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Günter G. Bamberger: Lösungsorientierte Beratung

Rezensiert von Prof. Dr. phil. Christian Philipp Nixdorf, 17.05.2022

Cover Günter G. Bamberger: Lösungsorientierte Beratung ISBN 978-3-621-28793-7

Günter G. Bamberger: Lösungsorientierte Beratung. Praxishandbuch. Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2022. 6., überarbeitete Auflage. 278 Seiten. ISBN 978-3-621-28793-7. D: 47,95 EUR, A: 48,40 EUR.
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Thema

Lösungsorientierung und Empowerment sind seit Jahrzehnten zentrale Themen nicht nur in der Sozialen Arbeit, sondern generell in der Beratung in unterschiedlichen Settings. Es gilt die Überzeugung, dass nicht Probleme, sondern Lösungen Impulse für persönliches Wachstum setzen und dass der Fokus darauf, was funktioniert, es ermöglicht, tragfähige, individuelle Lösungen in herausfordernden Lebenslagen zu schaffen. Im Buche werden Theorie und Praxis lösungsorientierter Beratung anhand von Fallbeispielen sowie mittels Bezugnahme auf wissenschaftliche Erkenntnisse beschrieben. Es wird dargelegt, wie der lösungsorientierte Ansatz zur Anwendung kommen kann, welche Phasen dabei durchlaufen werden und auf was Beratende achten sollten. Der Rekurs auf die Bedeutung der Selbstfürsorge für Beratende, die darauf achten müssen, sich selbst nicht über Gebühr zu belasten, rundet das Werk ab.

Autor

Günter G. Bamberger, Diplom-Psychologe, Fachpsychologe für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, ist nach diversen bisherigen Tätigkeiten u.a. im Psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit Tübingen, in der Telefonseelsorge sowie in der Lehre an der Hochschule der Medien in Stuttgart heute als Psychologischer Berater in freier Praxis tätig.

Aufbau und Inhalt

Das Werk »Lösungsorientierte Beratung«, das erstmals 1999 erschienen ist, liegt mittlerweile in der sechsten Auflage vor und hat 277 Seiten. Neu in der hier rezensierten Auflage ist, dass der Autor mit der »Ressourcenaktivierung« eine neue Beratungsphase eingeführt hat. Dach Buch ist unterteilt in 16 Kapitel sowie in einen Anhang, in dem sich ein Glossar zu lösungsorientierten Fragen und Hinweise zum Arbeitsmaterial finden, das Leser:innen auf der Homepage des Beltz-Verlags kostenlos herunterladen können. Das Buch beginnt damit, dass Anne M. Lang in einem Geleitwort zunächst die Kernaussagen des lösungsorientierten Ansatzes vorstellt. Lang erklärt, dass es – anders als bei vielen anderen Beratungsansätzen – im lösungsorientierten Vorgehen nicht um die Beschäftigung mit und Ausdifferenzierung von Probleminhalten gehe, sondern darum, ein Wiederaufwecken vorhandener oder zu aktivierender Bewältigungs- und Gestaltungsstrategien der Klient:innen zu erreichen. Der lösungsorientierte Ansatz stehe damit in der Tradition diverser systemischer Ansätze. Günter G. Bamberger beginnt im ersten Kapitel mit dem Titel »Lösungsorientiert beginnen!« damit, die Kernelemente der Lösungsorientierung zu benennen, um all jenen Leser:innen, die sofort mit der Beratung beginnen wollen, einen schnellen Einstieg zu ermöglichen. Der Autor tut dies, indem er die wichtigsten Lehrsätze der lösungsorientierten Beratung nach Steve de Shazer benennt. Diese lauten:

  1. Klient:innen sind Expert:innen ihres Lebens.
  2. Klient:innen verfügen über vielfältige Ressourcen.
  3. Probleme sind etwas Normales.
  4. Probleme sind nicht die ganze Zeit existent.
  5. Lösung heißt, häufiger das zu tun, was funktioniert.
  6. Lösung wirkt selbstverstärkend.
  7. Berater:innen erweitern die Optionen.
  8. Berater:innen sind Bewunderer von Autonomie.

Bamberger postuliert, dass diese zu beherzigen das Wesentliche sei, was gegeben sein müsse, um lösungsorientiert zu beraten. Bezugnehmend auf das Buch »Mehr als ein Wunder« von Steve de Shazers und Yvonne Dolan (2022) schreibt der Autor: „Auch wenn auf den über 200 Seiten von Steve de Shazers und Yvonne Dolans Buch dieses lösungsorientierte Credo noch detailliert begründet und mit Transkripten vieler Beratungsgespräche sehr anschaulich gemacht wird, braucht man eigentlich nicht mehr zu wissen, um lösungsorientiert zu beraten“ (S. 12). Dieser Minimalismus sei das Qualitätsmerkmal der Lösungsorientierung. Bamberger hebt hervor, dass sein Buch kein Lehrbuch sei, sondern ein praxisorientiertes Fachbuch. „Damit möchte ich ausdrücken, dass Sie die Freiheit haben, ganz anders zu beginnen – eben nicht mit einer Theorie, sondern mit der Praxis, in diesem Fall mit der Praxis der lösungsorientierten Beratung“, schreibt er (S. 14). Korrespondierend mit den acht Lehrsätzen der lösungsorientierten Beratung benennt der Autor acht Schritte, die zu gehen seien, um gut beraten zu können. Bamberger beschreibt diese Schritte detailliert, bei denen es sich um folgende handelt:

