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Maximilian Schober, Achim Lauber u.a.: "Was ich like, kommt zu mir"

Rezensiert von Mel-David Tersteegen, 04.12.2023

Cover Maximilian Schober, Achim Lauber u.a.: "Was ich like, kommt zu mir" ISBN 978-3-96848-680-2

Maximilian Schober, Achim Lauber, Louisa Bruch, Simon Herrmann, Niels Brüggen: "Was ich like, kommt zu mir" Kompetenzen von Jugendlichen im Umgang mit algorithmischen Empfehlungssystemen. Qualitative Studie im Rahmen von ?Digitales Deutschland? kopaed verlagsgmbh (München) 2022. 60 Seiten. ISBN 978-3-96848-680-2. D: 14,80 EUR, A: 15,30 EUR.

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Thema

Heutzutage sind Online-Angebote und die damit zusammenhängenden Empfehlungssysteme zu einem festen Bestandteil geworden, insbesondere in den Lebenswelten junger Menschen. Inwiefern junge Menschen diese wahrnehmen und welche Kompetenzen dabei eine Rolle spielen wird im Rahmen dieser Studie verfolgt. Insbesondere Einzelinterviews und Forschungswerkstätten liefern dabei relevante Informationen für die Kompetenzförderung.

Autor:innen

Die Autor*innen Schober Maximilian, Lauber Achim, Bruch Louisa, Herrmann Simon und Brüggen Nils beschäftigten sich, in Kooperation mit einem weiteren Projektteam, mit diesem Werk im Rahmen des Projekts „Digitales Deutschland/​Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung“, einem Verbundprojekt des JFF.

Entstehungshintergrund

Künstliche Intelligenz wird heutzutage viel thematisiert, da sie mittlerweile in vielen Gebieten Einzug hält, so auch seit geraumer Zeit in Online-Inhalten wie z.B. Social-Media oder Streaming-Dienste. Gerade junge Menschen nutzen diese Inhalte, doch inwiefern sie diese wahrnehmen und welche Kompetenzen in diesem Kontext bedeutsam sind, ist nicht unbedingt klar. Demzufolge widmet sich diese Arbeit diesem Thema, um herauszufinden, wie die Aneignung, Wahrnehmung und Kompetenzförderung konkretisiert werden können.

Aufbau

Zu Beginn wird sich mittels einer kurzen Einführung der damit verbundenen Problemstellung dem Thema genähert. Ausgehend davon werden die beiden Anlagen der Studie näher erörtert. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Analyse der Online-Angebote mit algorithmischen Empfehlungssystemen. Dies bezüglich werden diese näher beschrieben, Datenbasis und Funktionsweise erläutert und die zentralen medienpädagogischen Aspekte zum Umgang von Jugendlichen mit den thematisierten Empfehlungssystemen beschrieben. Der zweite Teil der Studie umfasst dann die Analyse der Aneignungsprozesse. Die forschungsleitenden Fragen, Durchführung und das Vorgehen bei der Auswertung werden hierbei dargelegt. Im folgenden Abschnitt findet sich die Auswertung der Daten. Die Kompetenzanforderungen und entsprechende Förderung finden dann gegen Ende des Werkes Raum, bevor ein Ausblick zum Schluss wesentliche Punkte zusammenfasst.

Inhalt

In der Einführung wird aufgegriffen, inwiefern algorithmische Empfehlungssystem (kurz AES) heutzutage besonders auch für junge Menschen eine Rolle spielen. Diese setzt sich näher damit auseinander, wie AES Einfluss nehmen und welche Aspekte im Umgang damit von Bedeutung sind.

In der Anlage der Studie wird der Aufbau und die Herangehensweise der beiden relevanten Perspektiven des Werkes näher erläutert. Einerseits umfasst dies eine funktionale Analyse der relevanten digitalen Medien und Angebote, sowie Herausforderungen und kompetenzbezogene Anforderungen im Umgang mit AES. Andererseits thematisiert die Arbeit Aneignungsprozesse und die Entwicklung von Kompetenzen junger Menschen im Kontext von KI-gesteuerten algorithmischen Empfehlungssystemen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Autor*innen in dem ersten Teil der Studie mit der Analyse von Online-Angeboten mit AES. Definition, Datenbasis und Funktionsweise dieser Systeme folgt eine Auflistung der zentralen Angebote im Kontext jugendlicher Mediennutzung. Darüber hinaus werden allerdings auch damit zusammenhängende Herausforderungen und Problemfelder wie Datensouveränität, Filterblasen und die Reproduktion von Vorurteilen und Diskriminierung thematisiert. Ergänzend finden sich Kompetenzanforderungen für den Umgang mit AES.

