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Schilling Gert: 33 KI-Methoden für den Seminareinsatz

Rezensiert von Alexandra Großer, 27.01.2026

Cover Schilling Gert: 33 KI-Methoden für den Seminareinsatz ISBN 978-3-949611-33-9

Schilling Gert: 33 KI-Methoden für den Seminareinsatz. ChatGPT im Training interaktiv nutzen. managerSeminare Verlags GmbH (Bonn) 2024. 300 Seiten. ISBN 978-3-949611-33-9. D: 49,90 EUR, A: 51,30 EUR.
Reihe: Edition Training aktuell.

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Thema

Gert Schilling beschreibt in seinem Buch, wie ChatGPT als Werkzeug beziehungsweise Co-Trainer im Seminar eingesetzt werden kann. Der Autor erklärt die Funktionsweise von ChatGPT und zeigt in vielen praktischen Beispielen die Formulierung von Prompts für den methodischen Einsatz im Seminar. Das Buch enthält insgesamt 36,3 didaktisch aufbereitete und ausführlich beschriebenen Methoden mit ausführlichen Promptbeispielen für den Einsatz von ChatGPT im Seminar.

Autor

Gert Schilling ist freiberuflicher Trainer und Moderator. Er hat Berufspädagogik, Werkstofftechnik und Weiterbildungsmanagement studiert. Er ist Autor zahlreicher Bücher, Verleger und Veranstalter des jährlich stattfindenden Trainer|Kongress|Berlin.

Entstehungshintergrund

Für den Autor stellte sich die Frage, wie er ChatGPT interaktiv in seine Seminare einbauen kann. Herausgekommen sind die vorliegenden 33 Methoden sowie Bonus-Methoden.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in drei Bereiche gegliedert. In der Einleitung erläutert Gert Schilling, was KI ist und wie er mit ChatGPT in Seminaren arbeitet. Herzstück des Buchs sind die 33 Methoden, die er auf über 226 Seiten beschreibt. Auf weiteren 15 Seiten beschreibt der Autor weitere 3,3 Bonus-Methoden. Gert Schilling hat die Methoden in zwei Übersichtstabellen zusammengefasst. In der ersten Matrix sind die Methoden nach Seminarthemen gegliedert, in der zweiten nach Seminarphasen.

Der Autor stellt unter anderem verschiedene KI-Methoden für Kommunikations- und Rhetorikseminare, für Teamentwicklung und Führung, Zeitmanagement, Moderation und Präsentation vor. Er bedient neben weiteren Seminarphasen die Vorstellungsrunde, Transferphasen, Praxisübungen und Fallstudien, Ideenentwicklung, Selbstreflexion, Stoffvermittlung und Feedback.

Der Autor stellt zunächst die sechs Vorteile vor, die er im Einsatz der KI-Methoden im Seminar sieht. So kann ChatGPT beispielsweise individuell und unmittelbar im Seminar eingesetzt werden. Die Teilnehmer*innen können dadurch von individuellen Impulsen und Antworten auf „spontan gestellte Fragen“ (S. 10) profitieren.

Gert Schilling plädiert dafür pro Seminartag ein bis zwei KI-Methoden einzusetzen. Einsetzbar ist die KI-Methode im Plenum, in Kleingruppen und für Einzelarbeit. Wer ChatGPT zum ersten Mal im Seminar einsetzt, sollte sie im Plenum einsetzen, so die Empfehlung. Sie in der Kleingruppe einzusetzen sei herausfordernder. Ein weiterer Punkt bei der Arbeit mit der KI sind die Prompts. Beispielhaft zeigt der Autor, wie diese formuliert werden, um sie im Seminar einzusetzen. Dabei geht er auf Besonderheiten ein, die bei der Formulierung beachtet werden sollten. Zugleich gibt er zu bedenken, dass Prompts nicht immer gleich funktionieren. Auch wenn ein Prompt gleichbleibt, können die Antworten, die ChatGPT kreiert sehr unterschiedlich sein. Damit die Teilnehmer*innen den vorbereiteten Prompt im Seminar nutzen können, stellt der Autor verschiedene Möglichkeiten vor. In diesem Zusammenhang, weist der Autor darauf hin, dass die Antworten von ChatGPT mit Vorsicht behandelt werden sollten, handelt es sich doch um einen Algorithmus, der sich die Daten aus dem Netz zusammensucht, die nicht immer der Wahrheit entsprechen.

