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Paul Michael Garrett: Dissenting Social Work

Rezensiert von Prof. Dr. Christian Schröder, 07.09.2022

Cover Paul Michael Garrett: Dissenting Social Work ISBN 978-0-367-90369-5

Paul Michael Garrett: Dissenting Social Work. Critical Theory, Resistance and Pandemic. Routledge (New York) 2021. 288 Seiten. ISBN 978-0-367-90369-5. 153,75 EUR.
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Thema

Im Buch wird argumentiert, dass wir in einer Zeit leben, die es dringend erfordert, Formen des Dissenses in der Sozialen Arbeit zu entwickeln. Der Autor meint damit, dass Soziale Arbeit kritische Gesellschaftsanalysen benötigt, um ihre eigene Eingebundenheit in Machtkonstellationen zu reflektieren und kollektive Gegenmacht mit zivilgesellschaftlichen Akteuren*innen für eine sozial gerechtere Welt zu organisieren. Basierend auf einer Auswahl kritischer Denker*innen analysiert Garrett gegenwärtige, gesellschaftliche Machtkonstellation in die Sozialarbeiter*innen und ihre Adressat*innen eingebunden sind. Thematisiert werden unter anderem neoliberale Politiken, globale Erderwärmung, Migration und Flucht, der Aufstieg populistischer Bevölkerungsgruppen sowie die Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie. Um diesen Herausforderungen so begegnen zu können, dass Soziale Arbeit ihr Ziel, soziale Gerechtigkeit auf Basis der Menschenrechte, nicht aus den Augen verliert, entwickelt der Autor das Konzept einer widerständigen Sozialarbeiterpraxis, die er als ‚Dissenting Social Work‘ entwirft.

Autor

Paul Michael Garrett ist aktuell Senior Lecturer an der School of Political Science and Sociology der NUI Galway in der Republik Ireland. Auf dem Buchrücken wird der Autor als einer der international führenden radikalen Denker in der Sozialen Arbeit vorgesellt.

Aufbau

Das Buch ist so aufgebaut, dass zunächst in einer ausführlichen Einleitung der Rahmen, in denen sich eine DSW verortet, erläutert wird. Der Hauptteil des Bandes besteht aus neun Kapiteln, in denen Theoretiker*innen und ihre kritische Gesellschaftsanalyse vorgestellt, ihre Gedanken für eine Analyse der Gegenwart fruchtbargemacht werden und beleuchtet wird, was von Ihnen für eine ‚Dissenting Social Work‘ (DSW) gelernt werden kann. Am Ende jeden Kapitels finden sich "Reflection and Talk Boxes", die dazu dienen sollen, die Schlüsselelemente des vorangegangenen Kapitels kritisch im Selbststudium oder (am besten) gemeinsam mit anderen zu reflektieren.

