Inge Seiffge-Krenke: Die Psychoanalyse des Mädchens
Rezensiert von Sebastian Kron, 24.03.2026
Inge Seiffge-Krenke: Die Psychoanalyse des Mädchens. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2025. 432 Seiten. ISBN 978-3-608-98902-1.
Thema und Entstehungshintergrund
Freud selbst leitete seine Überlegungen zur psychosexuellen Entwicklung des Mädchens aus der sexuellen Triebtheorie der Frau ab, die er fast 30 Jahre nicht grundlegend veränderte. Er hatte nur geringfügig Kontakt mit der therapeutischen Behandlung von Jungen und Mädchen. Selbst seine Überlegungen zum kleinen Hans leitete er aus Erzählungen und Dokumentationen des Vaters ab. Seither haben sich die psychodynamischen Überlegungen zur Entwicklungspsychologie weiterentwickelt, gleichwohl mit Sigmund Freud herausragende, bahnbrechende Überlegungen zum Seelenleben eines Menschen thematisiert und zum Teil an der eigenen Person „erforscht“ wurden.
Autor:in oder Herausgeber:in
Dr*in phil. Inge Seiffge-Krenke war Professorin für Entwicklungspsychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität Mainz mit Schwerpunkt Jugendforschung. Sie ist Psychoanalytikerin, in der Lehre und Supervision von Ausbildungskandidat:innen der Kinder‑ und Jugendlichenpsychotherapie tätig.
Aufbau
Das vorliegende Buch zeigt die unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Mädchens, die Phasen der Ich‑ und Sexualentwicklung und triebtheoretische Aspekte der Entwicklung im innerfamiliären Gefüge mit Bezug und Loslösung zur Mutter, zum Vater und zu Geschwistern. Ferner diskutiert es aggressive Persönlichkeitsstrukturen internal sowie external bezogen und schlägt die Brücke zu etwaigen Behandlungstechniken.
Inhalt
Das erste Kapitel Hurra – ein Mädchen?! Der Wunsch nach einem Mädchen und das Verhalten von Eltern gegenüber Töchtern nimmt Bezug auf verschiedene, interkulturelle Aspekte bezugnehmend auf das weibliche Geschlecht, thematisiert frühere, psychodynamische Sichtweisen zum Mädchen, Freuds Beziehungen zu deren Geschwistern und mythennahe, antike Überlegungen zur „Entstehung“ des Mädchens.
Im zweiten Kapitel Konzepte über Weiblichkeit in der Psychoanalyse beschreibt die Autorin Freuds Beziehung zur Analyse von Mädchen und Jungen. Da Freud selbst hauptsächlich erwachsene Menschen therapiert hat und selbst bei seinen Auffassungen um den kleinen Hans auf die Auskünfte des Vaters Bezug genommen und diese mit seinen theoretischen Annahmen unterfüttert hat, fand er kaum fundamentale Überlegungen, die der Analyse eines Mädchens zuteilwerden konnten. Definierend zehrt er aus Konzepten der weiblichen Sexualität, um etwaige erste Erkenntnisse herzuleiten und sah das Mädchen „als einen nicht vollständigen Jungen“ an, welches durch innere, konfliktbehaftete Komplexe vom Fernbleiben eines Phallus geprägt ist. Diese kontroverse Beziehung bezeichnete er als Penisneid. Im Weiteren thematisiert das Buch die Beziehung Freuds zu den Frauen und hebt hervor, wie diese seine Theorien maßgeblich beeinflussten. Hervorgehoben wird außerdem der weibliche Narzissmus in Kombination zu entsprechenden weiblichen Schuldgefühlen mit der Komplexität zur Mutter-Kind-Beziehung.
Das dritte Kapitel Die Entwicklung des Mädchens aus psychoanalytischer Sicht: Das Babymädchen wird mit Überlegungen Melanie Kleins und Donald W. Winnicotts eingeleitet. Winnicott sieht den tiefsitzenden Wunsch der Objektbeziehung zu einer zentralen Bezugsperson und zweifelt das ausschließliche, triebbasierte Zugehörigkeitsgefühl an. Er sieht primitive Formen von Emotionen und kontextualisiert dies unter Berücksichtigung der Mutter-Kind-Beziehung und der Bedeutung der Mutterbrust für den Säugling. Ferner hebt das Kapitel thematisch erste innere Aggressionen, Gefühle des Neids und der von Melanie Klein entwickelten Spaltungstheorie hervor, die gewissermaßen von dem Wunsch der schrittweisen Loslösung von evolutionär vorgegebenen guten Objektbeziehungen zehrt. Weiterhin hebt das Kapitel Theorien von Margret Mahler hervor, die im Gegensatz zu Klein eher eine durchgehend harmonische Objektbeziehung zur Mutter befürchtete, aus denen sich der Säugling schrittweise löse. Ferner bezieht sich das Buch auf die Ergebnisse von Säuglingsbeobachtungen René Spitz und Esther Bick. Daniel Stern arbeitete seiner Zeit erste Bezüge zu einem dynamischen Selbst in Beziehung zu einem dynamischen anderen heraus. Ferner erkannte Stern drei Gesichter der Mutter, welche die Beziehung zum Elternteil maßgeblich mitbestimmen würden. Das vorliegende Kapitel schlägt den Bogen des kindlichen Fremdelns zu Erfahrungen erster Beziehungsfähigkeiten.