  1. Klären, was das Beratungsthema sein soll.
  2. Definition des Ist-Zustandes.
  3. Suche nach Ausnahmen, also eruieren, wann ein Problem nicht auftritt.
  4. Identifizierung von Ressourcen,
  5. Aktivierung von Ressourcen,
  6. Experimentieren (Neues wagen, Dinge ausprobieren),
  7. Motivationale Innervierung, d.h. Fokus mehr auf Emotion statt nur Kognition.
  8. Beendigung, d.h. den Abschluss der Beratung einleiten/gut durchführen.

Das zweite Kapitel ist betitelt mit »Von den Anfängen der Systemischen Therapie«. Der Autor beleuchtet hier die Grundbausteine der systemischen Theorie und legt dar, was es mit den Konzepten der Selbstorganisation, Kybernetik und Zirkularität sowie mit dem Konstruktivismus auf sich hat. Was dies für die lösungsorientierte Beratung bedeutet wird ebenso beleuchtet. Ferner nimmt Bamberger einen Rekurs auf die Entwicklung der lösungsorientierten Kurztherapie vor und erklärt, warum der »Problem-Talk« selbst Problem sei: Weil die Fokussierung von Lösungen erschwert sei, wenn Probleme im Fokus stünden. Die lösungsorientierte Maxime laute: „Lösungen konstruieren statt Probleme analysieren!“, ist Bamberger (S. 46) überzeugt.

»Woran erkennt man einen lösungsorientierten Berater?« – mit dieser Frage beginnt das dritte Kapitel. Der Autor geht hier auf die Bedeutung einer Konzentration auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit ein und stellt die Wichtigkeit dessen heraus, Wahlmöglichkeiten zu schaffen, also bei Klient:innen ein Bewusstsein für Kontingenz dergestalt zu schaffen, dass das, was ist, auch anders sein könnte. Es läge in der Hand der Individuen, wie sie Dinge betrachten und was sie als Lösungen in Betracht zögen. Ebenfalls geht Bamberger darauf ein, wie sich Ressourcen identifizieren lassen. „Beratung kann immer nur in einer Kooperation von Berater und Klient entstehen“, gibt er zu bedenken (S. 51). Handlungsleitend für die Überzeugung, dass Ko-Konstruktion in der Beratung von Bedeutung ist, sei die Tatsache, „dass durch Interaktion etwas entsteht, das mehr ist als das, was jeder für sich allein zu sehen, zu denken, zu fühlen und zu tun vermöchte“ (S. 52). Wie das herausgearbeitet werden kann, was von Berater:in und Klient:in zu beachten ist und warum es wichtig ist, dass Berater:innen sich mitunter zurücknehmen und Selbstwirksamkeit dort entstehen lassen, wo etwas von selbst wirksam wird, wird beschrieben. „Ein lösungsorientierter Berater unterstützt Zukunftsvisionen, verstärkt Möglichkeitssinn, aktiviert Ressourcen, verwirklicht Kooperation, ermutigt zum ersten Schritt, bewundert Autonomie“ fasst Bamberger zusammen (S. 54).

Im vierten Kapitel stehen »Strategien der lösungsorientierten Beraterin« im Fokus. Weil lösungsorientierte Beratung ein kooperativer Prozess mit dem Ziel sei, die Lebensqualität der Klient:innen zu verbessern, müssten Beratende achtsam zugewandt zuhören, ressourcenfokussiert wahrnehmen und erfragen sowie wertschätzend durch Fokussierung von Ressourcen ermutigen, schreibt der Autor (S. 56). Gut zuhören zu können und nicht zu schnell zu glauben, die Dinge durchschaut zu haben, sei ein guter Anfang in der Beratung, meint Bamberger. Dann gelte es, viele Fragen zu stellen und sich als wertende Instanz zurückzunehmen, wobei es ebenso essenziell sei, den Klient:innen durch geschickte Frageformulierungen und Rekapitulationen des Gesagten Wertschätzung zu vermitteln. Das mache die Beratung menschlich und erleichtere den Rapport. Schließlich gelte es, die Klient:innen zu Lösungsaktivitäten zu ermutigen. „Sie sollen es der Klientin ermöglichen, ihren aktuell problemeingeengten Erlebens- und Verhaltensraum zu erweitern, um sich wieder ihrer Kompetenzen und damit ihrer Handlungsmöglichkeiten bewusst zu werden. Keine andere Beratungsschule verstärkt den Klienten so intensiv mit wertschätzenden Rückmeldungen, mit expliziter Anerkennung, mit bewunderndem Lob. Und all das, um die Klientin sozusagen ganz lösungsfokussiert zu geeigneten Lösungsaktivitäten zu motivieren“, schreibt Bamberger (S. 57).

