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Miriam Prätsch, Sigrun Eder: Supergut mit ADHS - Das Turbo-Tagebuch für deine Ressourcen

Rezensiert von Dr. phil. Christine Freytag, 25.02.2026

Cover Miriam Prätsch, Sigrun Eder: Supergut mit ADHS - Das Turbo-Tagebuch für deine Ressourcen ISBN 978-3-99082-151-0

Miriam Prätsch, Sigrun Eder: Supergut mit ADHS - Das Turbo-Tagebuch für deine Ressourcen. Band 37 der Original SOWAS!-Reihe. edition Riedenburg e.U. (Salzburg) 2024. 116 Seiten. ISBN 978-3-99082-151-0. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 35,50 sFr.

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Thema

In dieser Ausgabe „lernen ADHS-Kinder ab 6 Jahren durch Positive Psychologie und genaue Selbstbeobachtung jeden Tag mehr über sich selbst und ihre Ressourcen“ kennen (Prätsch/Eder 2024, Rückseite). Sie erfahren damit, welche tief verborgenen Ressourcen in ihnen stecken und über welche „ganz spezielle Kompetenzen“ sie verfügen (ebd.). Mit dem „Turbo-Tagebuch“ sollen so in 12 Wochen die „Fähigkeiten: Empathie, Entspannung, Fairness, Freundschaft, Gefühle, Hobby, Kreativität, Motivation, Optimismus, Selbstbewusstsein, Stressbewältigung und Zielverfolgung“ geweckt und aktiviert werden (ebd.).

Autorinnen

Miriam Prätsch ist Dipl.-Psychologin sowie Kinder‑ und Jugendlichenpsychotherapeutin (Prätsch/Eder 2024, Rückseite). Sie ist Dozentin an den Zentren für Psychologische Psychotherapie in Mannheim und Heidelberg sowie seit 2019 leitende Psychologin für Fort‑ und Weiterbildung am Zentrum für Psychologische Psychotherapie in Heidelberg (https://miriampraetsch.de/; Abruf am 10.11.2025). Sigrun Eder ist Gründerin der seit 2008 bei der edition riedenburg erscheinenden Buchreihe „SOWAS!“. Sie arbeitet als Klinische Psychologin, Systemische Familientherapeutin sowie Säuglings-, Kinder‑ und Jugendlichen-Psychotherapeutin am Institut für Klinische Psychologie der Uniklinik Salzburg für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (vgl. https://www.editionriedenburg.at/buecher/​buchreihen/​sowas/​supergut-mit-adhs-das-turbo-tagebuch-fuer-deine-ressourcen-sowas/; Abruf am 10.11.2025).

Entstehungshintergrund

Laut Verlag erhalten Lesende mit der Buchreihe von SOWAS! „seit 2008 durchgehend das geballte Fachwissen“ der „Autor:innen sowie die Kompetenz der permanenten Reihenleiterin Mag. Sigrun Eder“, welche zugleich auch Gründerin dieser Reihe ist (https://www.editionriedenburg.at/buch/buchreihen/​sowas/; Abruf am 10.11.2025). Die Bücher erscheinen seit 2008 in der Sachbuchreihe SOWAS! der edition riedenburg in Salzburg/Österreich und liefern damit eine „qualifizierte psychologische und psychotherapeutische Hilfe zur sofortigen Anwendung“ (Prätsch/Eder 2024, Rückseite). Die SOWAS!-Reihe setzt sich dabei kindgerecht mit Themen der Gewaltfreien Kommunikation, mit Kindern psychisch kranker Eltern, mit Streiten und Versöhnen, Angst und Mut, Schlaf, Neurodermitis oder auch Trennung/​Scheidung sowie Sterben, Tod und Trauerbewältigung auseinander (vgl. https://www.editionriedenburg.at/buch/buchreihen/​sowas/?product-page=3; Abruf am 10.11.2025). Jede Thematik besteht dabei aus einem Sachbuch mit einer illustrierten Geschichte und einem weiteren Buch mit „clevere[n] Mitmach-Seiten zum Reinschreiben und Reinzeichnen“ (Prätsch/Eder 2024, Rückseite). Das „Supergut mit ADHS – Turbo-Tagebuch“ ist der 37. Band dieser Reihe und ergänzt damit die ebenfalls von Prätsch und Eder verfasste und illustrierte Geschichte „Supergut mit ADHS – Durch Positive Psychologie Stärken erkennen, Ressourcen aktivieren und glücklich sein“ des Jungen Lucca (Band 33).

