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Antonia Pfeiffer: Emotionale Erinnerung – Klopfen als Schlüssel für Lösungen

Rezensiert von Dr. Philipp Thaler, 21.02.2023

Cover Antonia Pfeiffer: Emotionale Erinnerung – Klopfen als Schlüssel für Lösungen ISBN 978-3-8497-0449-0

Antonia Pfeiffer: Emotionale Erinnerung – Klopfen als Schlüssel für Lösungen. Neurowissenschaftliche Wirkhypothesen der Klopftechniken. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2022. 204 Seiten. ISBN 978-3-8497-0449-0. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR.
Reihe: Reden reicht nicht!?

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Autorin

Antonia Pfeiffer ist promovierte Medizinerin und forscht am Insula-Institut für integrative Therapieforschung in Hannover.

Entstehungshintergrund

Das Buch entstand in dem ursprünglichen Bemühen, die Erkenntnisse zu den wissenschaftlichen Grundlagen um den Themenbereich des Klopfens zusammenzufassen. Es ist schließlich das Produkt aus der jahrelangen Recherche von Antonia Pfeiffer im Rahmen ihrer Promotion über neurowissenschaftliche Wirkhypothesen der Klopftechniken. Michael Bohne verleiht seiner Freude über die Veröffentlichung in der Reihe 'Reden reicht nicht!?' in einem Geleitwort zum Ausdruck.

Aufbau

Das Werk besteht aus acht Kapiteln. Das erste Kapitel liefert eine Einführung in die Klopftechniken. Im zweiten Kapitel werden klinische Studien zu Klopftechniken vorgestellt. Das dritte Kapitel ist dem Thema Emotionen und Emotionsregulation gewidmet. In den folgenden drei Kapiteln wird auf drei Wirkhypothesen eingegangen: Akupunktur und Haut (Kapitel vier), Polyvagal-Theorie (Kapitel fünf) und Erinnerungsupdate (Kapitel sechs). Das siebte Kapitel widmet sich der Forschung zu Klopftechniken mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Den Abschluss bildet das achte Kapitel mit einer Zusammenfassung. Im Anhang werden neben einer Danksagung zusätzlich ein Studienverzeichnis – gegliedert in verschiedene Störungsbereiche – sowie ein Glossar angeboten.

Inhalte

In einem Geleitwort hebt Michael Bohne die Begeisterung und gleichzeitige Distanz von Antonia Pfeiffer für das Forschungsthema „Klopfen“ hervor, indem sie vor allem Studien aus renommierten Suchmaschinen heranzieht. Sie habe anhand der vorhandenen Studienlage gezeigt, dass es zum Klopfen immer mehr wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit gebe (9). Sie habe mithilfe verschiedener Emotionstheorien das Klopfen in einer bisher unbekannten Komplexität erklärt (10). Nach Bohne gebe es weltweit zahlreiche Therapeutinnen und Therapeuten, welche die Wirkung des Klopfens in der Praxis erfahren haben und Antonia Pfeiffer hätte hier eine „wahre Schatzkiste“ (10) durch die Sichtung der wissenschaftlichen Studien zum Klopfen vorgelegt, worauf Forscherinnen und Forscher aufbauen können. Dabei wird auf Mängel der Studien hingewiesen, die meist nur wenige Interventionssitzungen umfassen und auf kleiner Datenlage basieren. Durch die Zusammenschau der Studien ergebe sich eine Tendenz, dass Klopftechniken wirksam sind, große Effektstärken aufweisen und kurze Interventionszeiten benötigen (11).

In ihrem Vorwort stellt sich Antonia Pfeiffer selbst vor und ordnet sich der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) zu. Sie äußert sich zum Entstehungshintergrund des Buches und formuliert das Ziel, ein Buch zu liefern, das wirklich gerne gelesen wird (13) und eine Reise beinhaltet von der Geschichte der Klopftechniken bis zu den neurowissenschaftlichen Wirkhypothesen.

Zuerst wird eine Einführung in die Klopftechniken (Kapitel 1) geliefert. Hierbei werden (mit den Fingerspitzen) Hautpunkte geklopft, die aus der klassischen Akupunktur stammen, gleichzeitig erfolgt eine Konfrontation mit einem unangenehmen Thema oder einer traumatischen Erinnerung (15). Zusätzlich gibt es Einheiten zur Umwandlung störender Gedanken durch sprachliche Interventionen verbunden mit einer liebevollen Selbstberührung (15). Außerdem gibt es Einheiten mit ausschließlich sensomotorischer Stimulation, z.B. die Kombination von Augenbewegungen und Klopfen (15). Pfeiffer bezeichnet Klopftechniken als 'therapeutisches Hybrid', welche in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, etwa im Bereich der Medizin, Psychotherapie oder durch Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker zur Behandlung von Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Depression, aber auch im Coaching im Bereich des Sports, der Musik oder bei Führungskräften (15). Insbesondere würden Klopftechniken aber zu den beliebtesten Selbsthilfemethoden der Welt zählen (16).