Zugleich fordert der Autor die Leser*innen dazu auf, vorsichtig mit sensiblen Daten, beispielsweise mit personenbezogenen Daten oder Fallbeschreibungen, umzugehen. Denn alles was die KI an Daten bekommt kann sie auch als Trainingsdaten verwenden, selbst wenn diese Funktion deaktiviert ist.

Im Kapitel KI-Methoden stellt Gert Schilling die didaktische Gliederung der Methoden und die damit verbundenen Symbole vor. Diese sind eingeteilt in

  • Methodentitel,
  • Einsatz,
  • Kurzbeschreibung,
  • Methoden-Prompt,
  • Praxisbeispiel,
  • Tipps und Hinweise,
  • Variationen und
  • Selbstausprobieren (S. 40f).

Der Einsatz von ChatGPT ist sehr vielfältig. Für einen Überblick werden hier nur ein paar Methoden herausgegriffen.

So kann ChatGPT beispielsweise in Kommunikationstrainings als Rollenspiel eingesetzt werden. Beispielsweise indem die Teilnehmer*innen Sätze aus ihrem Alltag formulieren und ChatGPT die Rolle des Teilnehmers/der Teilnehmerin beispielsweise als Führungskraft oder Bäckereiverkäufer*in einnimmt, die auf die Satzformulierungen reagiert. Zusammen mit den Teilnehmer*innen können diese Formulierungen analysiert und für ChatGPT ein Feedback formuliert werden. In einer weiteren Varianten werden die Formulierungen in kurzen Rollenspielen auf ihre Wirkung getestet und anschließend ausgewertet.

Eine weitere Methode für ein Seminar indem es um Kreativität auf Flipcharts oder Präsentationen geht, ist der „Metapherngenerator“. Hier wird ChatGPT als Ideengeber für Bilder oder Symbole genutzt. Die KI erhält Texte und wird gebeten sich dazu Symbole bzw. bildhafte Metaphern einfallen zu lassen, um beispielsweise Botschaften auf Flipcharts oder in Präsentationen mit Bildern oder Symbolen zu unterstreichen. Im Prompt wird die KI gebeten, „traditionelle Symbole“ (S. 83) zu einer Botschaft zu kreieren, dabei wird sie unter anderem gebeten auch „ungewöhnliche Symbole“ (S. 84) zu finden und die Auswahl zu begründen. In der beschriebenen Methode wird die KI sogar noch eingeschränkt, indem sie nur Vorschläge zu bestimmten Symbolen machen soll, wie sie beispielsweise auch in Flipchart-Visualisierungsbüchern vorkommen.

Gert Schilling setzt KI auch für die kollegiale Beratung im Seminar ein. Die Teilnehmer*innen nehmen hier weiterhin aktive Rollen ein, während die KI hier eine Nebenrolle spielt, die parallel bedient wird. Neben den Lösungsmöglichkeiten, die die Berater*innen dem/der Problemgeber*in mit auf den Weg geben, darf hier auch die KI Lösungsmöglichkeiten einbringen. Die Problemgeber*in wählt am Ende aus den vielen Möglichkeiten die passenden aus.

Im Methodenpool finden sich auch Methoden zur „Zufälligen Kleingruppenbildung“ (S. 140). Indem ChatGPT die Namen der Teilnehmer*innen in eine zufällige Reihenfolge bringt und daraus Kleingruppen mit einer bestimmten Anzahl von Personen kreiert. Als zusätzliche „nette Zugabe“ (ebd.) kann für die Kleingruppen auch noch ein Gruppenname kreiert werden.

Des Weiteren können sich Seminarleiter*innen auch Auflockerungsübungen für Bewegungspausen von der KI vorschlagen lassen, die man im Seminar beispielsweise nach der Mittagspause zur Aktivierung der Teilnehmer*innen einsetzt.

In der Teamentwicklung geht es oft auch darum Werte zu formulieren und daraus Leitlinien zu erstellen. Gert Schilling zeigt, wie die gesammelten Werte eines Teams mit einem Prompt in ChatGPT konkretisiert und mit Praxisbeispielen verbunden werden. Die Teammitglieder haben dann die Aufgabe in Kleingruppen die Antworten der KI zu prüfen und die Leitlinien für ihre Situation, ihr Team beziehungsweise Organisation anzupassen.

