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Günter Mey (Hrsg.): Handbuch Qualitative Entwicklungspsychologie

Cover Günter Mey (Hrsg.): Handbuch Qualitative Entwicklungspsychologie. Positionen und Verfahren. Kölner Studien Verlag 2005. 636 Seiten. ISBN 978-3-936010-06-0. 44,00 EUR.
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Thema

Qualitative Forschungs- und Methodenansätze haben einerseits in der Entwicklungspsychologie eine sehr lange Tradition, sind aber andererseits - auch und gerade in der Entwicklungspsychologie - fast jahrzehntelang weitgehend aus dem Blickfeld entwicklungspsychologischer "mainstream"-Forschung verschwunden bzw. fristeten lange Zeit ein eher nur randständiges Dasein in verschiedenen "modernen" entwicklungspsychologischen Lehrbüchern. Indikatoren einer Reaktivierung qualitativer entwicklungspsychologischer Methodik und eine Rückbesinnung auf alte Traditionen eigener renommierter qualitativer Forschungsansätze deuten sich seit längerem an, wenngleich immer noch vergleichsweise "versteckt" in weit verstreuten Publikationen oder in spezifisch ausgewiesenen "Fach-Zirkeln". Da sich in den anderen einschlägigen sozialisations- und bildungsbezogenen Wissenschaften qualitative Forschung aber bereits weitgehend selbstbewusst behauptet und etabliert hat, wurde die Entwicklungspsychologie diesbezüglich fast überholt. Insofern stand eine aktuelle Bestandsaufnahme und Publikation der Erträgnisse sowohl theoretischer und methodologischer Überlegungen als auch der entsprechenden methodischen Verfahren dringend an.

Entstehungshintergrund

Der Herausgeber des vorliegenden Sammelbandes gehört zu den wenigen entwicklungspsychologischen Methodikern und Forschern, die seit Jahren beharrlich darauf aufmerksam machen, dass die Entwicklungspsychologie als eine Wissenschaft, für die das Erfassen von Transformationen einen genuinen Bestandteil darstellt und deren Erkenntnisinteresse an der Genese der Subjektentwicklung orientiert ist, zwingend qualitativer Methodik bedarf. Wenngleich damit (noch) kein Paradigmenwechsel im entwicklungspsychologischen Forschungsselbstverständnis konstatiert werden kann, so wird doch deutlich, dass qualitative Forschungsansätze mittlerweile nicht mehr nur als eine nette Ergänzung beim ersten explorativen Vorgehen im Vorfeld eigentlicher (quantitativ orientierter) Wissenschaft angesehen werden, sondern einen eigenständigen Ansatz repräsentieren, der dem Gegenstand der Entwicklungspsychologie angemessen ist. Dabei ist dieses Sammelwerk nicht als "Kampfschrift" gegen quantitative Forschung formuliert, sondern versteht sich als ein Beitrag, der einem Methodenpluralismus verpflichtet ist und jeglicher entwicklungspsychologischer Forschung empfiehlt, ihre Forschung an ihrem Gegenstand und ihrer inhaltlichen Programmatik auszurichten. Dabei bezieht die hier vorgelegte Veröffentlichung verdienstvollerweise zum ersten Male im deutschsprachigen Raum ein breites Spektrum sowohl forschungstheoretischer Arbeiten als auch in der Forschungspraxis eingesetzter Methoden mit ein.

Aufbau

Nach der programmatischen Standortbestimmung einer "Qualitativen Entwicklungspsychologie" durch den Herausgeber in einem einführenden Kapitel ist das Buch in zwei große Hauptbereiche eingeteilt:

  1. "Positionen - Theoretische und methodologische Überlegungen", bestehend aus insgesamt neun Kapiteln (250 Seiten), einerseits und
  2. "Verfahren: Methoden und Design", bestehend aus 13 Kapiteln (329 Seiten) andererseits.

Die insgesamt 26 Autoren und Autorinnen werden am Ende mit ihren Forschungsthemen und Verortungen vorgestellt und das umfangreiche Namenregister macht noch einmal deutlich, dass es mittlerweile durchaus zahlreiche qualitative Forschungstraditionen und entsprechende Forschungspersönlichkeiten gegeben hat und noch gibt.