Im Hinblick auf die historische Entwicklung identifiziert die Autorin Roger Callahan und schildert anekdotisch, wie dieser – ausgestattet mit Basiswissen zur Akupunktur – eine Phobie-Patientin aufforderte, einen bestimmten Akupunkturpunkt zu klopfen und damit erfolgreiche Resultate erzielte (16). Callahan entwickelte in den 80er Jahren ein System aus symptomspezifischen Punkten und damit die 'Thought Field Therapy (TFT)'. Dabei integrierte er Elemente aus der Kinesiologie von George Joseph Goodheart, nämlich den Muskeltest zum Auffinden des 'richtigen' Punktes sowie von Lösungsblockaden (17). Die Wirkung des Klopfens erklärte er über das körpereigene Meridiansystem – bestimmten Leitbahnen aus der traditionellen chinesischen Medizin (17). Callahan sei nach Pfeiffer einer der ersten Therapeuten, die in kognitiver Verhaltenstherapie ausgebildet wurden, mit dem Herzstück der Expositionstherapie, ‚deren Grundprinzip – die Konfrontation mit Ängsten und unangenehmen Themen – in allen Klopftechniken praktiziert wird‘ (18). Insbesondere die systematische Desensibilisierung von Joseph Wolpe habe die Klopftechniken stark beeinflusst (18). Der Unterschied zwischen Klopftechniken und der systematischen Desensibilisierung liegt laut Pfeiffer darin, dass die Entspannung nicht angeleitet wird, sondern sich als automatische physiologische Regulation durch das Klopfen ergibt (19). Die Emotionen würden durch das Erinnern an den Auslöser immer wieder gezielt aktiviert (19). Für Pfeiffer ergibt sich, dass die Klopftechniken aus einer Kombination der Verhaltenstherapie mit der Stimulation von Hautpunkten aus der Akupunktur entstanden sind (19). In den 90er Jahren entwickelte Gary Craig die Emotional Freedom Technique (EFT) und entwickelte eine einfache Klopfsequenz, zusammen mit Selbstakzeptanz- Affirmationen, was eine Vereinfachung darstellte und zur Popularität der EFT als Selbsthilfetechnik beitrug (19). Eine Unterform stellt die von Dawson Church vertretene Clinical EFT, wo neurohumorale Wirkhypothesen angenommen werden, also eine Wirkung des Klopfens über neuronale Aktivierung und bestimmte Botenstoffe (20). Während die sogenannte Energetische Psychologie (u.a. EFT, TFT) von einer Wirkung über das Meridiansystem ausgeht (21), distanziere sich die 2008 von Michael Bohne entwickelte Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) von energetischen Hypothesen sowie dem Muskeltest und versteht sich als psychotherapeutisches Verfahren (22). Lernblockaden werden hier über die Biografie und über unbewusstes Lernen erklärt. Allen Klopftechniken läge nach Pfeiffer ein gemeinsamer Mechanismus zugrunde, der sowohl mit energetischen als auch psychodynamischen Wirkhypothesen kombinierbar sei (22).

Das Klopfprotokoll besteht aus drei Bausteinen (23):

  • Ein unangenehmes Thema wird reaktiviert und hinsichtlich der emotionalen Belastung bewertet.
  • Selbstakzeptanz- Affirmation: ‚Auch wenn ich Thema x habe, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin‘. Gleichzeitig wird ein Punkt unterhalb des Schlüsselbeins gerieben oder an der Handkante geklopft.
  • Es werden bis zu 16 Akupunkturpunkte bzw. Hautpunkte geklopft bei gleichzeitiger Konfrontation mit dem Thema

In der PEP sowie EFT werden zusätzlich Zwischenentspannungen durchgeführt – eine Phase rein sensomotorischer Stimulation mit Klopfen, bilateralen Augenbewegungen und Summen. Außerdem erfolgt ein positiver Ausklang, indem positive Gefühle zum jeweiligen Thema durch Affirmation und Visualisierung verankert würden (24). Im Folgenden liefert Pfeiffer eine genauere Beschreibung des Sitzungsprotokolls (24-27) und vergleicht EFT und PEP auch anhand von Fallbeispielen (27-35). Die meisten klinischen Studien seien mit EFT durchgeführt worden, die meisten neurowissenschaftlichen Studien mit PEP (27). Ein Unterschied beider Ansätze besteht darin, dass bei PEP nur geklopft würde, wenn sich dysfunktionale Emotionen zeigen und dass beim Klopfen nicht unbedingt gesprochen wird (30). Bohne habe Lösungsblockaden bzw. hinderliche Beziehungsmuster identifiziert (Selbstvorwurf, Fremdvorwurf, Erwartungshaltung, Altersregression und parafunktionale Loyalitäten), die behandelt werden u.a. mit Selbststärkungsaffirmationen (31). Außerdem hat er einen Kognitionskongruenztest entwickelt, ein Katalog mit ca. 50 Testsätzen, der bei Blockaden eingesetzt wird, z.B.: ‚Es ist mir erlaubt im Beruf erfolgreich zu sein‘ (50).

