Mathias Maul: Durchstarten als Coach
Rezensiert von Alexandra Großer, 05.05.2026
Mathias Maul: Durchstarten als Coach. Praxisstrategien für ein erfolgreiches Business Mit einem Vorwort von Stephan Landsiedel. Junfermann Verlag GmbH (Paderborn) 2025. 144 Seiten. ISBN 978-3-7495-0659-0. D: 29,00 EUR, A: 29,90 EUR.
Thema
Coaches und Berater:innen, die sich für den Weg in die Selbstständigkeit entscheiden, ob haupt‑ oder nebenberuflich, stehen vor vielen Fragen. Mathias Maul führt durch den Prozess vom ersten Schritt bis hin zur eigenen Website. Er führt die Leser:innen durch die verschiedenen Bausteine, wie Marketing, Positionierung, Akquise, Netzwerkarbeit, Preis‑ und Angebotsgestaltung. Humorvoll und mit vielen Reflexionsimpulsen, Praxisstrategien, Anregungen für das eigene Business führt der Autor bereits selbstständige Coaches und Berater:innen sowie angehende Gründer:innen ihres eigenen Coachingunternehmens durch den Prozess von Entwicklung und Wachstum.
Autor:in oder Herausgeber:in
Mathias Maul ist Linguist, Informatiker und NLP Master Practitioner. Er unterstützt Unternehmen, Teams und Führungskräfte dabei, in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben. Seine Schwerpunkte: Krisenintervention, KI-unterstützte Führung und Kommunikation, die Menschen wirklich erreicht.
Aufbau
Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel. Es enthält zudem ein Vorwort des Autors, ein Vorwort von Stephan Landsiedel sowie ein einleitendes Kapitel – Einleitung und Anleitung – mit Hinweisen zur Bearbeitung des Buchs, seinen Bausteinen sowie ersten Reflexionsimpulsen. Zusätzlich enthält das Buch einen Downloadlink mit Code zum Herunterladen der Onlinematerialien. Jedes Kapitel enthält graue Kästen mit Impulsen zur eigenen Reflexion. Diese Impulse sind auch im Onlinematerial enthalten, damit die Leser:innen nicht ins Buch schreiben müssen.
Inhalt
1 Aufhören
Der Autor geht zunächst darauf ein, dass Pläne, die einen Zeitraum von fünf Jahren oder auch nur einem Jahr umfassen, oft vom Leben überholt werden beziehungsweise nicht planbar sind. Er plädiert dafür, dies beim Anfangen bereits zu berücksichtigen. „Eine Vision für die nächsten Jahre“ (S. 25) zu haben, ist sinnvoll. Planbar sind für den Autor die nächste Woche beziehungsweise der nächste Monat. Dies ist eine Zeitspanne, auf die man selbst noch Einfluss hat (vgl. S. 25). Ein längerer Zeitraum, der darüber hinausgeht, sollte als Vision gedacht werden. Mathias Maul warnt davor, sich von den vielen Möglichkeiten in der Gründungsphase zu überfordern. Besser ist es, sich für einige wenige zu entscheiden und mit diesen zu experimentieren. Beispielsweise mit verschiedenen Social-Media-Auftritten. Nicht jeder passt zu jedem, in manchen steckt viel Arbeit, ohne den Erfolg für das Unternehmen zu bringen. Diese dann zu beenden, sollte nicht als Scheitern gesehen werden, sondern eben als ein Experiment, welches auch erfolglos bleiben darf. Eine Perspektive, die der Autor ins Spiel bringt, ist das „Anfangen an ein Aufhören zu binden“ (S. 22), indem man sich von Angeboten trennt oder einem Kunden. Das können auch große Schritte sein, wie den Job zu kündigen oder ins Ausland zu ziehen. Es geht dabei um den Prozess, die ersten Schritte zu gehen, statt abzuwarten und nichts zu tun. Es geht darum, in Bewegung zu bleiben, die nächsten kleinen Schritte zu gehen, die einen „weiterbringen in Richtung der Vision oder des Ziels“ (S. 25). Damit verbunden ist zwar, dem Weg zu folgen, der sich jedoch auch ändern kann. Im weiteren Verlauf erklärt der Autor, dass die Wiederholung von Aktionen wichtig ist, auch wenn sie anfangs schwerfallen, denn mit jeder Wiederholung wird man besser. Der Autor erklärt, wie man mit Prokrastination umgeht oder mit Angeboten, die nicht laufen. Für manches braucht es die Entscheidung aufzuhören, anderes eine andere Perspektive, um aus dem Misserfolg zu lernen. Impulse helfen dabei, Strategien des Scheiterns zu entwickeln und Ideen, die bereits ihr Ende erreicht haben, loszulassen.
