Kerstin Heil: Durchschreiten, Durchkämpfen, Durchwurschteln oder Durchleiden? Soziale Milieus im Grundschullehramt
Rezensiert von HS-Prof. Dr. Doris Lindner, 19.11.2025
Kerstin Heil: Durchschreiten, Durchkämpfen, Durchwurschteln oder Durchleiden? Soziale Milieus im Grundschullehramt. Eine qualitative Untersuchung von Studierenden einer Pädagogischen Hochschule.
Beltz Juventa
(Weinheim und Basel) 2025.
413 Seiten.
ISBN 978-3-7799-9142-7.
D: 68,00 EUR,
A: 70,00 EUR.
Reihe: Studien zu sozialen Klassen, Milieus und Habitus - 2.
Thema
Soziale Ungleichheit im Bildungssystem hat angesichts anhaltender Bildungsdisparitäten und der subtilen Reproduktion gesellschaftlicher Klassenverhältnisse in den vermeintlich offenen Räumen der Hochschule eine neue Dringlichkeit gewonnen. Zwar gilt ein Studium als Aufstiegschance und Versprechen sozialer Durchlässigkeit, doch für viele bleibt dieses Versprechen brüchig. Die vorliegende Studie untersucht daher, wie soziale Herkunft und milieuspezifische Prägungen das Grundschullehramtsstudium prägen, insbesondere in den Studienerfahrungen, Selbstbildern und Bewältigungsstrategien der Studierenden. Im Mittelpunkt steht die Analyse unterschiedlicher Perspektiven auf den Studienalltag im Kontext sozialer Ungleichheit. Theoretisch schließt die Untersuchung an die Habitus- und Feldtheorie Bourdieus (1982, 1987) sowie an deren Weiterentwicklung im Ansatz der sozialen Milieus (Vester et al. 2001) an. Diese ungleichheitstheoretische Perspektive auf Studierende des Grundschullehramts ist bislang kaum bedacht, erweist sich jedoch als besonders aufschlussreich: Sie ermöglicht, die heterogene Zusammensetzung des Studiengangs sowie das Verhältnis zwischen Hochschulkultur und den kulturellen Gewohnheiten des Herkunftsmilieus zu beleuchten. Auf diese Weise werden Prozesse von Privilegierung und Benachteiligung sichtbar und Fragen nach dem Beitrag der Lehrer:innenbildung zur (Weiter-)Entwicklung einer professionellen pädagogischen Haltung eröffnet.
Autorin
Kerstin Heil ist Soziologin und hat in Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen promoviert. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Bildungs- und Studierendenforschung, Habitus- und Milieuforschung.
Entstehungshintergrund
Das Werk entstand als Dissertation in der Reihe Studien zu sozialen Klassen, Milieus und Habitus (Beltz Juventa) und steht damit in der Tradition kritischer Bildungssoziologie. Die empirische Untersuchung wurde im Sommersemester 2014 an einer der sechs Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs durchgeführt. Grundlage bildeten Gruppenwerkstätten mit Studierenden des Grundschullehramts, das nach der Studienordnung von 2011 noch mit dem Staatsexamen abgeschlossen wurde.
Während zahlreiche Studien den Zusammenhang von Habitus, sozialer Herkunft und beruflichem Handeln bei bereits ausgebildeten Lehrkräften analysieren, bleibt die Phase des Studiums weitgehend unerforscht. Insbesondere die milieuspezifischen Bewältigungs- und Aneignungspraktiken von Studierenden im Grundschullehramt stehen bislang kaum im Fokus empirischer Forschung. Herkunftsbedingte Ungleichheiten im Studium, die sich möglicherweise auf spätere pädagogische Handlungsweisen auswirken, sind dadurch nur unzureichend beleuchtet. Verfolgt wird daher eine doppelte Zielsetzung: zum einen, die bestehende Forschungslücke weiter zu schließen, zum anderen, einen Beitrag zu einer ungleichheitstheoretisch fundierten Studierendenforschung zu leisten. Die Studie ist ein Impuls für die Lehrer:innenbildung, Studienschwierigkeiten als Ausdruck sozialstruktureller Ungleichheit zu interpretieren und Habitussensibilität in die hochschuldidaktische Praxis zu integrieren.