Aufbau

Nach einem Buchstabenrätsel zu Beginn des Tagebuchs (S. 4) folgt eine kurze Begrüßung durch Lucca („Hallo du!“, S. 5), welcher das Buch dem lesenden Kind knapp vorstellt. Daran schließt sich ein Labyrinth an, mit dem der „Weg“ zur „Superpower!“ gefunden werden soll (S. 6). Im Anschluss daran beginnt der „Ressourcen-Check“, durch welchen das Kind alle 12 Ressourcen kennenlernt und für sich anhand einer Skala von 0 bis 10 überprüfen soll, welche Ressource es schon besitzt und welche es gerne haben möchte (S. 7–13). Der Hauptteil besteht dann aus dem „Turbo-Tagebuch für 12 Wochen“, wobei jede Ressource eingangs kurz definiert wird (S. 15–111). In der Folge soll sich das Kind selbst 12 Wochen lang beobachten und jeweils von Montag bis Freitag notieren oder zeichnen, wie es ihm geht, was ihm heute gelungen ist und welche Fähigkeiten ihm dabei geholfen haben. An den Wochenenden soll es zudem aufschreiben oder malen, was es im Moment sehr stolz und glücklich macht.

Inhalt

Das Sachbuch beginnt einleitend mit einem Buchstabenrätsel, mit dem verborgene Wörter gefunden werden sollen. Es handelt sich um insgesamt 14 Begriffe, die ausgewählte Symptome als auch positiv konnotierte Eigenschaften von ADHS umfassen: ADHS, blitzschnell, Energie, Gefühle, gerecht, hilfsbereit, Hyperfokus, kreativ, lustig, mutig, positiv, Spaß, Stärke und supergut (S. 4). Dann folgt eine Begrüßung durch Lucca mit „Hallo du!“ und er stellt kurz heraus, dass ihn das lesende Kind vielleicht bereits aus dem ersten Buch der Reihe zu ADHS, nämlich „Supergut mit ADHS“, kennen könnte (S. 5). Gemeinsam mit Lucca soll das Turbo-Tagebuch insgesamt 12 Wochen täglich durch das Kind ausgefüllt werden. Dabei wird das jeweilige Kind lernen, was es „supergut kann“ und welche „Fähigkeiten“ ihm dabei behilflich sind (S. 5). Lucca verweist hier auf das „Zauberwort ‚Ressourcen‘“, was „ganz spezielle Kompetenzen“ sind, die „tief“ im Kind verborgen liegen (S. 5). Mit diesem Tagebuch sollen sie jetzt „zum Leben“ erweckt und ‚regelmäßig trainiert‘ werden, denn: „Es lohnt sich“ (S. 5)! Daran schließt sich das Labyrinth an, mit dem das Kind den Weg zur „Superpower!“ finden soll (S. 6). Daneben wird – vermutlich Lucca – mit einem erhobenen Arm und einem Umhang als ‚Superheld‘ dargestellt (S. 6). Dann beginnt der „Ressourcen-Check“, durch welchen das Kind alle „12 magische[n] Ressourcen“ kennenlernen und für sich anhand einer Skala von 0 bis 10 überprüfen sowie selbst einschätzen soll, welche Ressource es schon besitzt und welche es gerne haben möchte (S. 7). Zu den Ressourcen gehören: Empathie, Entspannung, Fairness, Freundschaft, Gefühle, Hobby, Kreativität, Motivation, Optimismus, Selbstbewusstsein, Stressbewältigung und Zielverfolgung. Diese sind auch auf den jeweiligen Seiten des Tagebuchs, also z.B. S. 16 für „Empathie“ oder S. 24 für „Entspannung“, noch einmal kurz definiert. Hier kann das Kind bei Unklarheit nachschlagen, bevor es eine Selbsteinschätzung abgibt (vgl. S. 8–13). Ab S. 15 schließt sich das „Turbo-Tagebuch für 12 Wochen“ an. Hier soll sich das Kind selbst 12 Wochen lang beobachten und jeweils von Montag bis Sonntag aufschreiben, was alles im schulischen Bereich bzw. im Umgang mit Hausaufgaben, was im Umgang mit Freund:innen und der Familie als auch in der Freizeit „supergut gelaufen“ ist (S. 14). Weiter kann notiert werden, für was sich das Kind „selbst Blumen streuen“ und „bewundern“ möchte. Zudem sollen weiter mindestens drei positive Dinge benannt werden (S. 14 f.). Zu Beginn wird die jeweilige Ressource kurz ausgeführt und auf der gegenüberliegenden Seite die jeweilige Ressource visualisiert dargestellt. Dann soll sich das Kind an eine Situation mit der Ressource erinnern, in der es also bspw. empathisch, entspannt, fair, freundschaftlich etc. gewesen ist. Diese Situation soll in einem freien Feld aufgeschrieben oder gezeichnet werden. Dann folgt eine Seite für jeden Tag der Woche. Hier sind insgesamt fünf Gesichter dargestellt und das Kind soll eingangs ein lachendes, weinendes, lächelndes, neutrales oder mit Mundwinkeln nach unten gezeichnetes Gesicht entsprechend seiner Laune an diesem Tag ausmalen. Ebenfalls soll weiter festgehalten werden, was in den Bereichen „Schule/​Hausaufgaben“, „Freund:innen/​Familie“ oder „Freizeit“ gut gelungen ist. In einem freien Feld wird anschließend weiter aufgeschrieben oder gemalt, welche Fähigkeiten dem Kind dabei geholfen haben. Für das Wochenende und damit die Tage Samstag und Sonntag soll ein für das Kind passendes der fünf abgebildeten Gesichter bunt ausgemalt werden. Weiter soll vermerkt werden, was das Kind „im Moment superstolz“ und was es „glücklich“ gemacht hat (z.B. S. 23). Der Aufbau ist für alle angeführten Ressourcen sowie für die Wochentage Montag bis Sonntag identisch. Am Ende besitzt das Kind über 12 Wochen ein Ressourcen-Sammelalbum, in welches es immer wieder reinschauen und sich das positiv Erlebte sowie Erfahrene anschauen bzw. durchlesen kann. Abschließend erfolgt die Auflösung der beiden Rätsel „Wortsuche“ (S. 4) als auch „Labyrinth“ (S. 6) und das Tagebuch endet.