Das fünfte Kapitel ist überschrieben mit »Phasenmodell der lösungsorientierten Beratung«. Hier nimmt der Autor konzeptionelle Überlegungen vor und legt dar, dass das Ziel lösungsorientierter Beratung sei, „die persönlichen Kompetenzen und sozialen Ressourcen eines Klienten zu identifizieren und zu (re)aktivieren, damit er den Herausforderungen in der aktuellen Lebenslage, die im Augenblick noch als Problemsituation gesehen wird, besser gerecht zu werden vermag“ (S. 65). Das gelinge, indem ein attraktives Handlungsziel fokussiert werde, um die Motivation dazu zu verstärken. Zwecks dessen böte es sich an, folgendes zu erfragen:

  • Was ist, wenn das Problem nicht wäre?
  • Welche besonderen Kompetenzen bzw. sozialen Lebensbedingungen des Klienten werden dann sichtbar, wenn es gut funktioniert?
  • Wie erlebt die Klientin das beraterische Vorgehen, geht es für sie tatsächlich in die gewünschte Richtung?
  • Was könnte der Klient gewinnen, wenn er erste Schritte in Richtung Lösung unternehmen würde?
  • Wie lässt sich das, was die Klientin an Verbesserungen für sich und ihre Lebenssituation erreicht hat, als dauerhafte Verhaltensoption sichern?

Entsprechend der Antworten auf diese Leitfragen können Bamberger zufolge sechs Phasen des Beratungsprozesses unterschieden werden. Das seien die Lösungsvision, die Ressourcenaktivierung, eine Nachdenkpause, ein Zwischenfazit, die Handlungsmotivierung und schließlich die Lösungsevaluation. Die Spezifika dieser Phasen, die unten kurz skizziert sind, werden vom Autor in den folgenden Kapiteln ausführlich beschrieben.

  1. Synchronisation: „Einander kennenlernen, den Klienten in seinen Kompetenzen sehen, Problemerkundung, Lösungsauftrag, Kontraktbildung“.
  2. „Lösungsvision Lösungsoptionen mithilfe von fünf Lösungsschlüsseln sondieren“.
  3. „Ressourcenaktivierung Kompetenzen ansprechen und sie der Klientin wertschätzend bewusst machen“.
  4. Eine Nachdenkpause vornehmen und ein Zwischenfazit ziehen, also zusammen „klären, ob der bisherige Verlauf des Gesprächs in die gewünschte Richtung geht“.
  5. Handlungsmotivierung: „Erste Schritte für ein geeignetes Lösungshandeln planen und das dadurch Erreichbare dem Klienten als attraktiv vor Augen führen“.
  6. Evaluation: „Das Erreichte und die darin sichtbar werdenden Kompetenzen identifizieren, um so der Klientin Mut zu machen für künftige Herausforderungen“ (S. 65).

Im sechsten Kapitel nimmt sich Bamberger der »Ersten Beratungsphase: Synchronisation« an. Er legt dar, wie emotionales Ankoppeln durch das Vermitteln von Wertschätzung und durch die Nutzung von Sprache, die am Horizont der Beratenen auszurichten sei, erreichbar sei. „Was führt Sie hierher? Worum geht es? Wie kann ich Ihnen behilflich sein? Was erhoffen Sie sich von unserem Gespräch?“ – das seien typische Einstiegsfragen in dieser Phase, schildert der Autor (S. 72). Er hebt hervor, dass es ein Missverständnis sei, dass in der lösungsorientierten Beratung nicht über Probleme geredet werden dürfe. Es gäbe sehr wohl eine lösungsorientierte Problemanalyse, „allerdings nicht mit der Absicht, das Problem besser zu verstehen, sondern um sich mit dem Anliegen der Klientin zu synchronisieren und die Klientin gleichzeitig zu stärken“, schreibt Bamberger (ebd.). Die lösungsorientierte Problemanalyse bestehe aus einer Hinwendung zu der von den Klient:innen selbst begonnenen Problemlösungssuche. „Als Erstes gratuliert die Beraterin, dass die Klientin sich dem Problem tatsächlich stellt, »während andere oft den Kopf in den Sand stecken«. Gleichzeitig wird die Beraterin die Entscheidung würdigen, in dieser herausfordernden Lebenssituation Hilfe zu suchen, »weil jetzt genau der Punkt erreicht ist, an dem eine Neuentscheidung über die zukünftige Lebensgestaltung ansteht«. Und sie wird der Klientin ein Kompliment machen, wie ernsthaft sie all das angeht und damit eine erfolgreiche Lösungsarbeit zu erwarten ist“ – so schildert der Autor den Sinn der lösungsorientierten Problemanalyse (S. 74). Überdies erklärt er die Bedeutung dessen, einen Kontrakt mit den Beratenen einzugehen, um Verbindlichkeit zu erzeugen. Durch Contracting werde ein Lösungs-Priming vollzogen, bei dem es um die Verstärkung von Erfolgserwartungen bei dem/der Klient/in gehe (S. 79).

