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Josef Faltermeier, Nicole Knuth u.a. (Hrsg.): Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung

Rezensiert von Jutta Harrer-Amersdorffer, 25.04.2022

Cover Josef Faltermeier, Nicole Knuth u.a. (Hrsg.): Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung ISBN 978-3-7799-6760-6

Josef Faltermeier, Nicole Knuth, Remi Stork (Hrsg.): Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2022. 401 Seiten. ISBN 978-3-7799-6760-6. D: 49,95 EUR, A: 51,40 EUR.
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Thema

Das Herausgeberwerk „Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung“ skizziert verschiedene Perspektiven von Eltern im Kinder- und Jugendhilfesystem. Ausgehend vom Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung wird die Stellung der Eltern aus rechtlicher, konzeptioneller und fachpraktischer Sicht diskutiert. Weiter werden Ansätze vorgestellt, durch welche die Situation der Eltern innerhalb des Hilfesystems weiterentwickelt und gestärkt werden kann.

AutorInnen

Prof. Dr. Josef Faltermeier ist an der Hochschule RheinMain tätig. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Familien, öffentliche Erziehung, Jugendhilfe und Benachteiligtenforschung.

Prof. Dr. Nicole Knuth ist als Professorin für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Hilfen zur Erziehung an der Fachhochschule Dortmund tätig.

Prof. Dr. Remi Stork besetzt die Professur für Kinder- und Jugendhilfe mit dem Schwerpunkt Hilfen zur Erziehung an der Fachhochschule Münster.

Entstehungshintergrund

Das Werk ist im Auftrag des Bundesnetzwerks Fachpolitik für Eltern und Familien in der Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BEFKJ) entstanden.

Aufbau

Neben einer umfassenden Einleitung zur Themenstellung der Herausgebenden ist das Buch in sechs Hauptkapitel gegliedert. In Kapitel 1 wird auf die Herausforderungen und Spannungsfelder der Themenstellung Elternschaft in der Kinder- und Jugendhilfe eingegangen. Kapitel 2 ist den Sichtweisen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewidmet. Im dritten Kapitel werden die Rechte der Eltern näher beschrieben. Die Fachbeiträge in Kapitel 4 sind der Themenstellung „Eltern als Expert*innen“ gewidmet. Im fünften Kapitel versammeln sich Beiträge rund um die Thematik der Kooperation zwischen Institutionen und Eltern in der Jugendhilfe. Abschließend wird das Herausgeberwerk durch ein Kapitel mit methodischen Ideen zur Unterstützung von Eltern abgerundet. Insgesamt versammeln sich im Herausgeberwerk 22 Beiträge von 29 Autoren und Autorinnen.

Inhalt

Um einen Einblick in das sehr vielgestaltige Herausgeberwerk zu gewinnen, werden nachfolgend drei ausgewählte Artikel skizziert:

Die Hilfebiografie einer Mutter – Entfremdung als System (Werner Schefold)

Werner Schefold eröffnet mit seinen Überlegungen zur Entfremdung innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe das Herausgeberwerk. Zur Annäherung an die Themenstellung definiert er zunächst die grundlegenden Begriffe „Hilfe“ und „Biografie“. Hieraus lässt sich bereits die hohe Komplexität der Themenstellung erahnen. Schefold verdeutlicht, dass Hilfe sehr vielgestaltig gedacht werden kann und Hilfeprozesse zahlreichen, divergierenden Dimensionen unterworfen sind. Im Zentrum einer sozialwissenschaftlich gedachten Hilfe sollten nach Ansicht des Autors stets die Zielsetzungen und Projekte der Klient:innen stehen. Der Blick auf die Biografie eröffnet die Auseinandersetzung mit den lebensgeschichtlichen Rahmenbedingungen der Klient:innen. Hierbei stehen individuelle Verarbeitungsprozesse im Zentrum. Biografien können nicht eindimensional gedacht werden, sondern umfassen neben offensichtlichen Lebensphasen und Veränderungsprozessen stets subjektive Wünsche, Erwartungen und Widersprüche, die es in der Auseinandersetzung zu entdecken und zu verstehen gilt. Davon ausgehend konstruiert sich die Hilfebiografie aus den individuellen Erfahrungen der Klient:innen mit verschiedenen Hilfesystemen. Das autobiografische Erzählen kann in diesem Zusammenhang als Hilfestellung verstanden werden, um sich der Wirklichkeit der Klient:innen anzunähern. Der Autor stellt dazu heraus, dass diese Annäherung keine multiperspektivische Fallarbeit ersetzen kann, gleichzeitig werde durch eine narrative Herangehensweise eine neue Perspektive eröffnet.