In einem weiteren Kapitel Die Psychoanalyse des Kindergartenmädchens wird auf wesentliche entwicklungspsychologische Schritte des Kindergartenmädchens Bezug genommen. Dabei diskutiert das Werk ausgehend von wesentlichen prägenitalen Entwicklungsschritten, bei der in der anal-sadistischen Phase das Erleben des eigenständigen Entscheidens thematisiert wird, zentrale Thesen zur Findung der eigenen geschlechtlichen Identität und den Bezug zu Beziehungen zu den Elternteilen. Ausgehend von Überlegungen Margit Mahlers zur allmählichen Individuation und dem Drang zur eigenständigen Entwicklung geht das Buch thematisch auf den weiblichen Ödipuskomplex ein. Horney und Klein sprachen außerdem von einer primären Weiblichkeit, die in Anlehnung an den weiblichen Ödipuskomplex durch eine phantasiebehaftete Verkettung zwischen männlichen und weiblichen, geschlechtlichen Eigenschaften akzentuiert wird. Hierbei handelt es sich um eine Neufindung, um eine identitäre Eigenschaft des jungen Mädchens zur Findung des Selbst, auch auf geschlechtlicher Ebene. Objektbeziehungstheoretische Überlegungen sprechen dabei der Loslösung von primären Strukturen der Objektliebe eine besondere Bewandtnis bei. Hier werden außerdem Herausforderungen beschrieben, die entstehen, wenn der ödipale Komplex misslingt. In einem weiteren Unterkapitel diskutiert das Buch die Entwicklung einer zunehmenden, kognitiven Reife, auch vor dem Hintergrund der Bikulturalität, der Entstehung einer höheren Empathie‑ und Schamentwicklung sowie der zunehmenden Bereitschaft, soziale Kontakte in das eigene Selbstbild zu integrieren. Alle diese Faktoren sind notwendig, um ein gesundes Selbstbild zu entwickeln.
In einem weiteren Kapitel Latenzmädchen: Das Mädchen der mittleren Kindheit wird die Latenzphase im Rahmen der weiblichen Körperlichkeit hervorgehoben. Freud selbst sah hinter diesem Konzept ein Ruhen der sexuellen Triebe und eine deutlich schmälernde Über-Ich-Reifung. Edith Jacobson erkannte eine dynamische Phase der Findung einer dem Alter stimmigen Identität und die Rolle der Beziehungen zur Mutter und zum Vater. Dabei scheint das Mädchen eine innerpsychische Selbstfindungsphase zu durchlaufen, die weniger von sexuellen Trieben gesteuert wird, sondern eher einer schrittweisen Loslösung und Identitätsfindung gleichkommt. Im Weiteren wertet das Buch eine Interviewbefragung der Wahrnehmung der individuellen Lebenswelt eines Mädchens aus.
Das Kapitel Die weibliche Jugendliche: Kind bleiben oder Frau werden? beschreibt die pubertäre, zum Teil auch verunsichernde Entwicklung der Identität. Zuspitzende, soziale, innerpsychische und kognitive Veränderungen haben Einfluss auf das junge Wesen und entwickeln eine Wirkung, die sich zumeist in schwankenden Wesensveränderungen erkennbar macht. Ebenfalls führt die nun noch immer fortschreitende Ablösung von den Primärobjekten, der eigenen Findung des Selbst respektive des zunehmenden Sexualdrangs und der Sexualentwicklung, ‑identität und ‑sozialisation zu einem enormen innerpsychischen Stress. Freud definiert diese Entwicklungsphase als eine Erkennung der individuellen Sexualentwicklung, bei der sich das Mädchen durch sexuelle Ertüchtigungen in der Findung eines weiblichen Genitalbereiches befindet, sich damit schrittweise als Mädchen identifiziert und im Rahmen identitärer Entwicklungen die eigenen Geschlechtsmerkmale neu definiert. Anna Freud brachte diese Selbstfindung auch mit einer Findung des anderen, eines möglichen Liebes‑ und Sexualobjekts, zusammen. Sie erkennt die Loslösung des Mädchens vom Primärobjekt zu einer nichtinzestuösen Objektfindung als fundamentales Problem der Adoleszenz. Das Aufgeben der Primärbindungen wird von Trauer und damit einhergehend zunehmender Abwehr von Trauer begleitet. Im Weiteren geht die Autorin auf das Fünfphasenmodell der Adoleszenz nach Peter Blos ein, beschreibt zentrale konfliktbehaftete Phasen und den zunehmenden Einfluss pubertärer Stressoren. Darüber hinaus werden aktuelle Konzepte der Identitätsentwicklung aufgegriffen und in einen Kontext zu Eriksons Identitätsentwicklung gebracht. Während der pubertären Identitätsbildung kommen eine Reihe anderer innerpsychischer Stressoren hinzu. Hier geht es um Separationsängste, Ängste im familiären Kontext, schulische Belastungen und Zukunftsängste. Digitale Herausforderungen mit dem Drang der identitären Selbstfindung und dem Bedürfnis, innere Herausforderungen zu teilen, kommen hinzu.
