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Frank Strikker, Heidrun Strikker (Hrsg.): Coaching und Change im Blickpunkt

Rezensiert von Prof. Stefan Müller-Teusler, 06.06.2024

Cover Frank Strikker, Heidrun Strikker (Hrsg.): Coaching und Change im Blickpunkt ISBN 978-3-8382-1877-9

Frank Strikker, Heidrun Strikker (Hrsg.): Coaching und Change im Blickpunkt. Band III. ibidem-Verlag (Hannover) 2024. 334 Seiten. ISBN 978-3-8382-1877-9. 32,00 EUR.

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Thema

Das Buch ist der dritte Band einer Reihe, in der herausragende Masterarbeiten aus dem Studiengang Business Coaching und Change Management der Euro-FH veröffentlicht werden.

Autorin und Autor

Heidrun Strikker, ist geschäftsführende Gesellschafterin der SHS Consult GmbH in Bielefeld und als Lehrbeauftragte an der Euro-FH tätig.

Frank Strikker, Prof. Dr., ist Leiter des MasterstudiengangsBusiness Coaching und Change Management an der Euro-FH und geschäftsführender Gesellschafter der SHS Consult GmbH.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in drei Teile mit insgesamt neun Masterarbeiten unterteilt. Der erste Teil ist mit Erfahrungen mit Business-Coaching und Coaching Qualifizierungen überschrieben und beginnt mit der Arbeit von Barbara Horoba, die sich mit der Frage befasst, inwieweit Business Coaching unterstützen kann, wenn Töchter als Nachfolgerinnen in das Familienunternehmen eintreten. Anhand von neun Interviews untersucht sie die Fragen:

„Welche besonderen psychologischen Herausforderungen ergeben sich für Töchter im Prozess der Unternehmensnachfolge?

„Welchen Einfluss kann Business-Coaching auf die erfolgreiche Bewältigung herausfordernder Situationen im weiblichen familieninternen Nachfolgeprozess nehmen?“ (S. 23).

Im Hinblick auf die Rollenwechsel und Aufgabenvielfalt ist eine beratende Begleitung wichtig, wie sechs Teilnehmerinnen bestätigten, drei Interviewte kannten Coaching gar nicht.

Kristin Becker untersucht, inwieweit körperorientierte, theaterpädagogische Methoden in der Coaching-Ausbildung nützlich sein können und beschreibt dieses neurowissenschaftlich. Ergänzend führt sie auch zwei empirische Studien durch (Experteninterviews und Gruppendiskussion), die die positiven Ergebnisse noch einmal stützen.

Dr. André Luhn hat eine Zufriedenheitsbefragung zum Studiengang Business Coaching und Change Management von 35 Studierenden durchgeführt. Dabei ging es um Fragen wie Organisation und Betreuung, aber auch Inhalte, die persönliche Entwicklung wie auch die Verwertbarkeit des Studiums. Insgesamt gab es positive Zustimmungen, aber es gibt auch Felder und Themen, in denen Verbesserungsbedarfe deutlich wurden.

Teil 2 hat die Unternehmenskultur im Fokus. Dem Messen von Unternehmenskultur anhand von Verfahren und Ausdruck in Kennzahlen geht Sabine von Almsick in ihrem Beitrag nach. Dazu gibt es schon einige Verfahren, die in Umfang und Art des Einsatzes variieren. Grundsätzlich ist bei den Ergebnissen immer zu beachten, dass die Standardisierung einen lebendigen Austausch verhindert und die Kennzahlen noch interpretiert werden müssen. Auf jeden Fall sind solche Instrumente zwar nützlich, aber immer auch nur ein temporäres Abbild.

Anhand von sieben leitfadengestützten Interviews hat Jessica Meyer untersucht, welche Erwartungen Millenials an die Unternehmenskultur haben. Damit wurde noch einmal bestätigt, was vielfach auch schon bekannt ist: flache Hierarchien, direkte Kommunikation, Kollegialität, gutes Arbeitsumfeld und mehr sind die Ansprüche, die an die Unternehmen gestellt werden.

Anne Biekowski widmet sich der Frage, wie Teamidentität in virtuellen Teams entstehen kann. Dazu wertet sie verschiedene Studien aus und kommt zu dem Schluss, dass Kommunikation als Grundlage für Vertrauen hier wesentlich ist, woraus sich dann Teamidentität aufbauen kann.

Im 3. Teil geht es um Netzwerke, Ambidextrie und Wissensmanagement. Dusan Todorovic geht der Frage nach, wie aus einem Netzwerk eine Kooperation werden kann und entwickelt Handlungsempfehlungen zur Steigerungen der Kooperationswahrscheinlichkeit in Netzwerken. Es wird deutlich, dass in Netzwerke viel Arbeit investiert werden muss, damit sie funktionieren und erhalten bleiben und das gilt erst recht in Hinsicht auf Kooperationen.

Ambidextrie (‚beidhändige Führung‘) ist die Fähigkeit, einerseits das bestehende aufrecht zu erhalten (als Unternehmen) und gleichzeitig in der Lage sein, innovativ und zukunftsorientiert zu sein. Andrea Gageik untersucht dazu 30 Unternehmen und findet heraus, dass es je nach Unternehmensphase unterschiedlich zu beantworten ist, auf jeden Fall aber die Ausarbeitung von Meta-Kommunikationsmethoden sehr hilfreich ist.

Wissen ist ein wesentlicher Faktor für die Zukunft, auch für Unternehmen, weshalb Wissensmanagement immer wichtiger geworden ist. Marco Ortenburger befragt dazu acht Expertinnen und Experten und stellt fest, dass es kaum oder kein systematisches Wissensmanagement gibt. Er schlägt eine Methodenkombination vor, um hier eine systematisch und pragmatische Art des Wissensmanagements zu betreiben.

Diskussion

Masterstudierende sind in der Regel Personen mit einem fachlich-beruflichen Hintergrund und verfügen auch über eine gewisse Lebenserfahrung. Das ist bei den hiesigen Autorinnen und Autoren durchgehend der Fall, wie die Kurzvita am Ende des Buches aufzeigen. Teilweise sind sie auch schon sehr lange in beruflichen Zusammenhängen unterwegs und haben verschiedene Positionen bekleidet. Das ist insofern relevant, um manche Fragestellungen und die erzielten Ergebnisse einmal mehr einordnen zu können. So wird beispielsweise die Frage nach theaterpädagogischen Methoden von einer ausgebildeten Schauspielerin untersucht, für andere Beiträge ließen sich andere Expertisen anführen. Alle Beiträge zeigen interessante Momente des Coachings auf, die (zukünftig) zu beachten sind, allerdings eben auch abhängig vom Beratungskontext. Das macht einerseits den Vorteil des Buches aus, andererseits ist das auch der Nachteil. Die Beiträge sind zwar gruppiert, aber es ist ein Nebeneinander und ein roter Faden lässt sich nicht immer erkennen. Es ist mir bekannt, dass hier sehr gelungene Masterarbeiten eines Jahrgangs versammelt werden, was das Nebeneinander erklärt. Insofern werden manche Leserinnen und Leser zwar an einzelnen Beiträgen interessiert sein, aber die anderen Aufsätze sind für sie nicht relevant. An die Herausgeberin und den Herausgeber wie auch den Verlag ergibt sich die Anfrage, ob es nicht besser sei, thematisch einschlägige Arbeiten zu bündeln und damit interessierten Leserinnen und Lesern eine Auswahl zu präsentieren als hier eine Ansammlung unterschiedlichster Themen. Das drückt sich auch im Titel des Buches aus, der mühsam versucht, eine Klammer zu sein, aber dennoch sehr vage bleibt.

Fazit

Ein Buch mit einer breiten thematischen Streuung, wo eine Leserin oder ein Leser entweder ein allgemeines Interesse für Coaching haben muss oder weiß, welche Beiträge enthalten sind und sich gezielt einzelne heraussucht. Alle Beiträge sind fundiert, bei aller Wissenschaftlichkeit praxisorientiert und liefern wertvolle Hinweise für Coaching und Unternehmen.

Rezension von
Prof. Stefan Müller-Teusler
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Es gibt 93 Rezensionen von Stefan Müller-Teusler.

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Zitiervorschlag
Stefan Müller-Teusler. Rezension vom 06.06.2024 zu: Frank Strikker, Heidrun Strikker (Hrsg.): Coaching und Change im Blickpunkt. Band III. ibidem-Verlag (Hannover) 2024. ISBN 978-3-8382-1877-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/32188.php, Datum des Zugriffs 22.06.2024.


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