Thilo Schmidt, Wilfried Smidt (Hrsg.): Handbuch empirische Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit
Rezensiert von Johanna Weiß, 09.02.2026
Thilo Schmidt, Wilfried Smidt (Hrsg.): Handbuch empirische Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2025. 2. Auflage. 700 Seiten. ISBN 978-3-8188-0004-8. 79,90 EUR.
Thema
Zu Beginn der zweiten Auflage des Handbuch „Empirische Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit“ führen die Herausgeber Thilo Schmidt und Wilfried Smidt zunächst aus, dass sich die Notwendigkeit einer überarbeiteten, erweiterten zweiten Auflage des Handbuchs aus den Weiterentwicklungen in Forschung und Disziplin begründet. Die Herausgeber rekonstruieren dazu in ihrer Einführung unter Bezugnahme auf Reviews retrospektiv die frühpädagogische Forschung der vergangenen Jahrzehnte. Sie stellen die Rolle von einschlägigen Handbüchern ins Zentrum und weisen darauf hin, dass diese einen bedeutsamen Betrag zu Bündelung und Einordnung der Wissens- und Forschungsbestände leisteten. Die zweite Auflage, so Schmidt und Smidt, würdigt damit nicht nur den Fortschritt der Forschung, sondern benennt auch die Kontinuität des Forschungsbedarfs: ein Bedarf, der gegenwärtig, teilweise befeuert durch gesellschaftliche Krisen, weiterhin virulent ist.
Das vorliegende Handbuch präsentiert sich in neun thematischen Teilen mit 30 Beiträgen (davon 26 Beiträge aus der ersten Auflage, die, teilweise in veränderter Autor:innenschaft, aktualisiert wurden) einschlägiger Autor:innen und dokumentiert so die Heterogenität und Diversität der empirischen Forschung im Bereich der frühen Kindheit. Neben methodologischen und methodischen Zugängen zur Kindheitsforschung, die den Anfangsteil des Handbuchs bilden, werden unter anderem Forschungsbefunde zu pädagogischen Ansätzen, Übergängen und Bildungsbereichen ebenso dargestellt wie Erkenntnisse zu pädagogischer Qualität, zur Professionalisierung von Fachkräften sowie zu Querschnittsaufgaben der frühen Kindheit.
Herausgeber
Neben den beiden Herausgebern Thilo Schmidt und Wilfried Smidt, haben 42 Autor:innen teils in Allein-Autor:innenschaft, teils gemeinsam ihre Fachexpertise in den jeweiligen Beiträgen dargestellt.
Schmidt ist akademischer Oberrat an der Technischen Universität Kaiserslautern, er trägt mit einem Beitrag zur Förderung bildungsbenachteiligter Familien in Teil VI zu diesem Handbuch bei.
Smidt ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt frühe Bildung und Erziehung an der Universität Innsbruck, er ist Erstautor eines Beitrags zur Professionalisierung in Kindertagespflege und Kindertageseinrichtungen in Teil VIII.
Aufbau
Das Handbuch ist in neun Teile untergliedert, welchen wiederrum insgesamt 30 Beiträge zugewiesen sind.
- Teil I: Methodologische und methodische Zugänge zu Empirischer Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit (3 Beiträge)
- Teil II: Forschung zu Bindung, Resilienz und kindlichem Wohlbefinden (4 Beiträge)
- Teil III: Forschung zu pädagogischen Ansätzen (3 Beiträge)
- Teil IV: Forschung zu Querschnittsaufgaben (4 Beiträge)
- Teil V: Forschung zu Bildungs- und Förderbereichen (6 Beiträge)
- Teil VI: Forschung zu zielgruppenspezifischer Förderung (2 Beiträge)
- Teil VII: Forschung zu Qualität und Diagnostik in de Settings Familie und Kindertageseinrichtung (4 Beiträge)
- Teil IX: Forschung zur Professionalisierung des pädagogischen Personals (2 Beiträge)
- Teil 9: Forschung zu Übergängen (2 Beiträge)
Inhalt
Nachfolgend werden überblicksweise die Inhalte der Beiträge darstellt. Ich verweise an dieser Stelle darauf, dass sich diese Rezension dabei dezidierter mit den vier neuen Beiträgen, auseinandersetzt.
