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Adrian Mühlebach: Der Körper, der ich bin

Rezensiert von Gertrude Henn, 29.12.2023

Cover Adrian Mühlebach: Der Körper, der ich bin ISBN 978-3-456-86257-6

Adrian Mühlebach: Der Körper, der ich bin. Was wir durch unsere Körperwahrnehmung lernen können. Hogrefe AG (Bern) 2023. 280 Seiten. ISBN 978-3-456-86257-6. D: 34,95 EUR, A: 36,00 EUR, CH: 46,50 sFr.

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Thema

Aus der Sicht verschiedener Disziplinen wie Philosophie, Geschichte, Psychologie und Physiologie werden Bedeutung und Nutzen unserer Körperwahrnehmung reflektiert und aufgezeigt.

Autor

Adrian Mühlebach leitet das Ausbildungszentrum für Alexander-Technik in Zürich. Er studierte Theologie und Philosophie, ist ausgebildeter Theater- und Tanzpädagoge sowie Alexander-Technik-Therapeut.

Entstehungshintergrund

Adrian Mühlebach stellt fest, dass es nur wenige Publikationen über Körperwahrnehmung gibt. Dem Autor ist es „ein Anliegen, den Wert und das Potenzial der Körperwahrnehmung in unserem heutigen Leben aufzuzeigen“ (S. 15).

Der Körper – eng mit dem Geschehen im Gehirn verbunden – bietet Zugang zu allen Ebenen von Erleben, Verhalten, Gefühlen, unbewussten Verhaltensmustern oder Erinnerungen. Die Wiederentdeckung des eigenen Körpers ermöglicht somit einen Zugang zu sich selbst.

Wie Menschen ihren Körper wahrnehmen, ist ein subjektiver, komplexer Prozess. Daraus resultierende Fragestellungen greifen in eine Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen (s.o.). Diese bilden den Hintergrund des vorliegenden Buches.

Aufbau

Das gedruckte Buch umfasst 278 Seiten. Es gliedert sich in 11 Kapitel, die die o.g. unterschiedlichen Zugänge inhaltlich bearbeiten, um abschließend die Herausforderungen der heutigen Zeit zu diskutieren und aufzuzeigen, wie sich die Körperwahrnehmung nutzen lässt. Das letzte Kapitel fasst noch einmal zusammen und gibt einen Ausblick. Das Buch enthält ein vierseitiges Literaturverzeichnis und ein umfassendes Sachwortverzeichnis.

Die Kapitel lauten im Einzelnen:

  1. Philosophie 
  2. Körperphilosophie
  3. Physiologie
  4. Psychologie der Körperwahrnehmung
  5. Der Körper – die Bühne der Emotionen
  6. Über Körperwahrnehmung sprechen
  7. Individualgeschichte
  8. Der Blick zurück in die Menschheitsgeschichte 
  9. Herausforderungen von heute
  10. Die Körperwahrnehmung nutzen
  11. Zum Schluss

Inhalt

Philosophie

Körperwahrnehmung hat viel mit unserem Denken, Vorstellungen zu Rolle und Stellenwert des Körpers und darüber, wie Empfindungen verarbeitet werden, zu tun. Unsere Denkprozesse und Wahrnehmungen wiederum sind geprägt von der Zeit, in der wir leben. Das Buch startet mit einem Ausflug in die abendländischen philosophischen Strömungen. Geprägt sind diese in der Regel von einer Geringschätzung des Körpers. Der Geist hingegen ist das Edle.

Körperphilosophie

Der Mensch erlebt sich in Wechselwirkung zwischen Körper, Emotionen und Denken wie in Wechselwirkung mit der Umwelt. Seine Existenz ist eingebettet in einen ständigen Veränderungsprozess (=Zeit). Unsere Lebensgeschichte hat sich im ganzen Körper bis auf die Zellebene eingeschrieben. Sie ist somit gleichzeitig Körpergeschichte.

Unsere Körpergeschichte steht hinter unserem Denken – der Körper denkt mit, ist quasi ebenfalls Gehirn (vgl. S. 33). So verändern Gedanken beispielsweise Muskelspannung oder Atmung. Anstatt sich unbewusst von körperlichen Reaktionen beeinflussen zu lassen, lässt sich die Aufmerksamkeit auch bewusst auf sie lenken.