Der zweite Teil widmet sich der qualitativen Analyse der Aneignungsprozesse von Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren. Den forschungsleitenden Fragen wurde in zwei Phasen nachgegangen. Zunächst im Rahmen von Einzelinterviews, gefolgt von Forschungswerkstätten. Diese beiden Vorgehen sowie die Auswertung werden entsprechend dargelegt.

Die Ergebnisse werden in vier Bereiche unterteilt, Nutzungsmotive und Tätigkeiten von Jugendlichen bezüglich AES, Wissen und Annahmen von Jugendlichen über AES, Sicht von Jugendlichen auf zentrale Phänomene in Zusammenhang mit AES und Umgangsweisen von Jugendlichen mit AES.

Die Ergebnisse werden in Bezug zu medienpädagogischen Aspekten betrachtet und relevante Kompetenzen für den Umgang mit AES diskutiert. Dabei werden Kompetenzanforderungen, also auch die damit zusammenhängende Förderung thematisiert. Insbesondere bei den Anforderungen lassen sich drei entscheidende Bereiche herausstellen, bei denen Widersprüche bezüglich der Bewertung und Handlungsweisen von Jugendlichen eine Rolle spielen. Zunächst zwischen Subjekt und Empfehlung von Inhalten, bei dem es insbesondere darum geht, dass sich Jugendliche im Umgang zwischen Selbst- und Fremdbestimmung wiederfinden und darüber hinaus der kontrollierte Konsum dieser Inhalte als herausfordernd wahrgenommen wird.

Widersprüche zwischen Subjekt und Datenverarbeitung umfassen die unerlässliche und intransparente Datenerhebung der Anbieter, welche bei der Zielgruppe unterschiedlich wahrgenommen wird und der eigene Umgang mit Daten als herausfordernd angesehen wird.

Des Weiteren finden sich Wiedersprüche zwischen Subjekt und sozialer Verwobenheit ihres Medienhandelns, wobei sich Jugendliche mit einer gesellschaftlichen Ungleichbehandlung durch die AES konfrontiert sehen.

Ausgehend von dieser Arbeit findet sich im Anschluss noch ein Ausblick, welcher abschließend relevante Punkte des Forschungsvorhabens aufgreift. 

Diskussion

Das hier thematisierte Werk liefert zunächst einen guten Einblick über die Funktionsweisen von AES im Bereich der digitalen Medien. Aufbauend darauf vermitteln die Autor*innen essenzielle Erkenntnisse über jugendliches Medienverhalten und damit verbundene Wahrnehmungen. Insbesondere die Synthese aus den Ergebnissen der Studie als auch der medienpädagogischen Einordnung ist besonders wertvoll. Hierbei lassen sich bedeutende Rückschlüsse auf Anforderungen, aber auch Möglichkeiten der Förderungen von Kompetenzen bestimmen, welche unbedingt Beachtung finden sollten. Die Autor*innen haben damit ein Werk geschaffen, welches einerseits auf forschungsbezogener Ebene relevante Ergebnisse bereitstellt und daraus sehr wertvolle Impulse für die praktische Arbeit vermittelt.

Fazit

Das Werk „Was ich like, kommt zu mir“ thematisiert den Umgang von jungen Menschen mit algorithmischen Empfehlungssystemen in relevanten Medien wie Instagram, TikTok und Co. Dabei wurden Daten hinsichtlich der Nutzung, Perspektiven und Kompetenzen erhoben. Diese Ergebnisse liefern Erkenntnisse, bezüglich der Kompetenzanforderungen und der Kompetenzförderung, im Umgang von Jugendlichen mit diesen Angeboten.

Rezension von
Mel-David Tersteegen
M.A. Soziale Arbeit (FH), B.A. Soziale Arbeit (FH) mit Schwerpunkt Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, außerschulische Jugendbildung.
Präventionsfachkraft bei Inside, Condrobs e.V.
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Es gibt 3 Rezensionen von Mel-David Tersteegen.

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Zitiervorschlag
Mel-David Tersteegen. Rezension vom 04.12.2023 zu: Maximilian Schober, Achim Lauber, Louisa Bruch, Simon Herrmann, Niels Brüggen: "Was ich like, kommt zu mir" Kompetenzen von Jugendlichen im Umgang mit algorithmischen Empfehlungssystemen. Qualitative Studie im Rahmen von ?Digitales Deutschland? kopaed verlagsgmbh (München) 2022. ISBN 978-3-96848-680-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/30584.php, Datum des Zugriffs 02.03.2024.


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