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Gabriele Neuhaus: Das eigene Leben gestalten

Rezensiert von Svenja Rehse, 29.03.2023

Gabriele Neuhaus: Das eigene Leben gestalten. Biografiearbeit und Kunst mit Kindern und Jugendlichen. 80 Impulskarten. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2023. 80 Seiten.
Kartenset EAN 401-9172400118

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Thema

Das Kartenset „Biografiearbeit und Kunst mit Kindern und Jugendlichen“ lädt ein, „sich selbst mittels kreativer Gestaltung zu betrachten, mit Form und Farbe zu spielen“, Themen und Emotionen kreativ-gestalterisch umzusetzen, Techniken auszuloten, etwas auszuprobieren, zu experimentieren. Die Themen des Lebens gestalterisch darzustellen, das Ergebnis dann zu betrachten und sich darüber auszutauschen ist die zugrunde liegende Idee.

80 Bild- und Text-Impulskarten bieten konkrete und alterstypische Entwicklungsaufgaben aus der Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen. Es gibt auf jeder Karte Anleitungen, wie und womit ein eigenes Werk gestaltet werden kann. Fragen regen an, weiter über das Thema nachzudenken und/oder mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen, die eigene Gestaltung und auch die der anderen zu reflektieren und so mehr über sich und die anderen zu erfahren. Als Anleitung insbesondere für Pädagogische Fachkräfte führt ein Booklet (24 Seiten) in die gestalterische Biografiearbeit und das Arbeiten mit den Impulskarten ein.

Ausgewiesen und zur Umsetzung geeignet sind die Karten für Kinder ab sechs Jahren bis ins Erwachsenenalter, der Schwerpunkt liegt auf der Altersgruppe 10–20 Jahre. Das mögliche Anwendungsgebiet reicht vom privaten Bereich (Jugendliche arbeiten selbstständig und alleine oder im Familienverbund mit den Karten) bis (vorrangig) hin zu Feldern professionellen pädagogischen Handelns. Hier reichen die Möglichkeiten von schulischen Handlungsfeldern in allen Schulstufen und -typen über die Kinder- und Jugendhilfe, bis zu heilpädagogischen und -therapeutischen Settings und der offenen Jugendarbeit. Das Booklet bietet den pädagogischen AnwenderInnen (z.B. Sozial- und HeilpädagogInnen, Ganztagskräften, GruppenleiterInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen und TherapeutInnen) grundlegende methodische und konzeptionelle Informationen und bietet auch fünf Literaturhinweise zur Vertiefung.

Autor:in oder Herausgeber:in

Gabriele Neuhaus leitet das Atelier Neuhaus in Soest mit den Schwerpunkten Kunst, Gestaltung, gestalterische Biografiearbeit und pädagogische Kunsttherapie in der Erwachsenenbildung (www.atelier-neuhaus.de).

Thorsten Neuhaus ist Berufsschullehrer, Trainer für ressourcenorientierte Biografiearbeit und systemischer Organisationsberater, Vorstand des Vereins Lebensmutig e.V./Gesellschaft für Biografiearbeit.

Die Fotos sind von Luisa Müller, staatl. anerkannte Heilerziehungspflegerin und Heilpädagogin mit den Schwerpunkten Psychomotorik, Kunsttherapie und Biografiearbeit.

Das Bildmaterial ist von Simone Füchtler und Nadine Hartke.

Entstehungshintergrund

„Das eigene Leben gestalten. Biografiearbeit und Kunst mit Kindern und Jugendlichen“ ist das Ergebnis eines Projekts des LWL Berufskollegs in Hamm/NRW. Viele Studierende der heilpädagogischen Klassen haben daran mitgewirkt. Mit dem Projekt wurde eine Kultur ganzheitlichen, offenen Lernens im Methodenunterricht initiiert und realisiert. Aus dem Projekt entstand anschließend eine offene Kunstbuchgruppe, in der Methoden ausprobiert und gemeinsam weiterentwickelt werden. 