Die Wahrnehmung ist ein subjektiver Prozess. Als Körperwahrnehmung dient sie dazu, ein inneres Gleichgewicht herzustellen, um aus Unwohlsein, Mangel oder Bedrohungserleben in einen Zustand des Wohlbefindens zurückzukehren (vgl. S. 33). Oft übernimmt unser emotionales Erfahrungsgedächtnis die führende Rolle. Es entscheidet vor allem bei komplexen, unüberschaubaren Fragestellungen und bedrohlichen Situationen. Die Gefühle sind als Reaktionen, die im Körper ausgelöst werden, spürbar.

Körperphilosophie beinhaltet das „Nachdenken über uns als körperliche Wesen“ (S. 29). Der Autor sieht in ihr vor allem eine Methode, „mit der wir Fragen stellen und nachdenken können“ (S. 29). Durch bewusstes „mit dem Körper leben“ lässt sich die verloren gegangene Einheit von Denken, Fühlen und Handeln wiederfinden.

Physiologie

Wie unsere Körperwahrnehmung aus physiologischer Sicht entsteht, ist Inhalt dieses Kapitels.

Die Wahrnehmung des Bewegungsapparates ist in der Großhirnrinde mit motorischen und somatosensorischen Arealen repräsentiert. Sie werden mit ihren spezifischen Aufgaben beschrieben.

Die Steuerung der inneren Organe findet dagegen im Hirnstamm als älterem Teil des Gehirns statt. Er ist über das vegetative Nervensystem mit den Organen verbunden. Seine Hauptaufgabe ist die Aufrechterhaltung der Homöostase sowie die Regulation der lebenswichtigen Vitalfunktionen.

Beschrieben werden der Aufbau der Nervenzellen und die Wege der Informationsübertragung. Unterschieden werden sensorische und motorische Neuronen sowie Interneuronen mit der Aufgabe, die Neuronen untereinander zu verbinden.

Die Körperwahrnehmung beginnt bei den sensorischen Nervenzellen, die sich je nach Aufgabe unterscheiden. Bspw. reagieren Mechanosensoren auf Berührungen oder Druck, Chemosensoren auf Glukose, Thermosensoren auf Hitze oder Kälte, Schmerzsensoren auf Schnittwunden (keine abschließende Aufzählung).

Unser Körper ist ein zirkuläres System. Steuerprozesse laufen über elektrische Impulse, Hormone, chemische Interaktionen. Auch der Prozess der Körperwahrnehmung ist solch ein zirkulärer Prozess. Der Körper verändert sich – ohne bewusste Absicht – durch die „Bewertung der sensorischen Informationen durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis“ (S. 51). Die kognitive Verarbeitung wirkt wiederum auf die Körperreaktionen zurück. Dazu reicht es, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Körperbereich zu lenken.

Psychologie der Körperwahrnehmung

Die Selbstregulation des Organismus erfolgt in der Regel ohne Beteiligung des Bewusstseins. Besondere Situationen oder die bewusste Entscheidung, einen Körperbereich wahrzunehmen, bewirken, dass „Informationen als Körperempfindungen durch die Bewusstseinsschranke treten“ (S. 53), kognitiv verarbeitet werden und zu einer Körperwahrnehmung werden.

Adrian Mühlebach beschreibt den Raum als kognitive Interpretation von Sinnesinformationen. Zeit spielt in unserem subjektiven Umgang mit ihr eine große Rolle. Gedanken nehmen Einfluss auf unser Zeiterleben. Sind sie in die Zukunft gerichtet, in die Vergangenheit oder bin ich präsent im gegenwärtigen Moment?

Körperwahrnehmung erfordert unsere Aufmerksamkeit. Dabei wirken Filtermechanismen. Einen ersten Filter bilden die somatosensorischen Rezeptoren. Weiterer Filter ist unsere Lebensgeschichte als Körpererfahrungsgeschichte, aus der wir Vorstellungen entwickeln, die wir mit unserem Körper verbinden.