Anschließend werden klinische Studien zu Klopftechniken behandelt (Kapitel 2). Die Forschung zum Thema Klopftechniken stehe nach Pfeiffer noch am Anfang, es handle sich häufig um kleine Pilotstudien mit wenigen Probanden und Wartelisten-Kontrollgruppen (36). Es gebe Studien aus hochrangigen psychotherapeutischen Journalen, einige aus eigens gegründeten Journalen und solche aus unabhängigen Journalen (36). Für ihre Doktorarbeit habe Pfeiffer renommierte Suchmaschinen herangezogen (Pubmed, Cochrane, Science), für das vorliegende Buch habe sie eine erneute systematische Analyse durchgeführt und im Studienverzeichnis dargestellt (37). Ihre Ausführungen beziehen sich auf die aussagekräftigsten randomisierten Kontrollstudien und Metaanalysen sowie innovativsten Pilotstudien (37). Die Studien würden darauf hinweisen, dass Klopftechniken besonders bei Symptomen mit hohem Arousal, wie Angst- und Traumafolgestörungen, wirksam seien sowie bei somatischen und psychosomatischen Begleiterkrankungen (37).

Zur Depression gebe es kaum Studien, allerdings zeigt sich in einer Metaanalyse eine Wirksamkeit von EFT bei depressiven Begleitsymptomen bei PTBS und Angststörungen mit einer großen Effektstärke (38, 39). Außerdem geben eine Pilotstudie und weitere Forschungsergebnisse Hinweise auf die Wirksamkeit des Klopfens bei Depressionen (39). Dawson Church diskutiert den Cortisolspiegel als Wirkfaktor, der durch Klopfen signifikant reduziert werde, was auch mit einem Rückgang von Angstsymptomen einhergeht (40).

Angeborene Ängste seien mit einer Amygdala- Aktivierung – als deren neuroanatomisches Korrelat – verbunden (41), genauso erworbene Ängste, die durch Konditionierung entstehen (42). Entsprechende Lernerfahrungen bzw. ‚Erinnerungsspuren‘ würden in der Amygdala gespeichert (42). Phobien könnten auch ohne diese Lernerfahrungen aufgrund von großem Stress und einer Überaktivierung der Amygdala entstehen, wobei Noradrenalin eine Rolle spiele (42). Die Amygdala bzw. die zwei Amygdalae würden als Emotionszentren gelten, wobei sie im fMRT schwer darstellbar seien und es gebe auch Emotionen bei fehlender Amygdala (43). Derzeit gelte die Amygdala als wichtiger Speicher für unbewusste emotionale Erinnerungen (43) sowie als ‚Kommandozentrale‘ (44) für Arousal. Und eben auf emotionale Erinnerungen und Arousal-Zustände würden sich die wichtigsten Wirkhypothesen zum Klopfen beziehen (44). Pfeiffer beschreibt die Rolle der Amygdala bei emotionalen Erinnerungen. So würde bei erworbenen Ängsten eine Furchterinnerung entstehen und bei Konfrontation mit dem phobischen Objekt würde in einem Teil der Amygdala (basolateraler Kern) diese Erinnerung getriggert und im anderen Teil (zentraler Kern) die Stressreaktion ausgelöst (44). Wahrnehmung und Interpretation der Körpersignale sei Hauptbestandteil der Emotion Angst (45). Die Furchterinnerung könne auch aktiviert werden durch das Denken an den Gegenstand der Angst oder die bewusste Erinnerung daran im Rahmen der Therapie, was bei jeder Klopfsitzung am Anfang passiere (45). Pfeiffer geht auf zwei kleine Studien ein, bei denen sich eine Reduktion von Kleintierphobien durch EFT zeigte, eine weitere Studie zeigte eine Reduktion der Angst beim Gebären (46). In einer Studie zu TFT im Vergleich mit kognitiver Verhaltenstherapie zeigten sich signifikante Verbesserungen bei Agoraphobie, ohne Unterschiede zwischen beiden Verfahren (47). Diese Studien würden darauf hinweisen, dass Klopftechniken schnell wirken würden, da nur wenige Sitzungen durchgeführt wurden (47). Die Studiengrößen seien allerdings zu klein und keine stabilen Aussagen möglich (47). Pfeiffer vergleicht Metaanalysen zu EFT und kognitiver Verhaltenstherapie und findet höhere Effektstärken bei den Klopfstudien, räumt jedoch ein, dass die Metaanalysen zur kognitiven Verhaltenstherapie auf größeren und qualitativ hochwertigeren Studien beruhen, weshalb Aussagen dazu streitbar bleiben (48). Die Wirksamkeit des Klopfens bei Angststörungen könne nicht als erwiesen gelten, dazu seien noch einige weitere Studien notwendig (48). Pfeiffer hält fest, dass kognitive Verhaltenstherapie bei Zwängen die Methode der Wahl bleibe, allerdings würden die Metaanalysen zur kognitiven Verhaltenstherapie auf eine mäßige Wirksamkeit bei PTBS und Panikstörungen hindeuten (49). Klopftechniken, die als Weiterentwicklung der Exposition angesehen werden könnten, könnten diese Lücke möglicherweise schließen (49).