Diskussion

Mit diesem Buch wird eine positive Perspektive auf ADHS, eine weltweit verbreitete Verhaltensauffälligkeit, entworfen, welche sich ab dem Kindesalter entwickelt (vgl. dazu Freytag 2025). Das Kind soll sich damit seine positiven Eigenschaften bewusst vor Augen führen und diese für sich erkennen. Eigene Stärken können so wahrgenommen und versteckte Ressourcen herausgearbeitet als auch benannt werden. Mit dem Tagebuch besitzt das Kind eine bleibende Erinnerung und hat es im besten Fall geschafft, sich über einen Zeitraum von 12 Wochen kontinuierlich zu beobachten und entsprechende Momente festzuhalten. Es kann dabei direkt kreativ ins Buch malen, ausmalen oder schreiben.

Sicherlich geht es mit diesem Vorhaben um eine positive und bestärkende Psychologie, die das Kind unterstützen soll. Sich allerdings jede Woche mit einer einzelnen ausgewählten Ressource zu beschäftigen und diese zu fokussieren, kann zäh sein, zumal Tage zuweilen unterschiedlich verlaufen. Ein Platz oder eine Notiz für negative oder andere Erfahrungen ist im Tagebuch nicht vorgesehen. Das Kind ist somit tatsächlich dazu angehalten, einen positiven Blick zu entwickeln und auch nur Gelungenes aufzuschreiben. Wenn zum Beispiel an einem Tag eine andere Ressource erlebt und erfahren wurde, kann dies ebenfalls nicht notiert werden. Eine Begleitung durch das Buch mit Lucca, der eingangs im Buch erscheint, taucht nach seiner kurzen Ansprache nicht wieder auf, um das Kind weiter zu begleiten. So ist es beim Ausfüllen der Seite auf die Unterstützung der Eltern, Bezugspersonen oder Therapeut:innen angewiesen.

