwa durch nichtjüdische Opfer oder andere Völkermorde – kontaminiert werden darf, da dies seine sakrale Erlösungsfunktion beeinträchtigen würde“.

Worum geht es? Will Moses einen neuen Streit unter Historikern vom Zaune brechen, quasi einen Historikerstreit 2.0 (Klävers 2022), um die Präzedenzlosigkeit des Holocaust in Zweifel zu ziehen? Zur Erinnerung: Die ambivalenten öffentlichen und privaten Diskussionen über Verantwortung, Holocaust und dem Verhältnis zwischen Juden und Deutschen wurde 1986/1987 durch einen Streit deutscher Historiker und Philosophen flankiert, der als Historikerstreit zur jüngeren deutschen Geschichte gehört. Opponenten im Streit waren Ernst Nolte, Andreas Hillgruber, Michael Stürmer und Klaus Hildebrand, denen Jürgen Habermas, Hans Mommsen und einige andere „Geschichtsrevisionismus“ vorwarfen. Die Auseinandersetzungen drehten sich u.a. um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen und darum, inwieweit der Holocaust als Folge der vorausgegangenen stalinistischen Verbrechen verstanden werden müsse.

Dirk Moses Einwürfe zielen auf einen anderen Zusammenhang. Seine Argumentation passt zu jenen Deutungsmustern, die zu den Essentials der neuen Postcolonial Studies und Critical Race Studies gehören. Diese heterogenen, multidisziplinären Forschungsrichtungen beschäftigen sich nicht nur mit den Wirkungen und Hinterlassenschaften des Kolonialismus, sondern führen nahezu alle sozialen, politischen und kulturellen Probleme der Jetztzeit, einschließlich des menschengemachten Klimawandels, auf die koloniale Dominanz des „weißen Westens“ zurück. Der Rassismus der Weißen sei Ursache und Folge der kolonialen Verbrechen in Vergangenheit und Gegenwart. Die Vertreterinnen und Vertreter des Postkolonialismus sehen den Antisemitismus und den Holocaust ebenso als Teil der Kolonialgeschichte wie die massenhafte Versklavung, Vertreibung und Vernichtung kolonialisierter Völker. Die moderne Form von Kolonialisierung manifestiere sich in der Unterdrückung der Palästinenser durch die Israelis (vgl. z.B. Barghouti 2021). Keine Frage, die Aufarbeitung der kolonialen Verbrechen des „Westens“ ist dringend notwendig, die intellektuellen Vordenker müssen benannt und der alte und neue Rassismus bekämpft werden. Die Geschichte der Judenfeindlichkeit beginnt indes früher als die der Kolonialverbrechen. Und der Holocaust war mehr als eine schreckliche Ausuferung des Kolonialismus.

Das zeigen die renommierten Autor*innen des vorliegenden Bandes in fachkundiger Weise. Außer des Beitrages von Sybille Steinbacher handelt es sich um Wiederveröffentlichungen, die kurz nach Moses Äußerungen u.a. im „Philosophie Magazin“, in „Die Zeit“, in der „Süddeutschen Zeitung“ oder in der „Allgemeinen Frankfurter Zeitung“ erschienen sind.

Die Autor*innen

Allesamt sind fachkundige und bekannte Philosoph*innen und Historiker*innen, die eigentlich nicht mehr vorgestellt werden müssen. Nicht zuletzt aus Ehrerbietung tut es der Rezent doch.

  • Jürgen Habermas ist wohl der bekannteste und meist zitierte deutsche Philosoph. 1929 geboren ist seine Schaffenskraft und Streitlust nach wie vor ungebrochen. Als Assistent von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main sowie als Mitarbeiter von Wolfgang Abendroth in Marburg, später als außerordentlicher Professor in Heidelberg, anschließend als Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Soziologie in Frankfurt, als Ko-Direktor des Starnberger Max-Plank-Instituts und von 1983 bis 1994 (bis zu seiner Emeritierung) wieder auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main machte er sich einen Namen, einen großen Namen.
  • Saul Friedländer (1932 in Prag geboren) ist ein international renommierter Historiker und politisch engagierter Publizist. Er war Professor für internationale Beziehungen an der Hebrew University in Jerusalem, Professor für Geschichte in Los Angeles, Professor für Zeitgeschichte in Genf, Gastprofessor für Geschichte des 20. Jahrhunderts in Jena. Einen zentralen Platz in seiner Vita nehmen die herausragenden Arbeiten zur jüdischen Geschichte und zum Holocaust ein.
  • Norbert Frei ist Seniorprofessor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Neben zahlreichen Publikationen, so u.a. zum Nationalsozialismus, zum Holocaust, zur „Wiedergutmachung“ oder zur Verquickung von Nationalsozialismus und deutscher Großindustrie wurde er auch durch seine Arbeiten in der Unabhängigen Historikerkommission, die sich mit der Geschichte des Auswärtigen Dienstes im Nationalsozialismus beschäftigte, bekannt.
  • Dan Diner ist emeritierter Professor für Moderne Geschichte an der Hebrew University und ehemaliger Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur sowie Professor am Historischen Seminar der Universität Leipzig. Er wurde u.a. mit dem Ernst-Bloch-Preis und dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet und war Gastprofessor an verschiedenen internationalen Universitäten. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden die Zusammenhänge von europäischen Traditionen und jüdischen Kulturen.
  • Sybille Steinbacher ist seit 2017 Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2010 bis 2017 war sie Professorin für Zeitgeschichte/​Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehören der Nationalsozialismus, der Holocaust, die Geschichte der Diktaturen und der Massengewalt im 20. Jahrhunderts sowie die Zeitgeschichte der Sexualität.