Aufbau

„Das eigene Leben gestalten“ Biografiearbeit und Kunst mit Kindern und Jugendlichen von Gabriele Neuhaus und Thorsten Neuhaus ist eine Papp-Box mit einem 24 Seiten umfassenden Booklet im Querformat und 80 beidseitig bedruckten Impulskarten (vorne Bild, hinten Text) aus starkem Karton. Es wiegt 1378g. Das Booklet gibt in 7 Kapiteln eine Anleitung zur Nutzung der Karten und Informationen auch darüber hinaus.

Die Kapitel sind im Einzelnen:

  1. Adressaten und Handlungsfelder,
  2. Biografiearbeit und Kunst – konzeptionelle Aspekte mit den zwei Unterkapiteln: Wie verstehen wir Biografiearbeit? und Was kann Kunst?,
  3. Gestalterische Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen und den vier Unterkapiteln: Kongruenzraum, Gestalterisches Handeln, Arbeit am Selbstbild und Bildsprache entdecken,
  4. Arbeit mit den Impulskarten mit drei Unterkapiteln: Prinzipien gestalterischer Biografiearbeit, Biografie sensible Kommunikation und Settings,
  5. bietet Planungsinstrumente mit fünf Unterkapiteln Fließdiagramm für mögliche Planungsschritte, Biografische Themen finden, Biografische Themen auffächern (POTZIG), Fragen finden und Fokus ausrichten (RIBS) sowie
  6. Materialliste, Tipps & Hinweise.
  7. Die zitierte Literatur bietet fünf pädagogische Buchquellen.

Die Impulskarten umfassen acht Themengruppen: Gefühle, Orte & Räume, Rollen, Werte, Ich-Bilder, Personen, Sachen & Machen, Ziele und Wünsche.

Jede Themengruppe ist auf der Kartenrückseite mit einer eigenen Farbe unterlegt und jede Themengruppe besteht aus zehn Aufgaben. Die Vorderseite der Karte zeigt Bildbeispiele zu der jeweiligen Aufgabe, die Rückseite bietet oben links die Themengruppe und den Titel der Aufgabe sowie eine Zahl von 1–10, oben rechts ist eine Material- und Werkzeugliste eingefügt. Das Thema wird in der linken unteren Hälfte durch eine teilschrittige Arbeitsanleitung, betitelt: „So geht's“ vorgestellt, in der rechten unteren Hälfte sind mögliche Fragen für eine Besprechung aufgelistet.

Inhalt

Das Booklet lädt ein, Biografiearbeit mittels Kunst spielerisch zu erleben. Das eigene Leben kreativ zu erkunden, mit Form und Farbe zu experimentieren, gestalterische Entscheidungen zu treffen und verschiedene Möglichkeiten und Alternativen auszuprobieren.

Im Kapitel 1 „Adressaten und Handlungsfelder“ werden alle privaten wie pädagogischen Einsatzmöglichkeiten aufgezählt. Jedes der genannten Berufsfelder kann mit der eigenen Zielgruppe mit den Impulskarten Möglichkeiten des Einsatzes finden, auch im Privatbereich ist die Umsetzung leicht möglich. Das Booklet wendet sich in den weiteren Kapiteln jedoch vorrangig an Fachkräfte, die die Adressaten begleiten werden/​wollen.

Es werden fachliche Hintergründe und Informationen zur Anwendung gegeben, der Rahmen geschaffen, um kreative Biografiearbeit anzuleiten, zu begleiten und methodisch-didaktisch zu fundieren. Jugendliche in der Einzelnutzung oder Familien können sich mit den Karten auch ohne diese weiteren Hintergrundinformationen und pädagogischen, vertiefenden Angaben beschäftigen, denn die Impulskarten bieten alle zur Umsetzung relevanten Informationen. Das volle Potenzial entfalten die Karten jedoch erst durch eine fachlich kompetente Begleitung und dazu bietet das Booklet mit den weiteren Kapiteln eine pädagogische Verortung und vermittelt insbesondere pädagogischen „Neulingen“ im Feld der kreativen Biografiearbeit das grundlegende Rüstzeug, um kreative Gestaltung zu initiieren, Themen gestalterisch sowie sprachlich auszuloten/​vorzustellen und in ein gemeinsames Gespräch zu kommen.

