Kristien Dieltiens, Arewik (Illustrator) Dor: Lilah unterwegs
Rezensiert von Wolfgang Schneider, 10.12.2025
Kristien Dieltiens, Arewik (Illustrator) Dor: Lilah unterwegs. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2025. 40 Seiten. ISBN 978-3-96843-055-3. D: 22,00 EUR, A: 22,70 EUR.
Thema
Von zu Hause wegzugehen, ist nicht leicht. Diese Erfahrung macht auch Lilah, die mit ihren Eltern auf eine lange Reise mit vielen Ungewissheiten, aber auch aufregenden Erlebnissen aufbricht.
Autor:innen
Kristien Dieltiens stammt aus Antwerpen. Als Lehrerin ließ sie sich zum Schreiben inspirieren. Seit einigen Jahren widmet sie sich ganz dem Schreiben und Illustrieren. Her mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Arevik d’Or ist eine freiberufliche Illustratorin, Animatorin und Regisseurin von Animationsfilmen. Die in Belgien lebende Künstlerin experimentiert außerdem mit verschiedenen Techniken, darunter Bildhauerei, Textildesign, Mosaik und Keramik.
Aufbau und Inhalt
Lilah und ihre Familie müssen ihr Zuhause verlassen. Unterwegs stellt sie fest, dass sie ihre geliebte Puppe nicht dabei hat. Kann das Tuch ihrer Mutter sie trösten? Auch wenn das Ziel weit entfernt scheint, passieren auf dem Weg immer wieder aufregende Dinge. Und Lilah ist nicht allein: Die Wärme ihrer Eltern begleitet sie beim Kennenlernen neuer Menschen, an Orten, die ihr nicht geheuer und sogar etwas gefährlich sind. Und immer dabei als verbindendes, tröstendes und Heimat bedeutendes Element ist Mamas Tuch.
Diskussion
Lilahs Geschichte hat etwas Berührendes, weil sie deutlich macht, was Verlust bedeutet, welche innere Kraft dafür nötig ist, Verlust zu überstehen, und dass es Menschen gibt, die einen dabei unterstützen – auch in schwierigen, gar gefährlichen Situationen. So etwas macht Angst, nicht nur Kindern, auch Erwachsenen. Diese Angst hat in diesem Bilderbuch, das ab etwa 5 Jahren verwendet werden kann, ein Symbol: Lilahs vergessener Platzhalter ist ein Bild für ganz viel Angst vor dem Ungewissen, vor den Gefahren, die da lauern. Das ist eindrucksvoll und kindgerecht visualisiert und in eine Sprache verpackt, die viel Emotion transportiert und so auch zur Diskussion anregt.
Fazit
Ein sensibles Buch über das Verlassen des gewohnten Umfeldes und die Kraft familiärer Bindungen.
Rezension von
Wolfgang Schneider
Sozialarbeiter
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