Ausgehend von dieser theoretischen Annäherung wird im Artikel der Fall des Pseudonyms Hannah Früh geschildert. Die gewonnenen Daten beziehen sich auf ein Forschungsprojekt von Josef Faltermeier, welches 1998 bis 2000 durchgeführt wurde. Es werden die Schilderungen der Mutter dargelegt, deren Kinder im Rahmen einer Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) betreut werden. Im Rahmen der Fallgeschichte werden die komplexe Lebenssituation und das Hilfeerleben der Mutter dezidiert beschrieben.

In den Ableitungen zum Hilfeverständnis offenbaren sich Widersprüche zwischen dem Hilfeverständnis der Mutter und den handelnden Institutionen. Hannah definiert sich stark über ihre Rolle als Mutter. Die Fremdplatzierung der Kinder ist für sie weder greifbar noch nachvollziehbar. Aus der Fallgeschichte lässt sich das Unverständnis und die damit einhergehende Verzweiflung der Mutter rekonstruieren. Zwar versucht Hannah eigene Potenziale zu nutzen, stößt jedoch hier immer wieder an ihre und die familiären Grenzen, woraus weiterführende Widersprüche und Einschränkungen beispielsweise im Rahmen der Erwerbstätigkeit resultieren. Hannah erlebt die Hilfeleistungen als begrenzt, bürokratisiert und missglückt. Eigene Bestrebungen scheitern aus biografisch nachvollziehbaren Gründen. Weder die institutionalisierte noch die familiäre Hilfe sind in der Lage einen Ausgleich zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und den individuellen Wünschen von Hannah herzustellen.

Neben diesen individualisierten Erfahrungen aus der Fallschilderung leitet Werner Schefold sechs kollektive Merkmale der Familien fremduntergebrachter Kinder ab (angewiesen sein, Permanenz von Krisen, Ambivalenz der Hilfen, mangelnde Akteure, Hilfe und Kontrolle sowie primäre und sekundäre Benachteiligung). Ausgehend von der individuellen Fallgeschichte sowie den kollektiven Erfahrungen der Eltern fremdplatzierter Kinder verdeutlicht Werner Schefold grundlegende Hilfe, die für betroffene Eltern notwendig wären, um den komplexen Bewältigungsanforderungen der Situation gerecht zu werden. Exemplarisch zeigt der Autor auf, dass neben der eigentlichen Erziehungshilfe auch Hilfen zum wechselseitigen Verständnis und zur Vermittlung der vielgestaltigen Perspektiven notwendig sind. Zusammenfassend benennt der Autor, dass im Rahmen der ausdifferenzierten Programme keine passende Hilfeleistung für Hannah und deren Bedürfnisse, Perspektiven und Annahmen konstruiert werden konnte. Die teils starr bereits vorgedachten Hilfekonzepte der Institutionen konnten den Bedarfslagen nicht gerecht werden. Der Artikel soll nach Angaben des Autors vor allem zum weiteren Nachdenken über die Lebenssituationen von Eltern fremduntergebrachter Kinder anregen. Dazu nimmt Werner Schefold selbst eine sehr kritische Haltung gegenüber den bestehenden Hilfesystemen ein. Die Hilfe nach „Programm“ könne nur unzureichend auf die individuellen Lebenssituationen der Familien reagieren.