In Teil I werden methodische und methodologische Zugänge zur empirischen Kindheitsforschung in ihrer Bandbreite in drei Beiträgen dargestellt. Marc Schulz fokussiert die qualitative Forschung mit ihren Forschungsfragen, Besonderheiten, Potenzialen und betont dabei sowohl die Heterogenität der qualitativen Sozialforschung generell aber auch der qualitativen Kindheitsforschung im Besonderen. Neben verbal hergestellten Daten mittels Interviews werden in diesem Beitrag auch Beobachtungsdaten und die Ethnographie präsentiert. Kristina Hausladen, Sebastian Then und Yvonne Anders fokussieren in ihren Beitrag das Gegenstück, die quantitativen Zugänge. Sie verweisen speziell auf die Grundprinzipien, Erhebungs- und Analysemethoden der quantitativen Forschung sowie das Potenzial der Verknüpfung beider genannten Ansätze im Sinne von mixed methods Designs, wie beispielsweise die BiKS 3–10 Studie. Der Teil wird abgeschlossen mit dem Beitrag von Jens Kaiser-Kratzmann, der sich explizit den Designs, Anwendungsmöglichkeiten und der Methodologie von mixed methods, anschaulich illustriert mit Beispielen, widmet und damit den Teil gelingend abrundet.
Teil II des hier rezensierten Werks bearbeitet in vier Beiträgen den Themenkomplex Bindung, Resilienz und kindliches Wohlbefinden. Eröffnet wird der Teil mit dem Beitrag von Fabienne Becker-Stoll, die die Bindung innerhalb der Familie zunächst anhand der Bindungstheorie John Bowlbys und dann entlang der Chronologie von Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter diskutiert. Thematisch höchst anschlussfähig ist der Beitrag von Johannes Huber, der die Bindugsentwicklung und außerfamiliäre Betreuung diskutiert, wobei er den Bindungsbegriff aufgreift und daran anschließend die Bindungsbeziehungen von pädagogischen Fachkräften und Kindern unter der Lupe der unterschiedlichen Betreuungsumwelten und ihrer wechselseitigen Einflüsse thematisiert. Der dritte Beitrag dieses Teils ist der Neuhinzugekommene von Thomas Gabriel und Marion Pomey, die sich die Erstautor:innenschaft teilen und unter dem Titel „Vulnerabilität und Resilienz in der frühen Kindheit“ die beiden genannten Begriffe zunächst definieren, den Forschungsstand darlegen und dann miteinander diskutieren, Der Beitrag zeigt, dass begriffliche Klärungen teils noch notwendig sind und sich gleichzeitig eine hohe Relevanz der Konzepte Resilienz und Vulnerabilität für die frühpädagogische Praxis und Forschung abzeichnen. Dabei stellen die Autor:innen durchaus kritisch die hohe Suggestivkraft des Konzepts Resilienz dar und betonen gleichzeitig, die Schutzbedürftigkeit von Kindern in der Lebensphase, die nicht unter dem Deckmantel der „Agency“ versteckt werden sollte. Der Teil wird abgeschlossen von einem weiteren neuen Beitrag, verfasst von Susanne Viernickel, zum kindlichen Wohlbefinden. Der Beitrag systematisiert zunächst theoretische Zugänge und Begriffsverwendungen zum kindlichen Wohlbefinden in frühpädagogischen Institutionen. Dabei wird Wohlbefinden als multidimensionales, relationales und kontextabhängiges Konstrukt gefasst. Auf dieser Grundlage werden Forschungszugänge und Messansätze dargestellt, die von makroanalytischen Indikatorstudien über mikroanalytische Beobachtungs- und Erhebungsverfahren bis hin zu subjektiven Einschätzungen durch pädagogische Fachkräfte, Kinder und Eltern reichen. Abschließend werden die empirischen Befunde zu Zusammenhängen zwischen Wohlbefinden und kindlicher Entwicklung diskutiert, es wird auf Limitationen und Forschungsdesiderate hingewiesen.
