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Roland Atzmüller, Kristina Binner et al. (Hrsg.): Gesellschaft in Transformation

Rezensiert von Dr. Dieter Korczak, 20.11.2025

Cover Roland Atzmüller, Kristina Binner et al. (Hrsg.): Gesellschaft in Transformation ISBN 978-3-7799-8141-1

Roland Atzmüller, Kristina Binner, Fabienne Décieux, Raphael Deindl, Johanna Grubner et al. (Hrsg.): Gesellschaft in Transformation. Sorge, Kämpfe und Kapitalismus. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2024. 360 Seiten. ISBN 978-3-7799-8141-1. D: 48,00 EUR, A: 49,40 EUR.
Reihe: Arbeitsgesellschaft im Wandel.

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Thema

Fürsorge ist die Grundlage allen Lebens. In kapitalistischen Wirtschaftssystemen wird die Sorge-Arbeit nicht angemessen neben den Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden als vierte Produktivkraft berücksichtigt. Zusehends stärker gerät deshalb die systematische Einbeziehung von Sorge/Care und sozialer Reproduktion in das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse. Seit den 1990er Jahren wird Sorge/Care als Ethik der Achtsamkeit (M. Foucault 1986, E. Conradi 1999) diskutiert, in den zurückliegenden zehn Jahren auch als Gegenentwurf zur Ökonomie des Patriarchats (B. Aulenbacher 2014, T. Jackson 2025). In diesem Kontext wird an der Reformulierung der konzeptuellen Grundlagen der Kritik von Gesellschaften mit kapitalistischer -insbesondere neoliberalisierter- Produktionsweise gearbeitet.

Herausgeber

Das Herausgeber-Team stammt mehrheitlich vom Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz, an dem Brigitte Aulenbacher zehn Jahre lang gelehrt hat.

Entstehungshintergrund

Bei dem Buch handelt es sich um eine Festschrift für Brigitte Aulenbacher anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand (2024).

Aufbau

Die Forschungsleistung von Brigitte Aulenbacher ist immens und vielschichtig. Die Forschungsdokumentation der JKU verzeichnet 236 Einträge für die Kategorie „Publikationen“. An der Festschrift haben sich 42 Autor:innen mit 29 Beiträgen auf 360 Seiten beteiligt. Die einzelnen Beiträge setzen sich intensiv mit Aulenbachers umfangreicher wissenschaftlicher Leistung auseinander und sind in fünf thematische Blöcke sortiert worden. 

Inhalt

Das Herausgeberteam hat in einem einleitenden Beitrag die Perspektiven soziologischer Arbeit und Theoriebildung bei Brigitte Aulenbacher beschrieben. „Die schwache öffentliche Wahrnehmung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse ist daher das Resultat einer Konstellation, in der die Perspektive auf eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft verstellt ist.“ (Seite 11) Gesellschaftskritischer Wissenschaft hat sie vor allem durch die Erforschung der Bedeutung von Sorge für die soziale Reproduktion kapitalistischer Gesellschaftsformationen und deren krisengetriebene wie krisenhafte Transformation vorangetrieben. „Durch die konsequente Erweiterung der analytischen Perspektive auf Sorge und soziale Reproduktion…zielte sie darauf ab, die Klassen- sowie gesellschaftsspezifischen wie auch ethnisierten Dimensionen von Macht und Herrschaft sichtbar zu machen.“ (Seite 13)

Sorge, Politik und Gesellschaft (Seiten 21–113)

Atzmüller et al. befassen sich in ihrem Beitrag mit Vergesellschaftsmustern von Sorge und sozialer Reproduktion in der Krise. Es geht um die Frage, inwieweit die Veränderungen -globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 ff, Corona-Pandemie 2020 ff, Unterversorgung, Sorgeengpässe, Vermarktlichungstendenzen- eine neue große Transformation des Kapitalismus andeuten.

