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Hans Dusolt, Ute Polzin: 50 Impulskarten für die Elternarbeit in Kindertagesstätten

Rezensiert von Annika Hänsch, 10.01.2024

Hans Dusolt, Ute Polzin: 50 Impulskarten für die Elternarbeit in Kindertagesstätten. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2022. 50 Seiten.
Reihe: Kitaleitung!

Thema

Anliegen dieses Kartensets mit 50 Impulskarten und einem Booklet ist es, eine praxisbezogene Hilfestellung zur Zusammenarbeit mit den Eltern im Kita-Alltag zu geben. Dabei enthält das Set Text- und methodische Impulse unter anderem zur Elternarbeit, zum Umgang mit spezifischen Familienformen oder auch in Bezug auf Kinder mit spezifischem Entwicklungsbedarf.

Autor:innen

Hans Dusolt ist Diplom-Psychologe, Systemischer Therapeut/​Familientherapeut (DGSF), Mediator und Sachverständiger für Familienpsychologie. Nach der beruflichen Arbeit an heilpädagogischen Tagesstätten, der Tätigkeit als Dozent an einer Fachakademie für Heilpädagogik sowie der langjährigen Leitung einer Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien in München, ist Dusolt derzeit in freier Praxis tätig.

Ute Polzin ist erfahrene Erzieherin und Kindergartenleitung. Der positive Blick auf die Kinder, eine gelingende Erziehungspartnerschaft und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Teammitgliedern kennzeichnen Polzins mehr als zehnjährige praktische Leitungstätigkeit.

Aufbau und Inhalt

Die Box enthält neben dem 27-seitigen Booklet 50 Impulskarten für die Elternarbeit in Kindertagesstätten.

Dabei bilden die 50 Karten fünf Kategorien ab und sind nummerisch wie farblich gekennzeichnet:

Formen der Elternarbeit (Karten 1–8, gelb)

Diese Kategorie beinhaltet acht Karten, auf welchen die unterschiedlichen Formen der Elternarbeit in Kitas vorgestellt werden. Diese reichen unter anderem vom Aufnahmegespräch zum terminierten Entwicklungsgespräch hin zur Konferenz mit mehreren TeilnehmerInnen. Dabei sind sie in Absicht/Ziel, Vorbereitung, Fähigkeiten der Leitungskraft sowie bei Bedarf in Grenzen des Gesprächs unterteilt. Die Inhalte der Impulskarten bieten den Pädagog:innen unter anderem bei der Gesprächsvorbereitung eine Hilfestellung.

Zusammenarbeit mit Eltern und Elterngruppen (Karten 9–15, rot)

Hier erwähnen Dusolt und Polzin die Formen der Elternarbeit in der Kita und greifen dabei Themen wie Elternabende, Elternnachmittage, Kindergartenfeste oder die Kooperation mit dem Elternbeirat auf. Dabei ist diese Kategorie in Absicht/Ziel, Vorbereitung und Fähigkeiten der Leitungskraft gegliedert. Die Inhalte der Karten können zum Beispiel in Hinsicht auf eine spezielle Form der Zusammenarbeit von Kita und Familie in der Vorbereitung berücksichtigt werden.

Spezifische Familienformen und -situationen (Karten 16–28, blau)

Hierin werden elf Familienformen beziehungsweise -situationen wie die Trennung der Eltern, Regenbogenfamilien, Pflegefamilien oder Familien mit Fluchterfahrungen innerhalb der Bereiche familiäre Struktur, Besonderheiten, „Das müssen sie wissen!“ und „Beim Elterngespräch zu beachten“, vorgestellt. Dabei sollen die PädagogInnen im Umgang mit spezifischen Familienformen und -situationen sensibilisiert werden und Sicherheit darin erlangen. 

Kinder mit spezifischem Unterstützungsbedarf (Karten 29–41, grün)

Diese Kartenkategorie umfasst sechs Rubriken zu Kindern mit spezifischen Unterstützungsbedarf und reicht von den einzelnen Entwicklungsbereichen (motorisch, sozial, sprachlich, weitere) über mögliche Ursachen von Beeinträchtigungen, der inklusiven Förderung hin zu Kindeswohlgefährdung, Gewalt und Missbrauch innerhalb der Familie. Bei diesen Thematiken verzichten Dusolt und Polzin auf eine feste Kapitelstruktur und gewähren den PädagogInnen auf diese Weise vielmehr je nach Thema vielfältige thematische Einblicke sowie wichtige dazugehörige Informationen.

