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Marco Ferchland: Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe

Rezensiert von Tamara Glasl, 30.09.2022

Cover Marco Ferchland: Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe ISBN 978-3-96095-932-8

Marco Ferchland: Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe. Wie Organisationen ihre partizipativen Strukturen effektiv stärken. Books on Demand GmbH (Norderstedt) 2021. 128 Seiten. ISBN 978-3-96095-932-8.

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Thema

Das Buch „Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe – Wie Organisationen ihre partizipativen Strukturen effektiv stärken“ geht der Frage nach, wie die Methode des Design Thinking zur partizipativen Organisationsentwicklung in der ambulanten Behindertenhilfe eingesetzt werden kann. Marco Ferchland beschäftigte sich mit dem Thema im Rahmen seiner Masterarbeit, mit dem Ziel Perspektiven der Sozialen Arbeit und Wirtschaft miteinander zu verbinden, und veröffentlichte seine Arbeit schließlich über den Verlag Studylab. Der Autor verschafft einen Überblick über die aktuelle Situation der ambulanten Behindertenhilfe und über die Verbreitung und Anwendung von Design Thinking als Teil der Sozialen Arbeit.

Aufbau

Das Buch beginnt mit einer Danksagung, einem Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis. Es folgen 4 Kapitel, (1) Einleitung, (2) Die ambulante Behindertenhilfe, (3) Design Thinking und (4) Schlussfolgerungen. In den beiden Hauptkapiteln, Kapitel 2 und 3, betrachtet er die beiden Themenschwerpunkte zunächst getrennt, um sie anschließend im letzten Kapitel gemeinschaftlich in Bezug zueinander zu setzen.

Inhalt

Im ersten Kapitel, der Einleitung, umreißt der Autor zunächst sehr ausführlich das zugrundeliegende Problem. Dabei geht er auf Wandel und Veränderung in Organisationen der Behindertenhilfe ein. „Organisationsentwicklung zielt also zunächst darauf, dass sich eine Organisation und ihre Mitglieder mit Veränderungen sowie den Handlungsoptionen zum Umgang mit diesen Veränderungen auseinandersetzen“ (S. 2). Bereits im einleitenden Kapitel geht Ferchland auf Partizipation ein und nutzt diese als Überleitung zwischen Design Thinking und der ambulanten Behindertenhilfe. Im zweiten Teil des ersten Kapitels teilt der Autor seine Gedanken zur Fragestellung der Masterarbeit und beschreibt das Vorgehen und den Aufbau der folgenden Kapitel.

Das zweite Kapitel, Die ambulante Behindertenhilfe, diskutiert zunächst den Begriff der ambulanten Behindertenhilfe und nähert sich diesem und den damit einhergehenden Angeboten durch seine historische Entwicklung. Hierbei beleuchtet das Buch unteranderem ökonomische, politisch-rechtliche, technische und sozial-kulturelle Faktoren und führt so über zu aktuellen Diskussionen. Dabei geht der Autor auch auf Herausforderungen und Schwierigkeiten ein. Am Ende des Kapitels fasst er die Inhalte kurz in einem Zwischenfazit zusammen.

Im dritten Kapitel, Design Thinking, definiert der Autor den Begriff als „spezifische Herangehensweise, um komplexe Problemstellungen systematisch und in bewusst kooperativer und kreativer Weise zu bearbeiten und dabei zu Ideen und Lösungen zu kommen, die mit konventionellen Ansätzen nicht zu entdecken sind“ (S. 52). Er stellt zunächst die Grundlagen der Methode vor und geht anschließend auf die Anwendungsbereiche ein. Design Thinking soll „Organisationen und ihre Mitglieder darin unterstützen, den Umgang mit Wandel und Veränderung zu bewältigen“. (vgl. S. 90) Das Kapitel endet erneut mit einem Zwischenfazit und leitet so über in die Schlussbetrachtung.