Einen zentralen Aspekt bei der PTBS stellen nach Pfeiffer die Erinnerungen dar (50). Noradrenalin spiele eine Rolle bei der Entstehung von traumatischen Erinnerungen und bei der Aufrechterhaltung der PTBS (50). Thomas Giustino hätte einen hohen Noradrenalin-Spiegel sowie eine mangelnde Fähigkeit zur Habituation als zentrale Pathomechanismen definiert (50). Dabei könne Noradrenalin verschiedene Areale des präfrontalen Cortex lahmlegen, die eine Habituation ermöglichen (50). Noradrenalin sei ein Hormon des Sympathikus und fungiere als Stresshormon sowie als Neurotransmitter. Eine traumatische Erfahrung sei dadurch gekennzeichnet, dass wie sie als Ausweglos wahrnehmen und Noradrenalin führe zur Bildung einer besonders starken, unbewussten Furchterinnerung in der Amygdala, einhergehend mit einer automatischen Stress- Reaktion des Körpers, einer ‚Noradrenalin- Dusche‘ (51). Bei einer PTBS scheine zudem die Sensitivität der Rezeptoren für Noradrenalin erhöht zu sein (52). Während eines Traumas würde außerdem der Thalamus (sowie Hippocampus) außer Kraft gesetzt, der sensorische Erfahrungen zu einem (biografischen) Gesamtbild zusammensetzt, weshalb hektische und fragmentierte Körperempfindungen abgespeichert werden, die sich gegenwärtig und real anfühlen (53). So können Erinnerungslücken entstehen bzw. ließen Erinnerungen einen ‚dann nicht klar spüren […], dass sie eigentlich vergangen sind‘ (53), z.B. bei Flashbacks. Für Pfeiffer sei es zentral, ‚das Gefühl von Sicherheit im eigenen Leben wiederherzustellen […] und im eigenen Körper‘ (53). Im Hinblick auf Studien zu Klopftechniken bei PTBS seien besonders die drei Veteranenstudien von Dawson Church und Kollegen aussagekräftig, die eine Wirksamkeit von EFT mit großer Effektstärke gezeigt hätten (56, 57). In allen hätte sich zudem eine Reduktion der körperlichen Symptome wie Schmerzen und Schlafstörungen gezeigt, die mit Hyperarousal zusammenhängen (57). Kritiker der Klopftechniken würden argumentieren, dass alleine die Exposition wirksam sei und nicht das Klopfen (57). Jedoch habe sich bei einer Studie zur verhaltenstherapeutischen Methode Cognitive Processing keine Symptomreduktion des Hyperarousals gezeigt (58), außerdem habe sich in einer weiteren Studie eine vergleichbare Wirksamkeit von EFT und EMDR gezeigt (58).

Im Hinblick auf das Klopfen bei körperlichen Symptomen bezieht sich Pfeiffer auf eine weitere Studie von Church und Kollegen zur Auswirkung einer (einzelnen) EFT-Sitzung auf den Cortisolspiegel (59), in der eine stärkere Reduktion des Cortisol- Levels durch EFT als durch die Kontroll- sowie Wartebedingung aufgetreten sei (60). Dieser Befund sei in einer Studie von Peta Stapleton reproduziert worden (60). In einem Exkurs deutet Pfeiffer an, dass z.B. der Gebrauch von ätherischen Ölen (Orangenöl) eher mit Wellness oder Esoterik anstatt mit pharmakologischer Wirksamkeit konditioniert worden sei, was zeige, ‚wie emotionales Lernen auch die Glaubenssätze über Wissenschaftlichkeit und ärztliches Handeln beeinflussen kann‘ (61). Pfeiffer geht auf eine Studie ein, in der sich der Cortisol-Spiegel nicht veränderte, dafür jedoch der Spannungskopfschmerz (61). In einer weiteren Studie änderten sich Symptome und Immunmarker von Veteranen signifikant (62). Pfeiffer bilanziert, dass Klopftechniken bei Symptomkomplexen mit hohem körperlichen Arousal wirken würden, wie Angststörungen und PTBS (64), und dabei die psychischen Symptome als auch die psychosomatischen Beschwerden, wie Schlafstörungen oder Schmerzen (65). Pfeiffer vermutet, dass die Beeinflussung des Arousals die Wirksamkeit des Klopfens erkläre, da durch die beruhigende Stimulation des Körpers die Emotionsintensität verringert wird (65).