Das Kapitel 2 „Biografiearbeit und Kunst – konzeptionelle Aspekte“ bietet im ersten Abschnitt „Wie verstehen wir Biografiearbeit“ einige eingängige Definitionen, erläutert dann Peter Alheits Konzept der Biografizität, vorgestellt als „der persönliche Code, mit dem wir uns Erfahrungen erschließen“. Biografisches Arbeiten wird als Schlüsselkompetenz definiert, mit welcher Lern- Entwicklungs- und Verstehensprozesse über die gesamte Lebensspanne selbst organisiert und kultiviert werden können. Diese enthalten „Aspekt aktueller und zukünftiger Lebensgestaltung und bieten hilfreiche Instrumente zur Aktivierung“. Peter Alheits zugrundeliegender Vortrag zur Biografizität (2006) ist in der Literaturliste zu finden.

Die AutorInnen des Booklets Gabriele Neuhaus und Thorsten Neuhaus setzen den Fokus ihrer Biografiearbeit mit den Impulskarten auf Ressourcenorientierte Biografiearbeit (RBA). Sie legen den Schwerpunkt damit konsequent auf Stärken und Lösungen. Hierzu geben sie vier vertiefende Statements als Orientierungshilfe. Es sind die die Querschnittsthemen: Entscheidungen treffen, Kraftquellen und Möglichkeiten, Zeitebenen und Blickwinkel verändern.

Im Unterkapitel 2.2 „Was kann Kunst“ beziehen die AutorInnen sich auf die Pädagogische Kunsttherapie (PKT) nach Prof. Heinz-Günther Richter, dessen Werke Pädagogische Kunsttherapie (1984) und von der Ästhetischen Bildung und Erziehung, Förderung und Therapie (1991) Bestandteil der Literaturliste sind. Mit dessen theoretischem Bezugsrahmen, der widerum auf Schillers Ideen zur Ästhetischen Erziehung gründet, definieren sie kunsttherapeutisch orientierte Gestaltungsangebote in (heil-) pädagogischen Handlungsfeldern. Kunst sei Heinz-Günther Richter zufolge als grundsätzliche menschliche Ausdrucksform zu verorten und schaffe Räume für „…Ich sein, …mich ausdrücken, …Spielen mit Möglichkeiten, …mich abreagieren, …mal einen anderen Blick einnehmen“ und vielen weiteren im Booklet aufgezählten, Erlebnis- und Erfahrungsräumen. Therapie in der PKT sei „ein Aktvierungsangebot im Sinne der Salutogenese“ und der zuvor genannten Biografizität. Ressourcenaufbau, Potenzialsuche und Potenzialentfaltung sind Schlagworte nach Heinz-Günther Richter, die in Form einer Liste in die Lebenswelt der Adressatinnen transferiert und folgendermaßen zusammengefasst werden: „Ich bin in (einer) Ordnung, Ich habe Potenziale, Ich habe ein Bild von mir, Ich habe ein Bild von der Welt“ usw.

Im Kapitel 3 „Gestalterische Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen“ wird 3.1 das Arbeitskonzept der Gestaltung und dessen Besonderheit erläutert. Im Unterpunkt 3.2 „Gestalterisches Handeln“ werden stellvertretendes Handeln, Probehandeln und Handeln, als ob definiert und inhaltlich anhand ausgewählter Themenkarten erklärt. Jeder Gestaltungsprozess mache mögliche Veränderungen sichtbar und wirke so auf den Gestaltenden zurück, fassen die Autorinnen zusammen (S. 8). Auch Kapitel 3.3: „Arbeit mit und am Selbstbild“ mit Informationen zu Framing und Refraiming und Kapiel 3.4: „Bildsprache entdecken“ geben kunsttherapeutisch gundlegende Informationen und Hinweise für Fachkräfte, wie Gestaltungsprozesse ablaufen können und was dabei aus Rolle und Sicht der Begleitenden zu beachten und zu besprechen sein kann.

Im Kapitel 4 „Arbeit mit den Impulskarten“ geht es um den Einsatz der Karten in der Praxis. Auch hier wird den Fachkräften eine grundlegende Anleitung gegeben, die Karten gemäß der zuvor vorgestellten Ressourcenorientierten Biografiearbeit (RBA) und der Pädagogischen Kunsttherapie (PKT) einzusetzen.

