Elke Max, Eva-Maria Kerp: DBT-Strategiekarten
Rezensiert von Prof. Dr. Carsten Rensinghoff, 01.08.2025
Elke Max, Eva-Maria Kerp: DBT-Strategiekarten. 64 Karten für die therapeutische Praxis. Schattauer (Stuttgart) 2022. 64 Seiten. ISBN 978-3-608-40087-8. D: 30,00 EUR, A: 30,90 EUR.
Thema
Bei diesem therapeutischen Instrumentarium handelt es sich um ein Strategiekartenset, welches die dialektisch-behaviorale Therapie unterstützt. Das Kartenset befasst sich mit den „wichtigsten DBT-Strategien für die Anwendung in unterschiedlichen Settings“ (Umschlag).
Autorinnen
Elke Max ist Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und systemische Supervision (RGST)
Eva-Maria Kerp ist Psychologische Psychotherapeutin und DBT-Trainerin
Aufbau
- Warum ein Strategiekartenset?
- Wer zieht Nutzen aus dem DBT-Strategiekartenset?
- Arbeitsfelder des DBT-Strategiekartenset
- Grundidee der Vorgehensweise
- Handhabung
- Dear Doosie, ein paar Worte zum Sprachgebrauch
- Was haben Werte mit unserer Arbeit zu tun?
- Anwendungsbeispiele
Inhalt
Die Fertigkeiten dieses Kartensets basieren auf dem Manual Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Martin Bohus und Martina Wolf-Arehult, welches 2017 in der 2. Auflage im Schattauer Verlag erschienen ist.
Die zentrale Frage bei Anwendung von Skills, um schwerwiegende Probleme zu lösen, lautet: „Welche Aspekte sind zur Lösung des vorgestellten Problems relevant“ (S. 4)?
Die Strategiekarten regen zur spielerischen Auseinandersetzung mit und Klärung von schwerwiegenden Problemen an. Die DBT erkennt somit an, dass psychisches Leiden multikausal verursacht ist. Aus diesem Grund ist eine multimodale Herangehensweise hierfür erforderlich.
Die Autorinnen stellen fest, dass komplexe Probleme in den meisten Fällen nicht mit einem einfachen Mittel gelöst werden können. „Deswegen ist das Kartenset so angelegt, dass es intuitiv hilft, vernetzte Problemlösung und -bewältigung mit den Mitteln der DBT zu praktizieren“ (S. 6).
Bevor sich der DBT gewidmet wird, muss die Komplexität des Problems hinterfragt werden. Es soll so keine kostbare Beratungszeit von Ratsuchenden mit Flugangst verschwendet werden, die niemals fliegen müssen!
Mithilfe des Kartensets werden folgende Themenbereiche abgedeckt:
- Achtsamkeit
- bewusster Umgang mit Gefühlen
- zwischenmenschliche Fertigkeiten
- fairer Umgang mit sich selbst – und mit der Welt –, d.h. Selbstfürsorge und Selbstverstärkung
- Stresstoleranz-/Hochstress-Skills
- „Grundlagenwissen über menschliche Lern-, Motivations- und Veränderungsprozesse und dialektische Spannungs- und Balanceprinzipien“ (S. 9), was die Verfasserinnen Therapie und Lebensinstrumente nennen.
Der Einsatz der DBT-Strategiekarten eignet sich bei Menschen mit einer Bordeline-Störung, da sie „aufgrund der langen leidvollen Vorgeschichte von traumatischen Invalidisierungserfahrungen erstmal keine gute Orientierung über eigene Werte“ (S. 15) haben.
Diskussion
Marsha Linehan entwickelte in den 1990er Jahren die DBT zur Behandlung von Menschen mit einer Borderline-Störung. Martin Bohus und Martina Wolf-Arehult erweiterten das therapeutische Spektrum. Auf diese Weise kann die DBT für sämtliche Störungen der Emotionsregulation zielführend zum Einsatz kommen. Die bis hierhin besprochene Publikation basiert auf der letztgenannten Weiterentwicklung.
Fazit
Durch die Erweiterung des therapeutischen Spektrums eignet sich die DBT, wie es im Kapitel Anwendungsbeispiele zu lesen ist, für die Supervision im Team oder der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD). Auf dem Karton wird auf der Rückseite die flexible Anwendbarkeit betont. So eignet sich das Kartenset „zur integrativen Problemprävention oder -lösung in Therapie und Beratung, außerdem zur Analyse und Fortsetzung von erfolgreichen bzw. Änderung von kritischen Teamprozessen, in Supervisionen und Intervisionen.“
Rezension von
Prof. Dr. Carsten Rensinghoff
Hochschullehrer für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik an der DIPLOMA Hochschule
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