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Marion Aicher-Jakob, Anja Seifert: Kommunikation und Partizipation in Schule und Unterricht

Rezensiert von Dr. Monika Wilkening, 18.09.2026

Cover Marion Aicher-Jakob, Anja Seifert: Kommunikation und Partizipation in Schule und Unterricht ISBN 978-3-8252-6193-1

Marion Aicher-Jakob, Anja Seifert: Kommunikation und Partizipation in Schule und Unterricht. Brill Verlag (Leiden) 2024. 224 Seiten. ISBN 978-3-8252-6193-1. D: 24,00 EUR, A: 24,70 EUR, CH: 32,00 sFr.

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Thema

Das Arbeitsbuch – v.a. für angehende Lehrkräfte – hat zum Ziel, eine konstruktive Kommunikationskultur mit gegenseitigem Verstehen und Partizipation aller zu etablieren, damit pädagogisches und didaktisches Handeln in Schule und Unterricht fundiert reflektiert werden kann

Neben fachlichen, didaktischen, diagnostischen, pädagogischen Fragen sind auch die Erfahrungs‑ und Beziehungsebene enorm wichtig.

Nach jedem Sinnabschnitt erfolgen praxisnahe Bezüge und vertiefende Fragen.

Autor:in oder Herausgeber:in

Dr. Marion Aicher-Jakob ist tätig an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in der Abteilung Pädagogik und Didaktik des Primar‑ und Elementarbereichs

Prof. Dr. Anja Seifert ist tätig als Erziehungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Grundschulpädagogik und Didaktik des Sachunterrichts an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Entstehungshintergrund

In Seminaren und anderen Veranstaltungen mit Studierenden

Aufbau

  1. Kommunikation und Partizipation als schulische Entwicklungsaufgabe
  2. Gesprächsformen im Unterricht
  3. Partizipation an Gesprächen und durch Gespräche
  4. Kinderfragen und ihr Platz im Unterricht
  5. Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen
  6. Gespräche im Kontext von Lernen und Leisten
  7. Kommunikation und Verschiedenheit

Inhalt

Ad 1. Folgende allgemeine Fragen werden angesprochen: Welches sind die Notwendigkeiten zur Kommunikation? Welche Kommunikationsmodelle, ‑theorien, ‑strukturen gibt es? Wie wichtig sind Schulen in der Welt? Was sind traditionelle und moderne Medien? Wie sieht heute der Klassenraum aus? Welches sind die Besonderheiten der Online-Kommunikation? Welches ist die Rolle der Partizipation bei der Kommunikation? Was ist wichtig zur Sprache im spezifischen Kontext von Schule und Unterricht?

Ad 2. Was ist ein Unterrichtsgespräch? Welche Funktionen hat Sprache? Verschiedene Gesprächsformen in verschiedenen Gesprächssituationen werden erklärt. Dabei spielt die Lenkung durch die Lehrkraft eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Partizipation der Lernenden. Dies ist z.B. bes. wichtig für ein freies Unterrichtsgespräch, was ausführlich in seiner Geschichte seit dem 19. Jahrhundert reflektiert wird und durch ein langes Gesprächsprotokoll aus einer Kindertagesstätte belegt werden soll, welches danach ausführlich analysiert wird. Zu gelenkten Unterrichtsgesprächen werden Beispiele aus dem Sachkundeunterricht der Grundschule gegeben. Auf S. 67–68 werden verschiedene Frageformen dargestellt.

Ad 3. Warum ist Partizipation an Gesprächen wichtig? Was ist altersgerechte Bildungssprache im Gegensatz zur Fachsprache? Welche Probleme haben mehrsprachige Kinder? Konzepte von Deutsch als Fremdsprache werden erklärt. Was bedeutet Verstehen für die Partizipation? Der Morgenkreis aus den ersten Grundschuljahren und der Klassenrat in Grund‑ und Sekundarschule werden exemplarisch dafür aufgezeigt. – Das Kapitel zeigt, dass Gespräche gut geplant, durchgeführt und reflektiert werden müssen.