1. Positionen

  • Der "Reigen" beginnt mit einem Beitrag von Jaan Valsiner & Rainer Diriwächter über "Qualitative Forschungsmethoden in historischen und epistemologischen Kontexten" (20 Seiten). Der Text bestimmt den Begriff der Transformation als zentral für die Entwicklungspsychologie und greift die Idee einer "offenen" Entwicklungslogik auf. Er stellt ein vehementes Plädoyer für die zentrale Bedeutung ganzheitlicher Sichtweisen dar und unterstreicht die Notwendigkeit, in jedem Falle vom Ganzen über die einzelnen Erkenntnisteile zu gehen. Methodologie wird nicht als "Werkzeugkasten" begriffen, sondern als Teil eines epistemologischen Prozesses.
  • Im Kapitel "Konstruktion des Forschungsobjekts durch den methodischen Zugriff" (45 Seiten) greift Franz Breuer Grundfragen qualitativer Forschung auf, die sich auf Explizierung von Erkenntniszielen, Reflexionen zur Gegenstandsangemessenheit  der Verfahren beziehen und auf die Tatsache, dass es im Rahmen qualitativer Forschung auch immer um Übersetzungen, der aus den Grenzen zwischen "Eigenem" und "Fremden" abgeleiteten Phänomene in die Wissenschaftsdiskurse geht.
  • Um offene und verdeckte Formen von "engendering" geht es in dem Beitrag von Erica Burman "Engendering Development -Welches Geschlecht hat Entwicklung?" (25 Seiten). Dabei zeigt sie am Beispiel des Themas "Kinderarbeit" auf, dass entwicklungspsychologische Befunde immer auch in Bezug auf ihre Funktion als mögliche Stützung oder Infragestellung gesellschaftlicher Strategien analysiert werden müssen.
  • Das vierte Kapitel von Heide Appelsmeyer "Die psychoanalytische Debatte um den beobachteten/rekonstruierten Säugling - Herausforderungen für die Methodologie der qualitativen Forschung" (21 Seiten) stellt Erfahrungen aus der psychoanalytischen Säuglingsforschung den Ergebnissen qualitativer Forschung gegenüber, die sich zumeist auf die beforschten symbolischen (verbalen) Erfahrungswelten beziehen und empfiehlt die Nutzbarmachung psychoanalytischer Methoden, um beispielsweise auch nicht-symbolische (nicht-sprachliche) Erfahrungsformen erfassen zu können.
  • In seinem Kapitel "Forschung mit Kindern - Zur Relativität von kindangemessenen Methoden" (34 Seiten) arbeitet Günter Mey die verschiedenen Positionen und das jeweils entsprechende Methodenverständnis in der Kindheitsforschung auf. Dabei betont er den Stellenwert und die Notwendigkeit der Reflexion kindadäquater Methoden und Forschungsmethodologien, wenn die kindliche Perspektive nicht ausschließlich über die Rekonstruktion erwachsener Forscher quasi "adultozentriert" erfasst werden soll.
  • Um "narrative Praktiken", die Handlungsfähigkeit ermöglichen, geht es Jens Brockmeier in seinem Beitrag "Erzählungen verstehen" (24 Seiten). Entwicklung wird von ihm wiederum als ein eben auch sprachlicher Prozess verstanden. Entwicklung aus einer narrativen Perspektive heraus erfassen zu können, heißt, sich ein Verständnis für die grundsätzlich offene "Natur menschlicher Lebens- und Bewusstseinsformen" anzueignen.
  • Auch der Beitrag von Ingrid Josephs "Kultur und Entwicklung im Dialog" (21 Seiten) verweist auf  die Bedeutung von Dialogizität und auf alte Traditionen, die genau den dynamischen Austauschprozess zwischen Person und Kultur erfassen und im Sinne einer kulturbezogenen Entwicklungspsychologie zwangsläufig qualitative Methodologien einfordern.
  • Der Beitrag "Biographieforschung in der Entwicklungspsychologie" (30 Seiten) von Heinz Jürgen Kaiser betont den Stellenwert handlungspsychologisch-interpretativer Paradigmen bei der Erfassung lebensgeschichtlicher Erfahrungen, die insbesondere die Veränderung des Handelns als Grundthema einer Entwicklungspsychologie (im Sinne einer Psychologie "systematischer Veränderung") fokussieren.
  • Das letzte Kapitel des ersten Hauptteils von Silke-Brigitta Gahleitner & Mechthild Kiegelmann behandelt "Ethische Fragen in der qualitativen Entwicklungspsychologie" (20 Seiten) und spricht eine Reihe spezifischer Problembereiche an (z.B. Entwicklungsrisiken durch die Tatsache, dass die beobachteten Kinder als Beobachtungsobjekt instrumentalisiert werden kölnnten). Ohne zu konstatieren, dass Ethik einer Verbotsliste gleichkommt, machen sie auf die Notwendigkeit einer reflektierten Auseinandersetzung mit forschungsethischen Fragen aufmerksam.

