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Armin Born, Claudia Oehler: Lernen mit ADHS-Kindern

Rezensiert von Dipl.-Päd. Petra Steinborn, 10.07.2024

Cover Armin Born, Claudia Oehler: Lernen mit ADHS-Kindern ISBN 978-3-17-042753-2

Armin Born, Claudia Oehler: Lernen mit ADHS-Kindern. Ein Praxishandbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2023. 12., erweiterte und überarbeitete Auflage. 259 Seiten. ISBN 978-3-17-042753-2. 24,00 EUR.

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Thema

Es ist bekannt, dass Kinder, die unter den Bedingungen von ADHS leben, sehr häufig unter Lern- und Leistungsschwierigkeiten leiden, die ihren Lebensweg stark beeinträchtigen. Sie erhalten schlechte Noten, müssen Klassen wiederholen oder sogar die Schule wechseln, auch Schulabbrüche kommen gehäufter vor. Das führt zu zusätzlichen psychischen Problemen.

Gängige Lernverfahren in Schulen passen für diese Kinder oft nicht, verursachen teilweise Lernprobleme sogar mit, deshalb ist es geboten, effektive Lernmethoden speziell für diese Kinder zu entwickeln.

Autor:in

Armin Born ist als Diplom-Pädagoge und Psychologischer Psychotherapeut in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Er leitet die Akademie für Lerncoaching.

Claudia Oehler ist Psychologische Psychotherapeutin und leitet als Verhaltenstherapeutin eine Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Aufbau und Inhalt

Das vollständige Inhaltsverzeichnis findet sich auf der Homepage der Deutschen Nationalbibliothek.

Das Buch ist im Softcover-Format erschienen und hat einen Umfang von 259 Seiten, die sich in drei Teile und 17 fortlaufend nummerierte Kapitel gliedern. Es ist in der 12. erweiterten und überarbeiteten Auflage erschienen, eingearbeitet wurden im praktischen Teil Methoden besonders in den Bereichen Rechnen, Rechtschreibung und dem Üben von Aufsätzen, ergänzt durch den aktuellen Stand der Forschung. Der Buchschnitt ist farblich abgesetzt. Blaue Textboxen heben sich vom Fließtext ab, sie fassen zentrale Aussagen zusammen, jedes Kapitel endet mit zentralen Aussagen. Zahlreiche Abbildungen stellen Sachverhalte bildlich dar, um das Verstehen der komplexen Zusammenhänge zu unterstützen.

Der erste Teil beinhaltet Grundlagenwissen. Dieser Teil beginnt mit Leistungs- und Lernproblemen bei ADHS-Kindern (Kap.1) und skizziert typische Beispiele. Das zweite Kapitel zeigt besondere Leistungsprobleme bei ADHS-Kindern unter vier Aspekten: a)Besonderheiten, die Eltern in der Lern- und Hausaufgabensituation ihrer Kinder sehen, b)Besonderheiten, die die Lehrerin bzw. der Lehrer beim Kind im Unterricht sehen, c) Hinweise, die Psycholog:innen in Testverfahren in der Praxis sehen und d) der Frage, wie die Schulwirklichkeit zu der besonderen Ausgangssituation von ADHS-Kindern passt. Das Kapitel schließt mit der aktuellen Forschungslage.

Im dritten Kapitel wird die Frage gestellt, wie funktionieren Abspeicherprozesse zum einen in Hinblick auf die Informationsaufnahme und zum anderen im Hinblick auf das Behalten. Das Fazit lautet: Vergessen ist leicht – Behalten ist schwer. Das Behalten wird dadurch unterstützt, dass mit allen Sinnen gelernt wird.

Das vierte Kapitel Lernen aus der Sicht der aktuellen Gehirnforschung nimmt in den Blick, wie die Vorstellung der so genannten neuronale Ebene im Gehirn ist, wie das Gedächtnis organisiert ist, wie der Grundvorgang im Gehirn aussieht, der zum dauerhaften Behalten führt, wie die Informationsweiterleitung auf neuronaler Ebene funktioniert, wie aus dieser „flüchtigen“ Signalweitergabe ein dauerhaftes Erinnern wird und was geschieht, wenn bestimmte Fertigkeiten, wie z.B. das Fahrradfahren, immer schneller und besser gelingen oder bestimmte Aufgabenlösungen sofort einfallen. Es endet mit der Bewertung der Ergebnisse der modernen Gehirnforschung und deren Bedeutung für den Lernprozess.

