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Daniel Büter: Pflegefachfrau/Pflegefachmann

Rezensiert von Alisa Hemberger, 31.01.2024

Cover Daniel Büter: Pflegefachfrau/Pflegefachmann ISBN 978-3-17-043039-6

Daniel Büter: Pflegefachfrau/Pflegefachmann - Schwerpunkt Geriatrie. Lernsituationen und Übungsfälle für die generalistische Pflegeausbildung. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2023. 120 Seiten. ISBN 978-3-17-043039-6. 24,00 EUR.

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Thema

Aufgrund des demografischen Wandels und der damit verbundenen Alterung der Gesellschaft steigt die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen zunehmend an, sodass ältere pflegebedürftige Menschen das größte Patientenklientel darstellen. Die neue Ausbildung als Pflegefachfrau/​Pflegefachmann resultiert aus der neuen Pflegereform, die die Ausbildung in der Gesundheits- und Kranken- bzw. Kinderpflege und Altenpflege zu diesem einheitlichen Berufsabschluss zusammenführt. Pflegekräfte sind dabei mit einer Vielzahl an Anforderungen konfrontiert, sodass es unerlässlich ist, diesen während ihrer Ausbildung profundes und in die Praxis anwendbares Wissen zu vermitteln. Hierfür darf das Wissen nicht nur klassisch mittels Frontalunterrichts vermittelt werden, stattdessen muss vielmehr ein Praxisbezug hergestellt und Transfermöglichkeiten vom theoretischen Wissen in die Praxis hergestellt werden. Das Praxisbesuch setzt genau hier an, da dieses – auf Basis der Curricularen Einheiten der Pflegeausbildung – den Schwerpunkt auf die Geriatrie legt und das theoretische Wissen mittels Fallbeispielen und Klausurvorlagen praxisnah vermittelt.

Autor

Daniel Büter ist examinierter Altenpfleger sowie Assessor des Lehramtes Pflege/​Biologie.

Aufbau

Beginnend mit einer kurzen Einleitung, greifen die darauffolgenden zwölf Kapitel die Curricularen Einheiten (CE) für den Pflegeberuf auf. Es wird empfohlen, jede CE unter Berücksichtigung des PESR-Schemas (Problem – Einflussfaktoren – Symptome – Ressource) zu bearbeiten. Nach der Vermittlung des theoretischen Wissens erfolgen am Ende das Literatur-, Quellen- sowie Stichwortverzeichnis.

Die zwölf Kapitel sind nach der gleichen Struktur aufgebaut, indem in der zweiten Gliederungsebene zunächst (Bildungs-)Ziele bzw. Inhalte und Konzepte aufgezeigt werden, bevor im Anschluss Lernsituationen und Diskussionsimpulse sowie Klausurvorlagen folgen. Vereinzelt werden des Weiteren Checklisten und Verweise aufgeführt.

Inhalt

Im ersten Kapitel steht das Thema „Lernen lernen“ im Vordergrund. Hierbei wird unter anderem auf die Unterschiede zwischen der Ausbildung und der Schule, verschiedene Lernstrategien sowie die richtige Zitationsweise eingegangen. Weiterhin werden Organisationstipps für den Arbeitsplatz, die Lernumgebung sowie die Prüfungsvorbereitung gegeben. Weitere wichtige Inhalte sind der Umgang mit digitaler Software bzgl. Word und PowerPoint sowie die Bedeutung der richtigen und genauen (Pflege-)Dokumentation.