Insgesamt kann konstatiert werden, dass den programmatischen Ambitionen des Herausgebers ("Prinzip der Offenheit" im Sinne der Einbeziehung der Sicht der Subjekte und verschiedener Entwicklungstheorien; "Fremdheitspostulat" im Sinne der Diversifikation von Entwicklung; "Prinzip der Kommunikation" im Sinne der Entwicklung als Prozess) durch die Zusammenstellung der hier einbezogenen theoriebezogenen Beiträge in beeindruckender Weise entsprochen wird.

2. Verfahren

  • Im zweiten Hauptteil geht es nun um die verschiedenen Verfahren qualitativer entwicklungspsychologischer Forschung, teils "altbekannter", aber oft vergessener Erhebungsinstrumente, teils um neue methodische Erfahrungen. In einem ersten Kapitel gehen Ariane Schorn & Günter Mey mit ihrem Beitrag "Das Interview in der entwicklungspsychologischen Forschung - Anwendungsmöglichkeiten, Durchführung und Besonderheiten" (31 Seiten) auf einen "Klassiker" qualitativer Forschung ein. Sie stellen Überlegungen über die Passung von Fragestellung und Methode an, gehen auf Auswertungsgesichtspunkte ein und diskutieren am Ende die Voraussetzungen "guter Interviews", wobei sie sich auch auf entsprechende Erfahrungen in der psychosozialen Beratungspraxis beziehen.
  • Zu Recht verweisen Carlos Kölbl & Elfriede Billmann-Mahecha in dem nachfolgenden Beitrag "Die Gruppendiskussion. Schattendasein einer Methode und Plädoyer für ihre Entdeckung in der Entwicklungspsychologie" (29 Seiten) auf die Randständigkeit dieses Verfahrens im entwicklungspsychologischen Methodenkanon hin. Gruppendiskussion bedeutet, dass in einer Gruppe "Kommunikationsprozesse" angeregt werden, die in ihrem Ablauf und ihrer Struktur grundsätzlich "normalen" Gesprächen ähneln. Durch eine non-direktive Gesprächsführung wird dabei der Blick auf die verschiedenen beteiligten subjektiven Sichtweisen möglich. Sie stellen zunächst das Verfahren der Gruppendiskussion ganz generell als Erhebungsverfahren vor und veranschaulichen die Einsatzmöglichkeiten anhand verschiedener empirisch konkretisierter Beispiele (männliche Identitätsfindung, kindliche Naturästhetik, Geschichtsbewusstsein Jugendlicher).
  • Der dritte Beitrag von Alexander Kochinka "Tagebuchanalysen" (29 Seiten) bezieht sich auch wiederum auf einen "Klassiker". Es geht hier um "alltagsweltliche Entwicklungsprotokolle", exemplifiziert durch historische Beispiele (Bernfeld, Bühler), und verdeutlicht - als aktuelle Einsatzmöglichkeit - durch ein Beispiel zur "Entwicklung der Gefühle" im Tagebuch eines 13jährigen Mädchens.
  • In einem vierten Beitrag wirft Gerold Scholz die Frage auf "Teilnehmende Beobachtung: eine Methodologie oder eine Methode?" (30 Seiten), Dabei geht es zunächst um die Frage des Einsatzes teilnehmender Beobachtung in der ethnologischen Forschung (kulturvergleichend) im Vergleich zum "fremden Blick" auf die eigene Kultur. Hinterfragt wird in verschiedenen Argumentationsschritten unter Bezugnahme auf den "fremden Blick" v. a. die Perspektive bzw. der Standort des Beobachters, seine Möglichkeit der "Wahrnehmung mit allen Sinnen" und die Konsequenzen für Datengenerierung. Angewandt werden diese Überlegungen auf den Bereich der Forschung von Kindern.
  • Der Einsatz von Videos wird im Beitrag "Mit Video einen Blick auf Verhaltensmuster konstruieren. Überlegungen für eine visuelle Interpretation von Videografien" (21 Seiten) von Norbert Huhn aufgeworfen. Er verweist auf den Einsatz der Videografie in der experimentellen (Kinder-)Psychologie, die zumeist einem dokumentarischen Verständnis dieses Verfahrens entsprach. Darüber hinaus gilt es aber auch, über die Videografien das Phänomen der (Ko-) Konstruktion von Wirklichkeiten zu realisieren und das Verhältnis zwischen Wort- und Bildsprache systematischer auszuloten.