Im siebten Kapitel geht es um die »Zweite Beratungsphase: Lösungsvision«, die sich dadurch auszeichne, dass vom Hier und Jetzt in das „Möglichkeitenland“ geblickt werde, wo den Klient:innen neue Verhaltensoptionen zugänglich seien. Von der Lösungsvision gehe es über das Lösen zur Lösung. Das sei die Essenz dessen, was es bedeute, sich Veränderungsoptionen vorzustellen statt Probleme zu betrachten. Eingegangen wird hier auch auf die Bedeutung dessen, nach Ausnahmen für ein Problem zu suchen, um so Informationen über unbewusst funktionierenden Lösungen zu erhalten. Diese gelte es, den Klient:innen bewusst zu machen. Ebenfalls sei das Durchspielen hypothetische Lösungen im Sinne von Fragen wie „Was wäre, wenn …?“ nützlich. Gleiches gelte für die Bedeutung des Refraiming, wodurch Problemen neue Bedeutung geben werden und deutlich gemacht werden könne, dass Probleme individuell konstruiert seien, sie also auch dekonstruiert werden können. Wie sich das in der Praxis vollziehen lässt, beschreibt der Autor beispielhaft. „Um von einem Status der Problemfixierung in den weiten Raum der Lösungsvisionen zu gelangen, braucht man manchmal einen Universal-Lösungsschlüssel, einen Lösungs-Dietrich“, erklärt Bamberger (S. 110). Beratende nutzen bei so einer Universallösung „das Spezifikum von sozialen Systemen, wonach Veränderungen in einem Element des Systems immer zu reaktiven Auswirkungen in den anderen Elementen führen“, die dann wieder rekursiv den Veränderungsprozess fortführen, wodurch es „schließlich zu einer Art Welleneffekt“ komme (S. 110). Die durch Kontingenzbewusstsein geprägte beraterische Botschaft lautet dem Autor zufolge: „Mach etwas ander(e)s!“ bzw. „Wenn du etwas willst, was du noch nicht hast, dann tu, was du noch nicht tust!“. Welche Ansatzpunkte es dafür gibt und wie die Motivation für das Ausprobieren von alternativen bei Klient:innen geweckt oder verstärkt werden kann, wird anhand von Beispielen und Übungen beschrieben.

Im achten Kapitel wird die »Dritte Beratungsphase: Ressourcenaktivierung« fokussiert. Bamberger macht deutlich, wie sich Ressourcen der Klient:innen identifizieren ließen und wie vorgegangen werden könne, um die Klient:innen im Erleben ihrer Ressourcen zu bestärken. Eingegangen wird hier auch auf das Wirken von Insoo Kim Berg, die Bamberger zufolge eine wahre Meisterin der emotionalen Bestärkung gewesen sei. Der Autor erläutert das mittels Kommentierung eines ihrer Beratungsfälle. Es gehe in der Beratung um das Herstellen einer förderlichen Beziehung, um die Aktualisierung des Problemerlebens, um das Herausarbeiten von Zielen im Sinne einer motivationalen Klärung, um die Aktivierung von Ressourcen sowie um die aktive Unterstützung zur Problembewältigung, die von Beratenden angegangen werden müssten (S. 126 f.). „Das pervasive Prinzip der Ressourcenaktivierung wird beispielsweise schon zu Beginn des Gesprächs realisiert, wenn der Berater im Rahmen der »Synchronisation« selbstwertstärkende Informationen dem Klienten sowohl direkt als auch indirekt vermittelt, also dem Klienten für das entgegenbrachte Vertrauen dankt, detailliert seine Erwartungen erkundet, immer wieder mit kurzen nonverbalen Verstärkern auf die Äußerungen des Klienten reagiert“, schildert Bamberger (S. 127). In der Lösungsvision ergäbe sich beim Erkunden möglicher Lösungstendenzen die Chance, Vorabveränderungen „als Effekte von Ressourcen des Klienten zu thematisieren und genau das dem Klienten bewusst zu machen“. Das Thema »Ausnahmen« lade dann dazu ein „den Klienten sozusagen auf eine Bühne zu bitten, um sich selbst mit seinen positiven Seiten darzustellen“. (ebd.). Es böten sich an jeder Stelle des Beratungsgesprächs viele Schnittstellen für Ressourcenaktivierung an, ist Bamberger überzeugt. Auch das wird anhand diverser Beispielfragen und Lösungsinterventionen erklärt.