Im zweiten Kapitel wird die CE der Mobilität behandelt, die interaktiv, gesundheitsfördernd und präventiv gestaltet werden soll. Es wird aufgezeigt, wie zu pflegende Personen in deren Selbstversorgung unterstützt werden können. Zudem wird die Mobilität auf die Bereiche „Kommunikation“, „Essen und Trinken“, „Ausscheiden“, „Mobilität“ und „Hygiene“ angewendet, welche auch in den darauffolgenden Kapiteln ebenfalls im Zusammenhang mit der jeweiligen CE bezogen werden.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den eigenen Pflegeerfahrungen, insbesondere in Bezug auf unterschiedliche Kommunikationsweisen je nach Pflegesituation und je nach Bewohner*in. Bezogen auf die Pflegekräfte wird das Thema Körper und Psyche beleuchtet, wobei sich der Metapher des Akkus bedient wird. So werden Aspekte dargelegt, die den Akku entladen können (z.B. Unterbesetzung, ständige Erreichbarkeit), aber auch förderlich sind (z.B. Vertrauen, Erfolg) sowie Faktoren, die nur scheinbar helfen (z.B. Einnahme von Tabletten). Durch die Beschreibung von Fallbeispielen wird deutlich, dass Pflegeerfahrungen immer aus den zwei Sichtweisen der Pflegekräfte und der zu Pflegenden betrachtet werden müssen. Am Ende wird ein Informationsblatt zu Kommunikationsaspekten gezeigt, welches unter anderem Lebensstile und Milieu, Altersbilder und Beziehungsfaktoren umfasst.

Im vierten Kapitel steht die Gesundheitsförderung und das eigene Verständnis von Gesundheit aus dem Blickwinkel der Pflegekräfte im Vordergrund, sodass auf die Bedeutung der Resilienz- und Risikofaktoren eingegangen wird. Anschließend wird die Gesundheitsförderung – auf die im Kapitel 1 genannten Bereiche – mittels Fallbeispielen dargestellt.

Das fünfte Kapitel beschreibt die CE „Alte Menschen in kurativen Prozessen pflegerisch unterstützen und Patientensicherheit stärken“ und definiert in diesem Zusammenhang wichtige Begriffe, wie z.B. Anleitung, Beratung und das SOK-Modell.

Ethische Grundlagen und ethisches Handeln unterscheiden sich je nach Setting, sodass im sechsten Kapitel verschiedene Leitfragen für den Pflegealltag aufgeführt werden. Weitere Themen sind das ethische Dilemma und die Güterabwägung sowie die Vorgehensweise bei Stürzen.

Das siebte Kapitel befasst sich mit der Rehabilitation von zu pflegenden Menschen, sodass die Bedeutung der Krankengymnastik im Fokus steht und die Pflegekräfte Tipps erhalten, wie bei einer Abwehrhaltung von Bewohner*innen vorgegangen werden kann.

Im achten Kapitel werden Informationen zur geeigneten Kommunikation im Bereich der letzten Lebensphase geliefert. Themen beinhalten beispielsweise das angemessene Verhalten gegenüber den zu Pflegenden, als auch zu deren Angehörigen. Weiterhin werden in einer Tabelle „geriatrische“ Medienempfehlungen nach Titel/Jahr/FSK/Länge und einer Kurzbeschreibung zum jeweiligen Film aufgeschlüsselt, die einen Alters- und Ausbildungsbezug herstellen. Zum Schluss folgt eine Übersicht über die Religionen „Christentum“, „Judentum“, „Islam“, „Buddhismus“, „Hinduismus“, „Atheisten/​Agnostiker“. Jeweilige Unterschiede werden unter anderem nach den Aspekten Gründer, Gründungsdatum, Götter/Gott und individuellen Symbolen aufgeschlüsselt.

Das neunte Kapitel beleuchtet einige Fallbeispiele, die sich mit dem Angebot an kulturellen Veranstaltungen in einem Pflegeheim, der Nachfrage nach Technik und dem Verhalten bei kritischen Essenssituationen befassen. Die Biografiearbeit wird zunächst auf die Pflegekräfte bezogen, bevor anschließend auf die zu Pflegenden eingegangen wird. Das Informationsblatt nennt Aspekte zur Aktivierung, Betreuung und Biografie. Als Angebote in diesem Zusammenhang werden Sinnesübungen, körperliche Übungen oder das Anlegen von Flaschengärten beschrieben.