Kapitel 5 stellt Lernprobleme von ADHS-Kindern in den Fokus und erläutert die Zusammenhänge anhand des sog. Einprägemodells mithilfe von Schlaglichtern: 1. Auf die „Einstellung“ kommt es an, 2. Die Aufmerksamkeitsbeeinträchtigung von ADHS-Kindern, 3. zu viele Informationen im Arbeitsgedächtnis, 4. zu kurze Verweildauer im Arbeitsgedächtnis, 5. Einmal gekonnt – reicht das aus und 6. Informationen müssen richtig eingeordnet und abgespeichert werden. Lernstörungen können wie ein Teufelskreis sein. Das 6. Kapitel handelt vom Einfluss der Umwelt auf Lernschwächen anschaulich dargestellt an zwei Fallvignetten (Lene und Paul). Das Kapitel endet mit der Vorstellung des Teufelskreismodells. Hieran schließen sich im folgenden Kapitel Grundüberlegungen bei der Entwicklung von Lernmethoden an (Kap. 7).

Teil II mit Allgemeinen Tipps zum Lernen mit ADHS-Kindern beginnt im Kapitel 8 mit einem Überblick mit Lerntipps für ADHS-Kinder: Dazu gehören allgemeine Grundprinzipien wie mehr Strukturierung des Lernstoffes von außen, wichtig sind wenige, passende Methoden und die Reduktion auf das Wesentliche, der visuelle Einprägeweg ist häufig günstiger und vorgestellt werden auch Lernwege ohne schreiben zu müssen. Es gibt Tipps zur Unterstützung bei den Hausaufgaben, bei Pausen (vor und zwischen den Hausaufgaben) und zur Wiederentdeckung des Sinns der Hausaufgaben. In Abhängigkeit vom Lebensalter der Kinder braucht es ein gutes Zeit- und Lernmanagement. Ein bekanntes Problemfeld stellen das Handy und Computerspiele dar. Das achte Kapitel schließt mit dem Hinweis auf den Team-Gedanken statt „überzogene“ Selbstständigkeitsanforderungen in den Vordergrund zu stellen.

Drei Grundprinzipien der Lernmethoden sind 1. weniger ist mehr, 2. möglichst nicht schriftlich und 3. regelmäßig und in kleinen Portionen. (Kap. 9).

Das 10. Kapitel mit dem Titel Mein Kind will nicht lernen zeigt Grundprinzipien bei der äußeren Strukturierung auf, dazu gehört das Treffen von Vereinbarungen im Voraus, das Setzen realistischer Ziele, das Ermöglichen von Erfolgen, das Schaffen von Anreizen und das Stellen von Anforderungen auch an die Eltern.

Das letzte Kapitel (11) im zweiten Teil kritisiert reformpädagogisch orientierte Unterrichtskonzepte in der Unterrichtung von ADHS-Kindern. Betrachtet werden Leitvorstellungen, Unterrichtskonzepte, reformpädagogisch orientierte „alternative Schulformen“, reformpädagogisch orientierte Lernmethoden bei Lernschwächen, reformpädagogisches Gedankengut und das neue schulpädagogische Leitkonzept der sog. Kompetenzorientierung. An dieser Stelle ist schon mal anzumerken, dass unklar ist, was mit „neu“ gemeint ist. Die Kompetenzorientierung ist ein gebräuchliches und bewährtes Konzept.