Inhalt

In der Einleitung Kapitel 1 Introduction wird als Aufhänger zum Thema DSW erzählt, wie die Menschenrechte aus dem irischen Ethikkodex Sozialer Arbeit (stillschweigend) entfernt wurden. Dies sei – so Garrett – ein ziemlich unverhohlener Versuch, Sozialarbeiter*innen daran zu hindern, sich auf Menschenrechte zu berufen, wenn sie sich entscheiden, gegen Forderungen der Regierung und/oder des Arbeitgebenden vorzugehen, die diesen Rechten zuwiderlaufen (S. 2). Aber auch in Aus- und Weiterbildung von Sozialarbeiter*innen argumentiert der Autor, dass es weniger um kritische Auseinandersetzungen mit der Praxis gehe, als um die Sicherstellung von Employabilität und funktionaler Handlungsfähigkeit. Die Konsequenz daraus ist, dass Menschen, die im Bereich der Sozialen Arbeit tätig sind, in zunehmend problematischeren Rahmenbedingungen arbeiten und dazu angehalten werden, gesellschaftliche Problemlagen zu Problemen ihrer Adressat*innen zu machen. Garrett unterstreicht deshalb, dass Soziale Arbeit nach der Definition der International Federation of Social Workers (IFSW) das Ziel der Förderung einer sozial gerechten Gesellschaft verfolgen sollte. Die These des Buches lautet entsprechend, es brauche, eine Ethik und Praxis einer DSW, die auf Grundlage kritischer Gesellschaftsanalysen, eine transformatorische Praxis entwickelt. Nur so können Sozialarbeiter*innen einem neoliberalen Diktat des Marktes und rechten Tendenzen hin zu einer autoritären Staatsdoktrin in ihrer Praxis entgegenwirken. Garrett führt dazu eine ganze Reihe von Themenfeldern auf, die eine DSW gegenwärtig zu bearbeiten hat. Dazu zählen u.a. die Bedeutung von Erwerbsarbeit und Gendergerechtigkeit für ein gutes Leben im ‚progressiven Neoliberalismus‘, Klimagerechtigkeit, diskriminierende Migrationspolitik, Neo-Faschismus sowie die Gefahr digitaler Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Hervorgehoben wird dabei, dass DSW keineswegs ein rein philosophischer Idealismus ist, sondern es vielmehr um tatsächliche gesellschaftliche Transformationen geht, die durch kollektives Handeln bewirkt werden können. Für eine DSW ist daher das Festhalten an einem normativen Ziel bedeutsam, das in der IFSW Definition Sozialer Arbeit als Förderung sozialer Gerechtigkeit auf der Basis der Menschenrechte festgehalten ist.

In Kapitel 2 Questioning the world of ‚appearances‘: Karl Marx werden die Gedanken von Marx daraufhin untersucht, wie sein Werk eine Ressource für DSW darstellt. So kann beispielsweise in der sozialarbeiterischen ‚Fallarbeit‘ kritisch analysiert werden, welche ökonomischen und sozialen Gesellschaftsprozesse dazu geführt haben, dass ein Fall zu einem Fall in der Sozialen Arbeit wird. Die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit und ihr Beitrag dazu, ein kapitalistisches System zu stützen, können in Marxscher Perspektive kritisch hinterfragt werden. In einer globalen Perspektive kann zudem mit Marx beleuchtet werden, wie die fortschreitende brutale Ausbeutung von Arbeiter*innen zu westlichem Wohlstand führt(e).

Kapitel 3 Neoliberalism, human capital and biopolitics: Michael Foucault and Wendy Brown befasst sich im ersten Teil mit Foucaults Arbeit über die Entwicklung des Neoliberalismus und insbesondere mit seinen Vorlesungen von 1979 über „Die Geburt der Biopolitik“. Der westdeutsche Ordo-Liberalismus, demzufolge der Staat unter die Kontrolle des Marktes gestellt werden sollte (und nicht umgekehrt), führt dazu, dass immer mehr soziale Risiken privatisiert werden. Foucault bezeichnet dies als ‚individuelle Sozialpolitik‘. Der amerikanische Anarchokapitalismus verbreitet die Idee, dass auch ein Mensch Kapital ist, in das man investieren kann. Im zweiten Teil des Kapitels wird die Aufmerksamkeit auf Brown gelenkt, die Foucaults Analyse erweitert hat, insbesondere in Bezug auf neoliberale Rationalität und Humankapital. Vor diesem Hintergrund schlussfolgert der Autor, dass das gesamte Konzept des Humankapitals letztlich auf einem Verzicht des Menschlichen beruht und somit im völligen Widerspruch zur Ethik, die den Kern der Sozialarbeit ausmacht, steht (S. 58). Kritisch merkt Garrett an, dass sowohl Foucault als auch Brown zu wenig widerständige Subjekte und sozialen Wandel in ihren Theorien berücksichtigt hätten. Abschließend wird Foucaults Konzept der Biopolitik mit den staatlichen Reaktionen auf COVID-19 in Verbindung gebracht und dabei aufgezeigt, dass ein statistisch höherer Anteil an Menschen (in England doppelt so viele Menschen) in Armut an der Krankheit gestorben sind und die Pandemie den andauernden Verfall des wohlfahrtsstaatlichen Arrangements offenlegt.