Methoden (Karten 42–50, lila)

Diese Kategorie beinhaltet sieben methodische Zugänge in der Zusammenarbeit mit den Familien. Auch hier sind Kurzinformationen zum jeweiligen methodischen Thema vordergründig und es wird auf eine einheitliche Untergliederung verzichtet. Unter anderem werden die Gesprächsphasen von terminierten Gesprächen, externe Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten sowie Methoden wie das Genogramm, Bildkarten, kollegiale Beratung oder Supervision vorgestellt.

Das Kartenset richtet sich an Leitungskräfte sowie an das pädagogische Personal und soll diese im Umgang bezüglich der Kommunikation mit den Familien unterstützen sowie notwendiges Hintergrundwissen zur Zusammenarbeit mit den Familien, zu spezifischen Familienformen, zu Kindern mit spezifischem Unterstützungsbedarf oder zu methodischen Zugängen in der Elternarbeit vermitteln. 

Im 27-seitigen Booklet geben die Autoren nach dem Vorwort zunächst eine Übersicht über die Impulskarten sowie Hinweise zum Umgang und zur Anwendung des Kartensets. Im Anschluss folgt eine kurze Einführung zum Grundverständnis von Erziehungspartnerschaft und bringt diese mit der Elternarbeit in Kindertagesstätten in Verbindung. Denn die Verantwortung für eine ganzheitliche Förderung des Kindes liegt sowohl im familiären Umfeld als auch im sozialen Kontext der Kita. Dialog und Austausch wird als Brücke zwischen den beiden Systemen gesehen und das Kartenset schafft hierzu geeignete Impulse. Der letzte Teil des Booklets befasst sich mit den gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit in Kindertagesstätten und bietet den Leitungskräften eine Orientierung in Bezug auf die rechtlichen Vorgaben.

Kurzum liefert das Booklet eine kurze Einleitung in die Arbeit mit dem Kartenset sowie zusätzliches Hintergrundwissen im Hinblick auf die Zusammenarbeit von Kita und Familie. 

Diskussion

Dusolt und Polzin schaffen mit den Impulskarten einen ersten, aber keinesfalls kompletten Überblick über die Formen und Möglichkeiten zur Elternarbeit in Kindertagesstätten und regen zu einer Auseinandersetzung mit diesem Thema an. Sie schaffen den PädagogInnen erste Anregungen und Impulse, sich mit einzelnen Thematiken auseinanderzusetzen. Dabei bleibt es den PädagogInnen überlassen, wie sie das Kartenset in ihren Berufsalltag integrieren und für die Beratungs-, Bildungs- und Elternarbeit einsetzen, wenn es darum geht, Elternarbeit in der Kindertagesstätte zu initiieren und zu unterstützen. 

Fazit

Möchten Einrichtungen einen neuen Fokus auf die Kommunikation mit den Eltern legen, bieten die Impulskarten erste Anregungen hierzu. Denn mit dem Kartenset schaffen es Dusolt und Polzin die Vielfälltigkeit der Elternarbeit in Kindertagesstätten darzustellen und geben den pädagogischen Fachkräften einen ersten prägnanten, aber fachlich fundierten Überblick. So ist das Kartenset als Basis für eine offene und verständnisvolle Zusammenarbeit von Kita und Familie geeignet.

Rezension von
Annika Hänsch
B.A. Soziale Arbeit, Studentin des Fernstudienganges Master „Kindheits- und Sozialwissenschaften“ an der Hochschule Koblenz
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Es gibt 2 Rezensionen von Annika Hänsch.


Zitiervorschlag
Annika Hänsch. Rezension vom 10.01.2024 zu: Hans Dusolt, Ute Polzin: 50 Impulskarten für die Elternarbeit in Kindertagesstätten. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2022. Reihe: Kitaleitung!. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29128.php, Datum des Zugriffs 28.02.2024.


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