Der dritte Teil bespricht konkrete Lernstrategien für einzelne Schulfächer. Das 12. Kapitel behandelt das Rechnen mit besonderem Augenmerk auf die Rechenstörung (Dyskalkulie) aus kinder- und jugendpsychiatrischer sowie pädagogischer Sicht, daran schließt sich die Frage an, wie Kinder das Rechnen erlernen können insbesondere werden, die Phasen beim Erlernen der Grundfertigkeit Rechnen erläutert. Dazu gehören auch grundsätzliche Herangehensweisen bei einer Rechenschwäche oder Rechenstörung und abschließend wird die Frage reflektiert, wo die größten Gefahrenstellen beim Erlernen der Rechenfertigkeiten liegen und welche Fehlstrategien bei ADHS-Kindern häufig vorkommen. Aufgenommen sind auch Vorüberlegungen für eine angemessene Vorgehensweise und konkrete Lernstrategien, wie das Kind üben kann. Ein spielerischer Zugang bietet das Pyramidenspiel, durch das das Wiederholen anders erlebt werden kann. Besprochen werden auch Textaufgaben. Das Bruchrechnen gehört auch zu den Grundrechenarten, deshalb wird ein Beispiel des Bruchrechnens vorgestellt. Visualisierungshilfen wie eine MindMap oder Lösungslandkarten für mathematische Themengebiete haben sich in der Praxis bewährt.

Kapitel 13 stellt das Lesen in den Mittelpunkt, den Anfang macht die Betrachtung der Lese-Rechtschreibstörung aus psychologischer und kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht, anschließend folgen Erklärungen zu Modellen des Leseprozesses, es wird erklärt, was beim Lesen passiert, was das Ziel im Leselernprozess ist und was die aktuelle Forschungslage dazu ist, auch Erschwernisse im Leselernprozess werden angesprochen, der Erstleseunterricht wird analysiert und auch der Teufelskreis der Leseschwäche bei ADHS-Kindern thematisiert. Diskutiert werden Fördermaßnahmen, vorgestellt wird ein Analyseraster für die Anfangsphase des Leselernprozesses und Übungsmaterialien zur Automatisierung von Silben und größeren Wortteilen sowie Grundprinzipien beim Üben und zur Verbesserung des Leseverständnisses und der Sinnentnahme.

Um die Rechtschreibung geht es im 14. Kapitel, das mit 11 Unterkapiteln das Thema vielseitig betrachtet. Den Anfang machen Gedanken zur Rechtschreibstörung aus psychologischer und kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht, zudem werden Modelle des Rechtschreibprozesses vorgestellt. Die Ziele im Rechtschreiblernprozess und auch die Erschwernisse im Rechtschreiblernprozess (in Bezug auf die aktuelle Forschungslage) sowie eine Analyse des Rechtschreibunterrichts schließen sich an. Diskutiert werden Fördermaßnahmen zum Training von sog. Vorläuferfertigkeiten, dieses Unterkapitel endet mit der kritischen Reflexion der Hauptförderwege in der Rechtschreibung sowie der Beschreibung des Teufelskreises bei ADHS-Kindern im Bereich der Rechtschreibung. Vorgestellt werden hilfreiche, einfache und effektive Lernmethoden für ADHS-Kinder. Das Üben von Aufsätzen steht im Mittelpunkt des 15. Kapitels und insbesondere wird vorgestellt, wie ein Gerüst und Formulierungshilfen für den Aufsatz in der Grundschulzeit und Hilfen im Sekundarschulbereich aussehen könnten.

Das vorletzte 16. Kapitel die Lernfächer konzentriert sich auf Hauptprobleme bei Lernfächern wie z.B. dass das Kind nicht alles lernen kann oder ein ADHS typisches Lernverhalten zeigt. Es braucht Vorbereitungen und Rahmenbedingungen für ein effektives Lernen und wirksame Lernschritte für ADHS-Kinder. Das Buch endet mit grundlegenden Vorüberlegungen zum Lernen im Fach Englisch sowie Einpräge- und Übungsmöglichkeiten.

Neben einem Schlusswort und Literaturverzeichnis folgt noch ein Zwiegespräch zu Lernproblemen und die Wiederholung der vier Grundregeln für ein dauerhaftes erfolgreiches Lernen.