Der somatosensorisch wahrgenommene Körper stimmt nicht immer mit dem visuell wahrgenommenen Körper überein: „Die Wahrnehmung ist ein Instrument, das unserem Überleben und nicht der wahrheitsgetreuen Abbildung dient“ (S. 65).

Die differenzierte Körperwahrnehmung lässt sich erlernen. Das Kapitel Psychologie enthält hierzu eine Anzahl von Beispielen, Anregungen und Übungen, die das Gelesene verdeutlichen und zur eigenen Körperwahrnehmung genutzt werden können. 

Der Körper – die Bühne der Emotionen

Nach dem Autor lässt sich unterscheiden zwischen Prä-emotionen (Wohlbehagen/​Unbehagen) und Basisemotionen (Freude, Angst, Ärger, Traurigkeit). Sozial erworbene Emotionen und kulturbedingte Emotionen sind Ausdifferenzierungen davon, z.B. Glück, Stolz, Eifersucht, Scham, Zorn, Trauer.

Emotionen werden an unterschiedlichen Stellen über den Körper wahrgenommen. Sie können Körperräume weit oder eng machen (z.B. Ärger – Muskelverspannungen im Magen, Glück – Weite in der Brust).

Emotionen werden in unserem emotionalen Erfahrungsgedächtnis abgespeichert. Neue Erfahrungen werden anhand gemachter Erfahrungen bewertet. Über elektrische Impulse und neurochemische Veränderungen werden Körperreaktionen ausgelöst. In unserem Bewusstsein werden sie mit Gedanken und Erinnerungen angereichert. Als somatische Marker (nach Damasio) können körperliche Reaktionen aufgrund ähnlicher früherer Erfahrungen hervorgerufen werden.

Für die Wahrnehmung unserer Emotionen ist die Körperwahrnehmung bedeutsam. Ist sie nur schwach entwickelt, besteht Mühe, Gefühle zu empfinden. Damit die „Bühne der Emotionen“ allen Arten von Emotionen den Auftritt ermöglicht, sollte sie „möglichst vielfältig bespielbar“ (S. 79) sein. Wenn sich Spannungszustände und Körperhaltungen festsetzen, wird das emotionale Gleichgewicht beeinträchtigt. Eine „zentrierte, aufgerichtete Körperhaltung mit angenehm lebendiger Muskulatur“ schafft hingegen die „Voraussetzung für das Erleben positiver Lebensenergie“ (S. 80).

Über Körperwahrnehmung sprechen

Sensorische und kognitiv-emotionale Erfahrungen haben eine sprachliche Nähe (z.B. Ich begreife es. Es berührt mich.). Die Umsetzung von Körperwahrnehmungen in Worte und Sätze ist eine Fähigkeit, die oft nur schwach entwickelt ist, aber aufgebaut werden kann. Die vorsprachliche Körperempfindung durchläuft dabei ein „Auswahl-, Vergleichs- … und Deutungsverfahren, welches zur sprachlichen Denk- und Ausdrucksform führt“ (S. 88). Sprachliche Codierung ist wiederum individuell und kulturell mitbestimmt.

Individualgeschichte

Der Autor schildert zunächst anhand der Embryonalentwicklung, wie sich motorische und somatosensorische Verbindungen aufbauen, erste Bewegungskoordination und Atembewegungen als Lernprozess erfolgen, sich das zentrale Nervensystem entwickelt, wie sich über das Rückenmark das Gehirn mit dem ganzen Körper verbindet, sich die Steuerung der Körperfunktionen aufbaut, im Gehirn neuronale Netzwerke als Körperrepräsentationen und schließlich das „Protoselbst“ (Damasio) als Sammlung neuronaler Muster entsteht. Aus ihm entsteht mit der Ausbildung des emotionalen Erfahrungsgedächtnisses und den assoziativen Kortizes das „gefühlte Kernselbst“. Hier entwickelt sich das Körpergefühl. Protoselbst und gefühltes Kernselbst sind „Grundlage für unsere Vorstellungen von unserem <Ich>“ (Hüther, zit. nach Mühlebach, S. 99).

Körperselbst, die Verbindung von Erfahrungsspeicher und emotionaler Bewertung von Erfahrungen führen in der weiteren Gehirnentwicklung zu Selbstbild und letztlich Ich-Bewusstsein.