2. Authentizität
Als Coach gehört Authentizität als Basis zum Geschäft dazu (vgl. S. 41). Mathias Maul empfiehlt Coach:innen, sich nicht zu verstellen oder Rollen zu übernehmen, im Glauben daran, dass dadurch das Coaching, das Marketing oder der Vertrieb besser läuft, weil man zu viel darüber nachdenkt, ob man das so sagen kann, ob das Marketing professionell wirkt bzw. der Social-Media-Post. Der Autor gibt zu bedenken, dass Menschen es merken, wenn man nicht echt, also authentisch ist, sondern versucht, mit „Marketing-Sprech aufzutreten“ (S. 45). Gerade zu Beginn der Gründung des Coachingbusiness schrecken viele Coaches und Coach:innen davor zurück, sich authentisch zu zeigen. Dabei gilt für Authentizität „nicht, alles ungefiltert rauszulassen“ (S. 42), sondern sich selbst wahrzunehmen und zu sich selbst und seiner Imperfektion zu stehen. Wer sich auf die Erfahrungen einlässt, unperfekt zu sein, wird zunehmend authentischer und als Mensch sichtbarer für seine Coachees und zukünftigen Kund:innen. Dazu gehört das Scheitern, in einem Coaching auch mal nicht zu wissen, wie es weitergeht. Mit seinen Impulsen ermutigt der Autor die Leser:innen, statt Rollen einzunehmen, sie selbst zu sein. Dies gilt im Coaching genauso wie für das Marketing als auch den Vertrieb. Impulse und Fragen helfen dabei, sich seiner selbst bewusster zu werden.
Viele Leser:innen kennen diese Zweifel, die sich einstellen, weil man denkt, noch nicht gut genug zu sein, noch nicht so weit zu sein, um seine Dienstleistungen anzubieten. Oder diese leise Stimme des Zweifels, die sich meldet, obwohl man schon seit „Jahren im Geschäft“ (S. 53) ist, die suggeriert, man sei nicht gut, man hätte „den Erfolg nicht verdient“ (ebd.) und irgendwann merken die anderen, dass man nur hochstapelt. Mathias Maul erklärt, woher das Imposter-Syndrom kommt, was es bewirkt und was man dagegen tun kann. Des Weiteren gibt er Tipps, wie man mit seinen Energiereserven haushält, und anhand von Impulsen kommen die Leser:innen ihren Masken und Rüstungen auf die Spur. Unsicherheiten gehören zum Geschäft dazu. Wer Herzklopfen beim Nennen seines Preises hat, könnte damit richtig liegen (vgl. S. 60), so sein Hinweis.
3. Verbindungen
Neben den Verbindungen zu den Coachees steht auch die Verbindung zu sich selbst im Fokus des Kapitels. Doch zunächst betrachtet der Autor die Verbindung zu den Coachees, die noch keine Coachees sind, sondern erst durch Marketing und Vertrieb Coachees werden oder auch nicht. Mathias Maul ist sich bewusst, dass Kaltakquise nicht jedem liegt, trotzdem an der Akquise dranzubleiben. Sich im Vorfeld zu überlegen, wer passt zu mir, welches Unternehmen, welcher Coachee kann genau das gebrauchen, was ich anbiete. Für Social-Medienkanäle gilt Gleiches; welcher „Kommunikationskanal“ passt zu mir und meinem Geschäft, wo fühle ich mich wohl, sind die Fragen, die es gilt zu beantworten. Es sollte Spaß machen, auf dem Kanal zu schreiben. Wenn es keinen Spaß macht, sondern eher Zwang bedeutet, sollte man den Kanal sein lassen, so sein Tipp. Mit Netzwerken en passant nimmt der Autor den Druck raus, auf Veranstaltungen netzwerken zu müssen. Alles kann, nichts muss. Ein Kommentar unter einem Post, weil die Gedanken des Autors inspirierend sind, beim Warten in der Schlange eine kurze Unterhaltung, kann zu einer Empfehlung, einem Auftrag führen, muss es jedoch nicht. Es sind Chancen, die man nutzen kann, aber nicht muss, und auch nicht jedes unverbindliche Gespräch muss zum Austausch von Visitenkarten führen. Auch Schweigen darf sein. Neben dem Custom-Relationship-Management empfiehlt der Autor auch, Rückmeldungen der Coachees nach dem Coaching zu sammeln, als Empfehlungen für die Website. Auch Kritik sieht er als wertvolle Referenzen, die „ähnlich gestrickte Neu-Coachees“ (S. 75) abhält, sich zu melden. Der Autor räumt mit der Weisheit „der erste Eindruck“ zählt, auf und erklärt, warum jeder Eindruck zählt. Es gibt nicht den einen ersten Eindruck, sondern viele erste Eindrücke, die ein stimmiges Bild abgeben. In manchen Situationen braucht es mehr Klarheit und direkteres Ansprechen, in anderen mehr Zurückhaltung. Um die eigene Kongruenz zu prüfen, stellt er drei Übungen zur Verfügung.
