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Arne Burchartz: Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen

Rezensiert von Sebastian Kron, 14.08.2025

Cover Arne Burchartz: Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen ISBN 978-3-17-044118-7

Arne Burchartz:Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen. Psychodynamisch verstehen und behandeln. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2024. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. 201 Seiten. ISBN 978-3-17-044118-7. 36,00 EUR.
Reihe: Psychodynamische Psychotherapie mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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Thema

Die Psychoanalyse hat sich in den Anfängen stark mit neurotischen Dispositionen und traumatischen Erlebnissen und Erfahrungen auseinandergesetzt. Einschneidende Erlebnisse sind im Kindesalter oftmals an Beziehungen, deren plötzliche Zerrüttung durch psychische und physische Gewalteinwirkungen gebunden. Betroffene verdrängen zumeist derartige Gewalteinwirkungen. Im Erwachsenenalter erscheinen dann verborgene Bilder im Rahmen von Träumen und traumnahen Dissoziationszuständen.

Autor

Arne Burchartz ist Diplom-Pädagoge, Theologe und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in eigener Praxis. Er arbeitet zudem als Dozent und Supervisor am Psychoanalytischen Institut Stuttgart, am Würzburger Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie und an der Süddeutschen Akademie für Psychotherapie sowie als KBV-Gutachter.

Entstehungshintergrund

Kinder- und Jugendseelen sind vielen Stressoren ausgesetzt. Hinzukommende, traumatische Erfahrungen beeinflussen oft das Leben und die Lebensführung massiv. Es lässt sich erfassen, dass traumatische Erlebnisse, die in der Kindheit und Jugend eintreten oft bis ins Erwachsenenalter Ausmaße zeigen.

Aufbau und Inhalt

Neben der Einleitung präsentiert sich das Buch in neun großen Kapiteln:

  1. Das Trauma in der Psychoanalyse
  2. Was ist ein Trauma?
  3. Formen der Traumatisierung in Kindheit und Jugend
  4. Die Psychodynamik der Traumaverarbeitung
  5. Traumafolgestörungen
  6. Die transgenerationale Weitergabe des Traumas
  7. Die Therapie des Traumas
  8. Spezifische traumatherapeutische Techniken
  9. Resilienz, Ressourcenaktivierung und posttraumatisches Wachstum

Das Kapitel Das Trauma in der Psychoanalyse geht auf die Verführungs- und Triebtheorie Sigmund Freuds ein. Weiterhin werden der Ich-psychologische Ansatz, die Theorie nach Sandor Ferenczi sowie einige objektbeziehungstheoretische Hypothesen thematisiert. Die Verführungstheorie Freuds geht davon aus, dass ein zumeist im Kindesalter entstehendes, sexuell bedingtes, einschneidendes Erlebnis im Erwachsenenalter, an starken Emotionen und psychischen Leidensprozessen gekoppelt, wieder „auftauchen“ kann. Freud legte damit einen wesentlichen Grundpfeiler der heutigen, traumatheoretischen Sicht. Während die verführungstheoretische Sicht auf ein Trauma eher an real, einschneidende Erfahrungen gekoppelt ist, entwickelte Freud im Rahmen seines triebtheoretischen Ansatzes eine Hypothese, die scheinbar imaginäre, traumennahe Vorstellungen des Ichs einbezieht. Freud kompensiert damit reale, einschneidende Erfahrungen mit jenen, die als einschneidend in einem phantasienahen Raum wahrgenommen werden und einen Bezug zur Triebtheorie darstellen. Der Ich-psychologische Ansatz beschreibt die hochdimensionale Wirkung traumennaher Erlebensprozesse auf das Ich. Die überflutende Macht der Reize führt zu einem Zusammenbruch der Umsetzung des Realitätsprinzips und zu einem überwältigenden Gefühl der Hilflosigkeit. Anna Freud entwickelte das Konzept weiter und verglich die katastrophalen Einwirkungen des Traumas auf das Ich des Kindes mit dem Zusammenbruch der funktionalen Aktivitäten der Instanz. Kritiker*innen des Modells sehen/​sahen jedoch die entwicklungspsychologische Ebene des Ichs unzureichend betrachtet.