Oft gewählte Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster beginnen sich im Körper „einzuschreiben“, „werden zu Körperhaltung und können körperliche Probleme wie Rückenschmerzen […] verursachen“. (S. 108). Dadurch wiederum können die psychischen Reaktionsmöglichkeiten beschränkt werden.

Anpassung führt dazu, dass sich gefühlte Bedürfnisse und Verhalten voneinander entfernen (vgl. S. 109). Schwere seelische Verletzungen und Traumata haben eine Überlastung des Nervensystems zur Folge. Sie können bewirken, dass die Körperwahrnehmung ganz oder teilweise ausgeblendet wird.

Im letzten Abschnitt der Individualgeschichte erfahren die LeserInnen noch die Verwandlung von Sich-Spüren in Schmerzempfindungen und welcher zirkulären Dynamik sie unterliegen.

Der Blick zurück in die Menschheitsgeschichte

Die Ausgangsfrage dieses umfangreichen, ca. 60-seitigen Kapitels lautet: „Wie nahmen die einfachen Menschen durch all die Jahrhunderte ihren Körper wahr?“ (S. 122). Anhand „historischer Längsschnitte“ beispielhafter Vorgänge und Ereignisse nimmt der Autor die LeserInnen mit auf eine Reise durch die Menschheitsgeschichte. Er differenziert die Themen: Mensch und Natur, Religion, Herrschaft und Unterdrückung, Körper als Arbeitskraft, Krieg, Stellung der Geschlechter in der Gesellschaft, Medizin und Körperkultur. Er gibt jeweils einen kurzen historischen Abriss und stellt dann die Auswirkungen auf die Körperwahrnehmung dar.

Vorab hält er fest: „Wir haben auch heute noch einen Körper, der in der Steinzeit, der Jagd- und Sammelkultur, entstanden ist. […] Das Leben dieser Menschen prägt das Design unseres Körpers bis heute, indem es Spuren in unseren Genen hinterlassen hat“ (S. 122).

Herausforderungen von heute

Im neunten Kapitel werden die Auswirkungen des Lebens in der modernen, technologischen Konsum- und Leistungsgesellschaft untersucht. Der Autor beschreibt Entfremdungsprozesse, das Nicht-Verbunden-sein mit elementaren Bedürfnissen im Gegensatz zu künstlich erzeugten Konsumbedürfnissen.

Sitzen, Bewegungsarmut und anhaltender Leistungsdruck treffen auf unseren „steinzeitlich geprägten Körper“ der für „viel körperliche Bewegung und längere Erholungszeiten“ angelegt ist (S. 185). Die hohe, durch Stress mobilisierte, Energie kann so nicht abgebaut werden. Sie führt zu Erkrankungen.

Er geht auf Ernährung, Essen als Konsumerlebnis, Übergewicht oder Verdauungsprobleme ein, auf die Folgen körperlicher Passivität. Begleitend werden Anregungen und Übungen zu ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung, gesunder Esskultur, Bewegung, Funktion der Atmung gegeben.

Als weitere Herausforderungen werden Sport, Fitness- und Schönheitskult, eine selbstbestimmte Sexualität und moderne Geschlechterrollen beschrieben. Er stellt Überlegungen an, wie Kleidung und Mode Einfluss auf Bewegungen nehmen oder das Selbstempfinden prägen.

Weiter geht er auf den Prozess des Älterwerdens ein, in dem ein Ausblenden der Körperwahrnehmung nicht mehr möglich ist, wenn Schmerzen und körperliche Einschränkungen sich nicht mehr verdrängen lassen.

Den Abschluss des Kapitels bildet ein Blick auf die moderne Medizin mit ihren Kehrseiten. Der Mensch ist verführt, die Verantwortung für seine Gesundheit und seinen Körper abzugeben. „Er kann ihn von der Medizin warten und reparieren lassen – wie ein Auto“ (S. 207).

Die Körperwahrnehmung nutzen

Adrian Mühlebach fordert, dass die „Wahrnehmung unseres Körpers […] Teil unseres normalen, alltäglichen Fühlens, Denkens und Handelns, unseres Lebens“ (S. 209) sein muss. Ihm zufolge bewirkt sie einen wirkungsvollen Zugang zu Selbstentwicklungsprozessen, ein stärkeres Wohlbefinden, mehr Stressresistenz.