Daraufhin geht Pfeiffer auf das Thema Emotion und Emotionsregulation ein (Kapitel 3). Die Autorin zeigt sich beeindruckt von der Theorie von William James um 1890, für den die Wahrnehmung der körperlichen Reaktion auf die Außenwelt den Kern der Emotion ausmache, wobei die damalige Fachwelt davon ausging, dass Emotionen die Auslöser der körperlichen Reaktionen seien (66). In der Folge sei insbesondere die Theorie der Basisemotionen prägend gewesen, die von angeborenen und universellen Emotionskategorien ausgeht (67). Mittlerweile würden physiologisch orientierte Theorien Emotionen nicht in Kategorien, sondern in Dimensionen (wie positiv und negativ) sowie dem Grad der körperlichen Erregung (Arousal) beschreiben (67). Bei der Bewertungstheorie von Lazarus und Arnold stehe die kognitive Bewertung im Zentrum (67). Für Pfeiffer seien die Emotionstheorien ein ‚Spiegel unserer westlichen Gesellschaft, unserer kollektiven Glaubenssätze‘ (68). Nach Pfeiffer hat eine Gesellschaft, ‚genau wie ein Mensch, frühkindliche und pubertäre Prägungen, die jeweils bestimmen, was in der Gesellschaft als wahr gilt‘ (68). In Europa würde aufgrund einer religiösen Prägung der Geist über den Körper gestellt und wir würden als Gesellschaft die Kognition und das Denken verehren (68). Dies würde sich in den Emotionstheorien widerspiegeln, indem sie erklären, wie Denken die Emotionen beeinflusst, aber nicht, ‚wie wir über unseren Körper Emotionen beeinflussen können‘ (68). Für Pfeiffer wird hier der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux relevant (70). Demnach setzen sich Emotionen aus Basiskomponenten zusammen (70), z.B. sensorische Wahrnehmungen oder innere Bilder (71). Weitere Basiskomponenten stellen die ausgelösten Körperreaktionen dar, über die wir indirekt die Aktivierung der Amygdala und benachbarter Regionen fühlen und schließlich die Interpretationen der Körperwahrnehmungen (71). Joseph LeDoux würde sich keiner Ideologie der Emotionstheorien zuordnen und er würde ‚nicht aus bloßen Theorien und Annahmen‘ (72) heraus argumentieren, sondern ‚aus wissenschaftlichen Studien und anatomischen Begebenheiten heraus‘ (72). Seine Theorie erkläre die Wirksamkeit verschiedener Psychotherapieverfahren sowie von körperorientierten Therapieverfahren, da das Klopfen die Körperwahrnehmung verändert (72).

Zum Thema Emotionsregulation führt Pfeiffer zunächst die Unterteilung des Gehirns in Reptiliengehirn, dem limbischen Gehirn und dem Neocortex von Paul McLean an (74). Dies ist mit der Vorstellung verbunden, dass das limbische System vom Neokortex (Top-down) reguliert wird, z.B. durch die Strategie der Neubewertung (74). Neben dieser expliziten Emotionsregulation gebe es eine automatische, unbewusste Emotionsregulation, z.B. durch Gewöhnung oder Extinktion (Löschung) (75). Das wichtigste Hirnareal hierfür sei der ventromediale präfrontale Cortex (vmPFC) (76), der eine Verbindung zur Amygdala habe und diese herunterregulieren könne (77) und somit als ‚heißer Draht‘ (78) zwischen Amygdala und präfrontalen Cortex fungiert. Allerdings wird er unter hohem Cortisol- und Noradrenalin- Spiegel inaktiv, was ein Problem bei der PTBS darstellt (78). Zum Abschluss stellt die Autorin erneut fest, dass es noch einige Studien brauche, ‚bis die Wirksamkeit der Klopftechniken als nachgewiesen gelten kann‘ (83).

