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Deutscher Familiengerichtstag e.V. (Hrsg.): Die Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstags und ihre Umsetzung

Rezensiert von Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard Joachim Wabnitz, 12.04.2022

Cover  Deutscher Familiengerichtstag e.V. (Hrsg.): Die Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstags und ihre Umsetzung ISBN 978-3-7694-1257-4

Deutscher Familiengerichtstag e.V. (Hrsg.): Die Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstags und ihre Umsetzung. 1. DFGT 1978 bis 23. DFGT 2019. Gieseking Verlag Verlag Ernst und Werner Gieseking GmbH (Bielefeld) 2021. 380 Seiten. ISBN 978-3-7694-1257-4. D: 68,00 EUR, A: 70,00 EUR.
Reihe: Brühler Schriften zum Familienrecht - 22
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Thema und Entstehungshintergrund

Die deutsche Familiengerichtsbarkeit ist am 1. Juni 1977 eingeführt worden. Vor diesem Hintergrund ist der Deutsche Familiengerichtstag e.V. (DFGT) seit 1978 ein Forum des interdisziplinä­ren Erfahrungsaustausches für das Familienrecht und hat zum Ziel, die einheitliche Rechtsanwendung, die Fortbildung des Rechts und die intensive Zusam­men­arbeit der Familienrichter/​innen und anderer Beteiligter überregional zu fördern. Dadurch soll zugleich das Familienrecht für den Bürger durchschaubarer werden, zumal es kaum ein anderes Rechtsgebiet gibt, das in den letzten Jahrzehnten so häufig umgestaltet worden ist wie das Familienrecht.

Dieser Sonderband der „Brühler Schriften" vereint sämtliche Vorstandsempfehlungen des DFGT zu den bisher veranstalteten Deutschen Familiengerichtstagen, vom 1. Deutschen Familiengerichtstag 1978 bis hin zum 23. Deutschen Familiengerichtstag 2019.

Autorin und Autor

Autorin und Autor sind Prof. Dr. Isabell Götz, Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht, und Dr. Thomas Herr, Rechtsanwalt/​Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.

Aufbau und Inhalt

Nach einem Vorwort und einem „Versuch einer Bilanz“ werden die auf den bislang 23 Familiengerichtstagen von 1978 bis 2019 diskutierten und beschlossenen Empfehlungen detailliert dargestellt. Dabei wurden praktisch alle familienrechtlichen Themen behandelt: vom Eherecht, Scheidungsrecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs, Sorge- und Umgangsrecht bis hin zu Verfahrensfragen und Fragen familienrechtlicher Vertragsgestaltung, und zwar mit Blick auf die damit verbundenen grundsätzlichen sowie jeweils relevanten aktuellen Probleme.

Die Struktur der Darstellung der Empfehlungen orientiert sich an den jeweiligen Sachthemen. Die Adressaten der Empfehlungen sind:

  • Rechtsberatung und Rechtsprechung (A),
  • Gesetzgeber (B) sowie
  • die Verwaltung (C).

Im Anschluss an jede Empfehlung folgen Hinweise, ob diese in der Judikatur, Gesetzgebung oder im Bereich der Verwaltung umgesetzt worden sind, ggf. mit Fundstellen insbesondere der höchstrichterlichen Judikatur beziehungsweise der geänderten oder neu gefassten Vorschriften des Bundesrechts.

Das Werk wird abgerundet durch die folgenden Anhänge:

  • Anhang 1: Deutscher Familiengerichtstag in Protokollen des Deutschen Bundestages
  • Anhang 2: DFGT-Zitierung in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsrechts, der Bundesgerichte, Oberlandesgerichte, Amtsgerichte und sonstigen Gerichte
  • Anhang 3: Zusammenstellung der wesentlichen Reformgesetze seit 1977.

Diskussion

Die Lektüre dieses Werkes zeigt, dass der Deutsche Familiengerichtstag über die Jahrzehnte seines Bestehens hinweg häufig frühzeitig auf notwendigen Reformbedarf, bestehende Probleme in der Rechtsanwendung und deren mögliche Lösung hingewiesen hat; Hinweise, die vielfach als richtig und wichtig erkannt, aufgenommen und umgesetzt wurden, auch wenn es dafür bisweilen eines langen Atems bedurfte. Es ist verdienstvoll, dass die Autorin und der Autor zusammen mit weiteren „Hilfstruppen“ (siehe Vorwort S. XIX), mit diesem Werk die zahlreichen Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstages und ihre Umsetzung dokumentiert und damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Familienrechtsgeschichte geleistet haben.

Und es hat sich gezeigt, dass die Mehrzahl der Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstages tatsächlich umgesetzt beziehungsweise berücksichtigt worden ist. Ein beeindruckendes Resümee!

Fazit

Das Werk ist allen mit dem Familienrecht befassten Richterinnen und Richtern, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie einschlägig tätigen Politikerinnen und Politikern und insbesondere allen an der Entwicklung des deutschen Familienrechts seit den 1970er-Jahren Interessierten lebhaft zu empfehlen.

Rezension von
Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard Joachim Wabnitz
Assessor jur., Magister rer. publ., Ministerialdirektor a.D.;
Professur für Rechtswissenschaft, insbesondere Kinder- und Jugendhilferecht und Familienrecht an der Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, Wiesbaden;
Mitgliedschaften in zahlreichen Organisationen und Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland; 1991 bis 1994 Leiter der Abteilung Kinder und Jugend, Zivildienst im damaligen Bundesministerium für Frauen und Jugend; 1994 bis 1998 Leiter der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
Vorsitzender der unabhängigen Sachverständigenkommission für den 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung 2010 bis 2013;
Autor von ca. 400 wissenschaftlichen Abhandlungen und Fachveröffentlichungen, darunter 40 Buchpublikationen und zahlreiche Rechtsgutachten
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Es gibt 3 Rezensionen von Reinhard Joachim Wabnitz.

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Zitiervorschlag
Reinhard Joachim Wabnitz. Rezension vom 12.04.2022 zu: Deutscher Familiengerichtstag e.V. (Hrsg.): Die Empfehlungen des Deutschen Familiengerichtstags und ihre Umsetzung. 1. DFGT 1978 bis 23. DFGT 2019. Gieseking Verlag Verlag Ernst und Werner Gieseking GmbH (Bielefeld) 2021. ISBN 978-3-7694-1257-4. Reihe: Brühler Schriften zum Familienrecht - 22. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29223.php, Datum des Zugriffs 24.05.2022.


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