Marieke Abetini: Schnittstelle Sinne
Rezensiert von Dipl.-Päd. Rabea Wienholt, 30.03.2026
Marieke Abetini: Schnittstelle Sinne. Individuelle sensomotorische Prozesse und Unterricht - Verhalten verstehen - Lernen unterstützen. Verlag modernes lernen Borgmann GmbH & Co. KG. (Dortmund) 2024. 192 Seiten. ISBN 978-3-8080-0948-2. D: 23,95 EUR, A: 24,70 EUR, CH: 38,80 sFr.
Thema
Der Buchtitel und die Untertitel deuten es an: Die Autorin nimmt sich eines aktuellen Themas an und hat viel vor in einem 170 Seiten umfassenden Werk. Das Lernen soll unterstützt werden, indem individuelle sensorische Prozesse verstanden werden.
Das Bild auf dem Einband zeigt eine schulische Szene an einer Kreidetafel, unterschiedliche Kinder, eine Lehrkraft, Bücher, Hefte und Stifte auf den Tischen. Sensomotorik und klassischer Frontalunterricht – da wird die Leser:in neugierig. Wie geht das zusammen?
Autor
Der Blick ins Inhaltsverzeichnis und den Klappentext macht es deutlich: Hier stehen die Expertise einer Ergotherapeutin und Fachlehrkraft in Personalunion gebündelt als Arbeitsbuch zur Verfügung.
Entstehungshintergrund
Das Buch soll dabei für den fachlichen Austausch und die gemeinsame Erstellung einer förderlichen Lernumgebung durch Leser:in und Autor:in stehen und ist niederschwellig in der Anwendung.
Aufbau und Inhalt
Klar strukturiert werden die einzelnen Basissinnessysteme des Kindes erklärt (Tastsinn, Propriozeption und Gleichgewicht) und ihre Verarbeitung bzw. ihre möglichen Störungen hinsichtlich der Symptome und Fördermöglichkeiten ausgearbeitet.
Das Buch ist abwechslungsreich in der Darstellung und inhaltsdicht verfasst. Merksätze (z.B. „Diese Schüler*innen mögen Körperkontakt. Daher kann der Sitzplatz nah an der Lehrkraft sein“, S. 56), zusätzliche Online-Materialien, Querverweise durch zahlreiche Symbole und Tabellen als Kopiervorlagen sowie konkrete Übungen für den Unterricht stehen in umfangreichem Maß zur Verfügung.
Diskussion
Es ist gut vorstellbar, dass eine Lehrkraft, die hier auf der Suche nach Ursachen und Zusammenhängen der Lernschwierigkeiten ihrer Schüler*innen ist, hilfreiche Erklärungen findet und neue Impulse bekommt, wie dieses Kind unterstützt werden kann: „Jedes Mal braucht Nils einige Zeit und wiederholte Ansprache durch die Lehrperson, …“ (S. 82).
Kurz: Für Pädagog*innen, die von den Arbeiten von Renate Zimmer oder Jean Ayres bereits gelesen haben, liegt hier ein kompaktes Nachschlagewerk für den Schulalltag vor. Beim Lesen bleibt allerdings der Wunsch bestehen, nicht mit einem Buch in der Hand, sondern mit einer Kollegin wie Marieke Abetini an der Seite, die den Erfahrungsschatz und den ergotherapeutischen Blick auf kindliche Entwicklung hat, direkt im Klassenraum und im Schulalltag zusammenarbeiten zu dürfen.
Fazit
Die Schüler*innen profitieren in jedem Fall von dieser Erweiterung der Perspektive.
Rezension von
Dipl.-Päd. Rabea Wienholt
rabea-wienholt.de
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