Aufbau und Inhalt
Die Arbeit folgt der klassischen Struktur einer empirischen Untersuchung: Nach einer einführenden Darstellung werden der theoretische Rahmen und Forschungsstand erläutert. Daran schließen sich Methodologie und methodischer Zugang, der umfangreiche empirische Teil mit den Typen milieuspezifischer Studienbewältigung sowie die abschließenden Schlussfolgerungen und Reflexionen an.
Das erste Kapitel eröffnet mit einer dichten Szene zweier Studentinnen des Grundschullehramts. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen – Leona „wurschtelt sich durch“, Martha „kämpft sich durch“ sind ein erster Hinweis darauf, wie soziale Herkunft in einer scheinbar egalitären Bildungswelt wirksam wird. Diese Kontrastierung dient der Autorin als analytische Folie, um zu zeigen, dass Hochschulbildung ein Feld sozialer Reproduktion ist, in dem unterschiedliche Habitusformen die Studienpraxis prägen. Es folgt erstens die theoretische Einordnung sozialer Ungleichheit und der Passung zwischen Habitus und Feld nach Bourdieu, zweitens die spezifische Perspektive auf Lehrer:innenbildung als sozialer Ort, der sowohl Aufstiegschancen eröffnet als auch Distinktionsmechanismen reproduziert, und drittens die Formulierung von Fragestellung und Ziel der Arbeit, die eine Verbindung zwischen Studierendenforschung, Bildungsungleichheitsforschung und Lehrerinnenbildung herstellt.
Im zweiten Kapitel (S. 25–67) wird der Forschungsstand zu Hochschulbildung und sozialer Ungleichheit erörtert. Aufgezeigt wird, dass soziale Herkunft nach wie vor eine zentrale Determinante für Bildungs- und Teilhabechancen darstellt: Kinder aus Akademikerhaushalten haben deutlich höhere Chancen auf einen Studienzugang, während Studierende ohne akademische Vorbilder strukturell benachteiligt sind. Diese Benachteiligungen manifestieren sich in kultureller Passung und impliziten Erwartungen, die Habitus und soziale Herkunft widerspiegeln. Diskutiert und eingeordnet in Debatten um Teilhabe, Diversität und Bildungszugang werden zudem quantitative Befunde zu Bildungsherkunft, Studienaufnahme, PISA-Ergebnissen und nationale Bildungsberichten. Auch Defizitdiskurse werden kritisch reflektiert, etwa die Darstellung von Schwierigkeiten von Studierenden aus nicht-akademischen Haushalten als individuelles Problem, statt als Ausdruck struktureller Bedingungen. Theoretisch stützt sich die Autorin auf Bourdieus Habitus- und Feldkonzept sowie auf die Milieuforschung, um zu erklären, wie institutionelle Anforderungen und soziale Dispositionen zusammenwirken. Soziale Ungleichheit wird dabei als systematisch reproduziertes Strukturphänomen verstanden.
