socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Martina Hasseler, Stefan Görres: Was Pflegebedürftige wirklich brauchen

Cover Martina Hasseler, Stefan Görres: Was Pflegebedürftige wirklich brauchen.... Zukünftige Herausforderungen an eine bedarfsgerechte ambulante und stationäre pflegerische Versorgung. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2005. 160 Seiten. ISBN 978-3-89993-153-2. 22,90 EUR, CH: 39,90 sFr.

Reihe: Pflegebibliothek - Berliner Schriften.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand

über Shop des Verlags


Autorin und Autor

  • Prof. Dr. Martina Hasseler. Evangelische Fachhochschule Berlin, Lehrstuhl für Pflegewissenschaft. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Gesundheits- und Pflegepolitik, Versorgungsforschung und -optimierung, Gesundheits- und Pflegesysteme im internationalen Vergleich, Evidence-Based-Nursing, Pflegeforschung.
  • Prof. Dr. Stefan Görres. Institut für angewandte Pflegeforschung (iap), Universität Bremen, Hochschullehrer im Studiengang Lehramt für Pflegewissenschaft und Leiter des o.g. Institutes. Schwerpunkt in Forschung und Lehre: Pflegeforschung, Sozialgerontologie, Qualitätssicherung, -entwicklung und -management, neue Steuerungsmodelle und Organisationsentwicklung; Ausbildungs- und Qualifikationsforschung, Gutachtertätigkeiten für Ministerien, Behörden und Universitäten.

Beide Autoren sind bekannt durch zahlreiche Fachpublikationen ihrer Arbeits- und Forschungsschwerpunkt und verantworten bzw. sind Herausgeber von Buchreihen.

Einführung in die Thematik

Der demografische, soziale und gesundheitspolitische Wandel mit seinen weitreichenden Auswirkungen steht derzeit im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen. Vor allem die je nach Modellrechnung unterschiedlich prognostizierte Zunahme der Pflegebedürftigkeit und der damit einhergehenden Pflegebedarfe stellt eine große Herausforderung besonders an die immer komplexer werdende gesundheitliche und pflegerische Versorgung dar und hat damit erhebliche Auswirkungen auf die Infrastruktur und Versorgungsprozesse. Diese zukünftigen Pflege- und Versorgungsbedarfe will dieses Buch differenziert nach definierten Teilpopulationen (Hochaltrige -Demenzerkrankte - alt werdende Menschen mit Behinderung - Alleinlebende - Homosexuelle - Paare ohne Kinder - chronisch Erkrankte) aufzeigen. Das vorliegende Buch basiert auf einem Gutachten ("Künftige Bedarfskonstellationen pflegebedürftiger Menschen"), das im Auftrag der Enquête-Kommission NRW "Situation und Zukunft der Pflege in NRW" vom iap erstellt wurde.

Aufbau

  • Einleitung und Kapitel 1 geben einen Überblick der Ausgangssituation, arbeiten die Fragestellungen für das Gutachten heraus und zeigen die Vorgehensweise und Methodik zur Beantwortung der Fragen auf.
  • Kapitel 2 definiert und grenzt die oft synonym verwendeten Begriffe "Pflegebedürftigkeit" und "Pflegebedarf" voneinander ab.
  • Das 3. Kapitel gibt den gegenwärtigen Sachstand einer umfangreichen nationalen und internationalen Literaturrecherche zum Thema Pflegebedarf und Pflegebedürftigkeit wieder, der als Grundlage für die internetgestützte ExpertInnenbefragung (NRW) dient.
  • Die Ergebnisse dieser Befragung sind in Kapitel 4 dargestellt.
  • Kapitel 5 zeichnet ein "Entwicklungsszenario für innovative Dienstleistungen und eine Qualifizierungsoffensive der Pflege".
  • Kapitel 6 zeigt ein Fazit in Form von Handlungsempfehlungen für die Gestaltung zukünftiger Pflegebedarfskonstellationen und pflegerischer Infrastruktur.
  • Den Abschluss bilden Literaturverzeichnis, Kurzportraits der Autoren und ein alphabetisches Stichwortregister.