  • Die Nutzung von Kinderzeichnungen in der qualitativen Entwicklungspsychologie stellt wiederum eine "klassische" Methode dar, wie Elfriede Billmann-Mahecha in ihrem Beitrag "Die Interpretation von Kinderzeichnungen" (18 Seiten) verdeutlicht. Darüber hinausgehend legt sie ein Schema zur Generierung und Absicherung von Interpretationshypothesen vor, welches die verschiedenen Bezugsebenen und Reichweiten bei der Interpretation von Kinderzeichnungen verdeutlicht.
  • Mit dem Thema "Internet-Forschung in der Entwicklungspsychologie" (18 Seiten) von Ulf-Dietrich Reips wird das Spektrum möglicher Forschungsmethoden deutlich erweitert. Die verschiedenen möglichen "virtuellen" Erhebungsformen werden kurz vorgestellt, wobei konstatiert wird, dass im Rahmen der entwicklungspsychologischen Forschung das Internet und seine Möglichkeiten noch nicht hinreichend genutzt werden.
  • Ein historischer Rückbezug wird im Beitrag von Thomas Burkart hergestellt, der "Das qualitative Experiment in der Entwicklungspsychologie am Beispiel von Jean Piaget" (18 Seiten) behandelt. Hier werden die auch für heutige Forschungsarbeiten bestehenden Anwendungsmöglichkeiten aber auch die Grenzen qualitativer Experimente angesprochen.
  • Mit dem Thema "Einzelfallstudien in der entwicklungspsychologischen Forschung" (17 Seiten) verweisen Günter Mey & Markus Wenglorz darauf, dass es bei diesem Topos zunächst einmal einen Klärungsbedarf über die möglichen Forschungsfelder gibt (z.B. Person, Dyaden und Gruppen, Organisationen, Kultur/Gesellschaft). Es wird deutlich, dass (längsschnittliche) Einzelfallstudien trotz ihrer herausragenden Bedeutung für die Entwicklungspsychologie traditionell wenig eingesetzt wurden. Eine vorgeschlagene Systematik entwicklungspsychologischer Einzelfallstudien wird anhand des Fallbeispiels eines autistischen Mädchens veranschaulicht.
  • Methodologische Fragen werden im Beitrag von Philipp Mayring & Brigitte Jenuli-Schiefer angesprochen. Es geht um "Triangulation und „Mixed Methodologies“ in entwicklungspsychologischer Forschung" (12 Seiten). Dabei wird die (Pseudo-)Kontroverse "qualitative vs. quantitative Methodik" aufgegriffen und anhand zahlreicher Beispiele aus dem Bereich der Entwicklungspsychologie des (höheren) Erwachsenenalters für unsinnig und überholt erklärt.
  • Auch Siegried Hoppe-Graf  befasst sich mit generellen "Interpretationsprinzipien und Interpretationsregeln für die entwicklungspsychologische Forschung" (14 Seiten) und verweist auf  Aspekte wie Ganzheitlichkeit, Sorgfalt etc. bei der Datenerhebungspraxis und eine ebensolche Anbindung an Theorie im Sinne einer Optimierung von (Forschungs-)Praxis und Theorie.
  • Die "unweigerliche" metaphorische Konstituierung der Entwicklungspsychologie greift Rudolf Schmitt in seinem umfangreichen und sorgfältig annotierten Beitrag "Entwicklung, Prägung, Reifung, Prozess und andere Metaphern. Oder: Wie eine systematische Metaphernanalyse in der Entwicklungspsychologie nützen könnte" (39 Seiten) auf. Unter Rekurs auf die kognitive Linguistik wird die Metaphernanalyse auf ihre entwicklungspsychologischen Bezüge hin analysiert und in ihrer potentiellen triangulatorischen Funktion als angemessenes und erkenntnisförderndes Auswertungsverfahren empfohlen.
  • Der letzte Beitrag von Heiko Hausendorf & Uta M. Quasthoff verweist auf die Einsatzmöglichkeit von "Konversation-/Diskursanalyse: (Sprach-) Entwicklung durch Interaktion" (33 Seiten). Auch hier wird nachgewiesen, dass Erfahrungen in sozialkonstruktivistischen Ansätzen mit ihrem Fokus auf Diskurse und interaktive Prozesse auch für den Bereich der Entwicklung von Intersubjektivität und Interpersonalität nutzbar zu machen sind. Das betrifft gerade auch die Bedeutung der sozialen Genese von Kognition, was abschließend durch Forschungsbeispiele narrativer Erwerbsprozesse verdeutlicht wird.