Inhalt

Der schmale Band enthält fünf Beiträge.

Der erste Beitrag stammt von Jürgen Habermas („Statt eines Vorworts“). „Wie alle historischen Tatsachen verglichen werden können“, so Habermas (S. 9), „so auch der Holocaust mit anderen Genoziden“. Aber anders als der Historikerstreit von 1986/1987, in dem der Holocaust mit den Stalinschen Verbrechen verglichen wurde, gehe es heute nicht um eine „Entlastung“ der nachgeborenen Deutschen von der politischen Verantwortung für die NS-Massenverbrechen, sondern um eine Verschiebung der Gewichte. Der Vergleich des Holocaust mit den kolonialen Genoziden ignoriere einen „spezifischen Unterschied“. Während es bei den deutschen Verbrechen im „Osten“ um rücksichtslose „Gewinnung von Lebensraum“ ging, in dessen Folge die dort ansässigen slawischen Völker unterdrückt, ausgebeutet und auch getötet wurden, wurden die deportierten Juden aus „[…] dem einzigen Grund, weil sie Juden waren, ermordet“ (S. 11). Die Vernichtung der Juden richtete sich nicht gegen Fremde, sondern gegen die eigenen Bürger, „[…] die als subversive Gefahr erst kenntlich gemacht und schrittweise aus der eigenen Bevölkerung ausgegrenzt werden mussten, bevor sie in die Vernichtungslager abtransportiert wurden“. Das ist der Unterschied, der den Unterschied macht. Mit anderen Worten: Die kritische Sicht auf die Kolonialpolitik des „Westens“, auf die Verbrechen der Kolonialmächte, auf den Rassismus der Weißen – all das ist wichtig. Warum muss man aber die koloniale Vergangenheit, die Genozide, die Europäer in Amerika oder die Deutschen in Afrika verübt haben (Moses 2021b), und den Holocaust in eine Waagschale werfen?

Diese Frage treibt auch Saul Friedländer im zweiten Beitrag um („Ein Genozid wie jeder andere?“). Selbst bei den schrecklichsten Massenmorden sterbe jedes Opfer für sich. Das Leiden jedes einzelnen Menschen sei unvergleichbar. Der kollektive Tod der Ermordeten, ob Tutsi, Armenier, Juden, Sinti und Roma, Hereros, sowjetische Opfer des Stalinismus oder sowjetische Gefangene im NS-beherrschten Europa, sei einzigartig und Massenvernichtung zugleich. „Der Unterschied“, so Friedländer, „liegt im historischen Kontext des jeweiligen Genozids. In diesem Sinne – und nur in diesem – ist der Holocaust besonders und tatsächlich präzedenzlos“ (S. 18). Dieser Kontext und seine historische Gewordenheit, ein zwei Jahrtausend alter Hass gegenüber Jüdinnen und Juden, ist entscheidend, um die Einzigartigkeit der Shoa zu begreifen. Die darauf bezogene Erinnerungskultur entspringt keinem irgendwie formulierten „Katechismus“, sondern entwickelte sich in Deutschland sehr langsam über drei Generation und habe nichts mit einer verborgenen politischen Agenda zu tun (S. 27). Den postkolonialen Diskutanten, wie A. Dirk Moses, geht es in der Verknüpfung von kolonialen Genoziden und Holocaust indes – wie Saul Friedländer zeigt – auch um etwas ganz Anderes: Um den (scheinbaren) Nachweis, dass, wenn der Holocaust ein Beispiel extremer kolonialer Gewalt sei und Israel eine gewaltsame Kolonialherrschaft über die Palästinenser ausübe, Deutschland dann einen Nazi-ähnlichen Staat, nämlich Israel, unterstütze (S. 28). Sicher, nicht alle postkolonialen Kritiker sind Feinde es Israels, nicht alle sind antisemitisch (S. 30). Aber ganz gleich, aus welcher Richtung und welchem Gewande der Antisemitismus daherkommt, „[…] er ist auch heute gefährlich“ (S. 31).