Kapitel 4 Surveillance capitalism: Shoshana Zuboff befasst sich mit dem Konzept des „Überwachungskapitalismus“ und stützt sich auf die Erkenntnisse der Wissenschaftlerin und Kolumnistin Zuboff (2019). Alle unsere Online-Tätigkeiten werden von Unternehmensplattformen vermittelt, die unaufhörlich Daten auslesen und deren Hauptziel darin besteht, mehr finanzielle Gewinne zu erzielen. Die Big Tech Firmen, die den Markt bedienen, wie Google, Apple, Meta, Amazon und Uber, präsentieren sich selbst als philanthropische, ‚woke‘ und liberale Unternehmen und bedienen sich dafür, einer Reihe von Schlüsselbegriffen, die auch für den Diskurs in der Sozialen Arbeit von zentraler Bedeutung sind (z.B. Empowerment, Inklusion, Partizipation, Gemeinschaft). Mit den gesammelten Daten wird versucht, menschliche Emotionen zu lesen und Verhalten vorherzusehen, um daraus Profit zu schlagen. Auf die Soziale Arbeit übertragen, wird bereits geforscht, wie solche Technologien bspw. im Kinderschutz (child welfare informatics) eingesetzt werden können. Die Gefahr besteht darin, dass kalkulative Logik und ein übermäßiger Rückgriff auf maschinelles Lernen die Fähigkeit zur Reflexion, Bewertung und Beurteilung in der Sozialen Arbeit radikal verwässern. Ferner werden Stigmatisierungen durch ein datengetriebenes Profiling von Individuen und auch von ‚hot spots‘ in Städten verursacht. Auch hier braucht es eine DSW, die diesen Entwicklungen kritisch gegenübersteht und sich einem Überwachungskapitalismus entgegenstellt, indem sie bspw. Technologien dafür einsetzt, sozialen Wandel ‚von unten‘ zu initiieren.

In Kapitel 5 Equality NOW: Jacques Rancière wird argumentiert, dass die DSW durch die Auseinandersetzung mit dem französischen Philosophen Rancière viel gewinnen kann. Insbesondere dessen Hauptthese, die darin besteht, dass Menschen in jeder Hinsicht gleich sind und dass diese Tatsache der Gleichheit zwischen Menschen auch kein Ziel sein kann, dass es zu erreichen gilt, sondern im Hier und Jetzt bereits umgesetzt werden muss, ist für DSW bedeutsam. Dies gilt sowohl für die Praxis der Sozialen Arbeit in der bspw. im Kinderschutz alle (auch die Kinder) gleichberechtigte Akteure sein sollte oder auch in der Lehre, in der hierarchische pädagogische Beziehungen zwischen Dozent*in und Student*in aufzulösen sind. Besonders bedeutsam ist die Einsicht, dass es nicht darum geht, den Unterdrückten zu erklären, wie Herrschaft funktioniert, sondern die Unterdrückten bereits als widerständige Subjekte zu begreifen. Jenseits der hegemonialen Ordnung zeigt er subversive Praktiken, welche die vorherrschenden Wahrnehmungsweisen der Welt und der zugeschriebenen Rollen, die von Gruppen und Individuen erwartet werden, in Unordnung bringen. Was jedoch kritisch von Garrett an den theoretischen Überlegungen von Rancière angemerkt wird, ist, dass nicht deutlich wird, wie soziale Transformationen praktisch organisiert werden. Dennoch kann Rancières Theorie eine gewinnbringende Reflexionsfolie für die Soziale Arbeit sein. So kann etwa kritisch an einer ‚people-processing‘ Profession Sozialer Arbeit gearbeitet werden, die Individuen zu Fällen macht, zu Stigmatisierungsprozessen beiträgt und den Adressat*innen ihren zugewiesenen Platz in der Gesellschaft sichert, anstatt mit ihnen an einer soziale gerechteren Gesellschaft zu arbeiten.