Sauer diskutiert, inwieweit durch Sorge Demokratisierung erfolgen kann. Affekte müssen stets in ihrer ambivalenten herrschaftlichen Wirkmächtigkeit zwischen Alltag, Ökonomie und Politik in der staatlichen Arena patriarcho-kapitalistischer Verhältnisse hinterfragt werden. „Affektive Herrschaft kann nur durch die Überwindung kapitalistischer und patriarchaler, die Sorge negierende Verhältnisse und Apparate verändert werden.“ (Seite 42)

Brand fragt, welche sozial-ökologischen Transformationsperspektiven zu erkennen sind und kommt zu dem Schluss, dass die „prekäre Leistungsgesellschaft“ mit ihren vielfältigen Spaltungslinien, Ängsten und Individualisierungen eine kollektive und solidarische Bearbeitung der ökologischen Krise erschwert.

Michael Meuser denkt über Männer in Sorgearbeit nach. Die Entwicklung einer Care bezogenen Lebenspraxis ist im Erwerbsalter für Männer deutlich schwieriger zu realisieren als nach Beendigung der Erwerbstätigkeit. Das Konzept der hybriden Männlichkeit begreift den Wandel männlicher Lebenslagen als Ausdruck eines Gestaltwandels hegemonialer Männlichkeit.

Helma Lutz und Karin Schwiter blicken auf die Vermarktlichung von Care-Arbeit im Kapitalismus. Angesichts der raschen Alterung der Bevölkerung wird die Nachfrage nach Betreuungsdienstleistungen in den kommenden Jahrzehnten wachsen. In einer sorgenden Gesellschaft – als Gegenmodell zum sorglosen Kapitalismus- treten anstelle von vermarktlicher Care-Arbeit gemeinschaftlich zur Verfügung gestellte Sorgekapazitäten, die auch die Bedürfnisse der Care-Arbeitenden berücksichtigen.

Grundlegende Fragen, die Aulenbacher gestellt hat, sind, welche Arbeiten zu welchen Bedingungen von wem wie erbracht werden sollen, was Sache des Staates, der Familie, des Marktes, der Zivilgesellschaft ist und inwiefern das Leistungs- und Wettbewerbsprinzip Geltung haben kann und soll. Fröhlich et al weisen auf Brüchigkeit und Diskontinuitäten wie auch auf sich fortsetzende Entwicklungen und stabile Ungleichheiten im Feld der Sorge hin. 

Veronika Prieler präsentiert die Ergebnisse einer Studie zur Verschiebung von Pflegeleistungen ins Ausland.

Johann Bacher präsentiert die Ergebnisse einer Sekundäranalyse in Österreich, die sich mit der Frage befasst, ob die „Stille Reserve“ die Pflegelücke schließen kann und schlägt einige Maßnahmen vor, wie potentielle Wiedereinsteiger:innen und Quereinsteiger:innen, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, gemeinschaftliche Wohnformen.

Arbeit, Kapitalismus und Transformation (Seiten 115–212)

Im abgedruckten Interview mit Klaus Dörre weist dieser darauf hin, dass Intersektionalität für Kapitalismus- und Klassenanalyse eine methodische Minimalforderung ist, er ist zu dieser Auffassung durch die Einflussnahme von Aulenbacher gelangt. Die kapitalistische Dynamik sei als Abfolge qualitativ verschiedener kapitalistischer Formationen zu verstehen. Jedes Akkumulationsregime umfasse jedoch nicht nur kapitalistische, sondern auch nicht-kapitalistische Bereiche. „Das disembedding von Märkten, in dessen Logik die fiktiven Waren Arbeit, Boden und Geld so behandelt werden, als seien sie Waren wie jede andere, löst im globalen Maßstab Gegenbewegungen aus, die in einer großen Krise der Marktvergesellschaftung kumulieren.“ (Seite 119) Aulenbacher fügt Polanys Konzept eine vierte fiktive Ware hinzu, Care Work, Sorgearbeit. Beherrschung thematisiert die Fähigkeit, die Aktivitäten anderer zu kontrollieren. Ausbeutung beinhaltet die Generierung ökonomischer Vorteile aus der Arbeitstätigkeit derjenigen, die ausgebeutet werden. Nötig wäre eine radikale Demokratisierung von Produktionsentscheidungen.