In den folgenden Kapiteln geht Pfeiffer auf die Wirkhypothesen ein, zunächst auf die Wirkhypothese Akupunktur und Haut (Kapitel 4). Vor allem im englischsprachigen Raum sei die Annahme verbreitet, dass das Klopfen über die Stimulation von Akupunkturpunkten wirke (84). Jedoch würden sich dahinter zwei unterschiedliche Annahmen verbergen, zum einen die Energie-Hypothese und zum anderen die neurowissenschaftliche Akupunktur-Hypothese, die sich auf fMRT-Studien zur Akupunktur beziehe (84). Die Autorin konzentriert sich allein auf die neurowissenschaftliche Hypothese (85) und weist gleichzeitig darauf hin, dass nicht nur das Klopfen der Akupunktur wirksam sei, sondern das Gesamtpaket mit Interaktionen, Sprache, Bewegung und Aufbau der Sitzung betrachtet werden soll (85). Bei den fMRT-Studien zur Akupunktur bezieht sich Pfeiffer auf Studien von Kathleen Hui, wobei sich eine Herunterregulierung bestimmter, für Emotionen zuständiger Hirnregionen wie der Amygdala gezeigt hätte, allerdings unabhängig von der behandelten Region (85). David Feinstein gehe nun davon aus, dass auch durch das Klopfen diese emotionalen Areale beruhigt werden. Einen Hinweis dafür findet Pfeiffer bei den Studien von Hui, wo auch durch die Stimulation mit einem Plastikhaar eine Regulation der Amygdala beobachtet wurde (86). Ein wichtiger Unterschied der Akupunktur zum Klopfen und gleichzeitig wichtigster Wirkfaktor bestehe im gekonnten Drehen der Nadel in der Unterhaut, der Faszie (86). Studien hätten gezeigt, dass die Akupunktur von unechten Punkten fast ebenso gute klinische Resultate erzielt wie die von echten Akupunkturpunkten (87), was teilweise so erklärt wird, dass die echten Akupunkturpunkte die wirksameren seien, da hier auch vermehrt Mechanorezeptoren zu finden seien (88). Für Pfeiffer widersprechen diese Befunde nicht der Annahme von Feinstein, dass das Klopfen einer der Akupunktur ähnliche Wirkung habe (88). In den zwei typischen Klopfregionen des Kopfes und der Hände befänden sich überproportional viele Mechanorezeptoren (89). Sogenannte CT-Afferenzen – genaugenommen Faser, welche Informationen von den Rezeptoren an das Gehirn weiterleiten, meist jedoch synonym für die Rezeptoren verwendet – befänden sich vor allem an beharrter oder ehemals beharrter Haut (90). Sie würden auf eine spezielle Art der Berührung reagieren und übertragen Informationen über die Qualität der Berührung, von daher die Bezeichnung ‚Kuschelrezeptoren‘ (91), die für emotionale Regulation eine Rolle spielen (92). In einer Studie sei nachgewiesen worden, dass beim Klopfen eine Aktivierung der CT-Afferenzen stattfinde, wenn auch zu einer geringeren Aktivierung als durch Streicheln (93). Im Folgenden geht Pfeiffer auf die Wirkung der spontanen Selbstberührung ein, die in einer Studie zu mehr Konzentration und mehr emotionaler Ausgeglichenheit führte (94). Pfeiffer resümiert, dass vor allem das ‚Kurbeln‘ (94) – das Reiben des Schlüsselbeinpunktes (25, Fußnote) – die Mechanorezeptoren (CT-Afferenzen) aktivieren kann (94). Zum Abschluss des Kapitels schildert die Autorin ein Fallbeispiel (95, 96).

Die zweite Wirkhypothese bezieht sich auf die Polyvagal- Theorie (Kapitel 5). Die klassische Theorie des autonomen Nervensystems beschreibe ein zweigeteiltes Nervensystem mit Parasympathikus und Sympathikus, die jedoch nicht den Zustand vollkommener Reglosigkeit erklären könne (97). Stephen Porges hätte daher angenommen, dass das Nervensystem aus drei Zweigen zusammengesetzt sei und Säugetiere einen älteren und einen jüngeren Vagus hätten, wobei der ältere Vagus für den Totstellreflex zuständig sei (97). Der jüngere, vordere (ventrale) Vagus sei der Nervus vagus, dessen Aktivierung einen angenehmen, ausgeglichenen Zustand auslöse (98). Eine ventrale Vagusaktivierung würde als Wirkmechanismus des Klopfens diskutiert (98). Die Autorin geht anschließend auf Kritik an der Polyvagal- Theorie ein (98-100). Die drei Zweige des Nervensystems (primitiver Vagus, Sympathikus und ventraler Vagus bei Säugetieren) würden in Abhängigkeit davon aktiviert, wie sicher die Umgebung erscheint (100). Porges habe den inneren Prozess, der die Umwelt auf Gefahren prüfe als ‚Neurozeption‘ (101) bezeichnet. Dieser Prozess sei bei PTBS verändert und somit könne sich auch geringfügiger Stress gefährlich anfühlen, weil die Wahrnehmung verzerrt sei (104). Von daher sei es im therapeutischen Setting hilfreich, zu Beginn einer Sitzung den ventralen Vagus zu aktivieren (105), um Aufnahmefähig zu sein. Pfeiffer bietet einen Exkurs zur elektrischen Stimulation des Nervus vagus (106-107) und findet stützende Hinweise dafür, dass beim Klopfen bzw. Berühren der Gesichtshaut der Vagus aktiviert werden könne (107). Daneben führe die Zwischenentspannung (bei den Klopftechniken) bzw. das Summen zu einer Vagusaktivierung (108). Im Weiteren geht die Autorin auf den Faktor der Bewegung ein, dem als Wirkfaktor zu wenig Beachtung geschenkt würde (110). Bewegung sei ein Wirkfaktor des Klopfens und es würde gemeinsam geklopft (der Therapeut klopft auch) (110). Damit würde auf neurozeptiver Ebene Verbundenheit signalisiert (110) und Dissoziation verhindert (111). Abschließend geht die Autorin auf das Spiel ein, wodurch Säugetiere lernen könnten, zwischen Sympathikus und ventralen Vagus hin- und herzupendeln (112) und das Klopfen erinnere stark an ein Spiel, wo sich Phasen der Trauma- und Angstkonfrontation mit Phasen des Augenkontaktes und vokalem Bonding abwechseln würden (113). Es handle sich um eine Bottom-up- Regulation über Neurozeption und dies führe zu einer Unterbrechung der Sympathikus- Aktivierung durch eine ventrale Vagusaktivierung (114). Pfeiffer hält fest, dass die spielerische Interaktion, die mechanische Aktivierung des Systems der sozialen Verbundenheit (ventrale Vagus) durch Klopfen der Gesichtspunkte sowie durch Zwischenentspannungen und die gemeinsame Bewegung regulierend wirken (115). Nach einem weiteren Exkurs sieht Pfeiffer es als hilfreich, bei einer Exposition gleichzeitig eine körperliche Stimulation durchzuführen, die den Nervus Vagus aktiviere, wodurch die Wirkung der Exposition verstärkt würde (116).

