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Anke Noppenberger: Warum ich Rosen krieg

Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 07.04.2022

Cover Anke Noppenberger: Warum ich Rosen krieg ISBN 978-3-497-03106-1

Anke Noppenberger: Warum ich Rosen krieg. Ein Bilderbuch für Kinder und Eltern bei Trennung im Streit. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2022. 55 Seiten. ISBN 978-3-497-03106-1. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR.
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Warum ich Rosen krieg

Mit diesem Wortdreher wird einmal anders als üblich auf eine Situation verwiesen: Wenn Eltern sich trennen, kann es Rosenkrieg geben! Neben den direkt Beteiligten, den Verwandten und Freunden sind es vor allem die leiblichen Kinder, die oftmals unter der Trennung leiden. Und es ist nicht selten, dass „Trennungskinder“ in ihrer physischen und psychischen Entwicklung beeinträchtigt werden. In der psychologischen, psychotherapeutischen Familienberatung, in der Sozialen Arbeit und in schulpsychologischen Interventionen werden Maßnahmen unternommen, um die Probleme anzusprechen und nach erträglichen, präventiven Lösungsmöglichkeiten zu suchen (z.B. Gisela Hötker-Ponath, Trennung ohne Rosenkrieg. Ein psychologischer Wegweiser, 2012, www.socialnet.de/rezensionen/13586.php; Karl Heinz Brisch, Bindung – Scheidung – Neubeginn. Möglichkeiten der Begleitung, Beratung und Prävention, 2019, www.socialnet.de/rezensionen/25875.php).

Autorin

Die Sozialpädagogin vom Jugendamt der Landkreisverwaltung Neustadt a. d. Aisch, Anke Noppenberger hat das Kinderbuch „Warum ich Rosen krieg“ getextet und illustriert. Es ist für Kinder ab dem dritten Lebensjahr gedacht. Sie bringt darin ihre mehrjährigen, beruflichen Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe, der sozialpädagogischen Familienhilfe und in der Arbeit mit Pflegekindern ein.

Inhalt

Die professionellen Beratungen und Hilfen bei Trennungs- und Scheidungssituationen richten sich überwiegend an die direkt und helfend Beteiligten. Sehr selten gibt es Interventionen in der Form von Kinderbüchern. Im Bilderbuch „Warum ich Rosen krieg“ sprechen betroffene Kinder darüber. textet und illustriert die Geschichte der Trennungskinder Frieda und Fred in beeindruckender, kindgemäßer Erzählung. Es sind die Ängste und Nöte der Kinder beim Auseinandergerissensein zwischen Mama und Papa. Die Kinder mögen nämlich Beide, und sie genießen die unterschiedlichen Zuhause der getrennten Eltern: „Eigentlich ist es cool. Fred und ich haben zwei Wohnungen, in denen wir uns wohl fühlen. Eine bei Mama und eine bei Papa“. Was die Kinder nicht mögen und verhindern möchten, dass sich ihre Eltern wegen ihnen, den Kindern, streiten und bekriegen. Deshalb entwerfen sie mit Hilfe von Herrn Taube, dem Sozialpädagogen, Regeln für ihre Eltern. Sie lauten: „Nicht schlecht über den anderen reden!“ – „Finanzielles nicht mit Kindern besprechen!“ – „Aus dem Weg gehen!“ – „Keine Manipulation!“.

Im Vorwort des Bilderbuches führt der Entwicklungspsychologe Johannes Bach von der Technischen Hochschule Nürnberg in die gesellschaftliche Situation ein, dass Trennungen und Scheidungen zunehmen. Er nimmt für seine Argumentation, wie in hochkonflikthaften Situationen umgegangen werden kann, ohne dass größere Schäden und Entwicklungsbeeinträchtigungen bei den Kindern auftreten, den Rat des Entwicklungspsychologen Jean Piaget auf: „Jede Beobachtung muss vom Kind ausgehen und zum Kind zurückkehren“. Weil das Bilderbuch auch von Erwachsenen gelesen werden soll, werden dem Kinderbuch „Erläuterungen für die Erwachsenen“ hinzugefügt. Es sind leicht verständliche Argumentationen und Analysen darüber, warum es zu Trennungen und Scheidungen kommt, und wie krisenhafte und gefährliche Konflikte friedlich und (einigermaßen) gerecht gelöst werden können. Es sind keine Fingerzeige, sondern hilfreiche Gesten, die es möglich machen können, Empathie, Verständnis und Versöhnung zu bewirken.

Diskussion

Design, Sprache und Bild, das sind ästhetische Elemente, die Kinder in den verschiedenen Altersstufen, Verständnis- und Aufnahmefähigkeits-Kompetenzen ansprechen. Die verschiedenen Kinderbuch-Programme des Reinhardt-Verlags machen neugierig: Es sind Bücher „vom Kind aus“ und „zum Kind hin“, wie z.B. auch das „Bilderbuch mit Entspannungsgeschichten zum Lesen und Anhören“ (Franz Schneider/Matze Döbele, Die Weltraum Mission, 2022), und „Geschichten aus dem Alltag mit FASD“ (Katrin Lepke/Britta Hügel, Elfi im Land der Fantasie, 2022).

Fazit

Wenn es gelingt, Kinderbücher auch für Erwachsene interessant zu gestalten und sie – mit den Kindern – gemeinsam zu betrachten, könnte der Ratschlag Wirklichkeit werden können: Wenn ihr werdet wie die Kinder, seid ihr Mensch!

Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Es gibt 1547 Rezensionen von Jos Schnurer.

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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 07.04.2022 zu: Anke Noppenberger: Warum ich Rosen krieg. Ein Bilderbuch für Kinder und Eltern bei Trennung im Streit. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2022. ISBN 978-3-497-03106-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29326.php, Datum des Zugriffs 24.05.2022.


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