Die folgenden Ausführungen wollen einen Einblick in erwartbare Inhalte geben, die Angaben der Seitenzahlen in eckigen Klammern [ ] geben Hinweis auf die Ausführlichkeit der einzelnen Themendarstellungen.

Einleitung [6] sowie (1) Ausgangssituation und Überblick [2]

  • Ausgangspunkt für das Gutachten: Die derzeitige Angebotsstruktur ist nicht an den Erfordernissen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Hauptpflegeperson ausgerichtet und es fehlen zur adäquaten Reaktion Erkenntnisse über typenbezogene Ausdifferenzierungen der professionellen, ehrenamtlichen und sozialen Angebote und Maßnahmen der pflegerischen Versorgung.
  • Ziel des Gutachtens: Fundierte Aussagen zu den Pflegebedarfen und den typischen Pflegebedarfskonstellationen möglichst aller Pflegesituationen (häusliche, stationäre, teilstationäre Versorgung etc.) der o.g. Teilpopulationen sollen unter Berücksichtigung gesundheitspolitischer, gesellschaftlicher und demographischer Entwicklungen systematisiert und klassifiziert Rückschlüsse auf die zukünftig erforderliche Organisation und Passgenauigkeit der Pflegeinfrastruktur ermöglichen.
  • Hauptfragestellungen für jede Teilpopulation zur Beantwortung durch das Gutachten sind: Welcher Pflegebedarf besteht gegenwärtig? Wie und auf welche Weise werden derzeit die Pflegebedarfe erfüllt? Welcher Pflegebedarf besteht in Zukunft? Wie können idealtypisch und optimal die Pflegebedarfe erfüllt werden?
  • Vorgehensweise und Methodik: Die Autoren wählten zur Beantwortung der Fragen die Delphi-Methode. Zur Untersuchung und Klassifizierung der Bedarfe und notwendigen Infra- und Angebotsstrukturen für die Teilpopulationen erfolgt zuerst eine systematische nationale und internationale Literaturrecherche, welche dann die Grundlage für den standardisieren Fragebogen einer internetgestützten ExpertInnenbefragung bildete. Rücklauf der zwei Befragungen: 46,5 bzw. 27,7 %.
  • ExpertInnenkreis: 144 Personen aus Berufs- und Wohlfahrtsverbänden, Kranken- und Pflegekassen sowie MDK, kommunalen Spitzenverbänden, konfessionellen Organisationen sowie wissenschaftliche Experten/Einzelexperten. Die Betroffenperspektive fließt durch VertreterInnen von Selbsthilfegruppen und Seniorenvertretungen ein.
  • Einschränkung: Nicht die Quantität der notwendigen Infrastruktur und Angebote, sondern die Ermittlung der qualitativen Elemente der Pflegebedarfe und Pflegebedarfskonstellationen in NRW sind Zielsetzung des Gutachtens.

(2) Konzepte und Definitionen von Pflegebedürftigkeit und Pflegebedarf [4]

Da die beiden Begrifflichkeiten heute vielfach synonym verwendet werden und durch die sozialrechtliche Definition seit Einführung des SGB XI in Deutschland noch eine besondere Bedeutung haben, geben die Autoren einen Überblick über Herkunft, Bedeutung, Inhalt und Konzept der Begriffe. Auf diesem Hintergrund definieren sie das Verständnis von Pflegebedarf, in dem sich das Gutachten bewegt: "an der Schnittstelle zwischen Makro- und Mikroebene sowie Umwelt und Konzeptualisierung pflegerischen Arrangements von Pflegebedarf" [4].

