Monica Lonoce: Molina, die Trauerfee
Rezensiert von Alexandra Großer, 17.12.2025
Monica Lonoce: Molina, die Trauerfee. Ein pädagogisches Märchen. OVIS Deutschland GmbH (Großburgwedel) 2025. 95 Seiten. ISBN 978-3-910552-11-1. D: 20,00 EUR, A: 20,60 EUR.
Thema
Das Buch erzählt die Geschichte von zwei Geschwistern, deren Bruder gestorben ist. Die junge Fee Molina befindet sich im letzten Jahr ihrer Ausbildung und hat die Aufgabe ihre Berufung zu finden. Ihre Neugierde führt sie auf eine Trauerfeier. Dort lernt sie die Geschwister Linus und Leonie kennen, die ihren Bruder Lukas beerdigen. Regelmäßig besucht Molina die Geschwister Zuhause und begleitet sie durch ihre Trauer. Dabei findet sie ihre Berufung als Trauerfee.
Autor:in oder Herausgeber:in
Monica Lonoce, MAS Prävention und Gesundheitsförderung ist Gründerin und Leiterin der Schule für Trauerbegleitung in der Schweiz. Sie ist Trauer- und Prozessbegleiterin, Dozentin und Autorin. Nach der langen Krankheit und dem Tod ihrer Zwillingstöchter hat sie sich auf einen langen persönlichen und professionellen Entwicklungsweg begeben. 2005 hat sie ihre Schule für Traubergleitung gegründet. Sie bietet Inhouse Fortbildungen für Teams an sowie einen Zertifikats Lehrgang zu ihrem Lebens- und Trauerbegleitmodell Gefühle.Leben.Lernen® an.
Inhalt
Im Buch geht es um zwei Kinder, Leonie und Linus, deren Bruder Lukas gestorben ist. Am Tag der Trauerfeier in der Kirche treffen sie Molina, die Trauerfee. Als Molina die beiden Kinder kennenlernt, ist sie noch keine Trauerfee, sondern sucht noch nach ihrer Berufung. Sie hatte von der Großfee die Aufgabe bekommen auf ihr Herz zu hören und ihm zu folgen. So kommt sie auch zu der Trauerfeier. Die Kinder verabreden sich regelmäßig für Sonntagmorgen mit Molina. Bei ihrem ersten Sonntagstreffen erzählen sie ihr von der Familie, von ihrem Bruder und malen ein großes Herz für alle Personen und Tiere, die sie gern haben oder hatten und Platz in ihrem Herzen haben sollen.
Ein weiteres Mal malen die Kinder mit Molinas Hilfe Blitze, um ihrer Wut Platz zu geben, später Tränen der Erinnerung. Die Eltern von Linus und Leonie wissen nichts von Molina, doch auch sie lassen sich auf die Ideen der Kinder beziehungsweise von Molina ein. Neben dem Trauerprozess der Kinder, finden auch die Eltern von Leonie und Linus ihren Weg mit der Trauer umzugehen, indem sie in einem Trauerkurs einen Gedenkstein für Lukas herstellen.
Molina begleitet die Kinder mit ihrer Trauer bis zum Herbst. Bereits im Sommer spüren alle, dass es Veränderungen gibt und Abschiede kommen werden. Molina hat ihre Berufung gefunden, sie ist eine Trauerfee.
30 Jahr später wandern die Geschwister mit ihren Kindern zu dem Platz an dem sie mit Molina ein Picknick machten. Erinnern sich an sie und die Hilfe, die sie von ihr bekamen. Mit der Erinnerung und dem Abschied von Molina vor 30 Jahren endet die Geschichte.
Zum Buch gibt es umfangreiches Downloadmaterial. Im Downloadmaterial stellt die Autorin die Haltung der Trauerfee vor, welche die Grundhaltung ihres Lebens- und Trauerbegleitmodell Gefühle.Leben.Lernen® widerspiegelt. Hier finden sich auch Vorlagen für die Impulse aus dem Buch sowie weiteres Begleitmaterial.
Diskussion
Molina, die Trauerfee ist eine Geschichte über Trauer und Abschiede, die Kindern hilft mit all ihren Gefühlen umzugehen. In der Geschichte dürfen all die Gefühle wie Wut, Trauer, Sorgen vor dem Vergessen des Verstorbenen, sein und gelebt werden. Molina, die Trauerfee hat viele Ideen, wie Liebe, Wut, Erinnerungen an den Verstorbenen bewahrt werden, beziehungsweise die Gefühle Platz bekommen und sichtbar gemacht werden. Molina lässt sich von den Kindern und ihrer Intuition leiten. Bei ihren Besuchen, weiß sie nicht, was sie erwartet und lässt sich ganz auf die Kinder und ihre Gefühle, ihren Trauerprozess, ein. Sie weiß auch nicht, wie lange dieser Trauerprozess dauern wird. Solange die Kinder ihre Begleitung wünschen, besucht sie diese, begleitet sie, einfühlsam und offen für das, was die Kinder ihr mitteilen möchten.
Eltern, Freunde, Verwandt, Pädagogen, die Kinder in ihrer Trauer begleiten oder auch selbst trauern, finden hier Anregungen. Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass der/die Verstorbene auch im Erwachsenenleben seinen Platz im Herzen hat. Es ist eine Geschichte, die hilft durch den Trauerprozess zu gehen, zu wachsen. Die zeigt, dass es ein Leben vor und eines nach der Trauer gibt. Ein Leben mit dem Verstorbenen und eines ohne ihn, doch im Herzen verbunden. Es ist eine Geschichte die Mut macht und alle Gefühle, die Trauernde haben, sein lässt. Die Gefühle dürfen sein und gelebt werden. Es ist eine Geschichte die zeigt, wie wichtig es ist, Kinder in ihrer Trauer zu begleiten, dass sie eine*n Gesprächspartner*in haben.
In dieser Geschichte werden die Kinder durch ihre Trauer begleitet, doch durch diese Begleitung finden auch die Eltern einen Zugang zu ihrer Wut, ihrer Liebe. Jedoch bleiben sie in der Geschichte Nebendarsteller, die von ihren Kindern lernen, dass nichts mehr so ist, wie immer.
Mit der Geschichte wird neben den Impulsen auch die vier Schritte Methodik vermittelt. Molina erklärt, gestaltet mit den Kinder, stärkt sie, würdigt ihre Sicht und Gefühle. Die Trauerfee nimmt die Kinder ernst, hat Interesse an ihrer Sichtweise, lässt ihnen den Raum, den sie brauchen, gibt ihnen den Raum, den sie brauchen, um ihre Gefühle auszudrücken, zu gestalten.
Die Autorin selbst bezeichnet ihr Buch als Märchen und Fachbuch. Ein Märchen, welches Kinder in ihrer Trauer begleitet und ein Fachbuch, welches Erwachsenen Wissen über Trauerbegleitung vermittelt. Dies ist ihr mit dem Buch auf sehr achtsame Weise gelungen.
Fazit
Molina, die Trauerfee ist ein Buch, welches Kinder durch ihre Trauer begleitet. Indem sie ernst genommen werden, sie ihre Gefühle offen aussprechen, leben und ausdrücken dürfen. Ein Buch, das Kindern einen sicheren Raum für ihre Trauer gibt. Molina, die Trauerfee ist ein Buch für Kinder und Erwachsene. Ein Märchen und Trauerbegleitbuch.
Rezension von
Alexandra Großer
Fortbildnerin, päd. Prozessbegleiterin, systemische Beraterin
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