4. Sichtbarkeit
Die wichtigste Botschaft in dem Kapitel gibt der Autor gleich in der Einleitung: „Menschen suchen Menschen, keine Märkte. […] Märkte sind Gespräche“ (S. 84). Damit macht der Autor deutlich, dass es im Marketing um die Verbindung zwischen Menschen geht. Deshalb geht es im Marketing zunächst darum, sich zu fragen, welchen Menschen man sich als Coach zeigen möchte und welche Bedürfnisse man als Coach befriedigen möchte, mit welchen Zielen man sichtbar werden möchte (vgl. S. 85).
Ansonsten lautet das Fazit des Autors erst einmal „denken, ausprobieren, beobachten“ (S. 87). Wer in den sozialen Medien postet, weiß nicht, wer den Post findet, wer kleben bleibt, wer teilt und liked. Manche Beiträge gehen viral, andere werden nicht gesehen. Es bleibt bei denken, ausprobieren, beobachten und wieder von vorne beginnen.
In seinen weiteren Ausführungen geht Mathias Maul auf die vielbeschriebene Positionierung ein, die er kritisch betrachtet, denn wer sich und das, was er für wichtig hält, vertritt und kommuniziert, hat sich bereits positioniert und muss sich nicht erst noch positionieren. Ebenso hinterfragt er das Marketingkonstrukt der Nische. Der Autor vergleicht die Suche nach einer Nische im Coaching mit dem Leben in einem Aquarium, in dem es nur begrenzten Platz und Futter gibt, während das Meer unbegrenzte Weite und Futter für alle bedeutet. Er ermutigt angehende Coaches dazu, sich seine eigene Nische zu schaffen, statt diese zu suchen (vgl. 91). Eine weitere Botschaft, die er den Leser:innen mitgibt, ist, im Blog, im Post über das zu schreiben, was den Coach als Mensch bewegt, wie beispielsweise das Buch, das ihn gerade fasziniert, die Erkenntnis aus einem Coaching. Wichtig ist, sich von dem Marketingplan, der Marketingstrategie zu lösen und beim Schreiben eines Beitrags als Mensch sichtbar zu werden, der zufällig coacht. Gleiches gilt für die Website. Sie kann und darf innerhalb eines Tages entstehen, sie muss nicht perfekt sein, sondern sichtbar. Denn sie darf mit der eigenen Entwicklung des Coaches und Business mitwachsen beziehungsweise sich mitentwickeln.
5. Intelligenzen
Der Autor fokussiert hier die faszinierende Welt der künstlichen Intelligenz im Coaching. Er ermuntert dazu, die KI als Assistenz als auch als Werkzeug zu nutzen. Denn sie ist ein Werkzeug, welches helfen kann, „Werk[e] zu erschaffen [und] Routinen“ (S. 109) abzunehmen und zu „inspirieren“ (ebd.). Dabei geht es darum, nicht die Authentizität zu verlieren, sondern menschlich, unperfekt und unverwechselbar zu bleiben. Es gilt, sich aus den vielen möglichen Werkzeugen dasjenige auszusuchen, welches am besten zu einem selbst passt. Der Autor warnt vor der Gleichheit, die entsteht, wenn Coaches sich dazu verleiten lassen, den Versprechungen mit den zig besten Prompts erfolgreich zu sein. Sie sorgen für Gleichförmigkeit ohne Authentizität. Deshalb ermutigt der Autor, die KI für sich zu nutzen und dennoch kritisch damit umzugehen, skeptisch zu bleiben und sein eigenes Ding daraus zu machen.