Im dritten Beitrag belegt Norbert Frei („Deutscher Vergangenheit und postkoloniale Katechese“), dass die Erzählung, wie es zum von Moses behaupteten „Katechismus“ gekommen sei, voller Verkürzungen und Verdrehungen sei. Die Geschichte von der Singularität des Judenmordes hat eine lange Geschichte, die sich zwischen Aufklärung und Verdrängung entwickelt hat (S. 37). Nobert Frei erinnert an diese dialektische Geschichte, zu der eine Rede des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss aus dem November 1952 gehört und in der er auf seinen Vorredner Nahum Goldmann (Gründer und langjähriger Präsident des Jüdischen Weltkongresses) Bezug nahm und die Präzedenzlosigkeit des millionenfachen Judenmordes betonte. Das entsprach damals keinesfalls der westdeutschen Mehrheitsmeinung. Zur dialektischen Geschichte gehören, wie Norbert Frei deutlich macht, nicht nur die offiziellen Verdrängungen des Judenmordes, sondern auch der Frankfurter Auschwitz-Prozess, die 68er, die nach der Schuld ihrer Väter (und Mütter) fragten, die Ausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie „Holocaust“ [1], die Geschichtswerkstätten-Bewegung, Richard von Weizsäckers Rede zum 8. Mai 1985, die Goldhagen-Debatte oder Martin Walsers Friedenspreisrede von 1988, die zeitgeschichtliche Holocaust-Forschung, zu der Norbert Frei substantielle Beiträge geleistet hat, und vieles mehr. Mit anderen Worten. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und der Shoa wurde den Deutschen nicht von „oben“ katechisiert, sondern sie, die Deutschen, mussten sich das von „unten“ erst erarbeiten. Das Gefährliche an der Argumentation von A. Dirk Moses, und auch darauf macht Norbert Frei aufmerksam, ist der Beifall, den Moses nun von rechtsradikaler Seite bekommt.

Das angebliche Verbot, den Holocaust nicht mit anderen Völkermorden vergleichen zu dürfen und der angebliche „Katechismus der Deutschen“ sei, so Sybille Steinbacher im vierten Beitrag („Über Holocaustvergleiche und Kontinuitäten kolonialer Gewalt“), Unsinn, was auch A. Dirk Moses wissen sollte (S. 55). Beide, die vergleichende Genozidforschung sowie die Holocaustforschung sind interdisziplinär bearbeitete Forschungsgebiete. Ein Brückenschlag zwischen beiden sei allerdings bis heute nicht gelungen. Das liege vor allem an den methodischen Unschärfen der vergleichenden Genozidforschung, zu der die Postcolonial Studies in enger Verbindung stünden (S. 57). Verglichen mit anderen Völkermorden, wie dem an den Herero und Nama, an den Armeniern oder an den Tutsi, war die Judenvernichtung einzigartig. Sie war es deshalb, weil die „Endlösung der Judenfrage“ eben nicht in der Tradition eines kolonialistischen Programms stand, sondern ausschließlich von einer eigenen fanatischen Hemmungslosigkeit angetrieben wurde (S. 64). Historische Vergleiche können hilfreich sein, aber auch blinde Flecken verursachen und dazu führen, dass das Monströse kleingeredet wird. Was bezweckt also der kulturrevolutionäre Furor, mit dem Moses und andere (zum Beispiel Jürgen Zimmer 2011) vom angeblichen Vergleichsverbot schreien? „Die Attacke richtet sich gegen die hart erkämpften Errungenschaften der Gedenkkultur hierzulande (siehe auch den Beitrag von Nobert Frei, WF) genauso wie gegen Israel, das stellvertretend gemeint ist, wenn es um den Topos von der Einzigartigkeit des Holocaust geht. Juden dürfen deshalb keine besondere Opfergruppe sein, weil, wie es heißt, Schluss sein müsse mit der selbstangemaßten jüdischen Hegemonie“ (S. 66). Schlicht und ergreifend steckt hinter den postkolonialistischen Ergüssen von A. Dirk Moses eine anti-israelische Attitüde mit antisemitischem Zuschnitt.