Bedingungslose Jugendhilfe – vom Stigma-Management zur De-Stigmatisierung von Eltern (Mark Schrödter, Vinzenz Thalheim und Katharina Freres)

„Heimerziehung“ wird als Sonderbedarf definiert. Diese Abweichung von der Norm wirkt stigmatisierend und so sind Eltern und Kinder in der stationären Jugendhilfe auch in der Gegenwart mit starken Vorurteilen und Ausgrenzungen konfrontiert. Im Rahmen des Artikels werden zentrale Kernideen zur De-Stigmatisierung von Eltern und Kindern in der Heimerziehung diskutiert. Zunächst geht die Autor:innengruppe dazu auf das Hilfe-Stigma-Dilemma ein. Hilfen zur Erziehung werden nur dann genehmigt, wenn ein Bedarf besteht und diese der Erziehung der Kinder und Jugendlichen förderlich sind. Dies führt zwangsläufig zu einer Stigmatisierung, da die Feststellung des Bedarfs die reguläre familiäre Erziehung übersteigt. Die stationäre Jugendhilfe ist eindeutig als Sonderbedarf so verstehen. Diese Definition trifft nicht auf alle Institutionen zur Erziehungs- und Entwicklungsförderung zu. So wird die Schule als Sozialisationsinstanz und Normbedarf gesellschaftlich definiert. Bildung obliegt nicht ausschließlich den Familien, sondern wird von der Schule als staatliche Instanz organisiert. Schule wird damit als Institution konstruiert, in der Bildungsprozesse besser organisiert werden können, als dies im familiären Umfeld möglich wäre. In diesem Zusammenhang spielt auch das Public Image der Sozialen Arbeit eine zentrale Rolle. In Deutschland fehlt es an übergreifenden quantitativen Untersuchungen zum Public Image der Sozialen Arbeit. Ausgehend von Untersuchungen aus dem Ausland kann der Rückschluss gezogen werden, dass Soziale Arbeit zwar eine hohe Wertschätzung durch die Gesellschaft erfährt, jedoch ihre Klient:innen systematisch abgewertet werden. Darüber hinaus kommt es zu einer klaren Stigmatisierung der Eltern, da durch die Jugendhilfe die Erziehungskompetenz in Frage gestellt wird. Sie sind gesellschaftlich betrachtet „nicht gut genug“, sodass sie professionelle Unterstützung benötigen. Gleichzeitig weisen viele Eltern eine hohe Identifikation mit ihrer Rolle als Mutter und Vater auf. Das vermeintliche Versagen in der Erziehung ist entsprechend häufig mit Scham und/oder Aggression besetzt.

Ausgehend von dieser Problembeschreibung werden von den Autor:innen bisherige Lösungsstrategien zum Umgang und zur Bewältigung der Stigamtisierung präsentiert. Als zentrale Zugänge werden Öffentlichkeitsarbeit (1), die Etablierung einer Erziehungspartnerschaft (2) sowie die Normalisierung der Heimerziehung angeführt (3). In den Ausführungen der Themenstellungen verdeutlichen sich die damit einhergehenden Ambivalenzen.