(3) Hintergrund zum Thema Pflegebedürftigkeit und Pflegebedarfe [45]

Kapitel 3 zeigt den gegenwärtigen Sachstand zu Pflegebedarf und Pflegebedürftigkeit aus der nationalen und internationalen Literaturrecherche auf. Einleitend folgen Ausführungen zum demographischen Wandel (Gesamtdeutsche und NRW-Daten), zu wesentlichen Aspekten des sozialen Wandels und den erwartbaren erheblichen Auswirkungen auf die pflegerische Infrastruktur und die Versorgungsprozesse. Pflegebedürftigkeit und Pflegebedarfe sind multifaktoriell und somit auch von sozialrechtlichen Bedingungen beeinflusst. Daher wird an die in der letzten Legislaturperiode bereits verabschiedeten gesundheitspolitischen Maßnahmen mit ihren erheblichen Auswirkungen auf die Pflege erinnert: die Diagnosis Related Groups (DRGs) vor allem mit ihren die nachsorgenden Bereiche betreffenden Auswirkungen - die strukturierten Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme) für definierte chronische Erkrankungen - die 'Integrierte Versorgung' mit der Zielsetzung der stärkeren Verzahnung von ambulanten und stationären Diensten - das zur Erhöhung der Pflegequalität und der Stärkung der Rechte der Leistungsempfänger erlassene 'Pflegequalitätssicherungsgesetz' sowie das 'Pflegeleistungsergänzungsgesetz' [9].

Bevor die einzelnen Teilpopulationen beleuchtet werden, werden gesamtdeutsche und NRW-spezifische Daten und Fakten zu Pflegebedürftigkeit und Pflegebedarfen aus für Fachleserschaft bekannten Datenquellen aufgezeigt [12].

Im Anschluss folgt eine Darstellung der einzelnen Teilpopulationen:

  • Hochaltrige [~3]
  • Demenzerkrankte [~7]
  • MigrantInnen [~3]
  • alt werdende Menschen mit Behinderung [~3 ½]
  • Homosexuelle [~1]
  • chronisch Erkrankte [~4]

Jede Ausführung endet mit einem stichwortartigen Punktekatalog, der die Bedarfe und Pflegebedarfskonstellationen bzw. bei den MigrantInnen v.a. die derzeitigen Probleme beim Zugang zu pflegerischen Leistungen zusammenfasst. Bei der Betrachtung der Teilpopulationen weisen die Autoren auf die zu berücksichtigenden Überschneidungen hin, denn eine trennscharfe Abgrenzung der Gruppen entspricht nicht der Realität. Die Datenlage für die Populationen MigrantInnen, alt werdende Menschen mit Behinderung, Homosexuelle und chronisch Erkrankte ist deutlich eingeschränkter, was zu einem geringeren Umfang von Aussagen über Pflegebedarfe und Pflegebedarfskonstellationen führt.

Eine Zusammenfassung der umfangreichen Darstellungen des Kapitels sowie ein Fazit, das in 11 Punkten die Schnittmenge aller Teilpopulationen für notwendige pflegerische Infrastruktur, erforderliche Maßnahmen und Angebote darstellt, runden dieses Kapitel ab.

(4) Künftige Bedarfskonstellationen pflegebedürftiger Menschen in NRW - Beurteilung aus Expertensicht [49]

Anhand von 42 Grafiken und ergänzenden Ausführungen werden die Ergebnisse der ExpertInnenbefragung (NRW) aufgezeigt; zuerst zur allgemeinen Entwicklung der Pflegebedarfe in NRW und dann zu den jeweiligen Teilpopulationen. Die Einschätzungen der ExpertInnen wurden als mehrstufiges kategoriales Urteil abgefragt (z.B.: sehr hoch/hoch - mittel - niedrig/sehr niedrig - keine Angaben) sowie einige als offene Fragen. Bei den dargestellten Fragen geht es um eine Einschätzung der Pflegebedarfe, Trends von Inanspruchnahme professioneller Dienstleistungen, zukünftige Anteile der Teilpopulationen, zukünftige Bedarfe verschiedener Angebote/Maßnahmen und deren Sinn zur Deckung der Bedarfe, präventiver Maßnahmen zur Verhinderung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit u.a. Für die Teilpopulationen wurden mindestens zwei Antworten abgefragt: Wie schätzen Sie die derzeitige pflegerische Infrastruktur für Versorgung und Betreuung ein? Welche Pflegebedarfe erachten Sie für die Zukunft in NRW als besonders wichtig? Für die Gruppen Demenzerkrankte und Homosexuelle wurden zusätzlich die Wichtigkeit einzelner Maßnahmen zur Behebung von Versorgungsdefiziten, für die Gruppe der MigrantInnen die Höhe der Defizite und Probleme sowie Prioritäten einzelner Maßnahmen erfragt. Der letztgenannte Aspekt wurde auch für `alt werdende Menschen mit Behinderung« und `Chronisch Erkrankte« ermittelt.