Der Schwerpunkt des neunten Kapitels liegt auf der »Vierten Beratungsphase: Nachdenkpause und Zwischenfazit«. Hier wird geschildert, wie Klient:innen dabei unterstützt werden können, sich auf Neues einzustellen. „Dann wird aus Lösungsorientierung nämlich so etwas wie Lösungsforcierung, und aus Klientenzentrierung so etwas wie Beraterzentrierung“, schildert der Autor (S. 132). In dieser Phase sei es daher sinnvoll, „eine bewusste Zäsur in Form einer Pause zu setzen, und zwar als Nachdenkpause für beide“ (ebd.). Das Ergebnis der Nachdenkpause beinhaltet für die Beratenden zumeist „den Rückblick auf den bisherigen Gesprächsverlauf, und das als wertschätzendes Feedback an die Klientin mit ihren spezifischen Kompetenzen und Ressourcen. Die Klientin dagegen ist eingeladen, einen Blick in die Zukunft zu werfen, und das auf der Basis ihrer persönlichen Stärken“ (S. 132 f.). Der Sinn der Pause sei auch, so schildert Bamberger, dass sich bei den Klient:innen in dieser Zeit eine innere Erwartungsspannung aufbaue, die mit erhöhter Suggestibilität für das einhergehe, was die Beratenden sagen. Man könnte auch von einer Tranceinduktion sprechen, einer »Lösungstrance«, anstelle der bisherigen »Problemhypnose« (Schmidt, 2019), meint der Autor (S. 134). Beratende sollten in der Nachdenkpause in eine „selbstsupervidierende Position“ gehen und den bisherigen Gesprächsverlauf aus der Metaebene nochmals reflektieren (ebd.).

Im 10. Kapitel nimmt sich Bamberger der »Fünften Beratungsphase: Handlungsmotivierung« an. Hier geht er auf den Nutzen von „Hausaufgaben“ ein, also Reflexions- und Handlungsaufgaben, die er Klient:innen mitgäbe. „Wenn bei der Einleitung der Nachdenkpause der Klient zur (Mit-)Entwicklung einer Hausaufgabe explizit eingeladen worden ist und er dieses Angebot auch angenommen hat, muss ihm natürlich Raum gegeben werden, um die von ihm dazu angestellten Überlegungen vorzutragen“, erklärt der Autor (S. 138). Bei den „Hausaufgaben“ ließen sich drei Aufgabenkategorien unterscheiden, nämlich…

  • Beobachten. Schauen was gut funktioniert und deshalb gleich bleiben sollte,
  • Vorhersagen. Prospektion dessen, wie sich etwas am nächsten Tag entwickeln wird,
  • Handeln. Mehr von dem tun, was in der Ausnahme vom Problem sichtbar wurde (S. 139).

Es vollziehe sich in dieser Phase ein dreifacher Wechsel im beraterischen Setting, erklärt Bamberger. Das seien der Wechsel vom Reden zum Tun, der Wechsel vom Beratungszimmer in den Alltag sowie der Wechsel von der Kooperation zur Eigenverantwortlichkeit der Klient:innen. „Ist davon auszugehen, dass die Klientin den Lösungsvorschlag als solchen akzeptiert hat und mit ihrer ganzen Person dahinter steht, gilt es die weiteren Schritte zu operationalisieren“ (ebd.). Es müsse mittels direkter und indirekter Fragen festgehalten werden, was die Klient:innen zu tun gedächten und wie sie dabei vorgehen wollen. „Solch ein gedanklich antizipierendes Lösungshandeln erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Hausaufgabenidee tatsächlich umgesetzt wird“ (S. 141). Abschließend gehe es darum, „das gemeinsam Entwickelte und Vereinbarte explizit festzuhalten und so im Bewusstsein zu verankern“ (ebd.). Zwecks dessen sei ein Protokollieren hilfreich. Zusätzlich hilfreich sei es, wenn Beratende „zur Handlungsmotivierung eine telekommunikative Unterstützung nutzen: E-Mails, Briefe und Telefonate ermöglichen es, die Klienten sozusagen »aus der Ferne« bei der Erledigung ihrer Hausaufgabe zu begleiten“, ist Bamberger überzeugt (S. 147).

Den Inhalt des 11 Kapitels bildet die »Sechste Beratungsphase: Lösungsevaluation«. Die Prüfung und Reflexion dessen, was vollzogen wurde und und wie es gewirkt hat, steht hier im Vordergrund. Ziel sei, „eine förderliche Fokussierung der Aufmerksamkeit und eine Aktivierung der motivationalen Ressourcen zu bewirken“ (S. 150), indem Verbesserungen in den Blick genommen werden. Auch böte sich eine Art Breitband-Screening der Veränderungen an. Bezugnehmend auf sieben Analysedimensionen von Arnold Lazerus (2000) ergäbe sich eine abfragbare „Inventarliste“ mittels derer die Beratenden „eine Vielzahl von Verhaltensänderungen in den verschiedensten Erlebens- und Verhaltensdimensionen [der Klient:innen] ausfindig machen“ könnten (S. 153). Es gelte dann, eine Verstärkung der identifizierten Ressourcen vorzunehmen und die Lösungsevaluation als Iteration zu begreifen, die sich konstituiere aus…

  • …„ Elicit (ans Licht bringen), d.h., positive Veränderungsprozesse und die relevanten Ressourcen identifizieren und fokussieren,
  • Amplify (vergrößern), d.h., sie durch Detailfragen noch mehr hervorheben und so entsprechendes Bewusstsein intensivieren,
  • Reinforce (verstärken), d.h., dem Klienten mit geeigneten verbalen und paraverbalen Reaktionen dazu Komplimente machen,
  • again (wieder von vorne beginnen), d.h., die nächste Runde starten, wenn der betreffende Veränderungsaspekt und die zugehörigen Ressourcen »ausgefragt« sind“ (S. 155).