Mit KI-Tabu erstellen die Teilnehmer*innen Wortlisten zum zuvor vermittelten Stoff. Aus diesen Wortlisten soll ChatGPT Texte kreieren, die das Wort erklären ohne das Wort aus der Liste zu verwenden. Die Teilnehmer*innen lesen sich gegenseitig ihre Texte vor und die jeweilig andere Gruppe muss den Begriff raten. Da ChatGPT hier auch Fehleranfällig ist, werden die Teilnehmer*innen gebeten, den Text vorzulesen und das Wort aus der Liste, welches trotzdem im Text vorkommt durch einen selbstgemachten Ton, wie beispielsweise einem Piep zu ersetzen.

Für Vorstellungsrunden lassen sich per ChatGPT Zufallsfragen generieren, die nach den Erfahrungen beziehungsweise Meinungen zum Thema des Seminars, beispielsweise Projektmanagement, fragen. Diese Fragen werden den Teilnehmer*innen während der Vorstellungsrunde spontan gestellt.

In verschiedenen Infoboxen, die im Buch und zwischen den Methoden verteilt sind, erhalten die Leser*innen wissenswertes zur KI.

Im Downloadbereich auf der Seite des Verlags befinden sich alle Prompts zu den Seminarmethoden für den sofortigen Einsatz.

Diskussion

Gert Schilling lädt mit seinem Buch ein sich näher mit ChatGPT zu befassen und dieses Werkzeug für Seminare zu nutzen. Die insgesamt 36,3 Methoden sind ausführlich und beispielhaft beschrieben. Es ist fast so, als ob man selbst im Seminar als Teilnehmer*in sitzt. Als Seminarleiter*in erhält man mit diesem Buch sehr viele innovative Ideen für die eigenen Seminargestaltung mit ChatGPT. Der Autor ermöglicht es mit seinem Ideenreichtum die eigene Kreativität zu entzünden, wie, wo und in welcher Seminarphase die KI eingesetzt werden kann. Der Autor versteht ChatGPT als ein Zusatzwerkzeug, welches bereits vorhandene Methoden ergänzt beziehungsweise erweitert. Bei allen Methoden stehen die Teilnehmer*innen im Mittelpunkt sowie ihre Themen.

Ganz nebenbei lernen die Leser*innen wie ChatGPT funktioniert, wie die Prompts formuliert sein sollten, damit die gewünschten Ergebnisse kreiert werden. Gert Schilling verwendet in seinen Prompts häufig die Frage, ob die Aufgabe verstanden wurde, sodass die KI die Aufgabe nochmals wiederholt und man selbst noch korrigierend eingreifen kann, wenn die KI die Aufgabenstellung missverstanden hat. Jede Methode enthält die Aufforderung, die Methode beziehungsweise die Prompts selbst auszuprobieren, auch bezogen auf die eigene Themen- beziehungsweise Fragestellung.

Bei allen Methoden wird ChatGPT direkt und live im Seminar eingesetzt. Dies erfordert von Seminarleitungen eine gute Vorbereitung, da die Prompts mit denen im Seminar gearbeitet werden soll, bereits vorformuliert sein sollten, als auch für die Teilnehmer*innen bereit liegen sollten. Dies setzt allerdings auch voraus, dass in den Seminarräumen eine Verbindung zum Internet besteht. Besonders gut kann sich die Rezensentin den methodischen Einsatz der KI-Methoden auch in Online-Seminaren vorstellen. Gert Schilling gelingt es die Lebendigkeit der Übungen direkt auf die Leser*innen zu übertragen. Beim Lesen entsteht direkt Lust die Methoden beziehungsweise die Prompts gleich auszuprobieren und ins nächste Seminar einzubauen. Ein sehr beschwingtes und lebendiges Methodenbuch.

Fazit

Seminarleiter*innen, Trainer*innen, Fort- und Weiterbildner*innen erhalten mit „33 KI-Methoden für den Seminareinsatz“ eine Methodensammlung mit ChatGPT als Co-Trainer*in, die die Seminare für Teilnehmer*innen interaktiver und lebendiger gestaltet. Ohne dabei die KI in den Mittelpunkt zu stellen, sondern diese als Werkzeug für lebendigere Seminare zu nutzen.

Rezension von
Alexandra Großer
Fortbildnerin, päd. Prozessbegleiterin, systemische Beraterin
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Es gibt 94 Rezensionen von Alexandra Großer.

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ISSN 2190-9245