  1. Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung eines positiven Public Image der Jugendhilfe führt zwar einerseits dazu, dass psycho-soziale Problemstellungen mit entsprechenden Hilfemaßnahmen überwunden werden können, andererseits ist kritisch zu reflektieren, welche gesellschaftlichen Erwartungen und Rahmungen an Familien gestellt werden und ob an dieser Stelle nicht auch gesellschaftspolitische Maßnahmen und Schritte gedacht werden müssten, um dieses Spannungsfeld zu überwinden. Öffentlichkeitsarbeit kann deshalb auch als Stigmatisierungsmanagement verstanden werden. Hier steht vor allem ein gelingender Umgang mit dem Dilemma im Zentrum. Öffentlichkeitsarbeit allein reicht deshalb zur Überwindung von Vorurteilen und abwertenden Etikettierungen der Betroffenen nicht aus. Es braucht beispielsweise zudem einen deutlichen Ausbau sozialräumlicher Angebote, die auf die Überwindung einer fallorientierten Unterstützungsleistung ausgerichtet sind.
  2. Als weiteren zentrale Themenstellung führen die Autor:innen die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Fachkräften an. Die Bedeutung der Beziehungsgestaltung innerhalb der Sozialen Arbeit ist unbestritten. Offen bleibt, wie diese professionell aufgebaut werden kann. Aus den Ergebnissen einer von den Autor:innen angeführten Metaanalyse zur Nuter:innenperspektive im Kinderschutz konnten zwei zentrale Aspekte abgeleitet werden. Den Betroffenen sind die Wertschätzung und Anerkennung durch die Fachkräfte besonders wichtig. Hierbei ist es vor allem für Müttern bedeutend, trotz des benötigten Unterstützungsbedarfs in ihrer Rolle und mit ihren Gefühlen anerkannt zu werden. Darüber hinaus werden partizipative und partnerschaftliche Gruppen von den Nutzer:innen als stigmatisierungsmildernd erlebt. Durch den direkten Einbezug der Eltern in die Ausgestaltung der Hilfeleistung wird das gegenseitige Verständnis gefördert. Fachlich sensibel gestaltete Erziehungspartnerschaften können für die Betroffenen zu einer Abmilderung der Stigmatisierung beitragen.
  3. Auch die Normalisierung der Heimerziehung weist starke Ambivalenzen auf und kann aus verschiedenen Richtungen gedacht werden. Heimgruppen sollen gegenwärtig möglichst stark in die Gesellschaft integriert werden, was sich etwa an einer familienähnlichen Organisationsstruktur oder der räumlichen Ausgestaltung der Institutionen zeigt. Hierbei wird der mit der Fremdplatzierung einhergehende Sonderbedarf in der Erziehung jedoch nicht oder nur unzureichend reflektiert. Als Alternative stellen die Autor:innen im Rahmen der De-Stigmatisierung die Konstruktion der Heimerziehung als Bildungsangebot vor. Stationäres Wohnen könnte als attraktives Bildungs- und Sozialisationsangebot für alle Familien zugänglich gemacht werden. Als Vorbild können dabei etwa Internate dienen, jedoch ohne deren teils elitäre Ausrichtung. Stationäres Wohnen würde als eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabenbewältigung verstanden werden, in denen Kinder und Jugendliche ein einzigartiges Bildungsangebot erhalten können, dass aktiv von ihnen mitgestaltet werden kann. Dies bringt zwar formalrechtliche Fragestellungen mit sich, da sich durch die Verschmelzung von Ganztagsschule und Heimerziehung nicht mehr erkennbar wäre, wer ein „Jugendhilfekind“ ist und wer nicht. Gleichzeitig würde sich eine neue Perspektive auf Bildung und Sozialisation entwickeln, die allen Kindern und Jugendlichen offenstände.

Zusammenfassend stellen die Autor:innen heraus, dass sich Stigmatisierung nicht durch eine zentrale Strategie überwinden lässt, sondern multiperspektivisch gedacht werden muss. Gerade durch die Perspektive einer bedingungslosen Jugendhilfe, die nicht mehr an der Überprüfung des erzieherischen Bedarfs gebunden ist, sondern als Sozialleistung allen Familien zur Verfügung steht, regt der Artikel zum Nach- und Umdenken an.

Ins Gespräch kommen mit Eltern – Situationen, Rahmen, Methoden und Techniken (Birgit Lattschar)