In der »Siebten Beratungsphase: Beendigung« in Kapitel 12 geht es schließlich darum, wie ein Beratungsprozess konstruktiv zu einem guten Ende gebracht werden kann. Diesbezüglich seien drei Schritte hilfreich, meint Bamberger, nämlich…

  1. … das „Sichern des Bewusstseins für den realisierten Unterschied, der einen Unterschied macht“,
  2. … das „Sichern einer internalen Kausalattribution und damit Stärkung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung“ sowie
  3. … das „Sichern von neuronalen Verhaltensmustern durch wiederholtes Lösungshandeln in der Alltagsrealität“ (S. 172 f.).

Um die beraterische Arbeitsbeziehung zu beenden, sei es oft „sinnvoll, einen Modus des »Ausschleichens« (»Fading«) zu wählen“, statt den Prozess abrupt zu beenden. Die Beratenden könnten beispielsweise „noch ein Gespräch nach zwei oder drei Monaten anbieten (Nachgespräch); noch eine weitere Sitzung wie gewohnt planen, […] die Möglichkeit ansprechen, dass der Klient bei Bedarf einen raschen Termin erhält […] oder den Wunsch äußern, sich in einem halben Jahr nochmals zusammenzusetzen, damit der Berater (!) seine Neugierde auf die sonstigen positiven Entwicklungen im persönlichen und beruflichen Leben des Klienten befriedigen kann (Erfolgsgespräch)“ (S. 175). Wie ein gelungener Abschied gestaltet werden könne, macht Bamberger bezugnehmend auf ein Beispiel von David Epston (2013) deutlich.

Das »Fallbeispiel: Herr E. und seine Promotion zum ‚Dr. vitae‘« wird in Kapitel 13 thematisiert. Detailliert werden hier mehrere Sitzungen mit einem Klienten, Herrn E., beschrieben, anhand derer deutlich wird, wie lösungsorientierte Beratung praktisch umgesetzt werden kann. Dem »Qualitätsmanagement: Kontrollinstrumente für die Beratung« nimmt sich der Autor im 14. Kapitel an, das mit neun Seiten sehr kurz gehalten ist. Geschildert wird hier, wie die Qualitätskontrolle durch die Beratenden erfolgen könne. Zudem stellt Bamberger das „Solution-Focused Fidelity Instrument“ vor (S. 208), das genutzt werden könne, um nach einem Beratungsgespräch zu überprüfen, ob lösungsorientiert vorgegangen wurde. Ebenfalls stellt der Autor unter Zuhilfenahme einiger Schaubilder diverse Indikatoren für die Qualitätsprüfung heraus und rekurriert darauf, wie Feedback durch Klient:innen genutzt werden könne, um die Qualität des Beratungshandelns zu überprüfen. Am Ende des Kapitels findet sich ein mit einer Skala von 1-7 versehener Evaluationsbogen, den Beratende nutzen können (S. 218).

Im 15. Kapitel nimmt Bamberger in weiten Teilen theoretisch gehaltene Reflexionen und Erläuterungen zur »Effektivität der lösungsorientierten Beratung« vor und legt dar, wo der Ansatz sich im Fachdiskurs verorten lässt. Der Autor legt einige sprachphilosophische Gründe für die Wirksamkeit lösungsorientierter Beratung dar und macht die in der Lösungsorientierung vorherrschende Überzeugung deutlich, dass Klient:innen Expert:innen ihrer Wirksamkeitsbeurteilung seien. Mittels Bezugnahme auf Forschungsergebnisse und via Schilderung eines konkreten Falls erläutert der Autor die neurobiologischen Grundlagen der Lösungsorientierung und liefert Erklärungskonzepte zu deren Wirksamkeit. Er beschreibt die lösungsorientierte Beratung als „konsistenzfördernde Intervention“ und nimmt eine Begründung der lösungsorientierten Vorgehensweise aus konsistenzpsychologischer Perspektiv vor (S. 239). Ebenfalls wird die Notwendigkeit zum selbstkritischen Denken und Handeln für lösungsorientiert Beratende betont. Bamberger gibt zu bedenken, dass Lösungsorientierung etwas anderes sei als Lösungseuphorie, weil diese neben unrealistischen Erwartungen dazu führen könne, einseitig auf die Lösungsbemühungen der Klient:innen zu fokussieren und ihnen in ihrem „Problem-Leiden nicht die Aufmerksamkeit“ zu schenken, die sie benötigen (S. 242). Man solle sich davor hüten, einem Allmachbarkeitsglaube anheimzufallen und einen unreflektierten Interventionismus vorzunehmen. Den Abschluss des Kapitels bildet ein „Glaubensbekenntnis“ des Autors, der darin eine in der ersten Person Singular formulierte Definition des lösungsorientierten Beratungsansatzes vornimmt.

