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Petra Evanschitzky, Sylvia Zöller: Besser eingewöhnen!

Rezensiert von Alexandra Großer, 03.10.2023

Cover Petra Evanschitzky, Sylvia Zöller: Besser eingewöhnen! ISBN 978-3-86892-171-7

Petra Evanschitzky, Sylvia Zöller: Besser eingewöhnen! Fortschritt und Entwicklung im Münchener Modell. verlag das netz GmbH (Kiliansroda) 2021. 160 Seiten. ISBN 978-3-86892-171-7. D: 27,90 EUR, A: 28,70 EUR.

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Thema

Das Münchener Eingewöhnungsmodell ist bereits in vielen Kitas zur behutsamen Eingewöhnung der neuen Kinder mit ihren Familien etabliert. Die Autorinnen Petra Evanschitzky und Sylvia Zöller entwickeln das Münchener Eingewöhnungsmodell weiter, indem sie die systemische Perspektive einnehmen und die verschiedenen Systeme mit ihren Kontexten, Elementen und Aspekten beleuchten. Im Mittelpunkt der pädagogischen Praxis stehen die neuen Kinder mit ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Beziehungsnetzwerken und das Vertraut-Werden mit der Kita-Welt. Eingebettet in fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, erweitert um die systemische Sichtweise, wird das Münchener Eingewöhnungsmodell neugedacht und praxisnah beschrieben.

AutorIn oder HerausgeberIn

Sylvia Zöllerkommt ursprünglich aus der Kita-Praxis und arbeitete in Bayern und Baden-Württemberg als Erzieherin und Kita-Leiterin. Sie ist Fachwirtin für Organisation und Führung und Coachin. Seit 2007 ist sie als selbstständige Referentin, Beraterin und Dozentin in der Bildung der frühen Kindheit tätig.

Petra Evanschitzky ist Sozialpädagogin, Sozialwirtin und Organisationsberaterin nach SySt®. Sie arbeitete am ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen an der Universität Ulm als wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsprojekten. Sie ist selbstständige Referentin, Konzeptentwicklerin und Autorin.

Aufbau

Die Autorinnen teilen das Buch in drei Teile ein. In „Teil A – Der neue Denkrahmen“ wird in sechs Kapiteln der „neue Denkrahmen zur Beziehungsgestaltung mit Kindern und ihren Familien in Kindertageseinrichtungen“ (S. 11) unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse beschrieben. Jedem Kapitel sind sogenannte „ConceptMaps“ (CMaps) vorangestellt, die die wesentlichen Aspekte, des jeweiligen Kapitels, auf einen Blick darstellen. „Teil B – der rote Faden“ beschreibt in vier Kapiteln die Umsetzung in die Praxis. Bunte Textboxen unterfüttern mit kleinen Geschichten, Good-Practice-Beispielen und Exkursen die Praxisumsetzung. „Teil C – Arbeitshilfen“ enthält konkrete Werkzeuge für die eigene „konzeptionelle Weiterentwicklung“ (S. 11) des Eingewöhnungsmodells in Form von Fragen, Geschichten, Impulsen, Checklisten, Vorlagen.

Inhalt

Teil A: Der neue Denkrahmen

In Teil A erläutern die Autorinnen die Grundannahmen und wissenschaftlichen Erkenntnisse die ihrem neuem Denkrahmen zum Münchener Eingewöhnungsmodell zugrunde liegen.

Im ersten Kapitel „Eine systemische Herangehensweise öffnet den Blick“ führen die Autorinnen in die verschiedenen Aspekte des systemischen Ansatzes ein. Mit Blick auf die Eingewöhnung erläutern sie die systemische Grundhaltung und die Prinzipien des systemischen Ansatzes sowie die Spannungsfelder, die im Kontext des Eingewöhnungskonzeptes erlebt werden.