Dan Diner bringt es im fünften Beitrag („Über kognitives Entsetzen“) auf den Punkt, wenn er an die „rationale Resterwartung“ der Juden im Ghetto erinnert, die meinten, „[…] das Handeln der Täter stehe im Zeichen eines traditionellen Bösen: Nämlich materieller Habgier wie ungehemmter Triebbefriedigung – Begehren, denen die Opfer, des Erhalts ihres nackten Lebens wegen sich ohnehin zu unterwerfen bereit waren“ (S. 81 f.). So war es aber nicht. Der Holocaust war ein durch und durch grundloser, schier gegenrationaler Tod (S. 83). Dan Diner schreibt vom Holocaust als Zivilisationsbruch, als anthropologische Krise. Eine solche Wahrnehmung des Holocaust sei aber in Erosion begriffen. Der 1986/1987 geführte „Historikerstreit“ und die neuerdings aufgebrochene Kontroverse über den Vergleich des nationalsozialistischen Judenmordes mit den Massenverbrechen genozidaler Kolonialgewalt scheinen das zu bestätigen. Die Annahme Dan Diners ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich hinter den Versuchen, den Holocaust quasi vom Sockel einer von den Nazis verfügbaren negativen „Erwählung“ der Juden zu stürzen und ihn, den Holocaust, mit anderen Genoziden gleichzusetzen, eine „universell dünkende Haltung“ verberge. Es handelt sich freilich um eine Haltung, mit der eben auch die scheinbare Anmaßung der Juden, ausgewählt zu sein, zurückgewiesen werden soll. Und unter der Hand, so ergänzt der Rezensent, werden aus den Opfern der Shoa die Täter, die man vor ein Weltgericht stellen müsse.

Fazit

In keinem der Beiträge wird die Unmenschlichkeit der kolonialen Massenverbrechen relativiert. Im Gegenteil. Ganz und gar nicht einverstanden sind die Autor*innen indes mit der Abwertung der nationalsozialistischen Judenvernichtung durch Relativierung und brachial vorgetragener post-kolonialer Deutungsmacht. Mit starken Argumenten stellen sie sich dieser Deutungsmacht entgegen. Das macht den Band so lesenswert.

Und was die Einzigartigkeit der Shoa betrifft, so hält es der Rezensent mit Volkhard Knigge: „Das Spezifische am Holocaust ist der Wille, die zur »Gegenrasse« stilisierten Juden um jeden Preis von dieser Welt zu tilgen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch Ähnlichkeiten mit anderen Genoziden gibt“ (Knigge 2021, S. 10).

Literatur

Barghouti, O. (2021). BDS: Nonviolent, Globalized Palestinian Resistance to Israel’s Settler Colonialism and Apartheid. Journal of Palestine Studies, 50(2), 108–125.

Ernst, T. (1980). „Holocaust“ in der Bundesrepublik: Impulse, Reaktionen und Konsequenzen der Fernsehserie aus der Sicht politischer Bildung. Rundfunk und Fernsehen, 28. Jahrgang, Heft 4, S. 509–533.

Klävers, S. (2022). Paradigm Shifts–Critical Reflections on the Historikerstreit 2.0, the Catechism-Debate, and their Precursors. Society, 1–9.

Knigge, V. (2021). Wie gerecht ist unser Gedenken. Die Zeit vom 1. Juli 2021.

Moses, A. D. (2021a). Der Katechismus der Deutschen. https://geschichtedergegenwart.ch/der-katechismus-der-deutschen/. Zugegriffen: 6. August 2021.

Moses, A.D. (2021b). Die Zeit, Nr. 27, 1. Juli 2021.

Zimmer, J. (2011). Von Windhuk nach Auschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust. Münster: LIT Verlag.


[1] Vor und nach der Ausstrahlung der Serie wurde durch ein Meinungsforschungsinstitut eine Befragungsstudie als Längsschnitt mit vier Erhebungswellen durchgeführt. 73 Prozent urteilten über die Fernsehserie positiv, sieben Prozent negativ, zwanzig Prozent hatten keine Meinung. Mehr als die Hälfte sprach von Erschütterung, Scham und Tränen. Neun Prozent der Zuschauer zeigten sich aber auch empört darüber, dass „man uns Deutsche auf diese Weise verunglimpft“. Die Zahl derer, die eine Mitschuld aller Deutschen an der Vernichtung der Juden anerkannten, stieg von 16 Prozent vor der Ausstrahlung der Sendung auf 22 Prozent nach der Ausstrahlung. Ebenso nahmen die Zustimmung zu, Entschädigungsleistungen und die Empörung über Bestrebungen zu, NS-Verbrechen verjähren zu lassen (Ernst 1980).

Rezension von
Prof. Dr. Wolfgang Frindte
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Kommunikationswissenschaft - Abteilung Kommunikationspsychologie
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Es gibt 72 Rezensionen von Wolfgang Frindte.

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Zitiervorschlag
Wolfgang Frindte. Rezension vom 24.03.2022 zu: Jürgen Habermas, Saul Friedländer, Norbert Frei, Sybille Steinbacher, Dan Diner: Ein Verbrechen ohne Namen. Anmerkung zum neuen Streit über den Holocaust. Verlag C.H. Beck (München) 2022. ISBN 978-3-406-78449-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29118.php, Datum des Zugriffs 14.08.2022.


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