Das letzte Kapitel, die Schlussbetrachtung, fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und führt abschließend die ambulante Behindertenhilfe und die Methoden des Design Thinking zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt erneut auf die Relevanz der Partizipation in beiden Bereichen. (vgl. S. 95–99)

Diskussion

Das Buch ist streng aus wirtschaftlicher Perspektive verfasst und geht trotzdem im nötigen Maße auf die Soziale Arbeit und die damit einhergehenden theoretischen und methodischen Hintergründe ein.

Der Autor sieht das Ziel der Behindertenhilfe darin, dass „Behinderte Menschen (…) ein Leben führen können, dass sich nicht aufgrund von Beeinträchtigungen von dem anderer Bürger*innen unterscheidet. Sie sollen unabhängig von Art und Umfang ihrer Beeinträchtigung selbstbestimmt leben können“ (S. 49). Als Möglichkeit, dieses Ziel umzusetzen, setzt Marco Ferchland auf eine partizipativ ausgelegte ambulante Behindertenhilfe.

Ferchland geht sehr sensibel mit der Begrifflichkeit von Behinderung und Partizipation um (vgl. S. 9 und S. 49) und zeigt so, dass auch in wirtschaftlichen Bereichen, adressat*innenorientiert gedacht und agiert werden kann. Eine tolle Leistung und ein nötiges Muss, gerade im Hinblick der vulnerablen Zielgruppe, mit der sich Ferchland beschäftigt.

Wandel stellt sich, nach Marco Ferchland, sowohl als Herausforderung, als auch als Chance für neue Wege dar. Er sieht die Organisationen, zu Recht, in der Verpflichtung mit diesem Spannungsfeld verantwortungsbewusst umzugehen und sie im Sinne der Adressat*innen zu lösen (vgl. S. 51).

Die beiden Zwischenfazite am Ende des zweiten und dritten Kapitels sorgen für ein angenehmes Lesen der Hauptteile. Gerade Leser*innen ohne direkten wirtschaftlichen Hintergrund haben es somit leichter in die folgenden Kapitel zu starten.

Der Autor gibt in seinem Text an, dass die hinter dem Buch stehende Masterarbeit den Abschluss seines Sozialmanagement-Studiums bildete (vgl. S. 8). Somit ist das Buch sicherlich auch für Studieninteressierte eine gute Möglichkeit ein Gefühl für das Masterstudium ´Sozialmanagement´ zu erhalten und einen ersten Einblick in mögliche Themen dieses Bereiches zu bekommen.

Das Buch von Marco Ferchland ist ein Plädoyer für ambulante Angebote in der Behindertenhilfe. Er bietet eine Möglichkeit mit den Schwierigkeiten und wachsenden Veränderungen in der ambulanten Behindertenhilfe umzugehen.)

Fazit

Das Buch „Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe – Wie Organisationen ihre partizipativen Strukturen effektiv stärken“ von Marco Ferchland, das im Rahmen seiner Masterarbeit verfasst wurde, widmet sich der Frage, inwieweit sich Design Thinking als Methode für eine partizipative Organisationsentwicklung in der ambulanten Behindertenhilfe eignet. Das Buch kann für Studierende und Praktiker*innen aus dem Bereich der Sozialwirtschaft gleichermaßen von Interesse sein. Design Thinking bietet eine innovative Lösung zum Umgang mit Herausforderungen und Veränderungen, die auch außerhalb der ambulanten Behindertenhilfe eine Chance für die Soziale Arbeit darstellen könnte.

Rezension von
Tamara Glasl
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Es gibt 5 Rezensionen von Tamara Glasl.

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Zitiervorschlag
Tamara Glasl. Rezension vom 30.09.2022 zu: Marco Ferchland: Design Thinking in der ambulanten Behindertenhilfe. Wie Organisationen ihre partizipativen Strukturen effektiv stärken. Books on Demand GmbH (Norderstedt) 2021. ISBN 978-3-96095-932-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29589.php, Datum des Zugriffs 29.11.2022.


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