Im zweiten Kapitel „Das kompetente Kind: ausgestattet mit einem Rucksack an Lernwerkzeugen, Grundbedürfnissen und Erfahrungen“ gehen die Autorinnen der Frage nach, was die Kompetenz eines Kindes ausmacht und wie diese im Zusammenhang mit der Beziehungsgestaltung stehen. Kinder kommen mit einer Grundausstattung an Lernwerkzeugen auf die Welt. Sie explorieren und erkunden ihre Umwelt, die Dinge und Menschen, beobachten und probieren aus, „was von Interesse ist“ (S. 26). Wenn Kinder in die Kita kommen, bringen sie bereits viele Kompetenzen sowie einen großen Erfahrungsschatz an Beziehungsgestaltung mit. Sie erleben sich als Teil einer Gemeinschaft und bestimmen selbst, wer für sie zu dieser Gemeinschaft gehört, als auch mit wem und wann sie Beziehung aufnehmen.

Das dritte Kapitel „Die Kinder im Miteinander: Welch ein Schatz steckt da!“ widmet sich den Peers, auf die die neuen Kinder in der Eingewöhnung treffen. Kinder nehmen mit anderen Kindern Beziehungen auf und lernen voneinander. In der Eingewöhnung haben die „alten“ Kinder einen besonderen Status. „Sie sind Expert*innen des Alltags“ (S. 36) und können den neuen Kindern helfen in der Kita anzukommen. Die Autorinnen plädieren dafür, die Beziehungsgestaltung zwischen den Kindern zu beobachten, zu begleiten und als „Moderator*innen den Kindern bei Bedarf zur Verfügung [zu] stehen“ (S. 37).

Die Autorinnen nehmen im vierten Kapitel „Vielfalt der Beziehungsgestaltung: auch eine Frage der Familienkulturen“ zunächst den Begriff „Kultur“ unter die Lupe. Denn, „die etablierte Forschung, wie wir sie in Deutschland kennen, legt Maßstäbe, Kategorien, Standards zugrunde, die, wenn überhaupt, nur für westliche, industrialisierte Kulturen und Gemeinschaften gelten können“ (S. 40). Diese Sichtweise hat Auswirkungen darauf, wie wir Verhalten von Menschen und Bindungsmuster interpretieren. Demgegenüber stellen sie die kulturvergleichende Forschung. „Hier nutzt man Modelle und Beschreibungen von Prototypen, die so etwas wie Muster in der Beschreibung von kulturellen Entwicklungspfaden darstellen“ (S. 41). Diese zwei kulturellen Modelle sind das Verbundenheitsorientierte Modell und das Autonomieorientierte Modell. Damit wird versucht, „Menschen und Lebensgemeinschaften in zwei große Bereiche einzuteilen, um beschreiben zu können, was Menschen verbindet und – was sie unterscheidet“ (ebd.). Dabei geht es nicht um ein Entweder-Oder, da es viele Mischtypen und Varianten gibt, sondern darum, die Unterschiede wahrzunehmen und für die Übergangsbegleitung flexibel zu nutzen. Ebenso im Fokus der Autorinnen stehen die Begriffe Familie und Familienkulturen. In ihren weiteren Ausführungen greifen sie den Ansatz des „Doing Family“ (S. 43) auf, indem es um Zugehörigkeit und Verbundenheit geht, die nicht an bestimmte Familienformen gebunden ist. Die Autorinnen laden mit ihren Ausführungen pädagogische Fachkräfte ein den Blick zu weiten auf die Familie und Familienkultur des Kindes und diese im Dialog zu erkunden.

Das fünfte Kapitel „Der Eintritt in Krippe und Kindergarten: ein vielschichtiger und wechselseitiger Transitionsprozess“ zeigt auf, dass Transitionen auf mehreren Ebenen stattfinden. Beschrieben werden „die Ebene der einzelnen Akteur*innen“ (S. 55), „die Ebene der Beziehungen“ (S. 56) und „die Ebene der Lebenswelten“ (ebd.). Damit erweitern die Autorinnen die Perspektive auf das System Familie und das System der Einrichtung. Der Übergang von der Familie in die Kita bedeutet für alle Beteiligten Veränderungen. Betroffen sind die verschiedenen Lebenswelten aller Beteiligten, die Familie, das Kind, das soziale Umfeld der Familie sowie die pädagogischen Fachkräfte und Kinder in der Kita. Rollen müssen neu geklärt werden, Beziehungen verändern sich. Ein Prozess der Veränderung beginnt.