Nachdem dieses Buch den Schwerpunkt auf die Geriatrie legt, umfasst das zehnte Kapitel nur fünf Seiten und behandelt dieses Thema daher nur kurz mit einer retrospektiven Sichtweise in Bezug auf die Biografiearbeit.

Auch das vorletzte, elfte Kapitel bezieht sich wieder auf die im Kapitel 1 genannten Bereiche „Kommunikation“, „Essen und Trinken“, „Ausscheiden“, „Mobilität“ und „Hygiene“. Auf Basis der CE erfolgt hier der Bezug auf die sichere Umgebungsgestaltung für demenziell Erkrankte und Verhaltensweisen gegenüber Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen.

Im letzten Kapitel wird jeweils kurz auf insgesamt dreizehn Impulse eingegangen. Diese umfassen unter anderem die Bedeutung des Alters, der Kriminalität sowie Gewalterfahrung. Daneben werden Informationen zu der Situation der Silversurfer und der älteren Patienten im Krankenhaus geliefert. Weitere Aspekte sind die Resilienz und Prävention, Ambient-Assisted-Living System und Robotik sowie die Sexualität. Ebenso erhält die Pflegekraft Wissenswertes zu Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie zur neuen Initiative „SES VerA“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird und Ausbildungsabbrüchen verhindern soll. Zudem wird Pflege aus einer interkulturellen Brille betrachtet, die klischeehafte Stereotype und Vorurteile aufgreift.

Diskussion

Die Inhalte des Praxisbesuchs werden in Anlehnung den Curricularen Einheiten der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vermittelt. Durch die Musterklausuren erhalten die Auszubildenden eine Überprüfung ihres Wissensstandes und können darauf aufbauend mögliche fehlende Wissenslücken schließen. Der Preis in Höhe von 34 Euro erscheint auf dem ersten Blick etwas teuer. Jedoch orientiert sich das Buch bereits an der Generealistik, was dem aktuellen Ausbildungsstand entspricht und somit in Hinblick auf die Unterrichtsplanung und -gestaltung längerfristig genutzt werden kann. Wertvolle Impulse erhalten somit nicht nur Auszubildenden zur Pflegefachmann/​Pflegefachfrau, sondern auch Lehrkräfte. Diese werden bei der Unterrichtsgestaltung durch die didaktisch sehr gute Aufbereitung des theoretischen Wissens unterstützt, indem neben Klausurvorlagen eine Vielzahl an Fallbeispielen existieren, die zu einem gemeinsamen Diskurs einladen. Durch die Verwendung verschiedener Piktogramme erhält die Zielgruppe eine schnelle Übersicht zu wichtigen Inhalten, Tipps, Aufgaben und Impulse/​Reflexionsfragen.

Fazit

Das Praxisbuch richtet sich zum einen an Lehrkräfte von Pflegeberufsschulen. Diese können die verwendeten Fallbeispiele sowie die Klausurvorlagen nutzen, um deren Schüler*innen ergänzend zur Ausbildung Lerninhalte praxisnah zu vermitteln. Zum anderen profitieren Auszubildende zur/zum Pflegefachfrau/​Pflegefachmann, da diese die Fallbeispiele als Impuls nehmen können, um sich ihre eigene Vorgehensweise zu überlegen und anschließend in einen gemeinsamen Diskurs zu gehen. Zudem können sie durch die Klausurvorlagen ihren eigenen Wissensstand überprüfen.

Rezension von
Alisa Hemberger
M. Sc. Gesundheitsförderung
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Es gibt 16 Rezensionen von Alisa Hemberger.

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Zitiervorschlag
Alisa Hemberger. Rezension vom 31.01.2024 zu: Daniel Büter: Pflegefachfrau/Pflegefachmann - Schwerpunkt Geriatrie. Lernsituationen und Übungsfälle für die generalistische Pflegeausbildung. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2023. ISBN 978-3-17-043039-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/30526.php, Datum des Zugriffs 27.02.2024.


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