Das Unterkapitel 4.1: „Prinzipien gestalterischer Arbeit“, bietet eine Aufzählung von zwölf Statements. Es beginnt mit: „es darf Freude machen, es ist immer ein Angebot, eine Einladung, es wird ein Gestaltungsraum eröffnet…“. Es folgt Unterkapitel 4.2 „Biografiesensible Kommunikation“ mit Angaben über Bedeutung, Stellenwert, Inszenierung sprachlicher Begleitung. U.a. geht es um die Kompetenz Fragen zu stellen und zuzuhören. Auch der Wert spontaner und moderierter Gespräche wird in diesem Kapitel diskutiert.

Das Kapitel 4.3 „Settings“ schließlich greift die methodisch-didaktische Planung auf und bietet Informationen zu Ausgangspunkten und Vorüberlegungen, zur Einbindung gestalterischer Angebote in Form der Impulskarten (Wann und wie können die Karten eingebracht werden) sowie Organisationsformen, in denen die Impulskarten

  • im Alltag quasi nebenbei,
  • in angeleiteter Arbeit wie einem Werkstattzirkel mit themenorientierten Arbeiten und festen Gruppen oder
  • in freier Arbeit z.B. einem Kunstbüffet eingesetzt werden können.

Kapitel 5 des Booklets wendet sich schließlich der professionellen Planung zu und bieten Instrumente für eigene konzeptionelle Arbeit anhand eines Flussdiagramms mit 5 Planungsschritten und einer Reflexionsschleife. Die einzelnem Planungsschritte (Thema finden, Thema auffächern, Fragen finden, Fokus ausrichten, Gestalterisches Angebot entwickeln – DO IT und Reflexion) sind in einem jeweils eigenen kleinen Kapitel erläutert. Hier taucht z.B. das 'Säulenmodell lebensrelevanter Bereiche' nach Hilarion G. Petzold (2012: Identität) auf, auch dies ist im Literaturverzeichnis als Quelle vermerkt.

Kapitel 6 mit Materialliste, Tipps & Hinweisen bietet einen Überblick über die in den Aufgaben verwendeten Materialien und Werkzeugen. Diese werden unterteilt in: Alltagsmaterialien, hilfreiche Werkzeuge & nützliches Material aus dem Kunstbedarf, besondere Anschaffungen aus dem Kunstbedarf und vielfältig einsetzbare Geräte, deren Anschaffung sich lohnt. Die letzteren umfassen Handy, PC, Kopierer/​Drucker, Schneidemaschine, Spiralbindegerät oder Ösenstanzgerät. Ergänzend zu den Materiallisten werden in einem Fließtext Besonderheiten einiger Materialien erklärt und Qualität und Kosten diskutiert.

Kapitel 7, das Literaturverzeichnis umfasst fünf Quellen, die das theoretische Fundament des Booklets und des Kartensets bilden. Eine Beschäftigung mit diesem Quellen ist für Neulinge der Gestalterischen Biografiearbeit sicherlich eine wertvolle Ergänzung und Vertiefung.

Diskussion

Die Impulskarten bieten mit sieben Themenbereichen und 80 Gestaltungsthemen aus dem Lebensweltbezug der Zielgruppe ein breit gefächertes Themenspektrum für gestalterische Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10–20 Jahre aber auch darüber hinaus. Das Booklet gibt auf 24 Seiten einen guten und einfach verständlichen Einblick in die Ressourcenorientierte Biografiearbeit (RBA) mittels Gestaltung und vermittelt Grundlagen zu Biografiearbeit, künstlerischer Therapie (PKT) mit dem Fokus auf Aktivierung und Salutogenese und wertvolle Anleitungen zum Einsatz der Karten, zu Materialen und auch zur Entwicklung des eigenen konzeptuellen Rahmens. Die im Booklet zitierten fünf Quellen stützen das Konzept des Autorenteams und bieten ein fachlich wertvolles Fundament, das Neulinge gestalterischer Biografiearbeit zu vertiefender Beschäftigung anregen mag.