Diskussion

2002 erschien die erste Auflage, hier liegt nun nach Angabe des Verlags die 12. überarbeitete und erweiterte Auflage vor. Das Buch hat den Anspruch, Kinder, die unter den Bedingungen von ADHS leben, einen wirksamen Weg aufzuzeigen, wie der Teufelskreis mit Lernstörungen erfolgreich verlassen werden kann. Dargestellt werden konkrete und leicht umsetzbare Lernstrategien für die Grundfertigkeiten Rechnen, Lesen und Rechtschreiben, für die Lernfächer sowie für das Fach Englisch und dabei gilt stets der Grundsatz „weniger ist mehr“.

Ausgangspunkt für wirksame Methoden der Lernförderung sollten nicht didaktische Überlegungen sein, erfolgreicher sind wissenschaftlichen Erkenntnisse der Lernpsychologie und der Gehirnforschung. Die Bedeutung des Arbeitsgedächtnisses rückt zunehmend in den Fokus. Das Autorenteam hat den Anspruch, Lernprozesse unter Einbezug der Funktionsweise des Arbeitsgedächtnisses zu erläutern, um davon ausgehend zu überlegen, welche Lernwege auf dieser Basis überhaupt erfolgreich sein können. Das Autorenteam arbeitet im Lerncoaching und entwickelt Lernwege, damit Kinder auf möglichst einfache Weise die notwendigen Automatisierungen erwerben können und um auf diese Art und Weise den begrenzten Arbeitsspeicher zu entlasten.

Einen bedeutsamen Kern bildet das systematische Üben, welches so gestaltet sein sollte, dass es erfolgreich sein kann. Kinder mit einer Lernschwäche müssen – wie alle Kinder – die Erfahrung einer positiven emotionalen Bewertung des Lerngegenstandes machen. Das ist möglich!

Das Buch hält zahlreiche praktische Beispiele bereit, es ist merklich, dass das Autorenteam aus der Praxis des Lerncoaching kommt. Durch zahlreiche Bilder und Abbildungen werden komplexe Sachverhalte anschaulich und nachvollziehbar dargestellt, dadurch konnte auf komplizierte Textwüsten verzichtet werden. Zwischenüberschriften lockern den Text auf und unterstützen die Orientierung im Fließtext. Als Stilmittel wurde an vielen Stellen die direkte Ansprache gewählt wie z.B. „wenn Ihr Kind…“ oder „Sie werden…“, ein interessantes Stilmittel, welches die Aufmerksamkeit erhöht.

Es werden allgemeine Grundprinzipien zum Lernen mit ADHS-Kindern gegeben, das sind mehr Strukturierung des Lernstoffes von außen, wichtig sind wenige, passende Methoden und die Reduktion auf das Wesentliche, der visuelle Einprägeweg ist häufig günstiger, vorgestellt werden auch Lernwege ohne schreiben zu müssen. In Abhängigkeit vom Lebensalter der Kinder braucht es ein gutes Zeit- und Lernmanagement. Ein bekanntes Problemfeld stellen das Handy und Computerspiele dar. Diese Tipps sind nicht nur für ADHS Kinder relevant, sie gelten für alle Kinder.

Sehr kritisch werden reformpädagogische Ansätze von Schule gesehen. Namentlich werden Maria Montessori oder Peter Petersen genannt. Ich kann die negative Hervorhebung dieser Ansätze nicht nachvollziehen. Statt einzelne Ansätze (Montessori oder Petersen) herauszupicken und zu kritisieren, wäre das Autorenteam gut beraten gewesen, das Schulsystem insgesamt zu beleuchten. Denn es ist hinlänglich bekannt, dass unser deutsches Schulsystem veraltet ist und mit überholten Methoden arbeitet, die nicht mehr zeitgemäß sind wie z.B. der Unterricht auf die Mittelköpfe oder der immerwährende Versuch, Kinder in Kategorien sortiert zu unterrichten bzw. Kinder auszusortieren (gegliedertes Schulsystem), um homogene Gruppen herzustellen, auch der Sinn und Zweck der Notengebung gehört dringend auf den Prüfstand. Würde in anderen Berufsfeldern mit so unzeitgemäßen Methoden wie in unserem Schulsystem gearbeitet, hätte es schon längst einen Aufschrei gegeben, denn wer will z.B. von einem Arzt behandelt werden, der mit überholten Methoden von (vor-) gestern operiert.