Ad 4. Fragen, die Lehrkräfte stellen, haben eine ebenso große Bedeutung wie die von Lernenden. In diesem Kapitel wird die Forschung zu Kinderfragen allgemein dargestellt.

Ad 5. Im Rahmen der demokratischen Partizipation von Lernenden an ihrem Lernen ist Philosophieren im Unterrichtsgespräch (hier ausführlich definiert und in seiner Geschichte erklärt) wünschenswert.

Ad 6. Hier geht es um verschiedene Gesprächsformate zwischen verschiedenen Adressat:innen, um Lernende zu unterstützen: zwischen Lehrkräften und Lernenden, Lehrkräften und Eltern, Abgebenden und aufnehmenden Schulen. Nur durch gut initiierte, durchgeführte und reflektierte Kommunikation kann Lernen und Leisten unterstützt werden.

Ad 7. Hier steht Inklusion im Vordergrund.

Diskussion

Kommunikation und Partizipation sind zweifellos sehr wichtige Themen (von jeher), zu denen dies ein weiteres Buch ist.

Das Buch ist sicherlich wichtig insbes. für angehende Lehrkräfte, der Neuwert aktueller Erkenntnisse zur Thematik ist allerdings nicht immer ersichtlich.

Die Struktur des Buches und der Bezug zum Buchthema ist nicht immer klar.

Am Ende jedes der 7 Kapitel wird ein Literaturverzeichnis angefügt.

Zum Kapitelende wird die Argumentation nicht abgerundet, nicht zusammengefasst; es erfolgt kein Ausblick auf das nächste Kapitel. Lesende sind etwas irritiert durch einen ganz abrupten Schluss. Das gilt auch für das Ende des Buches.

Der Überblick über verschiedene Frageformen auf S. 67–68 ist sinnvoll, jedoch wäre es hilfreich, zu jeder Frageform ein konkretes Formulierungsbeispiel an die reine Definition anzufügen.

Die Kommunikationsstruktur und mögliche Stolpersteine bzgl. Elterngesprächen S. 171–178 ist hilfreich.

Zu den Fragen/​Arbeitsanweisungen: Diese sind sehr allgemein und nicht immer klar verständlich: z.B. S. 30 „In welcher Weise braucht eine demokratische Schulkultur partizipative Elemente?“; S. 27 „Begründen Sie Ihre Position“ (hier handelt es sich lediglich um einen einfachen Vergleich von zuvor Gesagtem); S. 27 zu den Zahlen aus dem Bildungsmonitor: „Was ist interessant bzgl. Investitionen für Schule?“; S. 37 „Positionieren Sie sich zur Aussage: Es geht in jedem schulischen Gespräch um das sprachliche Vorbild und das Rollenvorbild“.

Das große Thema „Feedback“ wird auf 3 ½ Seiten bzgl. Leistungen angerissen (andere Formen des Feedbacks fehlen völlig, obwohl sie ja alle mit Kommunikation zu tun haben.). Aufgabe 3 (S. 188) lautet dann dazu: „Diskutieren Sie unterschiedliche Feedbackmethoden und ihre Zielsetzungen. Wo sehen Sie Schwierigkeiten?" Dies ist wieder ein Beispiel für die sehr allgemeine Aufgabenstellung über eine Thematik, die Lesende sich erst einmal extern umfangreich aneignen müssen. Mit den Äußerungen in diesem Kapitel hat die Aufgabe nichts zu tun.

Fazit

Dieses weitere Buch zu Kommunikation in Kindergarten und Unterricht dient v.a. der allgemeinen Einführung und richtet sich an angehende Erzieher:innen und Lehrkräfte der Grund‑ und Sekundarschule.

Rezension von
Dr. Monika Wilkening
Oberstudienrätin i.R., Fortbildnerin und Autorin
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Es gibt 20 Rezensionen von Monika Wilkening.

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ISSN 2190-9245