Cornela Klinger analysiert die Differenz von technologischen (tecxxx) und sozio-politischen (socxxx) Innovationen. Die riesige and offenbar grenzenlose Expansion der ebenso tecxxx-getriebenen wie tecxxx-antreibenden kapitalistischen Ökonomie ist es, die für politische Alternativen nicht nur sorgt, sondern selbst politische Alternativen anbietet, sodass sozio-politische Bewegungen entweder überflüssig oder zu Industriebetrieben ausgebaut werden.

Tine Haubner spricht sich für eine Neuausrichtung der Arbeitssoziologie aus, die die herrschaftsförmigen Trennungs-, Fragmentierungs- und Abwertungsprozesse kapitalistischer Arbeits- und Lebensverhältnise angemessener berücksichtigt. „Es braucht eine Arbeitssoziologie, die den Blick systematisch auf Arbeits- und Lebensverhältnisse, auf die sich wandelnden Arbeitsbeziehungen im sektoralen gesellschaftlichen Gefüge und auf die darin wirksamen Herrschaftsverhältnisse richtet.“ (Seite 152)

Eine produktive Herausforderung für die Arbeitssoziologie ist der Anspruch der Intersektionalität, so Ilse Lenz. Mit Intersektionalität können verschiedene Kontexte differenziert und umfassender ausgeleuchtet werden, als dies nur mit der Kategorie Klasse möglich wäre. Die Gesamtsicht über die miteinander verflochtenen Arbeitsverhältnisse wird vertieft und ausgeweitet, was in Zeiten der Globalisierung und Flexibilisierung des Kapitalismus wesentlich ist. Die innere Differenzierung von Geschlecht, Klasse oder Migration wird sichtbar.

Es ist das Verdienst der internationalen Ungleichheitstheorie, den Blick auf multiple Ungleichheiten zu lenken, ohne diese nach dem Muster von Haupt- und Nebenungleichheiten zu behandeln. Stephan Voswinkel schlägt mit der Kategorie „Sozialer Wert der Arbeitskraft“ eine Kategorie vor, die zeigt, wie sich verschiedene Ungleichheitsdimensionen in dieser zunächst politökonomischen Kategorie, die aber zugleich anerkennungstheoretisch gefüllt ist, niederschlagen.

Nicole Mayer-Ahuja liefert transnationale Perspektiven auf Arbeit und Klassenformierung. Kapitalismus beruht auf Ungleichheit und Konkurrenz. Im Rahmen jener transnationalen Verknüpfungen, die von Unternehmen hergestellt werden, bilden sich Berührungspunkte und teilweise objektive Gemeinsamkeiten zwischen Arbeitenden heraus, die es durchaus nahelegen, in den Worten von Karl Marx von einer grenzüberschreitenden Klasse an sich zu sprechen. Internationale Solidarität ist jedoch kein Selbstläufer.

Brigitte Aulenbacher hat am Beispiel der Sorgearbeit ausgeführt, dass der Kapitalismus in sozialer und ökologischer Hinsicht seine eigenen Existenzgrundlagen und die anderer Gesellschaftsformationen gefährdet. Karin Fischer und Ernst Langthaler demonstrieren das an der Kommodifizierung der gesamten Nahrungsmittel-Warenkette. Mit Rekurs auf Marx und Polany kann die globalisierte Mastviehindustrie und Fischzucht als Tragödie der Ware bezeichnet werden. Ein erster Vektor für notwendige Veränderungen zielt auf die regionale und ökologische Produktion von Lebensmitteln. Ein zweiter Vektor bilden Kämpfe um würdige und existenzsichernde Arbeitsverhältnisse in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Ein dritter Vektor weist in Richtung einer grundlegenden sozialökologischen Transformation des neoliberalen Nahrungsregimes, die agrarökologischen Kreisläufen gegenüber agrarindustriellen Durchflüssen den Vorzug gibt.

Homeoffice Arbeit bleibt in der Hauptsache Erwerbsarbeit und damit abhängige und kontrollierte Lohnarbeit. Es ist eine verwilderte Form der Arbeit und generiert eine ambivalente Arbeitssituation mit einem ebensolchen Ermächtigung-Belastungs-Profil. Hans-Jürgen Urban zeigt, dass die arbeitsweltlichen Entgrenzungs-, Intensivierungs- und Fremdbestimmungsdynamiken sich in einer verwilderten Arbeitsverfassung entfalten, in der fehlende institutionelle Schutzregeln für eine neue Unmittelbarkeit der Lohnarbeitszwänge auf die gesamte Lebensführung sorgen.

Polanyi‘sche Perspektiven auf das 21. Jahrhundert (Seiten 213–260)

Andreas Novy artikuliert in seinem Beitrag Polanyi’s sozioökonomische Prinzipien der Transformation. Karl Polanyi hat sich in seinem Werk damit befasst, wie ökonomische Prozesse das menschliche Leben und Gesellschaften prägen. Idealtypische sozioökonomische Prinzipien sind für ihn Reziprozität, Redistribution, Haushaltung und Tausch, die die Stabilität einer Ökonomie gewährleisten.

Bob Jessop und Ngai-Ling Sum befassen sich in ihrem Beitrag mit Polanyi’s „Doppelbewegung“. Diese Bezeichnung beinhaltet zwei kontrastierende Organisationsprinzipien: ökonomischen Liberalismus und soziale Sicherung. Aulenbacher hat diese widerstreitenden Richtungen bei der Unterordnung von Sorgearbeit unter die ökonomische Verwertung aufgezeigt und sie um eine globale Perspektive (Norden versus Süden) erweitert.

Maria Markantonatou greift Polanyi’s Kategorien in der Analyse der Covid-19 Pandemie-Ära auf. Ihre Kritik ist, dass die Covid-19 Pandemie in der Diskussion der (zugelassenen) ‚Experten’ ausschließlich als externer Stress betrachtet wurde, losgelöst von den kapitalistischen Sozialbeziehungen, dem Finanzsystem, den durch Ökonomie und industrielle Praktiken erzeugten Risiken und der neoliberalen Politik.

Uli Meyer et al. weisen darauf hin, das in den gegenwärtigen Digitalisierungsprozessen zentrale Elemente von Polanyis Analyse der Großen Transformation eine wesentliche Rolle spielen: Technologie, Wissenschaft, Kommodifizierung und Staat. Sie sind der Auffassung, dass die Polanysche Perspektive von Doppelbewegungen und Disruptionen feldtheoretischen Analysen, die vielfältige, teils asynchron stattfindende und mehrdimensionale Aushandlungsprozesse im Blick haben, Orientierung geben kann.

Intersektionalität, Migration und räumliche Verhältnisse (Seiten 261-318)

Karin Scherschel widmet sich feministischen und migrationssoziologischen Perspektiven hinsichtlich Prekarität und Flucht. „Prekarität muss im Kontext verschiedener sozialer Ungleichheitsordnungen analysiert werden, hier spielen sowohl Gender, soziale Herkunft als auch Citizenship eine bedeutsame Rolle.“ (Seite 262) Anhand von beispielhaft dargestellten empirischen Studien wird deutlich, dass Prekarität erst durch die Analyse des wechselseitigen Zusammenwirkens verstanden werden kann.

Ein wichtiges Anliegen von Aulenbacher ist die Einbettung von Entwicklungen in gesellschaftlichen Teilfeldern in eine feministische Gesellschaftsanalyse und Kapitalismuskritik. Der Beitrag von Susanne Völker demonstriert in der Analyse eines narrativen Interviews einer muslimischen Studentin fürs Lehramt Ent-Täuschung als Erfahrung der Doppelbödigkeit und Demaskierung institutioneller Kommunikation.

Hildegard Theobald befasst sich mit Regulierungen und Dynamiken der Marginalisierung in haushaltsnahen Dienstleistungen und der Live-in-Betreuung in Deutschland. In beiden Versorgungsformen werden die Dienstleistungen von Familien wie Pflegebedürftigen über einen grauen Markt organisiert. Dabei haben sich prekäre, rechtlich unsichere bzw. irreguläre Tätigkeiten herausgebildet.

Die transnationale Division der Sorgearbeit führt dazu, dass weibliche migrantische Haushaltshilfen aus Niedrigeinkommensländer das Pflegedefizit in Ländern des globalen Nordens füllen. Als ‚ideale‘ Arbeitskraft hat sich die Vorstellung einer billigen, konformen, disziplinierten, hart arbeitenden Frau herauskristallisiert. Wasana Handapangoda befasst sich mit der Konstruktion eines solchen Anforderungsprofils beim Selektionsprozess von Frauen aus Sri Lanka.

Während der Covid-19 Pandemie hat die häusliche und familiäre Gewalt zugenommen. Beobachtungsgegenstand von Margaret Abraham und Stefanie Vasil ist die Situation migrantischer Frauen in den USA und Australien. Sie weisen auf zahlreiche strukturelle Defizite für den Schutz von gefährdeten oder betroffenen migrantischen Frauen hin.

Academia, Wissen und Profession (Seiten 319–354)

Die drei abschließenden Beiträge knüpfen an Aulenbachers Arbeiten zur Situation der soziologischen Profession in den unternehmerischen Universitäten des neoliberalisierten Kapitalismus.

Birgit Riegraf und Lena Weber schildern Konkurrenz und Kooperation in der Wissenschaft in der Beantwortung der Frage, wie der neoliberale oder ökonomische Paradigmenwechsel in die Universität eingezogen ist.

Kristina Binner et al. zeigen in ihrem Beitrag anhand von drei Themenbereichen exemplarisch die Veränderungen an Hochschulen in ihrer Bedeutung für Geschlechter- und Arbeitsarrangements: a) Wissenschaftler: innen als sorglose Arbeitsnomaden? b) veränderte Arbeitsbedingungen und deren Auswirkungen auf das produzierte Wissen sowie c) das ambivalente Ineinandergreifen von Ökonomisierungstendenzen und universitären Gleichstellungsbelangen. „Mit Bezug auf die Wissenschaft gilt es zu fragen, welches Wissen von wem unter welchen Bedingungen produziert wird, wenn sich Freiräume für riskante und kritische Forschung verkleinern, während marktfähige und verwertbare Forschung Wettbewerbsvorteile genießen?“ (Seite 338)

Dorothea Greiling analysiert die Forschungssteuerung österreichischer Universitäten. In ihrer Zusammenfassung betont sie, dass der betriebswirtschaftliche Instrumentenkoffer zur Steuerung der Forschung durch Rektorate voller als erwartet ist, der Managerialismus seinen festen Platz in der Forschungssteuerung hat und der Erfolgsdruck für jüngere Wissenschaftler: innen besonders groß ist.

Diskussion

Die Festschrift ist so gewaltig wie das Werk von Brigitte Aulenbacher . Es werden viele Facetten der Sorgearbeit und ihre theoretische Einbettung in Kapitalismuskritik und feministische Forschung dargestellt. Die Beiträge sind komplex und spiegeln das breit gefächerte Wissenschaftsinteresse von Brigitte Aulenbacher durch die Arbeiten ihrer Schüler:innen, Kolleg.innen und wissenschaftlichen Kooperationspartnern wider. Die Festschrift bietet darüber hinaus viele Anregungen für eigene Forschung, theoretische Weiterentwicklungen und Reflexion und erliegt dankenswerter Weise nicht der Gefahr, hymnische Elogen auf das wissenschaftliche Gesamtwerk abzuliefern.

Fazit

Wer sich über Sorge als vierte Produktivkraft informieren will, wer gedankliche Anstöße zur Transformation des Kapitalismus und der Neuordnung des sozioökonomischen Gesellschaftssystems erhalten will, wer sich über die patriarchalische Organisation des wirtschaftlichen Lebens und Produzierens mit allen seinen Konsequenzen informieren will, für den ist das Studium dieser anspruchsvollen und gelungenen Festschrift genau richtig.

Rezension von
Dr. Dieter Korczak
Soziologe, Präsident des European Consumer Debt Network, Mitglied der Financial Services User Group der Europäischen Union
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Es gibt 25 Rezensionen von Dieter Korczak.

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ISSN 2190-9245