Im sechsten Kapitel „Die Ansprechpartner*in für die Familie als Regisseur*in und Moderator*in in der Übergangsgestaltung“ vergleichen Petra Evanschitzky und Sylvia Zöller die Übergangsgestaltung mit einem Bühnenstück, welches nach einem Drehbuch, dem Münchener Eingewöhnungsmodell, gespielt wird. In dem Bühnenstück haben die pädagogischen Fachkräfte die Rolle der Regisseur*in, welche als Ansprechpartner*in für die Familie und als Bezugsperson fungiert. Sie hat die Aufgabe, das Kind und Begleitperson „sich von Tag zu Tag sicherer fühlen können und die neue Umgebung mit ihren Abläufen immer vertrauter wird“. Neben dieser Rolle beschreiben die Autorinnen noch weitere Rollen, die die pädagogische Fachkraft, als „Begleiterin auf Zeit“ (S. 59) ausfüllt, damit Kind und Fürsorgeperson gut in der Kita ankommen.

Teil B – Der rote Faden für den Übergang

Dieser Teil des Buchs stellt keine Gebrauchsanweisung dar, sondern bietet Orientierungspunkte, die die pädagogischen Fachkräfte „darin unterstützen, den jeweiligen Weg der Familie bestmöglich zu begleiten“ (S. 61), wie die Autorinnen betonen. „Der Fokus im Münchener Eingewöhnungsmodell liegt nicht auf der Trennung, sondern auf dem Vertraut-Sein mit neuen Menschen und Kontexten“ (ebd.). Im Folgenden werden die verschiedenen Phasen des Münchener Eingewöhnungsmodells erläutert.

Im ersten Kapitel „Übergang vorbereiten“ thematisieren die Autorinnen, dass der „Übergangsprozess . lange vor dem tatsächlichen ersten Kita-Tag des Kindes“ (S. 63) beginnt und mit welchen Emotionen und Sorgen diese bei allen Beteiligten verbunden sind. Anhand von Beispielen beschreiben Petra Evanschitzky und Sylvia Zöller wie der Beziehungsaufbau zu den Familien ab dem Erstkontakt mit den Familien gelingen kann und welche verschiedenen Wege Kita’s gegangen sind, die Zeit bis zum ersten Kita-Tag mit Kindern und Begleitpersonen zu gestalten. Die Leser*innen erhalten hier Anregungen, wie zum Beispiel das Aufnahmegespräch bei einem Hausbesuch in der Familie zu führen oder einem Kita-Reiseführer zu gestalten, der anhand von Fotos über den Tagesablauf der Kita informiert.

Das zweite Kapitel „Übergang vor Ort verwirklichen“ beschäftigt sich mit den vier Phasen des Beziehungsaufbaus im Übergang: Kennenlernen, Vertrauen aufbauen, Sicherheit gewinnen und Verabschieden.

Zunächst geht es um das beidseitige Kennenlernen. Das bedeutet die Familie wird Teil der Kita-Welt in der sie sich zuerst zurechtfinden muss und die Kita-Welt lernt die Familie mit ihren Ritualen und Besonderheiten kennen. Anhand des Good-Practice-Beispiels von einem Vater, der sich in der Eingewöhnungszeit auf’s Sofa legt und schläft, erläutern die Autorinnen, wie wichtig es ist, die eigenen Vorannahmen und „Erwartungshaltungen an die Fürsorgepersonen“ (S. 79) zu überprüfen, zu reflektieren als auch den Fürsorgepersonen und „ihren individuellen Bedürfnissen gegenüber“ (ebd.) wertschätzend zu begegnen.