Sandor Ferenczi gilt als Traumaforscher der Psychoanalyse und definiert im Rahmen eines traumatischen Erlebnisses eine Identifikation mit dem Aggressor. Ferenczi schrieb dem sexuellen Trauma in der frühen Kindheit, wie viele Wegbegleiter der Psychoanalyse, eine besondere Bedeutung bei. Erstmals diskutierte er jedoch den Aspekt, dass sich Betroffene mit Schuldgefühlen identifizieren. Diese Identifizierung führt zu Spaltungsprozessen, Verwirrung, Misstrauen gegen die eigene Sinneswahrnehmung und massiven Selbstwertproblemen. Bahnbrechend gilt die stufenförmige Pathologisierung des traumatischen Erlebnisses für die Psychoanalyse, die in dem vorliegenden Buch dargestellt wird. Anna Freud griff diese Identifikation mit dem Aggressor auf, thematisierte aber anders als Ferenczi, die Bedeutung der Übernahme phantasiebehafteter und realer Beziehungen für die Identifikation mit aggressiven, verurteilenden Anteilen des autoritären Objekts. Sowohl Anna Freud als auch Sandor Ferenczi sahen eine Verinnerlichung des unreifen Ichs der Betroffenen. Der objektbeziehungstheoretische Ansatz geht auf:

  • René Spitz: Auswirkungen des Hospitalismus bei Heimkindern
  • André Green: Introjektion der „inneren Leere“ der Mutter als geliebtes Objekt
  • John Bowlby: Verlust nahestehender, bindungstheoretisch wertvoller Personen
  • D. W. Winnicott: Reaktion des Abbruchs oder Nicht-Auslebens der mütterlichen Fürsorge auf das Erleben des Kindes

zurück.

Der Begriff des Traumas wird im Kapitel Was ist ein Trauma? definiert. Es entsteht aus psychoanalytischer Sicht auf drei Ebenen: Ein Ereignis oder eine Ereignisreihe treffen den Menschen unvorbereitet und sind meist an einer Lebensgefahr oder einer Bedrohung der Integration der eigenen Person gebunden. Oftmals werden im Zuge des Traumas sicherheitsspendende Beziehungen zerrüttet oder vernichtet. Das traumatische Ereignis kann kognitiv nicht eingeordnet, verstanden oder bewältigt werden. Weiterhin muss das individuelle Erleben der betroffenen Person und die „Art und Weise wie sich das bedrohliche Ereignis auf die psychische Organisation auswirkt“ (S. 36) gesehen werden. Hierbei spielen Entwicklungsstand, die psychische Konstitution und der soziale Kontext eine Rolle. Als drittes Element des Traumas gelten die psychischen, physischen und sozialen Manöver, in denen der Betroffene versucht den Zusammenbruch aufzuhalten. Dazu zählen unter anderem Dissoziationszustände und die Introjektion, später Identifikation mit den Formen des Traumas.

Im Kapitel Formen der Traumatisierung in Kindheit und Jugend werden Formen eines Traumas im Kindes- und Jugendalter aufgegriffen. Traumatische Erlebnisse können in Traumafolgestörungen neben den psychischen auch somatische Folgen mit sich ziehen (z.B. Herzrasen, vermehrtes Schwitzen). Das Buch unterscheidet: a.) Akut einmalig auftretendes Trauma, b.) sequenzielles Trauma als über einen längeren Zeitraum wiederholend auftretendes Trauma und c.) kumulatives Trauma als schicksalshafte Traumatisierung. Weiterhin schlagen Fischer und Riedesser 2003 folgende Unterscheidungen vor: a.) … nach Schweregrad der traumatischen Faktoren, b.) … nach Betroffenheit, c.) … nach Verschiedenheit der verursachenden Situationen, d.) Bedeutung des Verhältnisses zwischen Täter und Opfer und e.) Bedeutung spezifischer Situationen. Im weiteren Verlauf wird das Akuttrauma näher differenziert. Ein weiteres Unterkapitel nimmt Bezug auf chronische Traumatisierungen in familiären Beziehungen. Beschrieben werden Trennungstraumen, psychische Vernachlässigung (Deprivation), sexueller Missbrauch, körperliche und psychische Misshandlungen. Das kumulative Trauma wird in einem weiteren Teilabschnitt diskutiert. Diese Form basiert nach Khan auf das von Sigmund Freud entworfene und von Anna Freud weiterentwickelte Konzept des Reizschutzes. Dieses Konzept ist auf ein frühkindliches Entwicklungsstadium ausgelegt, in dem das Kind seine gesamte psychische Entwicklung vom Reizschutz der Mutter abhängig macht. Droht ein Durchbrechen dieses natürlichen Schutzes der Mutter kann dies dazu führen, dass sämtliche psychische Regulationen beiderseits zusammenbrechen. Betroffen hierbei sind die Entwicklung und Regulation der Ich-Funktionen des Kindes und die gelingende Integration der Objektrepräsentanzen. Dabei wird auf folgende Formen kumulativer traumatischer Erlebnisse eingegangen:

