Axel Salheiser, Maria Alexopoulou et al. (Hrsg.): Die Grenzen des Zusammenhalts
Rezensiert von Dr. Harald Schmidt, 16.01.2026
Axel Salheiser, Maria Alexopoulou, Christian Meier zu Verl, Alexander Yendell (Hrsg.): Die Grenzen des Zusammenhalts. Wie Inklusion und Exklusion zusammenhängen.
Campus Verlag
(Frankfurt) 2024.
259 Seiten.
ISBN 978-3-593-45581-5.
Reihe: Gesellschaftlicher Zusammenhalt - 4.
Thema
Der besprochene Band beleuchtet Migration, Diversität, sozioökonomischen und demografischen Wandel, Klimapolitik, Extremismus und Populismus als Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Autor:innen und Herausgeber:innen
Bei mehr als zwei Dutzend Beitragenden würde eine individuelle Würdigung den Rahmen dieser Rezension sprengen. Die Gruppe der Autorinnen und Autoren hat ein klares Schwergewicht in der Soziologie, deckt jedoch auch Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Psychologie ab.
Entstehungshintergrund
Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) stellt das einende Band dar, welches die Beitragenden in die Schriftenreihe Gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammenfasst. Das vorgestellte Werk stellt den vierten Band dieser Schriftenreihe dar.
Aufbau
Der Band umfasst 260 Seiten, welche sich auf ein Vorwort, eine Einleitung sowie ein Dutzend Artikel verteilen. Jedem Beitrag ist ein Abstrakt vorangestellt und ein Literaturverzeichnis angefügt. Die Beitragenden erfahren am Ende des Bandes eine knappe Vorstellung.
Inhalt
Wie eingangs erwähnt widmen sich die einzelnen Beiträgen sehr diversen Aspekten gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dies geschieht mittels ebenfalls diverser methodischer Ansätze. So findet sich eine Analyse einer einzigen Gruppendiskussion mit Bezug auf anti-demokratische Tendenzen neben einer überblickshaften Analyse der Protestbewegungen Pegida, Legida und Stuttgart 21.Windkraft-Diskurse werden ebenso referiert wie Radikalisierung und Co-Radikalisierung in Österreich. Die Nutzung sozialer Medien unter dem Aspekt von Ausschluss steht neben digitaler Erfahrung und Antisemitismus.
Jeder Beitrag verdiente eine einzelne Rezension; im besprochenen Band stehen die Artikel einfach hintereinander und werden auch durch die Einleitung kaum verbunden.
Diskussion
Wie bereits im Abschnitt zum Inhalt angesprochen, sind die einzelnen Beiträge zu unverbunden, um eine umfassende Würdigung zu erfahren. Die Reihe vereint unter der weiten Überschrift des gesellschaftlichen Zusammenhalts eine verwirrende Vielzahl von Forschungssträngen. Der Band verspricht mit seinem Titel und Untertitel etwas, das er nicht erfüllt: Zusammenhänge werden kaum hergestellt. Stattdessen stehen die teils sehr knappen Beiträge isoliert nebeneinander. Dabei gibt es durchaus erfrischende Erkenntnisse zu sammeln. Zu diesen zählen für den Rezensenten vor allem die im Beitrag zur psychologischen Perspektive auf Populismus offerierten Einsichten.
Manche Beiträge erwecken den Eindruck, dass ein Diktat zur Knappheit herrschte, sodass sie mitunter verdichtet oder unvollständig wirken. So fehlen Kontext, Hintergründe, ergänzende Informationen zur Methode, Datenerhebung oder einfach die Ausführung der Gedanken.
Obwohl im Vorwort die Arbeit zahlreicher Helferinnen und Helfer bei der Erstellung und Durchsicht gelobt wurde, blieb beispielsweise eine Doppelung (S. 197) unbehoben. So verstärkt sich der Eindruck von Flüchtigkeit und einer gewissen Zufälligkeit in der Auswahl der Beiträge.
Fazit
Das Buch enthält Perlen, nach denen Interessierte mit passenden Suchverfahren erfolgreich tauchen können.
Rezension von
Dr. Harald Schmidt
M.A.
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