Die letzte Wirkhypothese diskutiert Pfeiffer das Erinnerungsupdate (Kapitel 6). Beim Klopfen würden unbewusste Erinnerungen ein Update erhalten, mit einer aktualisierten, emotional distanzierten Version (118). In einer kleinen Pilotstudie von Dawson Church sei ein Rückgang von Trauma- Symptomen nach einer EFT-Sitzung festgestellt worden (119), was zu der Wirkhypothese eines Erinnerungsupdates passe (120). Pfeiffer geht auf die Unterscheidung zwischen bewusster (expliziter) und unbewusster (impliziter) Erinnerung ein (120). Ein Erinnerungsupdate bezieht sich auf die Veränderung der körperlich- emotionalen Reaktionen und automatisierten Verhaltensweise (125), was lange als unmöglich angesehen worden sei, da z.B. Ängste oft zurückkamen (126). Dabei sei es möglich, die Bildung einer Furchterinnerung im Langzeitgedächtnis (Konsolidierung) zu verhindern, z.B. durch die zeitnahe Gabe von Proteinsynthesehemmer in die Amygdala (126). Ein Erinnerungsupdate erfolgt anhand von drei Vorgängen: Reaktivierung der Erinnerung, Mismatch und emotionales Gegenerlebnis (128). Dies ähnele dem Protokoll der Klopftechniken (128), was Pfeiffer im deutschsprachigen Raum in ihrer Dissertation diskutiert hätte (129). Die Reaktivierung erfolge durch das Denken an den Trigger (129). Anschließend müsse ein Mismatch präsentiert werden, eine neue überraschende Information, die dem emotionalen Erleben der Ursprungserinnerung widerspreche und ‚darauf hinweist, dass dieses Mal die Situation anders ausgehen wird‘ (131). Beim Klopfen würde zunächst die unangenehme emotionale Erinnerung aktiviert (132), anschließend folgt eine Affirmation, die ein Mismatch zur alten Erfahrung darstelle (133). Das gleichzeitige ‚Kurbeln‘ stelle ein Mismatch auf körperlicher Ebene dar (133). Es könne ausreichen, das Mismatch zu wiederholen, damit es die Rolle eines emotionalen Gegenerlebnisses einnehme (136). Nach einem Erinnerungsupdate sei die Amygdala nicht mehr oder vermindert aktiviert (137). Durch das Klopfen würde die Erinnerung auch auf körperlicher Ebene aktiviert, solange bis eine Ruhe eintritt, was nach David Feinstein zur Erfahrung eines emotionalen Gegenerlebnisses beitrage (138). Pfeiffer zieht als Fazit, dass beim Klopfen wahrscheinlich ein Erinnerungsupdate stattfindet, genauso häufig sei vermutlich eine körperliche Emotionsregulation (141).