  • Kumulatives Trauma und emotionaler Missbrauch (meint das wiederkehrende Ersetzen mütterlicher Feinfühligkeit durch „Abstumpfen“ der emotionalen Schutzvermittlung sowie die damit einhergehende spätere, sehr schnell einsetzende Überforderung des Kindes im Umgang mit anderen Menschen)
  • das sequenzielle Trauma (beschreibt Ereignisse, deren Belastungssituation wiederkehrend phantasierend durchlebt werden)

In dem Kapitel Die Psychodynamik der Traumaverarbeitung beschreibt der Autor das Entstehen von Traumafolgestörungen durch eine primitive Form der Abwehr im Umgang mit einschneidenden, sehr belastenden Erlebnissen und Erfahrungen:

  • Dissoziation (beschreibt das Verlassen der traumabelasteten Erinnerung in einen trancenahen Zustand, bei dem Formen der Depersonalisation, das trancenahe Verlassen der eigenen Persönlichkeit, und der Derealisation, das Zerschlagen des Zusammenhangs von realem Erleben und den dazugehörenden Emotionen und Affekten, eine Rolle spielen)
  • Identifikation mit dem Aggressor (beschreibt die Identifikation mit Repräsentanzen des Aggressors, um eine Phantasie der Überlegenheit oder zumindest Gleichwertigkeit zu erreichen)
  • Traumatisches Introjekt (beschreibt einen unreifen Vorgang des Introjizierens, bei dem das Introjekt als Fremdkörper der psychischen Organisation angesehen wird und anschließend eine destruktive Wirkung auf das unmittelbare Erleben hat)

In einem Kapitel Traumafolgestörungen werden folgende Erkrankungen/Störungen, als Reaktion auf eine traumatische Situation, thematisiert und ein Abgrenzen zu anderen naheliegenden Diagnosen vorgenommen:

  • Posttraumatische Belastungsstörungen oder Persönlichkeitsentwicklungsstörung (PTBS sind Folgestörungen, die auf ein akutes oder wiederkehrendes Trauma zurückzuführen sind und mit Reaktionen der direkten Angst in Kombination mit Flashbacks einhergehen, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen beschreiben Störungen der Entwicklungen der Persönlichkeit, die zwar auch durch traumatische Erlebnisse entstehen, deren Wirken aber auf eine Stufe der Persönlichkeitsentwicklung zurückzuführen sind)
  • Dissoziative Zustände (können auf „normaler“ Weise, ohne eines direkten Traumabezugs entstehen und sind dann in dieser Form nicht pathologisch, pathologische Formen verweisen zumeist auf ein zurückliegendes Trauma und haben ein verzerrtes Selbst- und Weltbild zur Folge)
  • Intrusionen/​Flashbacks (sind Erinnerungen an einschneidende Erlebnisse, die bei Aufkommen sogenannter Trigger aus der Sinneswahrnehmung des Menschen entstehen, diese sind zumeist fragmentär angelegt)
  • Wiederholungen eines Traumas (sind pathogenetische Wiederholungen eines Traumas, die neben Flashbacks eine Rolle spielen, und meist ihren Ursprung in der frühsten Kindheit haben)
  • Bindungsstörungen (treten auf, wenn traumatische Erlebnisse die Bindungssicherheit beeinflussen)
  • Angststörungen (als pathogenetisches Erleben auf Momente, die für den*die Betroffene als angstvermittelnd und furchteinflößend wahrgenommen werden)
  • Depressionen und Suizidalität (sind Folgestörungen eines Traumas, bei der es zu Einschränkungen der Triebe und Motivation, der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung anderer kommt und die bei Zuspitzung in Formen der Suizidalität münden können)
  • Narzisstische Probleme und Identitätsstörungen (sind Folgen eines Traumas, in deren Reaktion das Selbst eine Höher- und Niedrigstellung erfährt)
  • Agieren der Täter-Opfer-Umkehr, Aggressivierung, Sexualisierung (das heißt, dass Erlebtes, aufgrund mangelnder Symbolisierungs- und Mentalisierungsfähigkeiten nicht auf phantasiebehafteter Ebene bearbeitet werden kann und Opfer im Zuge dessen zu Tätern werden können)
  • Psychosomatische Störungen (erlebtes Leiden entwickelt körperliche Beschwerden, die sich manifestieren können, jedoch keinen organisch auffälligen Befund aufweisen)