6. Emergenz
„Der Aufbau eines Geschäfts [folgt] keinem starren Plan […], sondern [ist] ein aus sich selbst entstehender (emergenter) Prozess“ (S. 123). Der Autor verwendet in seinen Ausführungen die Metapher von Ameisenstraßen, die beispielsweise entstehen, wenn Ameisen Krümel finden, um sie in ihren Ameisenbau zu transportieren. Dabei orientieren sie sich an Duftmarken, um ihren Weg zu finden. Beim Aufbau des Unternehmens ist es ähnlich. Es geht darum, Krümel in verschiedenen Umgebungen auszustreuen als auch Duftmarken zu setzen und zu beobachten, welche Krümel wo aufgegriffen werden. Das können neue Ideen zu Webinaren sein, Empfehlungen von Coachees, die in Netzwerken gepostet werden, oder kurze Videos. Dabei helfen Routinen sowie maßvolles Streuen. Es geht darum, zu experimentieren und zu beobachten, was passiert. Der Autor gibt für erste kleine Experimente Tipps, wie beispielsweise „einen Monat lang zwei Posts pro Woche“ (S. 128). Schließlich geht es darum, mit Routinen zu wachsen und das eigene Tempo zu finden.
Diskussion
Im Buch sind einige Kapitel mit dem Wort basis versehen. Diese Kapitel sind besonders für „Newcomer hilfreich“ (S. 14). Der Autor geht in seinem Buch erfrischend anders vor als all die üblichen Bücher zum Start eines (Coaching)Business. Dies zeigt sich schon in der Einleitung und führt er mit dem ersten Kapitel Aufhören weiter. Gleich zu Beginn geht es ums Scheitern, ums Loslassen. Der Autor nimmt damit viel Druck raus, weil gleich zu Beginn die Sorge vor dem Scheitern, der Frage, was, wenn es nicht funktioniert, die Luft rausgenommen wird, weil die Leser:innen aufgefordert sind, sich gleich zu Beginn mit dieser Frage zu beschäftigen.
Mathias Maul überrascht mit seinem Buch, weil er keine Versprechungen macht, weil er, anders als viele Fachbücher zum Thema Selbstständigkeit, keine Erfolge verspricht, wenn man genau dieses und jenes macht, was er hingegen macht, er coacht die Leser:innen auf ihrem Weg der Selbstständigkeit. Er lässt die Leser:innen ihren eigenen Weg finden und ermutigt sie, nicht aufzugeben, wenn Dinge nicht gleich und sofort Kund:innen anziehen. Wenn der Newsletter, in den man so viel Mühe gesteckt hat, keine zahlenden Kund:innen bringt, wenn der Beitrag in den sozialen Medien ebenso unbeachtet bleibt wie der Flyer im Gemüseladen. Die Frage, woran es liegt, beantwortet er zunächst mit einem „Schulterzucken“ (S. 64). Es gleicht dem Blick in die Kristallkugel. Wozu er jedoch ermutigt, ist, dranzubleiben. Nicht die Schnelligkeit ist es, die Kund:innen zieht, sondern die Konsistenz der Beiträge, des Newsletters. Man muss auch nicht jede soziale Plattform bedienen, sondern nur diejenige, die zu einem passt.
Beim Lesen schwang oft der Gedanke mit, finde zu dir selbst und du wirst gefunden. Damit lassen sich die Kapitel Authentizität und Verbindung in einem Satz wiedergeben. Es geht im Coaching darum, authentisch zu sein, Verbindung zu schaffen. Diese Authentizität sollte sich auch im Newsletter, im Post, auf der Website widerspiegeln. Mathias Maul weiß, dass dies nicht von heute auf morgen passiert, sondern sich zunehmend entwickelt, in einem Prozess, der niemals endet. Deshalb ermutigt er immer wieder, anzufangen, die ersten Schritte zu gehen, egal wie unperfekt es sich anfühlt. Es wird nicht perfekter, je länger man wartet.