Teil III des Handbuchs thematisiert die Forschung zu pädagogischen Ansätzen. Frithjof Grell beschreibt und vergleicht dabei, eher aus einer historischen Bildungsforschungs-Perspektive, die Konzeptionierungen Friedrich Fröbels, Maria Montessoris und Rudolf Steiners. Ein weiterer neuer Beitrag ist der anschließende, unter dem Titel „Neuere frühpädagogische Ansätze“ stehende von Ulf Sauerbrey. Der Autor stellt darin den Situationsansatz, das Konzept der Waldkindergärten und der Kinderläden vor und bettet beides sowohl in theoretisch-konzeptionelle Annahmen als auch Aussagen zur Verbreitung und empirischen Studienlage ein. Den Horizont erweiternd stellt er zudem das aus China stammende Konzept des Anji analog zur Vorgehensweise der zuvor beschriebenen Ansätze vor. Dabei resümiert er die Notwendigkeit der Etablierung externer, unabhängiger Forschung zu Handlungskonzepten, beispielsweise zur systematischen Erforschung der Effekte verschiedener solcher Handlungskonzepte. Der Teil wird vom Beitrag Elmar Drieschners abgeschlossen, der sich der Balancierung der Begrifflichkeiten und damit verstandenen Konzept von ‚Agency‘, ‚Ko-Konstruktion‘ und ‚Instruktion‘ in der Frühpädagogik widmet.
Der Teil IV bearbeitet thematisch die Forschung zu Querschnittsaufgaben. Michael Lichtblau eröffnet den Teil mit seinem Beitrag der Differenzierung inklusiver und integrativer Bildung, bei der er auf Definitionen, statistische Kennzahlen, theoretische Konzepte und Modelle zur Entwicklung von inklusiven Bildungssettings referiert und überblicksweise Einblicke in die, verschiedene Ebenen bearbeitende, Forschung zur Inklusion in der Frühpädagogik gibt. Melanie Kubandt diskutiert in ihrem Beitrag die Differenzkategorie Geschlecht als Querschnittsdimension für die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung, stellt dabei (inter)nationale Studien vor. Sie erörtert zudem die Herausforderungen für die Forschung zu dieser Kategorie im Feld der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung. Henrike Friedrichs-Liesenkötter bearbeitet in ihrem Beitrag ein hochaktuelles Thema: Medienerziehung und -bildung im frühen Kindesalter. Dabei wird ausführlich auf Forschungsergebnisse zur kindlichen Mediennutzung und zur Mediennutzung und -bildung in Kitas eingegangen. Der Teil wird vom Beitrag Peter Cloos abgeschlossen, der die Querschnittsaufgabe der Zusammenarbeit mit Eltern thematisiert. Es wird zunächst auf das Konstrukt der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft als Arbeitsprogramm eingegangen, dann Forschungsergebnisse verschiedener Perspektive auf dieses Konstrukt dargestellt und analysiert.
Teil V des vorliegenden Handbuchs bearbeitet dezidierte Bildungs- und Förderbereiche in sechs Beiträgen werden die Dimensionen Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen von Susanne Roux & Jutta Sechtig, die Förderung von Bewegung von Rolf Schwarz, die Sprachförderung und sprachliche Bildung von Franziska Egert & Michaela Hopf, von Roswitha Staege die ästhetische Bildung, von Simone Lehrl die mathematische Bildung und Förderung und von Anke Maria Weber & Julia Barenthien die naturwissenschaftliche Bildung und Förderung bearbeitet. Auf eine detailliertere Beschreibung der einzelnen Beiträge wird an dieser Stelle bewusst verzichtet.