Daran anschließend behandelt das dritte Kapitel (S. 68–109) den Forschungsstand zu Grundschullehramtsstudierenden. Das Lehramt wird als ambivalentes Feld beschrieben, das einerseits besonders Frauen und Studierenden ohne akademische Eltern einen sozialen Aufstieg ermöglicht, andererseits aber bestehende soziale und geschlechtliche Homogenität fortschreibt. Forschung zu Lehramtsstudierenden ist umfangreich, konzentriert sich jedoch vor allem auf Motivationsaspekte, Geschlechterverhältnisse und Migration. Diskutiert werden u.a. die Unterrepräsentanz von Männern und Studierenden mit Migrationshintergrund, Studienwahlmotive zwischen Berufung und Verlegenheitslösung sowie die ambivalente Rolle des Lehramts als Aufstiegsweg. Skizziert wird ferner die Struktur der Lehrer:innenbildung, die durch Reformen, heterogene Studienwege und unterschiedliche Hochschultypen geprägt ist. Lehrkräftemangel und der verstärkte Einsatz von Quer- und Seiteneinsteiger:innen verdeutlichen die Spannungen zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und Qualitätsansprüchen. In Bezug auf die Studien- und Berufswahl betonen vorhandene Studien die Bedeutung familiärer Sozialisation, intrinsischer und altruistischer Motive sowie das Streben nach beruflicher Sicherheit. Untersuchungen zur sozialen Herkunft zeigen, dass das Lehramtsstudium zwar Chancen für sozialen Aufstieg bietet, zugleich aber Klassenlagen, Milieus und Habitusformen den Studienverlauf und die beruflichen Orientierungen zukünftiger Lehrkräfte strukturieren. Abschließend stellt die Autorin die Perspektiven der ungleichheitsbezogenen Bildungsforschung vor, insbesondere Schulkultur- und Habitusforschungen, die aufzeigen, wie Orientierungen und Handlungspraktiken von Lehrkräften eng mit ihrer sozialen Herkunft verbunden sind und wie soziale Ungleichheit im schulischen Feld fortgeschrieben wird.
Kapitel vier (S. 110–139) bildet die theoretische Basis der Arbeit. Die Autorin erläutert Bourdieus zentrale Konzepte von Kapital, Habitus, Feld und sozialem Raum und kombiniert diese mit der Milieuforschung nach Vester et al. (2001), die den sozialen Raum für den deutschen Kontext operationalisiert. Der theoretische Beitrag besteht darin, diese Konzepte auf den Hochschulkontext zu übertragen, wodurch Bildungszugänge und soziale Distinktionsmechanismen sichtbar werden. Das Achsenmodell von Vester et al. erlaubt es, generationale Entwicklungen sowie milieuspezifische Deutungs- und Handlungsstrukturen zu erfassen. Bildungserwerb und akademische Strategien sind demnach stark von der sozialen Herkunft geprägt und werden durch Mechanismen der Privilegierung und Benachteiligung reproduziert.
Im fünften Kapitel (S. 140–156) wird die methodische Umsetzung beschrieben. Die Autorin nutzt u.a. die Methode der Gruppenwerkstatt, ein qualitativ-rekonstruktives Verfahren aus der Habitus- und Milieuforschung. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden ihre Studienerfahrungen, erstellen Collagen und reflektierten diese gemeinsam. Die Kombination aus Diskussions- und Collagenarbeit dient der Erschließung latenter Orientierungen und habitueller Strukturmuster. Die Auswertung erfolgt mithilfe der Habitushermeneutik, die an Bourdieus Praxistheorie anknüpft, indem habitualisierte Denk- und Handlungsschemata rekonstruiert werden. Grundlage bilden analytische Elementarkategorien, die relational strukturiert sind, sowie die systematische Collageninterpretation, bei der visuelle und narrative Elemente zusammengeführt werden.
Kapitel sechs (S. 157–314) bildet den empirischen Kern der Untersuchung. Insgesamt nahmen 24 Studierende des Grundschullehramts teil, die sich überwiegend im mittleren Studienabschnitt befanden und zwischen 22 und 28 Jahre alt waren. Die unterschiedlichen Rekrutierungswege wurden bei der Analyse berücksichtigt, da sie Einfluss auf die Äußerungen und Perspektiven der Studierenden hatten. Die Darstellung der Werkstätten folgt einem klaren Aufbau: Kurzporträts der Teilnehmenden, Verlauf und Themenentwicklung der Diskussion, Reflexion der Gruppendynamik und Zusammenfassung der Collagenarbeiten. Jede Werkstatt weist spezifische Besonderheiten auf, die sowohl individuelle Haltungen als auch kollektive Muster innerhalb der Gruppe sichtbar machen. Die Befunde zeigen unterschiedliche Muster studentischer Orientierung: leistungsorientierte, strukturierte Studierende, die das Studium als Pflichtlauf verstehen; idealistisch motivierte Studierende, die zwischen Engagement und Überforderung schwanken; Studierende aus prekären Milieus, die besonders auf soziale Anerkennung bedacht sind; sowie solche, deren Unsicherheit und Selbstzweifel von der Angst geprägt sind, nicht „richtig“ zu studieren. Die Autorin interpretiert diese Ergebnisse als Ausdruck von Habitus-Feld-Konflikten und zeigt, dass Sprache, Humor und Schweigen Signaturen sozialer Lage darstellen.