Es braucht insgesamt eine Reform des Schulsystems, reformpädagogische Ansätze liefern gute Beispiele und Ansätze. Das Buch weist trotz einer überarbeiteten und erweiterten 12. Auflage blinde Flecken und Lücken auf, bedauerlich!

Das Autorenteam richtet sich an Eltern und die Ausführungen lesen sich an vielen Stellen so, als gäbe es noch das Idealbild von Familie, in der Eltern Zeit haben, mit dem Kind Hausaufgaben zu machen und zu Hause ausführlich zu üben. Es werden Tipps zur Unterstützung bei den Hausaufgaben, bei Pausen (vor und zwischen den Hausaufgaben) und zur Wiederentdeckung des Sinns der Hausaufgaben gegeben. Die erste Auflage des Buches ist 2002 erschienen, die Welt hat sich in den letzten 20 Jahren grundlegend verändert und es ist sehr zweifelhaft, ob a) dieses Bild von Familie realistisch und zeitgemäß ist, b) ob es ein Lösungsweg sein kann, die Verantwortung auf das Elternhaus zu verschieben, die Forderung muss dahin gehen, dass die Kinder die Unterstützung, die sie brauchen, in der Einrichtung bekommen, in der Bildung stattfindet, das ist unser Schulsystem und c) ist die Frage zu stellen, welchen Sinn es macht, das Üben auf die Zeit nach der Schule zu verschieben. Es braucht eine Schule, die diese Zeiten ganztägig bereithält, das erfordert z.B. aus dem 45-Minuten-Takt auszusteigen und in andern zeitlichen und inhaltlichen Kategorien zu denken, hier sind viele Reformschulen zeitgemäßer aufgestellt.

Die Verantwortung für gute und ausreichende Bildung aller Kinder liegt in der Schule und der darin professionell Tätigen. Sie hat die Aufgabe, sich den Erfordernissen einer modernen Welt zu stellen und zeitgemäßen Unterricht zu machen.

Statt das deutsche Schulsystem insgesamt kritisch auf den Prüfstand zu stellen und zu reflektieren, werden im letzten Kapitel des zweiten Teils reformpädagogische Ansätze von Montessori und Petersen als Ideologie bezeichnet. Diese einseitige Darstellung im 11. Kapitel lenkt vom eigentlichen Problem ab, dieses Kapitel wäre verzichtbar gewesen, die Erklärungen bringen keinen inhaltlichen Zugewinn.

Fazit

Es ist bekannt, dass Kinder, die unter den Bedingungen von ADHS leben, regelmäßig unter Lern- und Leistungsschwierigkeiten leiden, die ihren Lebensweg stark beeinträchtigen. Sie erhalten schlechte Noten, müssen Klassen wiederholen oder sogar die Schule wechseln, auch Schulabbrüche kommen gehäufter vor. Das führt zu zusätzlichen psychischen Problemen. Gängige Lernverfahren in Schulen passen für Kinder oft nicht, deshalb ist es dringend geboten, ein effektives Schulsystem mit Lernmethoden zu entwickeln, die allen Schülerinnen und Schülern in ihrer Diversität das Lernen erleichtert und zum erfolgreichen Lernen beiträgt.

Rezension von
Dipl.-Päd. Petra Steinborn
Tätig im Personal- und Qualitätsmanagement in einer großen Ev. Stiftung in Hamburg-Horn. Freiberuflich in eigener Praxis (Heilpraktikerin für Psychotherapie). Leitung von ABC Autismus (Akademie-Beratung-Coaching), Schwerpunkte: Autismus, TEACCH, herausforderndes Verhalten, Strategien der Deeskalation (systemisch), erworbene Hirnschädigungen
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Zitiervorschlag
Petra Steinborn. Rezension vom 10.07.2024 zu: Armin Born, Claudia Oehler: Lernen mit ADHS-Kindern. Ein Praxishandbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2023. 12., erweiterte und überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-17-042753-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/32008.php, Datum des Zugriffs 18.07.2024.


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