Susanne Bauer: Musiktherapie
Rezensiert von Prof. Dr. Raika Lätzer, 28.01.2026
Susanne Bauer: Musiktherapie. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2025. 2. überarbeitete Auflage. 196 Seiten. ISBN 978-3-497-03329-4. D: 33,00 EUR, A: 34,00 EUR.
Autorin
Die Autorin Susanne Bauer ist studierte Psychologin und Musiktherapeutin. Ab 1991 war sie in Chile tätig und gründete und leitete an einer dortigen Universität den berufsbegleitenden Aufbaustudiengang Musiktherapie. Sie war dort außerdem praktisch tätig und hatte eine Professur inne. Seit 2008 ist sie Professorin für Musiktherapie an der Universität der Künste Berlin und leitet dort den Masterstudiengang Musiktherapie.
Inhalt
Susanne Bauer widmet ihr Buch ihrem Lehr- und Forschungsgebiet, der Musiktherapie. In sieben Großkapiteln setzt sie sich mit verschiedenen Facetten der Musiktherapie auseinander.
Zur zweiten Auflage werden in dem Band keine Äußerungen getätigt, allerdings führt die Autorin unmittelbar mit dem ersten Satz des Buches ein, dass sie die redaktionelle Empfehlung, abwechselnd die weibliche und männliche Form zu verwenden, gerne aufgreife, sodass die Vermutung naheliegt, dass dieser Ansatz eine Veränderung bei der zweiten Auflage ist.
Das Buch verfolgt insgesamt die Zielsetzung „zum Verständnis über die verschiedenen Möglichkeiten der Anwendung von Musik“ beizutragen, und „über Musik als Heil- und Hilfsmittel in der medizinischen und der ‚Seelenbehandlung‘, in verschiedenen Epochen und unter verschiedenen historisch-gesellschaftlichen Bedingungen bis zum heutigen Modell der Musiktherapie als eigenständige Disziplin und Form der Psychotherapie“ (S. 11) zu informieren.
Unmittelbar in der Einführung umreißt Susanne Bauer den Gegenstand des Bandes. Sie beschreibt Musiktherapie als „eine Behandlungsmethode, bei der Musik, wie ihr Name sagt, eine fundamentale Rolle spielt.“ (S. 9). Susanne Bauer konkretisiert weiter: „Musiktherapie, so wie wir sie verstehen, und damit meine ich die Mehrheit der in Deutschland praktizierenden Kollegen und Kolleginnen, lebt davon, dass Patient und Patientin in Bewegung kommen, innerlich und äußerlich, indem sie spielen“ (S. 10).
Im zweiten Großkapitel nimmt die Autorin die Geschichte der Musiktherapie in den Blick. Sie beschreibt eine der Musik zugeschriebene magische Kraft, eine ordnende Kraft, eine spirituelle und eine beziehungsstiftende Kraft.
Hernach geht es um eine theoretische Auseinandersetzung mit Musiktherapie, indem die wissenschaftlichen Grundlagen zum Zusammenspiel von Musik und Mensch untersucht werden. Die Autorin beschreibt hier anthropologische, physikalische und physiologische, neurowissenschaftliche, entwicklungspsychologische und psychoanalytische Aspekte. Darüber hinaus wird die Nutzung von Musik als Ressource beschrieben.
Im vierten Großkapitel wird der therapeutische Prozess in der Musiktherapie vorgestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf der musiktherapeutischen Beziehung, dem Setting und den musiktherapeutischen Methoden.
Im Anschluss geht es um Möglichkeiten der Evaluation im Kontext Musiktherapie. Hierbei werden verschiedene Forschungsansätze – und methoden zusammengefasst und beschrieben. Darüber hinaus wird das Zusammenspiel von Forschung und Praxis beschrieben.
Zuletzt wird ein Ausblick gegeben, indem zukünftige Entwicklungen skizziert werden. Hierbei werden verschiedene Anwendungsbereiche wie beispielsweise Musikschulen, Gerontopsychiatrie oder die Palliativmedizin vorgestellt. Darüber hinaus wird die berufliche Situation von Musiktherapeutinnen und -therapeuten beschrieben (z.B. Aus- und Weiterbildung, Anstellungsverhältnis und Selbstständigkeit).
Nach der Zusammenfassung folgt ein umfangreiches Glossar. Hier werden zahlreiche Begriffe komprimiert vorgestellt, sodass eine leichte Handhabung beim Lesen möglich ist.
Diskussion
Susanne Bauers Buch behandelt zahlreiche Aspekte rund um das Themenfeld Musiktherapie. Insbesondere für Studierende dürfe es sich daher um ein hilfreiches und informatives Lehrbuch handeln, welches umfangreiches Fachwissen gebündelt bereithält. Besonders interessant dürften die eingestreuten Fallbeispiele sein, durch welche die praktische Musiktherapie lebendig nachvollzogen werden kann.
An manchen Stellen allerdings verzichtet die Autorin auf Quellennachweise; so kommt beispielsweise das zweite Kapitel zur Geschichte der Musiktherapie gänzlich ohne Quellen aus. Manche Inhalte präsentiert das Buch darüber hinaus fast etwas zu prägnant, wie beispielsweise im Kapitel 3, in dem Anthropologie beispielsweise auf zweieinhalb Seiten zusammengefasst wird.
Fazit
Bei Susanne Bauers Musiktherapie handelt es sich um eine interessante, einführende und zugleich umfassende Publikation in das Themenfeld. Durch eine lebendige und gut lesbare Sprache handelt es sich sicher um ein Buch, welches sich insbesondere für Studienanfänger*innen hervorragend eignet.
Rezension von
Prof. Dr. Raika Lätzer
Professorin für Musikpädagogik in der Sozialen Arbeit, Katholische Stiftungshochschule München
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