Christine Maek: Geburt mit Abschied
Rezensiert von Dr. phil. Christina Maiwald, 01.06.2023
Christine Maek: Geburt mit Abschied. Elternberatung und -betreuung nach frühem Kindsverlust. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2023. 145 Seiten. ISBN 978-3-86321-625-2. D: 22,00 EUR, A: 22,70 EUR, CH: 29,50 sFr.
Reihe: Auf den Punkt - Band 2.
Thema
Das Gefühl „guter Hoffnung“ zu sein, sich auf ein Baby zu freuen, Babykleidung zu kaufen, sich über Schwangerschaft und Geburt zu informieren, die Veränderungen des weiblichen Körpers wahrzunehmen, kann jäh erschüttert werden. Blutungen, extremes Unwohlsein stellt sich ein, und/oder Bewegungen des Babys sind nicht mehr fühlbar und diagnostizierbar. Ein früher Verlust stellt sich ein, eine Stillgeburt steht an.
Einige Eltern entscheiden sich auch bewusst für einen Abbruch der Schwangerschaft, da aufgrund medizinischer Diagnosen geäußert wurde, dass lebenslimitierende Einschränkungen zu erwarteten seien oder andere schwerwiegende Gründe für einen bewussten Abbruch der Schwangerschaft vorliegen.
Dieses Buch, der berufserfahrenen Hebamme Christine Maek beschreibt für Expert:innen wie es verwaisten Eltern nach einer Tot-oder Fehlgeburt geht. Sie beschreibt darüber hinaus wie dann den besonderen Bedürfnissen der Mutter, des Vaters und des Familiensystems Rechnung getragen werden kann, wofür sowohl Fingerspitzengefühl als auch Know-how erforderlich ist.
Die bestmögliche Begleitung der Eltern von Sternenkindern, bei gleichzeitiger Wahrung des professionellen Abstands ist der Inhalt dieses Buches. Hebammen tragen dazu bei für Eltern unterstützende Rituale des Abschieds zu gestalten und dem toten Kind einen sozialen Status zu geben. Dafür benötigen sie Infos und Tipps, die allerdings auch über den Berufsstand der Hebammen hinaus auch bezüglich Geschwisterkindern, Großeltern, Nachbarn, Arbeitskollegen und Chefs, Bestatter als auch für Mitarbeiter:innen z.B. der Krankenkassen nützlich sind.
AutorIn
„Christine Maek, geb. 1964, ist Hebamme, Krankenschwester, Praxisanleiterin und Heilpraktikerin. Sie ist im Kreißsaal einer großen geburtshilflichen Abteilung sowie freiberuflich in eigener Praxis tätig. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet sie einfühlsam mit Frauen und Familien, die um ein frühverstorbenes Kind trauern. Als Referentin für Hebammen und medizinische Fachkreise gibt sie ihr Wissen und ihre reichhaltige Erfahrung weiter“ (Buchklappentext).
Entstehungshintergrund
In den Dankesworten gibt die Autorin Einblick in die Entstehung dieses Buches, das ohne die vielseitige Hilfe anderer Menschen nicht entstanden wäre. Christine Maek blickt dankend auf die vielen Sterneneltern und Sternenfamilien zurück, die sie begleiten durfte, denn sie befruchteten sich gegenseitig. Sie bedankt sich bei ihrer „Zunftsgenossin“ Julia Berg und anderen Kolleg:Innen, und ja, es geht hier um das Hebammenwesen, welches 2016 als Immaterielles Kulturerbes in das Bundesweite Verzeichnis durch die UNESCO aufgenommen wurde.
Eine Oberärztin, ein Bestatter und ein Pastoralreferent haben das Buch Korrektur gelesen. Die Dankesworte verdeutlichen den Umfang der Recherchen und die angestrebte fachliche Absicherung.
Aufbau
Hier ein kurzer Überblick über den Aufbau:
- Wesentliches vorab, S. 15–31
- Begleitung vor, während und (unmittelbar) nach der Geburt, S. 33–74
- (Begleitung) Auf dem Weg zurück ins Leben, S. 77–135
Inhalt
In diesem Buch wird für Hebammen spezifisches Fachwissen über Totgeburten oder den plötzlichen Kindstod entfaltet, und es werden empfohlene Interventionen, den frühen Verlust betreffend, aufgeführt.