Kapitel acht (S. 350–380) bündelt die zentralen Schlussfolgerungen aus den empirischen Analysen. Fokussiert werden drei Leitlinien: (1) die Reflexion der herausgearbeiteten Muster, (2) Implikationen für die Lehrerinnenbildung und (3) der normative Anspruch einer habitussensiblen Hochschule. Studienerfahrungen sind durch die soziale Herkunft strukturiert, wodurch vertikale und horizontale Differenzen innerhalb des Hochschulfeldes sichtbar werden. Mehrheitlich stammen die Studierenden aus Milieus der gesellschaftlichen Mitte, deren Wertorientierungen und Bildungsstrategien von sozialer Anerkennung, pragmatischem Handeln und Autonomiebestrebungen geprägt sind. Dabei treten Unterschiede in der Ressourcenausstattung, im Bildungsaufstieg und in der Aneignung hochschulischer Praktiken hervor: Studierende mit akademischem familiären Hintergrund befinden sich überwiegend im oberen Drittel der gesellschaftlichen Mitte, während Bildungsaufsteiger:innen in der unteren Mitte verortet sind. Die Unterschiede prägen sowohl die Studienfinanzierung als auch den Zugang zu Wissen, Selbstbewusstsein und Orientierung im Studienalltag.
Die Autorin plädiert für eine Professionalisierung, die habituelle Selbstreflexion einschließt. Studierende sollen befähigt werden, ihre eigenen sozialen Dispositionen zu erkennen, ihren Einfluss auf Lern- und Interaktionsprozesse zu reflektieren und mögliche Ungleichheiten im Klassenzimmer kritisch zu hinterfragen. Habitussensibilität, verstanden als die Fähigkeit, soziale Differenzen wahrzunehmen, ohne sie unbewusst zu reproduzieren, wird als zentrale Voraussetzung professionellen pädagogischen Handelns hervorgehoben.
Diskussion
Die Studie überzeugt durch die Verknüpfung einzelner Bildungsbiographien mit Manifestationen sozialer Ungleichheit in Alltagshandlungen, Entscheidungen, Interaktionen und Strategien der Studienbewältigung. Die Typologie erscheint anschlussfähig an aktuelle Hochschul- und Diversitätsdebatten, da sie eine deutliche Verbindung zwischen individuellen Handlungsweisen, sozialem Hintergrund und institutionellen Rahmenbedingungen herstellt. Hervorzuheben ist die Beobachtung, dass zahlreich Studien von einer Homogenität der Lehramtsstudierenden ausgehen, wodurch Klassenlagen, Milieus und Habitusformen innerhalb der Studierendenschaft tendenziell unberücksichtigt bleiben. Der Autorin gelingt es hingegen, diese Differenzen aufzuzeigen und den Blick auf die Vielfalt der Lebenswelten zu eröffnen. Darin liegt auch der Mehrwert dieser Studie, die sich gegen standardisierten Formen der Lehrer:innenbildungsforschung positioniert, in denen Berufung und Motivation vorwiegend psychologisch oder individuell interpretiert werden. Berufung ist in dieser Untersuchung geprägt durch soziale Strukturen, Ressourcenzugänge und habitusgeprägte Handlungslogiken.
