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Sandra Burgstaller: Systemische palliative Psychotherapie

Rezensiert von Prof. Dr. Maria Wasner, 29.04.2024

Cover Sandra Burgstaller: Systemische palliative Psychotherapie ISBN 978-3-8497-0470-4

Sandra Burgstaller: Systemische palliative Psychotherapie. Wandlungsprozesse am Lebensende begleiten. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2023. 198 Seiten. ISBN 978-3-8497-0470-4. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR.
Reihe: Systemische Therapie und Beratung.

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Thema

Unheilbar erkrankte Menschen zu begleiten stellt für alle professionellen Helfer:innen eine große Herausforderung dar. Die systemische Psychotherapie integriert systemisches Denken, Körperarbeit und Konzepte für die Gestaltung von Übergängen und kann dabei hilfreich sein, den Umgang mit dem Sterben zu erleichtern und eine selbstbestimmte Gestaltung des letzten Lebensabschnitts zu ermöglichen. Die Autorin Sandra Burgstaller begreift die letzte Lebensphase als einen Wandlungsprozess, der aktiv gestaltet werden kann, und hat auf der Grundlage unterschiedlicher Theorien und ihrer eigenen Erfahrungen im Palliativbereich ein Transitionsmodell entwickelt, das sie im Buch vorstellt und mit Hilfe ausführlicher Fallgeschichten näher erläutert.

Autorin

Sandra Burgstaller ist Psychotherapeutin und Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in einer freien Praxis und veröffentlichte bereits mehrere Fachartikel im Zusammenhang mit ihrer langjährigen Tätigkeit auf einer Palliativstation.

Aufbau

Das Buch ist neben Vorwort, Gedichten, Dank, Literatur und Informationen über die Autorin wie folgt aufgebaut:

  • Einleitung
  • Übergangsprozesse im theoretischen Diskurs
  • Transitionsprozesse im Palliativbereich
  • Der Therapieprozess im palliativen Transitionsmodell
  • Weitere Therapieprozesse
  • Conclusio
  • Anhang

Inhalt

Nach der Einleitung widmet sich Kapitel 1 zuerst einer kurzen Beschreibung des Palliativbereichs und geht dann auf theoretische Grundlagen der systemischem Familientherapie ein.

Im zweiten Kapitel gibt Sandra Burgstaller einen Einblick in den theoretischen Diskurs zu Übergangsprozessen. Neben den systemischen und neurobiologischen Ansätzen geht sie auf unterschiedliche Modelle ein, unter anderem stellt sie die Übergangsriten nach van Genneps und Turner vor und das Konzept der Heldenreise nach Campbell.

Im Anschluss daran skizziert die Autorin in Kapitel 3 ihr palliatives Transitionsmodell, das sie auf der Grundlage von bestehenden Theorien und Konzepten entwickelt hat. Dieses Modell besteht aus drei Phasen, nämlich aus der Phase der Lebenssehnsucht, der Phase der Todessehnsucht und der Phase der Hingabe. Die Autorin zeigt dabei auf, wie Menschen in diesen Phasen angeleitet werden können, ihren Selbstwert zu stärken und wie sie ihren Wünschen entsprechend begleitet werden können. Dadurch soll der Umgang mit dem Sterben erleichtert und ein selbstbestimmter Abschluss des Lebens ermöglicht werden.

In Kapitel 4 und 5 werden psychotherapeutische Therapieprozesse auf der Grundlage des palliativen Transitionsmodells anhand von Fallgeschichten ausführlich dargestellt.

Im sechsten Kapitel setzt sich die Autorin mit der Relevanz dieser Themen für die Praxis kritisch auseinander und zieht ein persönliches Resümee.

Im Anhang des Buchs finden sich fünf Arbeitsblätter, die für die Arbeit im Palliativkontext genutzt werden können.

Diskussion

Sandra Burgstaller vermittelt den Leser:innen theoretisches Basiswissen rund um die systemische Therapie im Palliativbereich und um Transitionsprozesse am Lebensende. Sie entwickelt auf der Grundlage dieses Wissens und bereits vorhandener Konzepte ihr palliatives Transitionsmodell. Dieses veranschaulicht sie mit Hilfe von ausgearbeiteten Fallgeschichten. Mit viel Einfühlungsvermögen werden hier konkrete Fälle mit den dahinter liegenden Theorien und hier angewandten Methoden verbunden und es wird hier dargestellt, wie eine aktive Gestaltung des Lebensendes gelingen kann.

Die Autorin gibt den Leser:innen unterschiedlichste Denkanstöße und Konzepte mit für die Begleitung von Menschen am Lebensende inklusive einiger Arbeitsblätter. Es werden systemisches Denken und Konzepte für die Gestaltung von Übergängen integriert, wie zum Beispiel die Gestaltung von Übergangsritualen, um eine ganzheitliche und umfassende Begleitung sterbender Menschen zu ermöglichen.

Es wäre schön gewesen, wenn das Transitionsmodell auch auf die Zugehörigen erweitert worden wäre bzw. wenn diese auch in den Fokus genommen worden wären.

Fazit

Dieses Buch bietet einen wichtigen Beitrag zur Begleitung von Menschen am Lebensende, alle professionell in der Sterbebegleitung tätigen Personen können von diesem Buch profitieren. Neben konzeptionellen und praktischen Handreichungen für die Begleitung von sterbenden Menschen bietet es den professionell Begleitenden die Möglichkeit sich gegenüber den Themen des Todes zu öffnen und ihre eigene Haltung zu reflektieren. Diese persönliche Auseinandersetzung mit Sterben und Tod und die Anwendung des palliativen Transitionsmodells können zu einer verbesserten Begleitung von sterbenden Menschen führen, die es wiederum den Sterbenden ermöglicht ihren letzten Lebensabschnitt selbstbestimmt zu gestalten.

Rezension von
Prof. Dr. Maria Wasner
Professorin für Soziale Arbeit in Palliative Care Behindertenbeauftragte Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:

  • Soziale Arbeit in Palliative Care
  • Lebensqualität
  • Angehörigenbegleitung
  • Spiritual Care
  • Sterben, Tod und Trauer
  • Interprofessionelle Teamarbeit
  • Kultursensible Begleitung am Lebensende

Website
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Es gibt 1 Rezension von Maria Wasner.

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ISSN 2190-9245