Explizit wird die Bereitschaft aber auch Notwendigkeit für Hebammen formuliert, sich auf eine derartige Extremsituation auch emotional einzulassen, die sich so ganz anders darstellt als es im normalen Hebammenalltag üblich ist. Die Notwendigkeit von Selbstreflexion und Selbstfürsorge wird geschildert.
Der erste Teil umfasst wesentliche Informationen um die Thematik herum und eine interessante Formel (Leiden = Schmerz x Widerstand). Diese wird in der einleitenden Bemerkung vorgestellt, welche verdeutlicht wie wichtig es für die Eltern im Laufe der Zeit ist, den Schmerz und die Trauer anzunehmen, wofür unter anderem die Hebamme eine wichtige Begleitung darstellt.
Nach der sehr persönlichen Einleitung folgen im ersten Abschnitt fachlich relevante Informationen, die insbesondere berufsspezifisch fürs Hebammenwesen nützlich scheinen, aber auch fürs Menschliche wie z.B. die Herausforderung für die Hebamme, authentisch zu sein. Weinen der Hebamme rührt auch die trauernde Familie. Gefühlvoll mitzugehen – macht Psychohygiene für Hebammen – im Sinne der Gesundheitsfürsorge erforderlich.
Es ist aufgeführt, was im Gespräch mit den trauernden Eltern NICHT gesagt werden sollte, wie exemplarisch dies: „Wer weiß, für was es gut war“, „Es ist besser so“, „Ich weiß, wie Sie sich fühlen“. Weitere unpassende Formulierungen sind im Buch aufgeführt und es wird erläutert, warum es absolut wichtig ist diese Aussagen zu vermeiden.
Wesentliche hilfreiche Gesprächselemente im Sinne einer verständlichen Kommunikation und Gesprächsführung, bei der immer medizinische Fachtermin, wie Abort oder intrauteriner Fruchttod, vermieden werden sollen, sind auf S. 25 aufgeführt.
Die Autorin weist darauf hin, dass bei der Feststellung eines intrauterinen Fruchttodes nicht sofort der pharmazeutisch eingeleitete Abbruch der Schwangerschaft in der Klinik erforderlich ist. Die Schwangere kann auch zuhause, auf die natürliche Abstoßung des nicht mehr lebenden Kindes warten. Basisinterventionen seitens der Hebammen die durch Entschleunigung den Entscheidungsdruck von den Eltern nehmen, sind in einer derartigen Extremsituation wichtig. Es werden Tipps vermittelt, wie das Totgeborene dann aufgefangen werden kann, denn Gesehenes kann besser verarbeitet und somit betrauert werden.
Der Ort, wo das bewusste Ansehen des Sternenkindes möglich sein könnte, wird beschrieben. Das könnte z.B. die Wickelkommode im Raum sein, weiter weg von den Eltern, wo das Kind in schöne Tücher eingehüllt liegt, falls die Eltern es nicht sofort ansehen und berühren wollen. Hierfür ist ein wichtiger Tipp von Frau Maek aufgeführt, die Eltern unabhängig voneinander anzusprechen wann und ob sie ihr Baby sehen wollen.
Der anwesende Vater (oder sonstige Begleitung) sollte in alle Handlungen eingebunden werden und auch ausdrücklich angesprochen werden, wie es ihm geht und gefragt werden, ob er etwas braucht. Es ist erforderlich dem Mann (der Begleitung) speziell die Situation zu erklären und er könnte auch, falls dies für die Frau in Ordnung ist, die Nabelschnur durchtrennen. Die Nennung des Namens des Kindes und eine Bemerkung wie friedlich dieses Kind namens xy aussieht seien für Mutter und Vater hilfreich. Die Frau kann gern gelobt werden, wie gut sie geboren hat.