In den Ausführungen zu den Phasen Vertrauen aufbauen und Sicherheit gewinnen plädieren die Autorinnen dafür, dass das Kind sukzessive den Tagesablauf so kennenlernt, wie es diesen auch später zur regulären Buchungszeit erlebt. Das bedeutet, die Familie startet zu der Uhrzeit, in der das Kind auch nach der Eingewöhnungszeit in die Kita geht. „Die Betreuungszeiten werden täglich ausgeweitet, bis das Kind spätestens einen Tag vor dem Abschiednehmen die gesamte Buchungszeit erlebt“ (S. 80). In diesen Etappen besteht die Aufgabe für Kind und Pädagog*innen sowie der bestehenden Kindergruppe darin, miteinander Sozialkontakte aufzubauen, während sich die begleiteten Fürsorgepersonen immer mehr zurückziehen. Reflexions- und Beobachtungsfragen helfen diesen Prozess des miteinander Vertraut-Werdens zu unterstützen. Sind Fürsorgeperson und Kind sicher und gut in der Kita angekommen, kann gemeinsam überlegt werden, ob alle für die erste Verabschiedung bereit sind. „Wenn diese Entscheidung getroffen ist, kommt die Fürsorgeperson mit dem Kind am nächsten Tag für die volle Buchungszeit“ (S. 81). Dies bedeutet für manche Kinder und Begleitpersonen zehn Stunden in der Kita am Stück zu verbringen. Die Autorinnen berichten von einigen positiven Erfahrungen, die Familien und Pädagog*innen damit gemacht haben. Zu entscheiden, wann der „passende Zeitpunkt des Verabschiedens“ (S. 83) gekommen ist, hängt von den Beobachtungen und der Bereitschaft des Kindes und deren Begleitperson ab. Zur Überprüfung ziehen die Autorinnen Indikatoren aus beobachtbaren Verhalten heran, welche. eng mit den fünf Lerndispositionen und ihren Dimensionen nach Margret Carr verknüpft sind. Anhand dieser beobachtbaren Indikatoren sowie weiteren Prüffragen können die Pädagog*innen mit den Begleitpersonen reflektieren, ob alle Beteiligten zum ersten Abschiednehmen bereit sind.

Jede*r von uns hat seine eigenen Abschiedsrituale. Diese zu kennen, zu beachten und zu reflektieren erleichtert im Übergang die Begleitung des ersten Verabschiedens. Wenn der erste kurze Abschied von der Begleitperson ansteht, gilt es, neben den eigenen Abschiedsmustern, auch die Abschiedsrituale der Familie zu kennen. Denn die Pädagog*innen haben hier die wichtige Aufgabe den Abschied empathisch und feinfühlig zu begleiten. Für das Kind geht es im Ablöseprozess darum, dass innere Gefühl zu entwickeln: „Ich trau es mir zu“, und damit einhergehend die Erfahrung von: „Ich habe das geschafft!“ (S. 89). Erfolgt die Verabschiedung zu früh verbindet das Kind negative Erfahrungen damit. Dies kann zu einem „andauernden Problem“ (S. 90) werden. Auch den Fürsorgepersonen fällt der Abschied schwer und ist mit großen Sorgen verbunden. Begleitet werden können Fürsorgepersonen in dieser Phase, beispielsweise durch Elternpatenschaften, welche Eltern oder Kolleg*innen übernehmen. Werden die Abschiedsphasen länger, haben sich für die Kinder Übergangsobjekte zur Unterstützung bewährt.

Im dritten Kapitel „Übergang abschließen“ gehen die Autorinnen davon aus, dass die Kinder nun Teil der Kita-Welt geworden sind und innerhalb der Übergangszeit viele neue Kompetenzen entwickelt haben. In einem abschließenden Reflexionsgespräch zur Eingewöhnungszeit wird mit den Familien der zurückgelegte Weg, die Lernwege des Kindes und Sorgen der Eltern reflektiert und besprochen.

Mit dem vierten Kapitel „Die Etappen der Übergangsgestaltung auf einen Blick“ schließen die Autorinnen die theoretischen Ausführungen ab und veranschaulichen noch einmal anhand eines Schaubilds den Weg der Übergangsgestaltung.