Neben dem Fehlen von Lucca und damit der kindlichen Bezugsperson irritiert weiter, dass Lucca in seiner Begrüßung an das Kind erwähnt, dass ADHS sein „Leben komplizierter“ macht, aber auch „zugleich bereichert“ – doch womit und wodurch eigentlich (S. 5)? ADHS ist also einerseits problematisch, gleichzeitig aber auch gewinnbringend – doch für wen? Zudem bleibt im Buch weiter unklar, was denn nun genau „Fähigkeiten“ sind, welche dem Kind „helfen“ sollen (S. 5), was sich hinter dem „Zauberwort Ressourcen“ verbirgt (S. 5) oder was „Kompetenzen“ sind, die „tief“ im Kind „schlummern“ (S. 5). Die Begriffe werden hier zuweilen synonym verwendet, nicht näher definiert oder gar klar voneinander abgegrenzt. Was denn nun eine „Ressource“, eine „Fähigkeit“ und was „Kompetenzen“ sind, wird offengehalten. So entsteht ein willkürliches Hantieren mit ‚hohlen‘ Begrifflichkeiten, welche auch wissenschaftlich verschieden gefüllt werden. So sind „Ressourcen“ z.B. nach Hobfoll und Jackson (1991) Gegebenheiten, welche Menschen als wichtig erachten und die ihnen helfen können, bestimmte Dinge im Leben zu erreichen. Diese Einschätzung erfolgt subjektiv, womit diese individuell bewertet und mehr oder weniger hilfreich erfahren werden (vgl. dazu ausführlicher Kupfer/Paulick 2023). „Fähigkeiten“ hingegen sind für Jung (2008) bspw. psychische oder auch physische Eigenschaften, welche helfen, Tätigkeiten und Aufgaben auszuüben. Sie sind einerseits anlagebedingt, können jedoch andererseits durch Lern‑ und Übungsprozesse beeinflusst werden (vgl. Jung 2008, S. 136). Mit „Kompetenzen“ werden im bildungswissenschaftlichen Kontext nach Terhart „Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen“ gefasst, mit denen bestimmte Anforderungen bewältigt werden sollen“ (KMK 2022, S. 4). „Kompetenzen“ sind damit „Fähigkeiten“, die im Laufe des Lebens erworben werden und bei einzelnen Personen unterschiedlich hoch ausgeprägt und entwickelt sein können (vgl. Terhart 2004, S. 7 f.). Die hier exemplarisch ‚gefüllten‘ Begriffe werden aber durchaus in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen als auch innerhalb der Disziplinen selbst unterschiedlich verwendet. Von daher wäre es auch für das Kind gut zu wissen, was sich hinter „Ressourcen“, „Fähigkeiten“ oder „Kompetenzen“ denn nun genau verbirgt. Stattdessen werden diese aber im vorliegenden Tagebuch sprachlich ‚verzaubert‘ und als ‚magisch‘ dargestellt, gar das Bild eines Kindes als ‚Superheld‘ entworfen: Alles ist „supergut“ (S. 5), es gibt „magische Ressourcen“ (S. 7), jedes Kind hat eine(!) „Superpower!“ (S. 6) oder es gibt das „Zauberwort ‚Ressourcen‘“ (S. 5). Doch warum sind Gefühle, Kreativität, Hobbys, gute Laune und Zuversicht oder auch das Bewältigen von stressigen Situationen ‚magisch‘? Und was ist denn jetzt eigentlich meine (eine!) „Superpower“ als Kind? Insofern ist hier ein Widerspruch zu erkennen: Auf der einen Seite gibt es etwas Magisches, eine Zauberei; etwas, was nicht unmittelbar zu erklären oder zu begreifen ist. Auf der anderen Seite sollen diese höheren, nicht fassbaren „Ressourcen“ dann doch wiederum aufgeschrieben, gemalt und vor allem geübt werden – und zwar regelmäßig (vgl. S. 5). Doch wie genau können diese ‚trainiert‘ werden? Lässt sich eine Ressource, eine Fähigkeit, eine Kompetenz einfach wie im Sportunterricht einüben? Und überhaupt: Trainieren Superhelden und Zauberer eigentlich regelmäßig? Und wenn ja: Wie und wo? Lucca ist dann auch nicht mehr als Bezugsperson für das Kind zu sehen oder zu lesen und taucht nicht weiter im Tagebuch auf.

Wohlwollend bleibt hier trotz der Unklarheiten und Verzauberung im Buch anzumerken, dass dem jeweiligen Kind zunächst ein positives Grundgefühl vermittelt werden soll. Es soll auf diese Weise Zugang zu seinen eigenen Ressourcen, Fähigkeiten als auch Kompetenzen finden, was als positive Hilfe und Unterstützung betrachtet werden kann. Diese aber in die Alltagswelt und der kindlichen Lebenswelt als ‚Superkräfte‘ zu bezeichnen, ist zuweilen diffizil und suggeriert etwas ‚heimliches‘ und damit übernatürliche oder unerklärliche Kräfte, was zudem mit dem Bild des Superhelden verstärkt wird. Das suggeriert dem Kind außergewöhnliche Eigenschaften/Kräfte, die alltäglich gebraucht und genutzt werden. Eine vorhandene Sonderstellung kann dadurch im schulischen, familiären oder hobbyreichen Alltag reproduziert und so aufrechterhalten werden (vgl. dazu auch Beitrag von Kupfer/Paulick 2023). Mit den genannten Ressourcen und erfahrenen Kompetenzen und Fähigkeiten sollen aber die alltäglichen, schulischen und sozialen Anforderungen bearbeitet werden – und das nicht ‚superheldenhaft‘, auch wenn es zuweilen viel Kraft und Anstrengung abverlangt.