Birgit Lattschar schafft in ihrem Fachbeitrag im sechsten Kapitel des Herausgeberwerkes eine umfassende Übersicht zur Gesprächsgestaltung über Rahmenbedingungen, Methoden und Techniken der Elternarbeit in den Hilfen zur Erziehung. Einleitend stellt die Autorin zunächst die verschiedenen Gesprächsanlässe in der Kinder- und Jugendhilfe vor. Daran anschließend widmet sich die Autorin grundlegenden Rahmenbedingungen, wie die Haltung der Fachkräfte. Hierbei verweist sie auf die Klassiker der Kommunikation und leitet aus dem 2. Axiom von Watzlawick die Reflexion der Sach- und Beziehungsebene ab. Zu den Rahmenbedingungen gehört auch die bewusste Auseinandersetzung mit den Räumen und Orten der Gesprächsführung. Birgit Lattschar plädiert hier etwa für die Schaffung einer angenehmen Gesprächsatmosphäre, um den Eltern in der Einrichtung ein Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln. Auch ein Spaziergang kann als Ort für ein Gespräch gewählt werden, um einen möglichst niedrigschwelligen Zugang für die Eltern zu schaffen. Bei der Nutzung von Onlinetools, wie Videoanrufe wird explizit auf den Datenschutz verwiesen. Bei Gesprächen in den Räumlichkeiten der Familien führt die Autorin als wichtigen Reflexionspunkt an, dass diese Besuche und Gesprächssettings von Eltern durchaus auch als Kontrolle verstanden werden können und hier eine erhöhte Sensibilität der Fachkräfte gefordert ist. Weiterführend werden grundlegende Strukturhilfen und Fragetechniken vorgestellt. Auch werden erste Einblicke in die vielgestaltigen Möglichkeiten einer abwechslungsreichen Gesprächsgestaltung gegeben.

Der Artikel weist aufgrund vielfältiger Struktur- und Reflexionshilfen eine hohe Praxisrelevanz auf. Mögliche Gesprächsanlässe und Methoden werden übersichtlich zusammengefasst und durch ganz konkrete Praxisbeispiele ausgestaltet. Dies kann gerade für Studierende und Berufseinsteiger:innen sehr hilfreich sein. Der Artikel ist sehr praxisorientiert geschrieben, was zu einer hohen Verständlichkeit der beschriebenen Techniken und Methoden führt.

Diskussion

Wie bereits die Auswahl der vorgestellten Artikel verdeutlicht, deckt das Herausgeberwerk „Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung“ ein sehr breites Spektrum an Perspektiven ab. Die Bandbreite reicht von autobiografisch und parteilich gedachten Zugängen bis hin zu methodischen Ideen in der Ausgestaltung der Erziehungshilfen. Durch die inhaltliche Dichte des Herausgeberwerkes verdeutlicht sich die Komplexität des Themenfeldes.

Der theoretische Anspruch der Artikel variiert dabei stark. Durch komplexe theoretische Überlegungen und gedanklichen Konstrukten etwa im ersten Kapitel des Buches ist das Buch einerseits für interessiertes Fachpublikum relevant. Gleichzeitig bietet gerade das letzte Kapitel mit vielfältigen methodischen und technischen Anregungen zur Elternarbeit in den Erziehungshilfen einen leicht zugänglichen und höchst praxisrelevanten Zugang. Die zahlreichen Forschungsergebnisse aus den vielfältigen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe runden das Herausgeberwerk ab.

Fazit

Das Handbuch kann sowohl zum Einstieg als auch zur vertieften Auseinandersetzung im Themenfeld „Elternperspektiven“ verstanden werden. Es bietet einen guten Überblick über gegenwärtige Forschungsprojekte und theoretisch-methodische Konstrukte und Zugänge zur Elternarbeit in den Erziehungshilfen. Das Buch kann als umfassender Überblick zum aktuellen Stand in Wissenschaft und Praxis verstanden werden. Neben der hohen Relevanz für das Fachpublikum kann das Werk auf Grund der Vielgestaltigkeit etwa auch als begleitende Literatur in der Seminargestaltung für Studierende genutzt werden.

Rezension von
Jutta Harrer-Amersdorffer
Professorin für Theorie und Handlungslehre der Sozialen Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule Coburg
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Es gibt 10 Rezensionen von Jutta Harrer-Amersdorffer.

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Zitiervorschlag
Jutta Harrer-Amersdorffer. Rezension vom 25.04.2022 zu: Josef Faltermeier, Nicole Knuth, Remi Stork (Hrsg.): Handbuch Eltern in den Hilfen zur Erziehung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2022. ISBN 978-3-7799-6760-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29122.php, Datum des Zugriffs 24.05.2022.


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