In Teil VI des Handbuchs finden sich zwei Beiträge unter dem Titel der Forschung zu zielgruppenspezifischer Förderung. Herausgeber und Autor Thilo Schmidt thematisiert in seinem Beitrag die Förderung in bildungsbenachteiligten Familien, wobei er insbesondere auf spezifische Programme und Konzepte der Familienbildung fokussiert, diese an drei Beispielen in ihren zentralen Merkmalen analysiert und den zu den Programmen vorliegenden Forschungsstand vorstellt. Der Beitrag wird abgeschlossen von einer reflektierenden Einordnung elementarer Ergebnisse und einer zukunftsgerichteten Forschungsperspektive. Klaus Fröhlich-Gildhoff, Rieke Hoffer, Maike Rönnau-Böse und Claudia Grasy-Tinius thematisieren im zweiten Beitrag dieses Teils die Begleitung und Unterstützung von Kindern mit so bezeichnetem herausforderndem Verhalten im Setting KiTa. Dabei ordnen sie zunächst den Begriff des herausfordernden Verhaltens ein, stellen die statistische und empirische Datenlage dar und weiten dann den Blick auf professionelle Reaktionen und Begegnungsmöglichkeiten, wobei der Fokus auf Programmen und systematisiertem Vorgehen im pädagogischen Kita-Alltag liegt.
Teil VII beinhaltet vier Beiträge zur Forschung zu Qualität und Diagnostik in den beiden Settings Kita und Familie. Unter den vier Beiträgen befindet sich ein neuer Beitrag, der von Frank Niklas zur familiären Lernumwelt, der den Teil eröffnet. Niklas Beitrag beschreibt die familiäre Lernumwelt, mit der besonderen Fokussierung auf die sprachlichen und mathematischen Anregungspotenziale, als zentralen Kontext der frühen Kindheit, der sich eingebettet in verschiedene entwicklungs- und bildungsbezogene Modelle befindet. Dabei wird die Verknüpfung einer qualitativ hochwertigen, familiären Lernumwelt mit verschiedenen kindlichen Entwicklungsbereichen hervorgehoben und insbesondere das Förderpotenzial benachteiligter Familien darstellt. Der zweite Beitrag, verfasst von Monika Wertfein und Daniela Mayer, befasst sich mit der pädagogischen Qualität in institutioneller Tagesbetreuung für Kinder bis zum Alter von drei Jahren. Dabei klären sie zunächst relevante Begriffe, erläutern die Operationalisierung der Interaktions- und Prozessqualität und stellen dann bilanzierenden den Forschungsstand dar. Dabei gehen sie besonders auf Bedingungsfaktoren gelingender Interaktionen zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern sowie die Rahmenbedingungen ein und stellen daraus Implikationen für die pädagogische Praxis her. Die Autorinnen weisen zum Abschluss des Beitrags auf die methodischen Limitierungen und bestehende Forschungsdesiderate hin. Katharina Kluczniok bearbeitet in ihrem Beitrag die pädagogische Qualität in Kitas, nimmt dabei auf Qualitätskonzepte und Instrumente der Qualitätsmessung Bezug, bevor sie auf Forschungsbefunde und deren potenzielle Auswirkungen eingeht. Abgeschlossen wird dieser Teil von der Thematisierung der entwicklungsorientierten, diagnostischen Einschätzung in Kitas, verfasst von Jaenette Roos. Im Beitrag wird erörtert, wozu wann diagnostische Einschätzungen in der pädagogischen Praxis angewandt werden können, welche Messinstrumente und -methoden es gibt und wie die Prozesse beim Einsatz von diesen Instrumenten und Methoden ablaufen.
Der Teil VIII des vorliegenden Werks, setzt sich in zwei Beiträgen mit dem Bereich der Professionalisierung des pädagogischen Personals auseinander. Eröffnet wird mit dem Beitrag von Tanja Jungmann, die die Professionalisierung innerhalb der Familienbildung und frühen Hilfen thematisiert und hier eingehend den Gegenstand bestimmt und den Forschungsstand darlegt. Dabei resümiert sie die Studienlage hinsichtlich der Effektivität der Familienbildung und Frühen Hilfen. Der zweite Beitrag dieses Teils ist von Wilfried Smith, Eva-Maria Embacher und Laura Zöggeler-Burkhardt verfasst und thematisiert die Professionalisierung in den Settings Kita und Kindertagespflege. Dabei stellen die Autor:innen zunächst den theoretischen Hintergrund verschiedener Professionalisierungsmodelle überblicksartig dar, bevor sie sich dann auf nationale und internationale empirische Befunde, differenziert nach formaler Professionalisierung, handlungsbezogener Professionalisierung und indikatorenbezogener Professionalisierung, wobei letzterer dezidiert und ausführlich verschiedene Professionalisierungsmodelle unterschieden werden. In der Schlussbetrachtung wird die Herausforderung der Greifbarkeit des Forschungsfelds dargestellt und die empirische Lücke im Bereich der Kindertagespflege betont.