Hilfreiche Utensilien zum Abschied werden aufgeführt, einige sind auch abgebildet; beispielsweise Heilsteine könnten der Frau Beruhigung und Besinnung ermöglichen. Alle Abläufe, sowohl praktischer Art, wie Kleidung, Fußabdruckkarte, Kinder-Körbchen, Wassermethode zum Abschiednehmen, Seelsorge, Nottaufe, Fotos und auch alles rund um die Bestattung, als auch die Abläufe administrativ-organisatorischer Art wie Obduktion, Bescheinigungen, alles was an Kommunikation zwischen Kreissaal, Einzelzimmer, Verabschiedung der Betroffenen und Verbleib des Sternenbabys stattfindet, sind im Buch ausführlich aufgeführt. Die Betreuung und Begleitung der Geschwisterkinder wird thematisiert, was auch die gewissenhafte Hebammentätigkeit umfasst (S. 102).
Die Autorin beschreibt die Begleitung des Paares seitens der Hebamme auf dem Weg zurück ins Leben und führt professionelle Hilfen, wie Psychotherapie, naturheilkundliche Begleitung, wie die Verabreichung von Urtinkturen, als auch Fussreflexzonenmassage auf. Sie beschreibt hilfreiche Rituale, wie Tagebuchschreiben, malen, Kerze anzünden, ein bestimmtes Lied hören, ein Gedicht wie ein Elfchen zu schreiben (S. 133) etc., und macht auf das Erfordernis der Beckenbodenübungen aufmerksam. Sie weist darauf hin, dass Rückbildungskurse auch für verwaiste Mütter angeboten werden.
Die nachfolgende Zeit des Wochenbettes, nicht nur bei dem Verlust eines Sternenkindes, sondern auch wenn ein Neugeborenes verstirbt, wird beschrieben und die Notwendigkeit der intensiven Betreuung durch die Hebamme wird betont. Auch hier wieder geht es über die Betreuung der Frau hinaus, denn auch der Vater ist vom Tod des Babys betroffen und trauert. Die Partnerschaft wird auf die Probe gestellt. Er sollte bei den Hebammen-Terminen immer dabei sein und z.B. befragt werden, ob er krankgeschrieben ist und wie er insgesamt den Alltag bewältigt. Christine Maek erläutert, warum die Hebamme nicht ungefragt ein Taschentuch reichen sollte, wenn einer der Eltern weint.
Die Identität der Eltern verändert sich und die Autorin veranschaulicht dies mit einem Fluss/Ufer—Beispiel um wieder als Mann und Frau im Strom des Lebens schwimmen zu können. Ein möglicher Satz für Außenstehende die nachfragen, könnte sein: „Die Schwangerschaft ist nicht gut ausgegangen“ (S. 86). Meist kommen Schuldgefühle insbesondere bei der Frau mit frühem Kindsverlust hoch, und die Autorin betont, dass pharmazeutische Antidepressiva oder Angstlöser bei einem nicht-pathologischen Trauerverlauf eher nicht sinnvoll sind (S. 87), grenzt dann aber auch zu pathologischer Trauer und zum Trauma ab (S. 116). Die Abgrenzung Schuldgefühl versus Schuld beschreibt das Erfordernis wieder mehr oder weniger freudig ins Leben eintauchen zu können (S. 114).
„Bewusst erlebte Trauer umfasst auch körperliche und seelische Schmerzen“ (S. 88) und die Trauer meldet sich immer wieder, wie ein „ungebetener Gast“, wie auch eine Betroffene im Text zum vierten Jahrestag: „Gedanken und Gefühle zu Emil“ (S. 93) sehr persönlich beschreibt.
Die Trauer verwandelt sich im Laufe der Zeit und Rituale geben „Struktur und Sicherheit in einer oft unstrukturierten Situation“. Sie geben „Halt bei Orientierungslosigkeit und Handlungsunfähigkeit“ (S. 89) und die Autorin führt auf, wie hilfreich es dann sei, wenn die Familie eigene Familien-Rituale entwickelt. Anregungen bzw. Bausteine zur Gestaltung eigener Trauerandachten sind aufgeführt (S. 122).