Kapitel 6 Critical scholarship and neoliberal penality: Loïc Wacquant untersucht einige der Beiträge von Wacquant, dessen Theorien die Bedeutung der kritischen Soziologie für die Sozialarbeit unterstreichen. Dabei zeigt er auf, dass auch die Forschungsagenden vermeintlich kritisch Forschender zu sehr der Politik des neoliberalen kapitalistischen Staates fügen und von ihr abhängig gemacht werden. Anhand von Wacquants (2009a) Punishing the Poor (Bestrafen der Armen) werden die gemeinsame Entfaltung von Politik und Praxis in Bezug auf Bestrafungspolitik und Wohlfahrtspolitik untersucht. Die „Klienten“ sowohl des helfenden als auch des bestrafenden Sektors des Staates stehen unter demselben prinzipiellen Verdacht: Sie gelten als moralisch unzurechnungsfähig, wenn sie nicht den sichtbaren Beweis des Gegenteils liefern. Das Recht auf „Wellfare“ (Dienstleistungen des Wohlfahrtsstaates) wird zunehmend zu einer Verpflichtung, einer Erwerbsarbeit nachzukommen, sprich zu: „Workfare“. Im Rahmen neoliberaler Politik sind Systeme, die angeblich dazu da sind, den Bedürfnissen der Menschen zu dienen, wie die Tätigkeitsfelder Sozialer Arbeit zu Programmen der Verhaltensmodifikation geworden, welche die Menschen, die sich auf sie verlassen, regulieren.

Kapitel 7 Dissenting with the arch-contrarian: Hannah Arendt diskutiert kritisch das Werk von Arendt, das laut Garrett zu wenig historisch kontextualisiert wird und daher nur in bestimmten Aspekten auf die heutige Soziale Arbeit übertragen werden sollte und auch nur unter Berücksichtigung der Entstehung des Werkes fruchtbar für eine DSW gemacht werden kann. Als wichtige Punkte für eine DSW werden u.a. ihre kritische Sensibilität für die Verwendung von Wörtern und menschlichen Klassifikationssystemen sowie ihre Anerkennung der menschlichen Fähigkeit, Veränderungen auszulösen.

In Kapitel 8 Remembering that African, Asian and Palestinian lives matter: Emmanuel Levinas setzt sich der Autor kritisch mit der Aufnahme von Levinas in den Fachdiskurs Sozialer Arbeit auseinander. Problematisch wird u.a. der Eurozentrismus und die rassistische Haltung gegenüber den Menschen außerhalb Europas im Werk Levinas angeführt. Die Auseinandersetzung mit solchen Themen ist – laut Garrett – für DSW wichtig, um koloniale Denkweise zu hinterfragen, welche die Entwicklung der Sozialen Arbeit als Disziplin und Profession historisch geprägt hat.

In Kapitel 9 It is becoming ‚impossible to breathe‘: Frantz Fanon wird das Thema Kolonialisierung durch die Untersuchung des Beitrags von Fanon erweitert. In Anlehnung an Fanon könne man bspw. annehmen, dass die sozialen und beruflichen Welten, in denen sich Sozialarbeiter*innen bewegen, zwar stark von Fanons Welt unterscheiden, aber dennoch Wut hervorrufen können. Diese Wut verdeutlicht er an der rassistisch motivierten Tötung George Floyds und der daraus entstandenen Black Lives Matter Bewegung. Die Wut – so der Autor – kann, wenn sie kollektiviert und kanalisiert wird, neue und fortschrittliche politische Möglichkeiten hervorbringen. Zudem kann die notwendige De-Kolonialisierung der Lehrpläne in der Sozialarbeitsausbildung von Fanons Werk profitieren. Fanon geht es nicht um Identitätspolitik, sondern letztlich darum, ein neues Konzept von Menschheit praktisch werden zu lassen. 

In Kapitel 10 Social work’s Chinese future?: Antonio Gramsci werden Ideen von Gramsci genutzt, um die schnelle Expansion der chinesischen Sozialen Arbeit kritisch zu bewerten. Die aktuelle Entwicklung, in der Soziale Arbeit eine bedeutenderen Stellenwert in Chinas Politik zukommt, lässt sich am besten verstehen, wenn man sie in das Projekt der Kommunistischen Partei Chinas zum Aufbau einer so genannten „harmonischen Gesellschaft“ einordnet. Anhand des Beispiels Chinas werden auch Schlussfolgerungen für die Zukunft der Sozialen Arbeit gezogen und die Relevanz von DSW diskutiert.