Der das Handbuch abschließende Teil IX bietet zwei Beiträge zur Übergangsforschung. Joachim Bensel, Gabriele Haug-Schnabel und Franziska Martinet diskutieren den normativen Übergang aus der Familie in die Kindertageseinrichtung, wobei sie zunächst eine theoretische Rahmung des Diskurses geben, dann historisch auf die Eingewöhnungsforschung zurückblicken und dann die frühkindliche Bindung und Eingewöhnung in die Kindertageseinrichtung unter verschiedenen Gesichtspunkten, darunter Stressoren, die Rolle von Pees und besondere Herausforderungen thematisieren. Abgeschlossen wird der Beitrag von einer kurzen Bearbeitung des Übergangs von der Kinderkrippe in der Kindergarten sowie der Darstellung von Gelingensfaktoren für die Eingewöhnung. Mehrmals wird die Relevanz der Gestaltung von Übergängen betont. Der letzte Beitrag des Handbuchs bildet die Bearbeitung des Übergangs von Kita in die Grundschule, verfasst von Frank Foerster und Gisela Kammermeyer. Dabei stellen sie die strukturell und historisch gewachsene Trennung der eben genannten Institutionen ins Zentrum des Beitrags. Der normative Übergang und die notwendige Bewältigung dessen wird aufgearbeitet, Maßnahmen zu Erleichterung des Übergangs dargestellt und dabei unter anderem auf die strukturellen Aspekte, wie beispielsweise die Neustrukturierung der Schuleingangsphase mit – unter anderem – Kooperationsaktivitäten und curricularen Abstimmungen zur Herstellung inhaltlicher Anschlussfähigkeit verwiesen.
Diskussion
Die zweite, überarbeitete Auflage des Handbuchs Empirische Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit zeichnet sich durch eine überaus klare Strukturierung aus, durch die Gliederung in neun Teile wird die Breite empirischer frühpädagogischer Forschungsfelder und Schwerpunkte sichtbar und zugleich in thematisch kohärente Blöcke gebracht. Besonders profilbildend sind die neu hinzugefügten Beiträge, die zentrale Diskussionslinien der aktuellen Pädagogik der Kindheit aufgreifen und weiterführen. Auch in den bereits vorhandenen, aktualisierten Beiträgen zeigt sich eine konsequente Ausrichtung auf empirische Fundierung und systematische Verdichtung der jeweiligen Forschungsstände. Zugleich wird deutlich, dass die Auswahl der Themen notwendigerweise Schwerpunkte setzt und bestimmte Aspekte wie Ungleichheitsdimensionen, Mehrsprachigkeit oder Gender nur akzentuierend erscheinen. Es finden sich dadurch Anschlussstellen für zukünftige Handbücher.
Fazit
Das Handbuch Empirische Forschung in der Pädagogik der frühen Kindheit bietet in seiner zweiten Auflage, die 30 Beiträge aufgeteilt auf neun thematische Teile beinhaltet, einen klar strukturierten, systematisch verdichteten Überblick über zentrale Felder empirischer Forschung zur frühen Kindheit. Bereits bestehende Beiträge sind aktualisiert, sodass das Werk insgesamt einen fundierten, übersichtlichen Einstieg in den Forschungsstand diverser Schwerpunktthemen der Pädagogik der Kindheit bietet.
Rezension von
Johanna Weiß
Promovendin an der Universität Augsburg
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