Im Kapitel Die transgenerationale Weitergabe des Traumas wird der Vorgang der Wiedergabe des Traumas über Generationen hinweg beschrieben. Der Autor des Buches schreibt: „Die Assimilation des Introjekts kann zu zwei intrapsychischen Vorgängen führen: die sekundäre Identifikation mit dem Aggressor, wie sie Ferenczi beschrieben hat, und die Unterwerfung unter das Introjekt. […] Gelingt eine Bearbeitung und Assimilation des traumatischen Introjekts nicht, geben traumatisierte Menschen das Trauma an die nachfolgende – u.U. auch nach-nachfolgende Generationen weiter.“ (S. 135/139)

Im Rahmen der Therapie des Traumas spielen Übertragungs- und Gegenübertragungsmechanismen in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eine Rolle. Sie geben Aufschluss über frühere Beziehungsdynamiken und thematisieren das gefühlsmäßige Erleben früherer Beziehungsbiografien. Die Gegenübertragung stellt einen Prozess der inneren kognitiven, emotionalen, körperlichen und affektiven Einstellung des*der Therapeut*in auf diese Dynamik dar. Unbewusste Erfahrungen sind nach Sigmund Freud nicht vergänglich, sie „ploppen“ im Rahmen der traumatischen Szene jederzeit auf und kommen im Rahmen von Übertragungsmechanismen zum Vorschein. Weiterhin spielt die Beziehungsgestaltung im Rahmen des therapeutischen Prozesses eine wesentliche Rolle. Psychischen Vorgänge wie das Halten, Containing und Mentalisieren zeigen Dynamiken, bei denen das Erleben und Verhalten als zusammenhängende Faktoren gesehen werden. Sie schreiben dem Erwerb wesentlicher Komponenten, eine gesunde emotionale Beziehungsgestaltung im Umgang mit anderen, die von Verständnis, Gleichwertigkeit und Feinfühligkeit geprägt ist, eine besondere Bedeutung bei. Ebenso soll im Zuge der psychodynamischen Therapie die Symbolisierungsfunktion erlernt oder gestärkt werden. Prozesse, Triebregungen, Affekte, Emotionen, und Beziehungserfahrungen, sollen nicht einfach nur so erlebbar sein, sondern sollen zu einer psychischen Repräsentanz transformiert werden. Im Rahmen der Ich-Stärkung und strukturellen Reifung werden Entwicklungen hervorgerufen, die den Selbstwert nachhaltig stärken und darüber hinaus emotionale Reifungsprozesse in Gang zu setzen, die gelegentlich nach einem Trauma stagnieren. Dabei spielen folgende Vorgänge eine Rolle:

  • Historisierung des Traumas (Das Trauma bewusst als etwas Erlebtes zu verstehen und zu begreifen.)
  • Differenzieren (Innere aggressive Anteile sollten als Teil der Psyche des Kindes verstanden werden. Sie als nicht überwältigend zu verstehen ist das Ziel.)
  • Verknüpfen (Das Erlebte soll im Rahmen des Verknüpfens zusammenhängend gesehen werden. Ziel soll eine wiederholende Erzählung sein, die Bearbeitungsprozesse in Gang setzen.)
  • Zeugenfunktion (ist die Aufgabe des*der Therapeut*in Dissoziationen mit Flashbacks durch die (Re-)konstruktion des traumatischen Geschehens zu erreichen und dabei eine „Zeugenfunktion“ einzunehmen)
  • Hilfs-Ich, Beziehungsobjekt und Übertragungsobjekt (Hilfs-Ich: Übernahme einiger Ich-Funktionen durch den*die Therapeut*in während der Therapie, um den*die Klient*in zu entlasten; Beziehungsobjekt: Übernahme einer Beziehungsfunktion, um biografische Lebensgeschichten passabel zu reflektieren; Übertragungsobjekt: Konsens zwischen Kontrolle und Unterwerfung durch Übernahme einer Deutungsfunktion)

Thematisiert wird in einem weiteren Kapitel die Bedeutung von Spiel und spielerischer Betätigung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Das Spiel fördert Regressionsdynamiken, den Gestaltungswillen und die Beziehung des Klientels zu fabel- und mythennahen Trancefiguren, um bewusste Bearbeitungsmechanismen zu etablieren.

Im Rahmen des Kapitels Spezifische traumatherapeutische Techniken werden imaginäre Übungen (Übungen und therapeutische Maßnahmen, die dazu einladen, Fantasie und die Fähigkeit zu mentalisieren zu stärken), das EMDR (eine Form der Therapie, bei der durch Augenbewegungen beide Hirnareale beansprucht werden und dadurch das Traumazentrum aktiviert wird) und die Ego-State-Therapie (sind therapeutische Maßnahmen, bei der das „innere Kind“ eine zentrale Rolle bei der Traumabearbeitung einnimmt) diskutiert.

Das abschließende Kapitel Resilienz, Ressourcenaktivierung und Posttraumatisches Wachstum beschreibt Resilienz als Widerstandskraft, Ressourcenaktivierung als Analyse von Stärken und notwendigen Mustern im Umgang mit schwierigen Situationen, und posttraumatisches Wachstum als Ressource an schwierigen Situationen zu wachsen. Dabei spielen innere Einflüsse (positive Objektrepräsentanzen, die Kraft ein positives Selbstwert zu entwickeln, etc.) und äußere Einflüsse (Sicherheit in familiären und freundschaftlichen Gefügen, stabile pädagogische Rahmenbedingungen, etc.) eine Rolle.

Diskussion

Traumatische Erlebnisse liegen vielen psychischen Beeinträchtigungen im Kindes- und Jugendalter zugrunde. Sie aufzuspüren und aktiv daran zu arbeiten, ist eine Herausforderung in sämtlichen Formen der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Ängste vor dem Wiedererleben und Widerstände beeinflussen den therapeutischen Kontext gleichermaßen. Durch die hohe Verletzlichkeit ist ein sensibler, empathischer und zugewandter Einfluss wichtiger denn je, dies betrifft die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen als auch mit Erwachsenen gleichermaßen. Das Buch diskutiert zwar auf psychodynamischer Ebene das Vorgehen, ist aber für pädagogische Fachkräfte im therapeutischen Kontext als Basiswerk nur zu empfehlen. Es wird nicht nur ein Rahmen geschaffen, der es erlaubt, psychodynamisch zu denken und zu handeln, sondern auch Maßnahmen benannt, die es ermöglichen, sozialpädagogisch auf das Traumaerleben Einfluss zu nehmen, darüber hinaus, das Wissenskontingent auszubauen.

Fazit

Das vorliegende Buch ist für pädagogische und therapeutische Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zu empfehlen. Es diskutiert auf psychodynamischer Ebene den therapeutischen Prozess als Grundlage im Umgang mit traumatischen, einschneidenden Erfahrungen und Erlebnissen. Hervorgehoben werden theorienahe Beschreibungen und Definitionen in der psychodynamischen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen.

Rezension von
Sebastian Kron
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ISSN 2190-9245