Ein gesonderter Abschnitt [8] geht auf die Entwicklung der Pflegebedarfe und Pflegebedarfskonstellationen in der ambulanten und stationären Versorgung in NRW infolge der Einführung der DRGs ein. Die Ergebnisse zeigen die Bewertung der aus Runde 1 ermittelten Variablen (offene Frage nach Auswirkungen der DRGs auf die pflegerische Infrastruktur und Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche).

Den Abschluss des Kapitels bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse in 14 thesenartig formulierten Punkten.

(5) Exkurs: Zukünftige Dienstleistungen der Pflegeberufe in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen: Innovative Potenziale, neue Handlungsfelder und notwendige Steuerungskompetenzen [14]

Ein Rückblick auf Entwicklungsdynamiken in der pflegerischen und gesundheitlichen Versorgung bildet den Einstieg in die Thematik. Der Exkurs geht der These nach, dass zukünftig für die unterschiedlichen Bedarfe der Teilpopulationen eine Vielzahl von neuen Handlungsfeldern und damit auch Dienstleistungen der Pflege an der Schnittstelle von Pflege und Public Health entstehen und reißt verschiedene Entwicklungsperspektiven pflegerischen Handelns und der Pflegeberufe an. Um Erfahrungen aus anderen Ländern zur Verknüpfung von Public Health und Pflege aufzuzeigen, stellen die Autoren die Essenzen einer vom iap durchgeführten Delphi-Studie vor, die eine prognostische Einschätzung innovativer Potenziale und neuer Märkte für Pflegeberufe in Deutschland ermöglichen soll. Es erfolgte eine Literaturrecherche, die der Frage nachging, inwieweit bereits in anderen Ländern die o.g. Verknüpfung realisiert wurde und eine Befragung von 26 ExpertInnen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie führen hier kurz die in der Literatur darstellten Tätigkeitsfelder und Aufgabengebiete von Public Health Nurses nach Adressaten (Individuen/Gruppen/ Gemeinden/Bevölkerung) aus, auf die sich die pflegenden Maßnahmen beziehen und stellen die sich aus der Delphi-Studie herauskristallisierten fünf Schwerpunkte - Beratung/Information - Gesundheitsförderung/Prävention/Rehabilitation - Management - Koordination/ Kooperation/Vernetzung -Professionalisierung - als für die Pflege zukünftig hochrelevante Bereiche und Tätigkeitsfelder vor. Weiter folgen Ausführungen zur Qualifikation der Pflegeberufe: dem erforderlichen "Neuzuschnitt" in Ausbildung und Beruf der Pflege- und Gesundheitsberufe, den notwendigen Steuerungskompetenzen für Pflegeberufe und den derzeitigen Defiziten in der Steuerung von Pflegeprozessen seitens der Pflegeberufe.

In der Zusammenfassung folgen die Eckpunkte der von den Autoren definierten "Qualifizierungsoffensive" als 8-Punkte-Strategie.

(6) Fazit und Empfehlungen [12]

Kapitel 6 kommt zurück auf die Hauptstudie. Die Untersuchungsergebnisse lassen danach eine für pflegebedürftige Menschen in Deutschland verallgemeinerbare Zusammenfassung und Empfehlung zu, da die Auswirkungen des beschriebenen Wandels in Deutschland bezüglich der Frage nach zukünftigen Pflegebedarfen und Pflegebedarfskonstellationen der definierten Gruppen in allen Bundesländern unter Berücksichtigung der unterschiedlich ausgeprägten regionalen und landesspezifischen Besonderheiten zu erwarten sind. Die folgenden Abschnittsüberschriften geben einen Ausblick auf die aus der Untersuchung resultierenden Forderungen und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der pflegerischen Infrastruktur:

  • "Zugeschnittene und differenzierte Leistungsangebote auf regionaler Ebene - kommunale Bedarfsbilanzen
  • Berufsgruppen- und sektorenübergreifende Programme der Vernetzung, Kooperation und Steuerung unter pflegerischer Verantwortung
  • Unterstützung informeller und komplementärer Hilfen und Kompensation prekärer Netzwerke zur Verhinderung und Verzögerung von Pflegebedürftigkeit
  • Verstärkte Aus-, Fort- und Weiterbildung der Berufsgruppen, Qualifikation der Angehörigen, insbesondere in der Prävention
  • Neubestimmung der Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche von Pflegenden - Attraktivitätssteigerung des Berufes
  • Frühere Identifikation von Versorgungslücken durch DRGs und Förderung systematischer Schnittstellenoptimierung"

Jede Empfehlung wird mit den relevanten Untersuchungsergebnissen hinterlegt.

Zielgruppe

Laut Bucheinband wird es als "unverzichtbare Lektüre für alle ambulanten Dienste und Einrichtungen, die auch zukünftig bedarfsgerecht und wettbewerbsorientiert arbeiten wollen", und in der Verlagsankündigung als "unverzichtbar für Praktiker, Leitungskräfte und Träger" empfohlen.

Würdigung

Für die Erwartung an das Buch sei auf den Autorenhinweis verwiesen, dass durch dieses Gutachten keine Erkenntnisse über Quantität notwendiger Angebote und Maßnahmen, über Finanzierung, über Stärke der Trends oder über völlig neue Angebote und Infrastrukturmaßnahmen ermöglicht werden.

Dieses Buch von renommierten Fachexperten bündelt eine enorme Materialfülle auf 142 Seiten: Es liefert komprimiert theoretisches Wissen, Experteneinschätzungen, einen Vergleich der Ergebnisse, schafft für die Begriffe 'Bedarfe' und 'Bedarfskonstellationen' mehr Transparenz, eröffnet vor allem eine dringend erforderliche differenziertere Sicht auf die Teilpopulationen und zeigt zahlreiche Aspekte auf, wie im Rahmen der Untersuchungserkenntnisse kurz- und mittelfristig eine optimalere Pflegebedarfsdeckung erreicht werden kann, und welche Instrumente/ Maßnahmen/Programme/Angebote langfristig zu entwickeln und umzusetzen sind. Die Autoren finden klare Worte auch für Defizite und Versäumnisse und benennen nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Grenzen einzelner Maßnahmen und Programme. Auch der Exkurs bereichert durch eine kurze, prägnante Darstellung von Möglichkeiten und derzeitigen Barrieren für Pflegeberufe im Bereich «Public Health und Pflege`.

Das Untersuchungsergebnis zeigt die Notwendigkeit weiterer und differenzierterer Studien zu den gesellschaftlichen Teilpopulationen auf, die auch Auskunft über die quantitativen Bedarfe, aber auch die Nutzung und Inanspruchnahme bestehender Angebote/Maßnahmen/Programme geben.

Anmerkung: Auf den ersten 65 Seiten ist die Fülle der wertvollen Daten im Fließtext mit wenigen Auszeichnungen (Fettschrift, Aufzählung) dargestellt, was ein erstes Lesen und vor allem auch ein späteres konsultierendes Lesen erschwert.

Eine Angabe über die Anteile der an der Befragung teilgenommenen ExpertInnengruppen wäre eine interessante Ergänzung gewesen und ein Musterfragebogen für den Einstieg in Kapitel 4 eine Erleichterung.

Fazit

Dieses Buch ist für fachlich versierte Leser ein absolut empfehlenswertes Werk


Rezensentin
Anna Marita Bongartz
E-Mail Mailformular


Alle 8 Rezensionen von Anna Marita Bongartz anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Anna Marita Bongartz. Rezension vom 29.11.2005 zu: Martina Hasseler, Stefan Görres: Was Pflegebedürftige wirklich brauchen.... Zukünftige Herausforderungen an eine bedarfsgerechte ambulante und stationäre pflegerische Versorgung. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2005. ISBN 978-3-89993-153-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3013.php, Datum des Zugriffs 18.09.2019.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung