Friedrich Reinhard Schmidt: Gesellschaft - Klima - Energie
Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 18.12.2025
Friedrich Reinhard Schmidt: Gesellschaft - Klima - Energie. Wilhelm Ostwald und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Frank & Timme (Berlin) 2024. 117 Seiten. ISBN 978-3-7329-0973-5. D: 19,80 EUR, A: 19,80 EUR, CH: 29,70 sFr.
Thema
Klima geht uns alle an
… im persönlichen Alltag, in der beruflichen Existenz, und als Menschheit. Die Auseinandersetzungen mit der Klimakrise ist kein derzeitiges Phänomen, sondern hat Klimaaktivisten auch schon in der Vergangenheit auf den Plan gebracht. Die missverstandene, biblische Aufforderung an die Menschen – „Macht euch die Erde untertan“ – hat ein Bewusstsein bewirkt, dass der Mensch alles machen dürfe, was er könne, oder zu können meine. Der Mensch als natürliches, erdhaftes Lebewesen hat vergessen, dass er abhängig von der Natur und Teil von ihr ist. „Die Erde gehört nicht dem Menschen; der Mensch gehört zur Erde“ (MAB). Erst seit der Erkenntnis, dass ein grundlegender Perspektivenwechsel notwendig ist, werden in internationalen Konferenzen wissenschaftliche Zielsetzungen diskutiert, wie der Klimawandel erträglich für die Umwelt bewältigt werden kann (siehe dazu auch: Jens Beckert, Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht, 2025, www.socialnet.de/rezensionen/​32055.php).
Entstehungshintergrund und Autor
Der Chemiker, Philosoph und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald (1853 – 1932) hat, auf der Grundlage der Einsteinschen Theorien, die Energetik des Naturgesetzes: E = mc² entwickelt. Mit dieser Theorie erläutert Ostwald „den Zusammenhang von Mensch, Klima und Energie in unterschiedlichen Lebensbereichen. Der Orgel-, Flugzeug- und Maschinenbauer und (em.) Rektor der Hochschule Mittweida, Friedrich Reinhard Schmidt, stellt fest, dass Ostwalds Arbeiten im aktuellen Diskurs zum Klimawandel kaum Beachtung finden.
Aufbau und Inhalt
In sieben Aufsätzen zeigt Schmidt auf, wie Ostwald die Verbindung „Mensch – Klima – Energie“ verbindet; wie er, als „Wettbewerb – Notwendigkeit – Entartung“, Energetik erläutert; welche Bedeutung dabei die „Digitale Revolution“ einnimmt; inwieweit Kritik und Widerstand – „Fridays for Future“ – Ökodiktatur oder Diktatur der Vernunft Veränderungsprozesse bewirke; bedarf es religiöser oder weltlicher Weltanschauungen? Es ist die „bioenergetische Waage“, die alltäglich und künstlerisch-kreativ wirksam wird; welche Bedeutung und Einfluss hat dabei die „Freiheit“? Sind die „Grenzen des Wachstums“ (1972) Impuls oder Implantat?
Diskussion
Schmidts Arbeiten, z.B. die Fragen, wer beim ökonomischen, ökologischen Wettbewerb gewinnt oder verliert (2009), oder inwieweit der Mensch sich im Hamsterlaufrad befindet (1998), zeichnen sich durch Anschaulichkeit aus. Dazu tragen auch die SW-, Farbabbildungen, Skizzen und Tabellen bei.
Fazit
Ausgrabungen, Befunde und Erinnerungen sind argumentative, erhellende Mittel, die kontroversen Diskussionen – „Der Klimawandel ist Menschheitsexistenz“ – „Den Klimawandel gibt es nicht!“ – auf die intellektuelle Grundlage des „Sapere aude“ zu bringen – Mut und Kraft zu haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen (Immanuel Kant).
Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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