Zielgruppen

Das Buch richtet sich an die Fachdisziplinen (Entwicklungs-)Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaft und andere "Entwicklungswissenschaften" mit Interesse an qualitativer Forschung, aber auch an grundsätzlichen methodologischen und methodischen Fragen. Es erweist sich dabei sowohl ertragreich für diesbezügliche theoretische Überlegungen als auch für (forschungs-)praxeologische Fragen. Zudem ist es sowohl für Lehrende als auch für Studierende eine gute Fundquelle bei anstehenden theoretischen und methodisch-praktischen Fragen und Problemen.

Diskussion

Das Buch ermöglicht einen Einstieg in den Themenbereich, bietet aber auch für "fortgeschrittene" Forscher wichtige Anstöße und Vertiefungsmöglichkeiten. Gerade auch die dargestellte Fülle der verschiedenen Verfahren stellt eine inspirierende Quelle bei der Generierung von Forschungsfragen und -methodik dar. Vieles kann natürlich in den einzelnen Kapiteln nur angedeutet werden; die zumeist auch mitgelieferten exemplarischen Veranschaulichungen erlauben aber in der Regel den Transfer auf andere mögliche Themen und Fragestellungen.

Fazit

Das Buch ist eine eindrucksvolle Zusammenstellung und Bündelung theorie- und forschungsmethodischer Beiträge und Überlegungen für den Bereich qualitativer entwicklungspsychologischer Methodik. Auch wenn gerade im ersten Teil ein gewisser "Aspektionismus" praktiziert wird, sind letztlich alle Beiträge einschlägig und themenrelevant. In diesem Sinne findet man selten zwischen zwei Buchdeckeln so viele unterschiedliche Aspekte und Facetten unter Wahrung eines gemeinsamen "Grundtons". Dieser besteht in einem expliziten, methodisch-qualitativen entwicklungspsychologischen Selbstverständniss. Dies herausgearbeitet zu haben, ist nicht zuletzt das Verdienst des Herausgebers Günter Mey, der in seinem Eingangskapitel in beeindruckender Weise die Querverbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen den verschiedenen Disziplinen knüpft.


Rezensentin
Prof. Dr. Insa Fooken
Entwicklungspsychologin (der Lebensspanne), Seniorpofessorin, FB 4, Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Goethe Universität Frankfurt
Homepage www.uni-frankfurt.de/54226051/Fooken
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Zitiervorschlag
Insa Fooken. Rezension vom 13.06.2007 zu: Günter Mey (Hrsg.): Handbuch Qualitative Entwicklungspsychologie. Positionen und Verfahren. Kölner Studien Verlag 2005. ISBN 978-3-936010-06-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3088.php, Datum des Zugriffs 17.12.2018.


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ISSN 2190-9245

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