Im 16. und letzten Kapitel schildert Bamberger die Bedeutung der »Selbstfürsorge des Beraters: SelfCare und TeamCare«. Standen in den vorherigen Kapiteln die Interaktion von Beratenden und Beratenen im Fokus, wird der Schwerpunkt hier auf das Selbst-Erleben, auf die Bedürfnisse und Wünsche sowie auf Gefahren für die Beratenden gelegt. Essenziell für lösungsorientierte Beratung, bei der die Beratenden gesund bleiben und sich entwickeln können, sei folgendes, meint der Autor (S. 254):

  • Selbst-Achtsamkeit: „Sich achtsam im Blick haben!“
  • Selbst-Stärkung: „Sich in seinen Ressourcen spüren!“
  • Selbst-Entwicklung: „Sich begeistern für das, was noch sein könnte!“
  • Selbst-Befreundung: „Sich wertschätzen und Zusammenhänge erkennen!“
  • Selbst-Herausforderung: „Sich ausprobieren und sich neu erfahren!“

Man müsse „sensibel registriere[n], was sich in der Selbstwahrnehmung an Bedürfnissen, Gefühlen, Gedanken, Erwartungen, Werthaltungen, Einstellungen, Befindlichkeiten artikuliert“ (S. 245). Wie das funktionieren kann, wird geschildert. Bedeutsam sei, das, was man Klient:innen ermöglichen wolle, auch auf sich selbst anzuwenden, indem Selbst-Stärkung betrieben werden. Diese lasse sich erreichen durch „Fokussierungen der eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen, Potenziale usw.“ (S. 248). Kurzum mache es stark, sich in seinen Stärken zu sehen, meint Bamberger. Wie genau das vonstattengehen können, schildert der Autor bezugnehmend auf das Konzept des Embodiment. Zentral sei auch, Entwicklungsmöglichkeiten zu haben und wahrzunehmen. Ein „Berater ohne Visionen für sich selbst wird sich schwer tun, seine Klienten für einen offenen und zuversichtlichen Blick nach vorne zu gewinnen“, ist der Autor überzeugt (S. 249). Selbst-Befreudung gelinge, wenn man sich vorstelle, als ob man mit jemandem zu tun hätte, dem die eigene ganze Sympathie gehört. „Sich selbst wie einen Freund betrachten“ lautet das Credo wertschätzender Selbstbeziehung, die an den Tag zu legen sinnvoll sei (S. 250). Eingehend auf Erkenntnisse der Motivationspsychologie erklärt Bamberger, dass ein Sich-Ausprobieren und Experimentieren mit Alternativen wichtig sei, um sich zu entwickeln und um die eigenen Potenziale zu entfalten (S. 252). Zu guter Letzt beleuchtet der Autor dann noch die TeamCare als dritte Form des beraterischen »Caring« (S. 254). Bei dieser „kämen die Kollegen und Kolleginnen in den Blick, die im Erfahrungsaustausch untereinander ebenfalls die Dinge zu klären und den Menschen zu stärken versuchen, z.B. in Gruppengesprächen Situationen aus der beraterischen Fallarbeit vorstellen und entsprechend der Zielfragen des Vortragenden gemeinsam reflektieren und diskutieren“ (ebd.). Auch hierzu beschreibt Bamberger, wie sich das gestalten lässt.

Diskussion

Was lässt sich zum Fachbuch »Lösungsorientierte Beratung« nun festhalten? Wie liest es sich? Für wen ist es geschrieben? Wie ist es im Fachdiskurs zu verorten und wem kann die Lektüre empfohlen werden? Dazu kann der Rezensent folgendes festhalten:

Formalia und Verständlichkeit: Das Werk ist fachbuchtypisch gestaltet und klar strukturiert. Die serife Times-New-Roman-Schrift ist hinreichend groß gedruckt und gut zu lesen. Die Qualität der sich im Werk findenden Abbildungen ist ebenfalls gut. Angenehm ist auch, dass Exkurse, Besonderheiten, Verweise auf Sekundärliteratur und Übungen, die zum Verständnis beitragen, gesondert hervorgehoben werden durch Grauschattierung und Einschübe. Der Orientierung dienlich ist, dass jedes Kapitel mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Punkte beginnt, die im jeweiligen Kapitel thematisiert werden. So können Leser:innen, die gezielt etwas nachschlagen wollen, schnell fündig werden. In diesem Punkt ist das hier rezensierte Buch deutlich besser strukturiert als das inhaltlich ähnliche Werk »Mehr als ein Wunder« von Steve de Shazers und Yvonne Dolan (2022). Was das inhaltliche Verständnis anbelangt, ist positiv hervorzuheben, dass Günter G. Bamberger verständlich schreibt. Es werden kaum Schachtelsätze und nur wenige Fremdworte benutzt, sodass das Werk auch ohne Vorkenntnisse verständlich ist.