Im abschließenden Kapitel 11 Conclusion wird aufgezeigt, dass eine DSW notwendig ist, welche sich gegen eine Soziale Arbeit richtet, die Probleme individualisiert und strukturelle Genese der sozialen Probleme unbearbeitet lässt. So darf etwa Armut nicht als Identität gelesen werden, sondern als ein Ergebnis von sozialen Prozessen, wodurch Menschen strukturell in Armut gesellschaftlich positioniert werden. In einem Zeitalter, indem sozialer Protest gegen neoliberale Politiken zunimmt (‚age of dissent‘), ist die Soziale Arbeit aufgerufen, Brücken zu Sozialen Bewegungen zu schlagen, eine kritische Praxis auszuüben und neue (Forschungs-)Perspektiven auf gegenwärtige Entwicklung theoretisch (weiter) zu entwickeln.

Diskussion

Wie der Autor selbst anmerkt, könnten die einzelnen Kapitel zu eigenen Büchern ausgebaut werden. Dennoch zeigt er in Kürze überzeugend auf, wie Erkenntnisse aus der kritischen Sozialtheorie auf die Sozialarbeit und die Sozialpolitik übertragen werden können. In den Kapiteln wird die Theorie verständlich dargestellt und erweitert. Abschließend wird geprüft, ob und wie die gesellschaftskritischen Ideen eine DSW bereichern können. Das Buch ist zeitgemäß und lebendig verfasst. Die Leser*innen werden ermutigt, die Entwicklungen in der Sozialarbeit mit den zentralen Themen rund um Migration, die Bedrohung durch den Neofaschismus, den Überwachungskapitalismus, den Kolonialismus, die Black-Lives-Matter-Bewegung und die COVID-19-Pandemie in Verbindung zu bringen.

Dieses Buch ist eine wichtige Lektüre für Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Studierende der Soziale Arbeit, die eine Verbindung zwischen Sozialer Arbeit und kritischer Theorie suchen. Durchdrungen von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, ermutigt dieses Buch Sozialarbeiter*innen, die Bedeutung der kritischen Theorie für das Verständnis der strukturellen Kräfte zu erkennen, in denen Soziale Arbeit eingebettet ist. Aufbauend auf der Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse geht es vor allem darum, transformative Praktiken zu entwickeln, die im Sinne der DSW, strukturelle Veränderungen bewirken, welche die Welt sozial gerechter machen. Dieses Ziel ist von der Sozialen Arbeit nur gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren (Sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen), zu erreichen. Die Dringlichkeit für einen solchen Ansatz einer Dissenting Social Work in der Sozialen Arbeit wird durch die profunde Analyse gegenwärtiger weltpolitischen Entwicklungen eindrücklich dargestellt. Nun gilt es zu handeln, indem kritische Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit enger miteinander verwoben werden und Soziale Arbeit sich stärker mit zivilgesellschaftlichen Akteuren vernetzt.

Fazit

Das Buch Dissenting Social Work überträgt bedeutende kritische Theoretiker*innen auf gegenwärtige weltpolitische Entwicklungen und zeigt dabei auf, welche Rolle Soziale Arbeit dabei spielt.Das Buch ist für Studierende und Lehrende der Sozialen Arbeit gleichermaßen uneingeschränkt zu empfehlen, da es eine bedeutende Diskussionsgrundlage dafür bietet, wie Soziale Arbeit sich angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen politisch positionieren sollte.

Rezension von
Prof. Dr. Christian Schröder
Methoden der Sozialen Arbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Fakultät für Sozialwissenschaften
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Es gibt 12 Rezensionen von Christian Schröder.

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Zitiervorschlag
Christian Schröder. Rezension vom 07.09.2022 zu: Paul Michael Garrett: Dissenting Social Work. Critical Theory, Resistance and Pandemic. Routledge (New York) 2021. ISBN 978-0-367-90369-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29219.php, Datum des Zugriffs 29.09.2022.


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