Der Autor stellt die vielen üblichen Hinweise, die rund um Marketing und Positionierung bestehen, auf den Kopf, spielt mit ihnen. Es ist dieses Spiel, dieses Spielerische, was dieses Buch ausmacht, als auch seine feine humorvolle Art und Weise, durch diesen Coachingprozess zu führen. Neben all den Anforderungen, die der Weg in die Selbstständigkeit beziehungsweise die Selbstständigkeit an sich mit sich bringt, ermutigt und ermuntert der Autor immer wieder spielerisch, mit Marketing, mit Marketingstrategien, mit dem Werkzeug künstliche Intelligenz umzugehen. Wer Kinder, die vertieft in ihr Spiel sind, beobachtet, findet bei ihnen die Ernsthaftigkeit, die ihr Spiel ausmacht, die Konzentration auf diese eine Sache und gleichzeitig das immer wieder Ausprobieren, bis sie ihren Weg gefunden haben, bis die Brücke, der Turm hält und stabil ist. Ähnliches empfiehlt der Autor. Er fordert immer wieder auf, auszuprobieren, zu beobachten, neu zu denken, wieder auszuprobieren, zu beobachten, auch spielerisch vorzugehen. Dabei authentisch zu bleiben, den eigenen Weg zu finden, zu gehen, zu dem auch Schleifen und Umwege gehören sowie Pausen.
Dies gilt auch für das Coaching selbst. Coaches, die am Anfang ihrer Coachingkarriere stehen, werden oftmals keine Antworten wissen, werden im Coaching auch ausprobieren müssen, was funktioniert, was nicht. Zugleich gilt, was bei dem einen Coachee funktioniert, funktioniert bei einem anderen Coachee nicht. Die eine Strategie, die beim Kollegen, bei der Kollegin funktioniert, mag für einen selbst nicht funktionieren. Das eigene Business, den eigenen Weg ernst zu nehmen, sollte nicht daran hindern, sich auch spielerisch den verschiedenen Dingen zu nähern. Neben den vielen Impulsen zur Reflexion, die jedes Kapitel bereithält, ist es auch diese Botschaft, die das Buch vermittelt und ausmacht. Es geht darum, anders zu denken, neu zu denken, um Inspiration und Reflexion, die Dinge auch mal auf den Kopf zu stellen. Und es geht immer wieder darum, die eigene Authentizität zu finden beziehungsweise zu stärken und ins Coaching einfließen zu lassen und nach außen zu zeigen, auf der Website, im Beitrag, dem nächsten Post.
Die Reflexionsimpulse, die Mathias Maul am Ende jeden Kapitels sowie als Online-Material zur Verfügung stellt, brauchen Zeit. Manche Fragen sind nicht einfach zu beantworten, müssen reifen, anderes geht schneller und spontaner. Seine Reflexionsfragen gehen oftmals in die Tiefe, fordern heraus, sich auch mit unangenehmen Gefühlen zu beschäftigen. Die Rüstung abzulegen, mutig zu sein, Verletzlichkeit zu zeigen.
Der Autor weiß um die Selbstzweifel, die einen befallen, wenn sich in einem Coaching wenig verändert, wenn der Beitrag überhaupt keine Leser:innen hat oder einem die eigenen Fähigkeiten wie Hochstapelei vorkommen. Auch hier erhalten die Leser:innen Unterstützung. Der Autor nimmt insgesamt viel Druck raus, indem er immer wieder betont, dass es um den ersten Schritt geht, darum, Erfahrungen zu sammeln und mit den Erfahrungen die eigene Positionierung, den eigenen Weg zu finden. Der sich dann auch verändern darf, weil wir uns durch Erfahrung verändern.
Fazit
Mathias Maul zeigt in seinem Buch, wie Coaches ihr Business mit den Werkzeugen, die ihnen Marketing und die verschiedenen Marketingstrategien bieten, aufbauen können. Er zeigt, wie sie dabei ihren eigenen Weg finden, den eigenen Prozess starten, sich weiterentwickeln und wachsen und vor allem durchhalten. Mit seinen Reflexionsimpulsen, Metaphern und seinem Blick auf das Wesentliche begleitet er angehende Unternehmensgründer:innen sowie bereits selbstständige Coaches und Berater:innen durch den Prozess der eigenen Selbstständigkeit auf dem Weg ihres Wachstums. Mit seinem Baukastensystem findet jeder Coach/jede Coachin Begleitung und Unterstützung, die er/sie gerade braucht.
Rezension von
Alexandra Großer
Fortbildnerin, päd. Prozessbegleiterin, systemische Beraterin
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