Zielgruppe: Das Buch richtet sich primär an (angehende) Berater:innen und Coaches in unterschiedlichen Berufsfeldern, die ihr Beratungsrepertoire um einen lösungsorientierten Ansatz erweitern wollen. Das Werk kann außerdem für Studierende und Lernende in Weiterbildungen sowie in Studiengängen mit Beratungsfokus von Nutzen sein. Bei Lehrenden an Hochschulen, z.B. in der Sozialen Arbeit, in der Supervision, in der (Organisations-)Beratung und in den Kommunikationswissenschaften, kann es sicher ebenfalls Verwendung finden. Der Rezensent selbst benutzt das Buch u.a. als Quelle und als Nachschlagewerk für ein von ihm geleitetes Seminar zu Beratungsansätzen in der Sozialen Arbeit.

Verortung im Fachdiskurs und Wertung: Der lösungsorientierte Ansatz wurde in den 1970er Jahren von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelt. Durch zahlreiche Seminare und durch die Gründung des Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee, welches 2007 nach dem Tod Kim Bergs geschlossen wurde, erlangte der Ansatz ab den 1980er und 1990er-Jahren Bekanntheit über die USA hinaus. Günter G. Bambergers Verdienst ist es, den lösungsorientierten Ansatz in Deutschland verbreitet zu haben. Zudem findet sich in seinem Werk insofern eine Erweiterung des Ansatzes, als de Shazer et al. sich vornehmlich auf lösungsorientierte Therapie konzentrierten. Bamberger zeigt in seinem Buch, wie der Ansatz auch in nicht-therapeutischen Settings erfolgreich zum Einsatz kommen kann. Wer sich mit dem systemischen, lösungsorientierten Ansatz explizit in der Therapie vertraut machen will, für den ist »Mehr als ein Wunder« von Steve de Shazers und Yvonne Dolan (2022) sicher das erste Buch der Wahl. Wer dagegen gar nicht therapeutisch tätig sein will, sondern sich explizit für lösungsorientierte Beratung von Individuen oder Organisationen interessiert, für den stellt »Lösungsorientierte Beratung« sicher das Referenzwerk im deutschsprachigen Raum dar. Wer es in der Supervision oder Mediation einsetzen will, für den kann aber auch die Lektüre anderer Werke nützlich sein. Es sind in den letzten 10 Jahren schließlich diverse Werke erschienen, in denen die Lösungsorientierung nicht mehr nur auf Therapie bezogen wird, sondern auf Beratung, Supervision, Intervision, Mediation und allgemein auf Gesprächsführung.

Zu nennen sind beispielsweise »Lösungsorientierte Supervisions-Tools« (2021) von Heidi Neumann-Wirsig, »Systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung in Beratung, Coaching, Supervision und Therapie« (2020) von Holger Lindemann, »Lösungsfokussiertes Konflikt-Management in Organisationen« (2019) von Peter Röhrig & Martina Scheinecker sowie »Lösungsorientierte Gesprächsführung« (2016) von Lilo Schmitz. Darüber hinaus findet man in entsprechenden Fachzeitschriften diverse Artikel, die sich des lösungsorientierten Ansatzes feldspezifisch annehmen. Überdies finden sich am Markt diverse beratungs- und kommunikationswissenschaftliche Fachbücher, die das Wort „Lösungsorientierung“ nicht im Titel tragen, darauf aber dennoch eingehen. Je nachdem, in welchem Tätigkeitsfeld man agiert, kann es sich anbieten, auch andere Bücher für die Lektüre in Betracht zu ziehen, in denen ggf. gezielter auf die Lösungsorientierung im eigenen Bereich eingegangen wird. Unabhängig vom Setting ist das hier rezensierte Buch als Grundlagenwerk aber in jedem Fall gut geeignet.

Fazit

Günter G. Bamberger legt mit »Lösungsorientierte Beratung« ein lesenswertes Fachbuch vor. Dass es mittlerweile in der sechsten Auflage vorliegt, zeigt, dass für den lösungsorientierten Beratungsansatz klar ein Bedarf existiert. Wie der Ansatz funktioniert und was lösungsorientiert Beratende beachten sollten, zeigt der Autor mittels diverser Beispielfälle gut verständlich auf. Das Buch kann Beratenden, Coaches und Supervisor:innen ebenso empfohlen werden wie Studierenden der Pädagogik, Sozialen Arbeit oder Psychologie, die ihre Beratungskompetenz um den lösungsorientierten Ansatz erweitern wollen.

Rezension von
Prof. Dr. phil. Christian Philipp Nixdorf
Sozialwissenschaftler, Diplom-Sozialarbeiter/-pädagoge (FH), Sozial- und Organisationspädagoge M. A., Systemischer Berater (DGSF), Case Manager im Sozialwesen (DGCC), zertifizierter Mediator, lehrt Soziale Arbeit und Integrationsmanagement an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim.
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Zitiervorschlag
Christian Philipp Nixdorf. Rezension vom 17.05.2022 zu: Günter G. Bamberger: Lösungsorientierte Beratung. Praxishandbuch. Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2022. 6., überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-621-28793-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29189.php, Datum des Zugriffs 30.06.2022.


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