Teil C – Arbeitshilfen

In diesem Teil haben die Autorinnen verschiedene Materialien, wie zum Beispiel Fragenkataloge, Reflexionsfragen zur eigenen Biografie und Haltung, Merkblätter, Beispiele für Kita-Reiseführer sowie Reflexionsbögen gebündelt, die das Team und die Pädagog*innen bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der Übergangsgestaltung unterstützen.

Im letzten Kapitel „Und das war erst der Anfang…“ zeigen die Autorinnen die vielen Fäden auf, die sie beim Schreiben des Buchs entdeckten und den Leser*innen vorstellen möchten, damit sie diese selbst mit dem Münchener Eingewöhnungsmodell verbinden. Angesprochen werden hier unter anderem die Verbindungen zu den Lerngeschichten, dem offenen Konzept, dem Team, dem einrichtungsinternen Schutzkonzept.

Diskussion

Zu Beginn der Lektüre und beim ersten durchblättern schreckten mich die CMaps, die am Anfang jedes Kapitels von Teil A stehen, ab. Mir persönlich waren sie zunächst zu technisch und zu verwirrend. Bei näherer Betrachtung bieten sie jedoch einen guten Überblick über die jeweiligen Inhalte und deren Zusammenhänge. Damit folgen die Autorinnen konsequent der systemischen Sichtweise zu der alle „Elemente eines Systems“ (S. 19) gehören. Die Beziehungsgestaltung und die systemische Haltung sind der rote Faden, der sich durch das Buch zieht und den neuen Denkrahmen, den Übergang zu gestalten und miteinander vertraut werden, ausmachen.

Die Autorinnen betonen immer wieder, dass die Übergangsgestaltung ein gemeinsamer Weg von Kita und Familie ist. Ein „Weg mit Etappen, auf dem man Anhalten, Umwege gehen oder auch Abkürzungen nehmen kann“ (S. 80) sowie „Schleifen“ (S. 94) und „Abzweigungen“ (ebd.). Dabei gilt es auf die Signale „des Kindes, seiner Familie und . eigenen Befindlichkeit“ (S. 80) zu achten. Zwar zeigen die Autorinnen auf, innerhalb welcher Zeitspanne, sich welche Phasen zeigen, diese werden jedoch individuell vom Kind bestimmt. Das Münchener Eingewöhnungsmodell ist dabei „ein Weg mit klaren Orientierungspunkten“ (ebd.), die im Kopf zu behalten sind. Bewusst verzichten die Autorinnen auf die Nennung eines konkreten Zeitrahmens, wann was statt zu finden hat. Dies ist eine der Besonderheiten, die die Weiterentwicklung des Konzepts ausmachen.

Der Fokus liegt in diesem Buch auf der Übergangsbegleitung und Beziehungsgestaltung in den verschiedenen Etappen (Orientierungspunkten) sowie dem individuellen Tempo des Kindes. Besonders wichtig finde ich den Blick der Autorinnen auf die verschiedenen Familienkulturen und Betreuungsnetzwerke, in denen Kinder aufwachsen. Damit erweitern sie die Sicht auf die unterschiedlichen Bindungs- und Beziehungsverhalten von Kindern, die sich durchaus mehrere Pädagog*innen und Peers als Bezugspersonen aussuchen und akzeptieren.

Fazit

Wer das eigene Eingewöhnungskonzept überdenken und weiterentwickeln möchte, behutsamer vorgehen, den Druck, der mit der Eingewöhnung oft verbunden ist, rausnehmen will, hält mit diesem Buch einen wunderbaren Leitfaden in der Hand, der durch die Ausführungen und Arbeitshilfen der Autorinnen, einlädt alte Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen.

Rezension von
Alexandra Großer
Fortbildnerin, päd. Prozessbegleiterin, systemische Beraterin
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Es gibt 27 Rezensionen von Alexandra Großer.

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Zitiervorschlag
Alexandra Großer. Rezension vom 03.10.2023 zu: Petra Evanschitzky, Sylvia Zöller: Besser eingewöhnen! Fortschritt und Entwicklung im Münchener Modell. verlag das netz GmbH (Kiliansroda) 2021. ISBN 978-3-86892-171-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29194.php, Datum des Zugriffs 26.05.2024.


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