Die Autorin benennt, dass Männer – im Trauerprozess oft vergessen oder ungesehen – anders trauern. Oft wird der Mann lediglich nach dem Befinden der Frau befragt und nicht wie er sich in der, auch für ihn Extremsituation, fühlt. Er erfüllt häufig die Rolle des Kümmerers, und puffert seine Frau von der Außenwelt ab bzw. ist ihr Sprachrohr. Auch bereits vorhandene Kinder sind zu umsorgen und ihnen ist Halt und Stütze zu geben. Das kann im Mann ein Gefühl der Verzweiflung und der Hilflosigkeit auslösen, da er wenige Möglichkeiten hat seine Gefühle zeigen zu können. Vieles muss er mit sich selber ausmachen und psychische Erkrankungen, Suchttendenzen oder ein Seitensprung bzw. der Aufbau einer neuen Beziehung könnte die Folge aufgrund des unverarbeiteten Kindsverlustes für den Vater sein. Auch seine Identität ist erschüttert. Flucht zur Bewältigung der neuen, unerwarteten Situation ist also keine Lösung und somit schlägt die Autorin den betroffenen Vätern die Teilnahme an speziellen Männertrauergruppen vor. Sich als Mann, zusammen mit anderen betroffenen Vätern über den Verlust und die sich veränderte Partnerschaft, Sexualität (S. 101) und das Leben danach auszutauschen, kann extrem hilfreich sein kann, worauf die betreuende Hebamme hinweisen sollte, bzw. Adressen für den Mann heraussuchen könnte.
Die Pfade der Trauer sind in einem Schaubild (S. 111) abgebildet, woraus der Trauerprozess, das Durchleben der verschiedenen Trauerphasen (Nicht-wahrhaben-Wollen, Zorn und Ärger, das Verhandeln, die Depression sowie die Zustimmung) ersichtlich ist. Auch das Kaleidoskop des Trauerns von Chris Paul wird vorgestellt.
Beendet wird das Buch mit Tipps für Mann, Frau oder als Familie Selbsthilfegruppen zu besuchen, wie es sich mit Folgeschwangerschaften verhält und einer Auflistung empfehlenswerter Bücher und Fortbildungen für Hebammen. Abschließend ist das Quellen und Abbildungsverzeichnis, der 36 Abbildungen, aufgeführt.
Diskussion
Die Autorin hat dieses Buch, welches mit sehr viel Herzblut geschrieben ist, mit sechs Sprichwörtern zur Einleitung versehen, was eine persönliche Note vermittelt. Viele Fotos von Eltern, die bereits Abschied nehmen mussten, zeigen auf wie vielfältig Trauer gelebt wird und über wieviel Einblick Christine Maek verfügt.
Auch Klinikdirektoren können vom Blick ins Buch profitieren, denn auf S. 48 ist ein „Übergabeprotokoll nach Abort bzw. Totgeburt“ und „Antrag auf Bestattung“ abgebildet, was vielleicht noch nicht alle Kliniken nutzen. Für die 1:1 Übernahme des Formulars sollte allerdings sensibler mit dem Begriff „Abort“ umgegangen werden, indem er ersetzt wird durch z.B. „stille Geburt“.
Bezüglich Pränatadiagnostik, wie invasive und nichtinvasive Diagnostik wie Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie, sowie Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft ohne oder geringer medizinische Indikation wird in diesem Buch nicht gewarnt. Hier ist ein Mangel am Buch feststellbar, denn auf Kinderrechtsverletzungen während der Schwangerschaft aufgrund angstmachender Aufklärung, Bevormundung, Verunsicherung und unnötigen Untersuchungen, welche das Leben des Ungeborenen bedrohen kann, wurden nicht ausführlich hingewiesen.
Ein früher Abgang mit folgender Stillgeburt seitens der Eltern aufgrund von medizinischen Diagnosen bewusst herbeigeführt, ohne die Aufführung von UN-Kinderrechten in diesem Buch ist bedauerlich. Es ist auch nicht immer „mit großer Wahrscheinlichkeit“ eine Kürettage, bei Verlust in einer frühen Schwangerschaftswoche erforderlich (S. 42), denn der Zyklus der Frau kann das Sternenkind auch auf natürlichem Wege Abstoßen.