Der Text ist eng am Bourdieuschen Duktus ausgerichtet, wodurch der theoretische Überbau gelegentlich die Stimmen der Studierenden übertönt und durch seine starke Orientierung am theoretischen Rahmen zugleich restriktiv wirkt, da den subtilen, individuellen Nuancen nicht immer vollständig Raum gelassen wird. So bleibt die Analyse zwar konsistent und stringent, büßt jedoch ein Stück theoretische Eigenständigkeit ein. Die Typologie scheint in ihrer Ausgestaltung traditionellen Klassenlogiken verhaftet, weshalb neuere Formen sozialer Differenzierung nur am Rande berücksichtigt werden (können). Trotz der schematischen Grenzen der Typologie ist ihr heuristischer Wert von hoher Relevanz, da sie soziale Differenzen empirisch sichtbar macht und Anschlussfähigkeit für weitere Untersuchungen eröffnet. Da das Werk sehr umfangreich ist, lässt sich nachvollziehen, dass eine Einbettung in gegenwärtige gesellschaftliche Transformationsprozesse (Stichwort: Digitalisierung von Lehre und Studium, Diversifizierung der Studierendenschaft oder die zunehmende Prekarisierung akademischer Arbeit) den Rahmen gesprengt hätte. Hier läge jedoch großes Potenzial für künftige Studien, zumal zwischen Datenerhebung und Publikation bereits ein gutes Jahrzehnt liegt.
Die Autorin schließt mit einem normativen Appell an die Lehrer:innenbildung: Sie wäre gut beraten, sich nicht allein auf fachliche Wissensvermittlung zu konzentrieren, sondern soziale Differenzen und Habitussensibilität in die professionelle Praxis zu integrieren, um die eigene soziale Position zu reflektieren, Handlungslogiken zu verstehen und soziale Gerechtigkeit gewissermaßen in pädagogisches Handeln einzuschreiben. Am Ende formuliert sie einen normativen Anspruch, der stark auf Bewusstmachung und Reflexion rekurriert – also auf Veränderung durch Erkenntnis. Das ist theoretisch stimmig innerhalb des Bourdieuschen Rahmens, da Reflexivität zentrales Mittel ist, um habitualisierte Strukturen sichtbar zu machen. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass Reflexion ein symbolischer Akt bleibt, solange sie nicht in institutionelle, strukturelle oder curriculare Veränderungen übersetzt wird. Der Appell an Bewusstmachung ist notwendig, verweist zugleich aber auf die Schwierigkeit nachhaltiger struktureller Reformen auf.
Nichtsdestotrotz gelingt der Autorin mit dieser Arbeit der empirische Nachweis der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit an Pädagogischen Hochschulen, wie Bourdieu es selbst wohl kaum treffender hätte zeigen können. Das Werk ist sowohl analytisch als auch ethisch ein bedeutsamer Beitrag zur Lehrer:innenprofessionalisierung.
Fazit
Die Studie bietet einen differenzierten Beitrag zur (sozialen) Bildungs- und Ungleichheitsforschung. Sie öffnet den Blick für soziale Diversität im Lehramtsstudium und vermittelt anschaulich die Mechanismen sozialer Reproduktion an Pädagogischen Hochschulen. Zwar liegt die empirische Basis zeitlich etwas zurück und der theoretische Rahmen bleibt eng an Bourdieu orientiert, dennoch überzeugt die Arbeit durch analytische Schärfe und methodische Präzision. Das Buch erweitert hochschuldidaktische Diskurse, indem es soziale Herkunft als zentrales Strukturprinzip pädagogischer Professionalisierung begreift. Es ist ein anspruchsvolles, aber notwendiges Werk – von ebenso hoher theoretischer Dichte wie politischer Relevanz.
Literatur
Bourdieu, Pierre (1982). Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 1 Auflage 1987. Suhrkamp.
Bourdieu, Pierre (1987). Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. 1. Auflage 1993. Suhrkamp.
Vester, Michael, von Oertzen, Peter, Geiling, Heiko, Herrmann, Thomas & Müller, Dagmar (Hrsg.) (2001). Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel: Zwischen Integration und Ausgrenzung. 1. Auflage. Suhrkamp
Rezension von
HS-Prof. Dr. Doris Lindner
Institut Qualitätsmanagement und Hochschulentwicklung
Private Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich
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