Im folgenden Kapitel stellt Pfeiffer die Forschung zu Klopftechniken mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) dar (Kapitel 7). Michael Bohne habe zusammen mit einem Ehepaar die Durchführung von drei PEP-fMRT-Studien zum Klopfen beabsichtigt, wovon die erste Pilot- Studie die Doktorarbeit von Pfeiffer gewesen sei (148). In den ersten beiden Studien sei imaginiert geklopft worden (150). In ihrer Pilot- Studie (Klopfstudie) sei lediglich geklopft worden (ohne Selbststärkungsaffirmation) und es habe sich ein geringer emotionsregulierender Effekt des tatsächlichen und imaginierten Klopfens gezeigt (152). Die Probanden zeigten beim imaginierten Klopfen eine vermehrte Aktivierung der Amygdala (153), waren jedoch auf emotionaler Ebene signifikant weniger gestresst (154). Gleichzeitig war der vmPFC vermindert aktiviert (154). Bei Extinktion und Exposition würde sich ein entgegengesetztes Aktivitätsmuster zeigen, genauso bei Gewöhnung, auch bei Ablenkung sei die Amygdala deaktiviert (154). Das in ihrer Studie gefundene Aktivitätsmuster würde darauf hindeuten, ‚dass das Klopfen die Emotionsverarbeitung der Bilder direkt auf der Ebene der Amygdala beeinflusste‘ (154). Die zweite Studie (Parkinsonstudie) wurde mit 20 Parkinson- Patienten durchgeführt (154). Nach zwei PEP-Sitzungen gaben die Probanden eine bessere Stimmung an, fühlten sich ruhiger und weniger ängstlich (155). Außerdem ergaben sich kleine Hinweise auf eine vermehrte Amygdala- Aktivierung (156). Bei der dritten Studie (Flugangststudie) mit 29 Probanden mit Flugangst wurde tatsächlich im Scanner geklopft (156). Die Flugangst ging deutlich zurück, doch weist Pfeiffer auf die Notwendigkeit weiterer Studien hin (157). Es zeigte sich erneut eine verstärkte Aktivierung der Amygdala (157). Dies sei kontraintuitiv, da das Klopfen mit einer Emotionsregulation und damit mit einer Verminderung der Amygdala- Aktivität einher gehen sollte (158). Beim Betrachten der Bilder zeigte sich immerhin eine Abnahme der Amygdala- Aktivierung (159). Pfeiffer weist darauf hin, dass in keiner der drei Studien eine vollendete Klopfsitzung lang gemessen wurde, ‚in der die Emotionsregulation mit einer regulierten Amygdala ein mögliches Endprodukt sein könnte‘ (159). Vielmehr sei dem Klopfen während der Arbeit zugeschaut worden (159). Die Autorin wertet es als Hinweis darauf, dass beim Klopfen eine Bottom-up- Regulation geschieht, ‚in der körperliche Signale direkt auf der Ebene der Amygdala verarbeitet werden‘ (160). Es folgt ein Exkurs zum EMDR (160), wo eine Studie ebenfalls eine verstärkte Amygdala- Aktivierung gezeigt hätte (161). Zum Abschluss geht Pfeiffer auf eine letzte Pilot-Studie ein (Esssuchtstudie), in der ein Vorher-nachher-Effekt einer EFT-Sitzung untersucht worden sei (163). Im Fazit weist Pfeiffer darauf hin, dass die Studien nur erste Hinweise liefern könnten (164).

Im letzten Kapitel (Kapitel 8) fasst Pfeiffer zusammen, wie Klopftechniken zur Emotionsregulation beitragen können (166): über die Haut (CT-Afferenzen), über eine Aktivierung des Vagusnervs und über ein Update belastender Erinnerungen (167).

Diskussion

Antonia Pfeiffer liefert hier einen gut lesbaren Einblick in ein nicht unumstrittenes Therapieverfahren. Es gelingt ihr, wissenschaftliche Sachverhalte in einer einfachen Sprache unterhaltsam darzustellen, was für ein breites Publikum ansprechend ist. Dies gilt insbesondere für die Darstellung der historischen Entwicklung des Verfahrens, aber auch für die Erklärung der herangezogenen wissenschaftlichen Theorien und Studien. Zunächst stellt sie den (bisherigen) Forschungsstand dar, zieht dann eine Emotionstheorie heran und führt drei potentielle Wirkmechanismen aus, die sie anschließend anhand zum Teil eigens durchgeführter Studien diskutiert. Dabei weist sie immer wieder darauf hin, dass die Wirksamkeit damit (noch) nicht nachgewiesen wurde. Vereinzelt wirkt die Argumentation etwas sprunghaft oder auch appellierend, z.B., wenn auf eine vermeintliche Ideologie der westlichen Emotionstheorien hingewiesen wird. Dennoch hat Pfeiffer mit diesem Buch tatsächlich eine Grundlage für weitere Forschung zu diesem Verfahren gelegt, indem sie die aktuelle Theorie- und Forschungslage zusammenfasst und mögliche Wirkmechanismen ausführt.

Fazit

Gut lesbarer, unterhaltsamer und ausgewogener Einblick in ein nicht unumstrittenes Therapieverfahren, wissenschaftlich fundiert, dennoch für ein breiteres Publikum zu empfehlen.

Rezension von
Dr. Philipp Thaler
Pädagoge an der Frühförderung Kinderhilfe Treuchtlingen / Verein für Menschen mit Körperbehinderung Nürnberg e.V., in Ausbildung zum psychologischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten am IVS in Fürth.
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Es gibt 11 Rezensionen von Philipp Thaler.

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Zitiervorschlag
Philipp Thaler. Rezension vom 21.02.2023 zu: Antonia Pfeiffer: Emotionale Erinnerung – Klopfen als Schlüssel für Lösungen. Neurowissenschaftliche Wirkhypothesen der Klopftechniken. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2022. ISBN 978-3-8497-0449-0. Reihe: Reden reicht nicht!?. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29884.php, Datum des Zugriffs 26.05.2024.


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