Die gängige, aber noch nicht großflächig gelebte Praxis den Mutterpass von Beginn an von einer Hebamme ausstellen zu lassen, würde den Irrtum, welche die medizinische Feindiagnostik mit sich bringen kann in anderem Licht erscheinen lassen. Eltern haben den nachvollziehbaren und berechtigten Wunsch, ein gesundes Kind zu bekommen. Aber was bedeutet eigentlich „gesund“ und was würden Eltern denn tun, würde sich im Ultraschall etwas Anderes zeigen, gilt es als Hebamme schon vor der Untersuchung mit den Eltern zu besprechen. Diesen Aspekt thematisiert das Buch nicht.
UN-Kinderrechte schützen das ungeborene Kind und stärken die werdenden Eltern, aufgrund der Kinderrechtskonvention. Durch den Mutterpass, ausgefüllt vom Gynäkologen, tritt eine medizinische Sichtweise in den Vordergrund und evtl. vorschnell kann eine Schwangere als Risikoschwangeren definiert werden. Diese vermeintlich „Risikoschwangere“ (übrigens per se bereits ab einem Alter von 35 Jahren) wird unter Umständen mit diversen feindiagnostischen Untersuchungen irritiert, und evtl. wird auch etwas gefunden, was das Paar dann zum Abbruch der Schwangerschaft animiert, obwohl die Feindiagnostik nicht 100 % sicher ist.
Nabelschnurumschlingung, als Verdachtsmoment und nicht als Diagnose, ist kein Grund für einen vorzeitigen Abbruch und auch eine völlig normale Geburt ist möglich, so sehr richtig die Autorin (S. 25). Gern hätte erwähnt werden können, wie gerade bei evtl. unrichtiger Dramatisierung seitens der Ärzt:innen, der Fokus seitens der Hebamme auf die Vorfreude, auf das Selbstvertrauen in die Schwangere und die Verbindung zum eigenen Kind dann in den Vordergrund rücken sollte.
Es ist lobenswert, dass die Autorin als Hebamme ihren Berufskolleginnen folgenden Tipp gibt, „wenn die Hebamme eine andere Meinung zum späten Schwangerschaftsabbruch hat, sollte sie die Entscheidung der Eltern akzeptieren“ (S. 17). Aber auch hier fehlt die Sichtweise auf das der Menschen ausgelieferte ungeborene Wesen.
Wie Hebammen mit den Umständen des frühen Verlustes bei Stillgeburt, dem „Geburt mit Abschied“ umgehen und diesbezüglich auch auf Psychohygiene und Resilienz achten sollten, wird in diesem Buch beschrieben.
Darüber hinaus zeigt das Buch für Hebammen und andere Professionelle konkrete theoretische und praktische Handlungsempfehlungen für eine umfassende Vorbereitung bei frühem Verlust und dann einer Stillgeburt auf. Die fehlende Thematik mit der Entscheidung der Schwangeren, ob die Schwangerschaft aufgrund bestimmter Diagnostik weiterhin ausgetragen wird oder nicht, wäre evtl sogar zur Vertiefung des komplexen Für und Wieder, in einem weiteren Buch sinnvoll.
Bezüglich der Elternberatung und -betreuung nach frühem Kindsverlust, was natürlich auch die Betreuung trauernder Frauen im Wochenbett umfasst, bietet dieses Buch wertvolle und herzverbundene Informationen. Der bedürfnisgerechten Betreuung, ob im Kreißsaal, bei der Betreuung schwangerer Frauen oder von Wöchnerinnen gilt es menschlich und fachlich gerecht zu werden.
Fazit
Erfahrungen und Expertenwissen der langjährig tätigen Hebamme Christine Maek werden professionell und authentisch geteilt. Insbesondere auch wie Väter in der besonderen Zeit umsorgt und angesprochen werden sollten ist in diesem Buch aufgeführt.
Dieses Buch eignet sich wie Expert:innen alle Beteiligte bestmöglich begleiten sollten, was nicht nur für Hebammen, Doulas und Geburtshüterinnen, sondern auch für Professor:innen des Hebammenwesens, von großer Bedeutung ist. Empfehlung!
Rezension von
Dr. phil. Christina Maiwald
Dipl.-Sozialwirtin
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