Den Schwerpunkt des Kapitels bilden Informationen, Anregungen und Anleitungen, wie der moderne Mensch zur Körperwahrnehmung zurückfinden kann. Dem Körper Zeit widmen und Pausen einbauen, die der bewussten Körperwahrnehmung gewidmet sind, ist dazu die wichtigste Maßnahme.

Er benennt Körperbereiche, für die sich „eine Entdeckungsreise besonders lohnt“ (S. 215) und warum „Wissen über die Anatomie und Physiologie des Körpers hilft […] zu verstehen, was wir wahrnehmen.“ (S. 215).

Die Alexander-Technik als „Prozess der Selbsterforschung und Selbstentwicklung“ wird in Grundzügen vorgestellt. Zwei mit vielen Anregungen versehene Abschnitte sind dem Innehalten und der Körperwahrnehmung im Alltag gewidmet. Als Übungen werden u.a. Body Scan, Atembewegung in der Beckenmuskulatur, Stehen mit Kontakt zum Boden und Gehen ausführlicher dargestellt. Der Abschnitt „Mentale Anweisungen“ – als bewusst gewählte Vorstellungen – gibt u.a. eine anschauliche Übungsfolge vor.

Um, wie eingangs des Kapitels erwähnt, zu verstehen, was wir wahrnehmen, werden am Beispiel des Sitzens und der Atembewegung anatomisch-physiologische Zusammenhänge vermittelt. So bringt uns der Körper in Kontakt mit Wünschen, Bedürfnissen wie auch unserem Selbst und etwas „passiert mit uns, wenn wir unsere Haltungs-, Spannungs-, Bewegungs- und Atemmuster verändern“ (S. 243).

Zum Schluss

Im letzten Kapitel gibt Adrian Mühlebach eine Zusammenfassung der zentralen Aussagen. Diese verdichtet er noch einmal mit einem Ausblick, der sich als Handlungsanleitung verstehen lässt: Rückkehr in den Körper, eine soziale und ökologisch gestaltete Lebensweise, Leben mit dynamischen Wissens- und Denkprozessen und das Zulassen von Veränderung, Selbstentwicklung durch Körperwahrnehmung, die im Alltag Verhaltenskompass sein kann, Akzeptanz von Leben und Vergehen und die Gestaltung des eigenen Lebens in einem gesunden Gleichgewicht.

Diskussion

Das Besondere des Buches „Der Körper, der ich bin“ sind die verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkel, die das komplexe Thema Körperwahrnehmung erschließen und ihm spannende Aspekte entlocken.

Hier werden die unterschiedlichen Ausbildungen und Studien des Autors und dessen Weitblick genauso deutlich, wie die Bedeutung der Körperwahrnehmung als Schlüssel für unser Fühlen, Denken und Handeln.

Die Beschäftigung mit den aktuellen Herausforderungen regt zur Reflexion des eigenen Erlebens an, enthält – wie das Praxiskapitel – gute Übungen. Als Übungen und Anleitungen gekennzeichnet, sind sie wohldosiert und bilden nicht den Schwerpunkt des Buches. Bei aufmerksamer Lektüre finden sich Anregungen für die eigene Praxis und Lebensgestaltung jedoch in allen Abschnitten.

Fazit

Ein spannendes und lehrreiches Buch, das besonders durch die Perspektiven der unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Disziplinen neue Impulse und wertvolle Denkanstöße gibt und die bedeutsame Rolle der Körperwahrnehmung für unser Fühlen, Denken und Handeln, unser Wohlbefinden und Unbehagen belegt.

Rezension von
Gertrude Henn
Diplom-Sozialpädagogin, Entspannungs- & Stressmanagement-Trainerin
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Es gibt 11 Rezensionen von Gertrude Henn.

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Zitiervorschlag
Gertrude Henn. Rezension vom 29.12.2023 zu: Adrian Mühlebach: Der Körper, der ich bin. Was wir durch unsere Körperwahrnehmung lernen können. Hogrefe AG (Bern) 2023. ISBN 978-3-456-86257-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/31240.php, Datum des Zugriffs 23.04.2024.


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