Das Buch endet dann sehr schnell mit der Auflösung der beiden Rätsel. Es wird hier auch nicht noch einmal klar oder gar ausgeführt, was die zu suchenden Begriffe des Buchstabenrätsels bedeuten oder warum diese hier aufgeführt werden. Mit diesem Tagebuch kann sowohl eigenständig zu Hause oder „mit psychologischer oder psychotherapeutischer Anleitung im Einzel‑ oder Gruppensetting“ gearbeitet werden (Prätsch/Eder 2024, Rückseite). Das Buch ist dabei an das Kind gerichtet und kindlich aufbereitet. Zudem kann direkt in die freien Felder und Zeilen im Tagebuch gemalt oder geschrieben werden. Ziel ist, dass ein Ressourcen-Sammelalbum entsteht, was dem Kind aufzeigt, dass es über all das verfügt – im besten Fall. Doch was ist, wenn das Kind die jeweilige Ressource gar nicht bei sich erkennt oder eben in der einen Woche nicht kreativ oder motiviert sein kann bzw. dieses erlebt? Dafür gibt es keine magische Superkraft, sondern es bleibt unbegleitet und offen. Das Tagebuch endet zudem abrupt und es wird nicht aufgelöst, wie Ressourcen denn nun regelmäßig ‚trainiert‘ oder gar ‚geweckt‘ werden können (vgl. S. 5). Das Magische bleibt eben – ganz im Sinne der Zauberei – geheimnisvoll. Denn Tricks dürfen ja auch nicht verraten werden …

Fazit

Trotz aller Irritationen und Paradoxien hat das Tagebuch zum Ziel, das eigene Können, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten aufzuzeigen. Und darum geht es sicher auch: das betroffene Kind zu stärken, die positive Seite von ADHS aufzuzeigen und den eigenen Blick auf die im Kind liegenden Kräften zu lenken. Damit erfolgt ein Wechsel vom Defizitblick auf einen positiven, stärkenden Blick – und darum geht es letztlich für das Kind und so soll es auch betrachtet werden.

Literatur

Terhart, Ewald (2004): Grundlagen. In: KMK (2004): Standards für die Lehrerbildung. Bericht der Arbeitsgruppe. S. 3–10. https://www.kmk.org/fileadmin/​veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_12_16-Standards_Lehrerbildung-Bericht_der_AG.pdf (Abruf am 10.11.2025).

KMK (2022): Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004 i.d.F. vom 07.10.2022. S. 1–15: https://www.kmk.org/fileadmin/​veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_12_16-Standards-Lehrerbildung.pdf (Abruf am 10.11.2025).

Jung, Eberhard (2008): Reife, Fähigkeit oder Kompetenz? Über die pädagogisch-didaktische Bedeutung von Leitbegriffen im Arbeits‑ und Berufsfindungsprozess Reife, Fähigkeit oder Kompetenz? In: Schlemmer, Elisabeth/Gerstberger, Herbert (Hrsg.): Ausbildungsfähigkeit im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden. S. 131–147. https://doi.org/10.1007/978-3-531-90839-7 (Abruf am 10.11.2025).

Hobfoll, Stevan E. und Anita P. Jackson, 1991. Conservation of Resources in Community Intervention. In: Journal of Community Psychology. 19(1), S. 111–121.

Kupfer, Annett und Christian Paulick, 2023. Ressourcen [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 19.12.2023 [Zugriff am: 10.11.2025]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/893 (Abruf am 10.11.2025). https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/​faehigkeit (Abruf am 10.11.2025).

Freytag, Christine (2025): AD(H)S, In: Rißmann, Michaela/Lochner, Barbara/Rehklau, Christine (Hrsg.): Lexikon der Kindheitspädagogik. 2., aktualisierte Auflage. Hürth: Carl Link Verlag. S. 7–13. https://miriampraetsch.de/ (Abruf am 10.11.2025). https://www.editionriedenburg.at/buecher/​buchreihen/​sowas/​supergut-mit-adhs-das-turbo-tagebuch-fuer-deine-ressourcen-sowas/ (Abruf am 10.11.2025).

https://www.editionriedenburg.at/buch/buchreihen/​sowas/ (Abruf am 10.11.2025). https://www.editionriedenburg.at/buch/buchreihen/​sowas/?product-page=3 (Abruf am 10.11.2025).

Rezension von
Dr. phil. Christine Freytag
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Schulpädagogik/Schulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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Es gibt 3 Rezensionen von Christine Freytag.

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ISSN 2190-9245