Die Themen und Fragen auf dem Impulskarten muten sehr pädagogisch an. Manchmal sind sie sehr konkret und fast banal, andere Fragen inspirieren zu gesellschaftspolitischen und philosophischen Diskussionen. Es bieten sich im Querschnitt aller Fragen viele spannende Ansatzpunkte, die im Gespräch und je nach Gruppenkontext genutzt und auch weiterentwickelt werden können. Die Kreativ-Arbeitsanleitungen der Aufgaben sind einfach umzusetzen, können aber auch einengen (Bastelanleitung). Manche Themen sind komplex und sollten vorher diskutiert werden: manchmal können – je nach Zielgruppe – die nebenstehenden Fragen vorab gestellt werden um einen Einstieg in das Thema zu finden.

Die Nutzung der Impulskarten durch die AnleiterInnen sollte daher flexibel gehandhabt werden um die Bedürfnisse der Zielgruppe zu treffen. Die künstlerischen Methoden sind mit dem sehr häufigen Einsatz von fotokopierten Porträtfotos und seriellen Arbeiten etwas eng und einfallslos, Porträts können auch anders entstehen. Es gibt nur sehr wenige dreidimensionale Aufgaben, hier könnten weitere entwickelt werden. Die Materialien zur Gestaltung der Bilder und Collagen sind zwar einfach zu beschaffen, erinnern aber zum Teil an Büro- und konventionelle Bastelmaterialien.

Ein Materialbüffet könnte viele unterschiedliche Dinge (Recyclingmaterialien, Stoffe, Wolle, einen gesammelten Fundus) enthalten anstatt gekaufter, vorgefertigter, unpersönlicher Artikel (oder zumindest ergänzt werden). Hier müssen sich die AnwenderInnen frei und kreativ entscheiden, ob und wie sie die Aufgaben und Materialien ergänzen, verändern, anwenden können. Letztlich wird die Zielgruppe den eigenen Ausdruck finden.

Die Bildseiten der Impulskarten wirken teils etwas langweilig und nicht authentisch, einige sehr unpersönlich, nur als Beispiel entwickelt. Als Visualisierung der Aufgaben sind sie jedoch eingängig und überfordern auch ungeübte junge Adressaten nicht (das schaffe ich, das kann ich auch, vielleicht habe ich sogar mehr Ideen).

Letztlich geht es um Biografiearbeit mit kreativen Methoden und nicht um künstlerische Produkte. Hierfür bietet das Set einen wahrhaft guten grundlegenden Fundus an Aufgaben. Didaktisch kommt es wie immer auf die Kompetenz der AnleiterInnen und die Motivation der Zielgruppe an – wer was draus macht und wie damit gearbeitet wird. Das Gewicht ist mit 1,3 kg recht hoch. Ob die jeweilige Nummerierung der Themenkarten von 1–10 eine Bedeutung hat, wird nicht ausgeführt.

Fazit

Das Kartenset und das dazugehörige Booklet bieten Fachkräften in schulischen und außerschulischen sozial- und heilpädagogischen Berufsfeldern eine grundlegende Hilfestellung für gestalterische Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Karten können im Einzel- wie Gruppensetting eingesetzt werden. Die Themenkarten mit Aufgabe, Bildbeispiel, Materialliste, Arbeitsbeschreibung und Frageimpulsen zur Besprechung knüpfen insgesamt an die Erfahrungswelt der Zielgruppe an und bieten alterstypische Entwicklungsaufgaben, die mit einfachen Materialien und ohne Vorkenntnisse bearbeitet und besprochen werden können. Mit etwas Erfahrung in gestalterischer Biografiearbeit können die angegebenen Materialien und kreativen Methoden beliebig erweitert werden, eine theoretische Fundierung bieten fünf Quellen, die das im Booklet vorgestellte Konzept stützen.

Rezension von
Svenja Rehse
M.A., Dozentin Pädagogik (Fach-/Hochschulen) und Kunsttherapie
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Es gibt 10 Rezensionen von Svenja Rehse.


Zitiervorschlag
Svenja Rehse. Rezension vom 29.03.2023 zu: Gabriele Neuhaus: Das eigene Leben gestalten. Biografiearbeit und Kunst mit Kindern und Jugendlichen. 80 Impulskarten. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2023. Kartenset EAN 401-9172400118

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über Beltz Verlag. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/30497.php, Datum des Zugriffs 04.03.2024.


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