Ein weiteres Kapitel Mütter und Töchter bearbeitet die Beziehungen und Beziehungsgestaltungen zwischen der Subjekt‑ und Objektbeziehung sowie der Mutter‑ und Tochterbindung. Die anfangs prägend durch die Gleichgeschlechtlichkeit innige Bindung scheint sich im Zuge der Individualentwicklung zu wandeln. Durch den pubertären Stress der Tochter entwickeln sich aggressive Neigungen mit dem zunehmenden Wunsch zur regressiven Annäherung. Sexuelle Verschmelzungswünsche, die im Zuge der Entwicklung zu einer trennenden Desorientierung werden und dann im Zuge dessen einen Komplex sexueller Triebwünsche zu einem dynamischen Anderen hervorbringen, bilden sich heraus. Im Weiteren wird das Mädchen in einem familiären Konstrukt der depressiven Mutter diskutiert und auf psychoanalytischer Ebene herausgearbeitet, welche herausfordernde Beziehung diese Wechselwirkung mit sich führt. Hier spielen Dynamiken der Trauer und der inneren Leere sowohl auf Seiten der Mutter, scheinbar in einem depressiven Schleier gefangen zu sein, als auch auf Seiten der Tochter aus Angst, die gute Beziehung zu verlieren, eine Rolle. Schwerpunkt ist außerdem der Begriff der Parentifizierung, bei dem sich soziale Rollen im Rahmen der Beziehungsdynamik verschieben. Einen weiteren Themenkomplex bilden aggressive Anteile und Anteile des Neides im Rahmen der Mutter-Tochter-Beziehung. Abschließend wird der Themenkomplex berufstätige Mütter im Zuge der Beziehung zur Tochter aufgegriffen. Die Folgen sind zumeist Beziehungs-, Verlustängste und inbegriffen Einsamkeitsdynamiken.
Das Kapitel Die Beziehung zum Vater beschreibt eingangs die Bedeutung der Beziehungsgestaltung zwischen dem Vater zu seiner Tochter. Ödipal sexuelle Triebwünsche seitens der Tochter beeinflussen das Erleben des Kindes maßgeblich und erweisen sich als aufdringlich und wenig überwindbar. Von zentraler Bedeutung ist hier eine gute Beziehung zu beiden Elternteilen, um das „Beziehungstrauma“ zu überwinden. In hiesigem Kapitel wird auch die Spielfeinfühligkeit zwischen Vätern mit ihren Töchtern hervorgehoben. Dabei handelt es sich um eine sicherheitsspendende Spieldynamik zwischen Vätern mit ihren Töchtern. Im Rahmen der Triangulierungsfähigkeit wird diese Spielfeinfühligkeit und die Beziehungsdynamik beider Elternteile zur Tochter beschrieben. In weiteren Unterkapiteln wird der liebevolle Blick des Vaters als Spielpartner, Autonomieförderer und Lehrer diskutiert. Die zwischenmenschliche Interaktion in der Vater-Tochter-Beziehung ermöglicht einen Komplex verschiedener Rollen, die nachhaltig auf das Mädchen als junges Wesen einwirken, gleichzeitig aber auch die Bedeutung des Vaters in der Entwicklung des Mädchens hervorheben. Abschließend wird der Verlust des Vaters auf unterschiedlichen Ebenen thematisiert und mit der Emotion Trauer in Verbindung gebracht. Thematisiert werden außerdem Transgenderkonstellationen in der Beziehungsdynamik zwischen den Eltern und dem Kind.
Ein weiteres Kapitel Das Mädchen im Kreis von Freundinnen und Geschwistern thematisiert Beziehungsdynamiken außerhalb des Eltern-Kind-Rahmens. Das Mädchen in der Adoleszenz trägt oftmals Neid, Rivalitätsgefühle und den Drang danach, sich mit anderen Menschen zu vergleichen, in sich. Hinzukommende, herausfordernde Themen in den sozialen Medien eröffnen eine stetige, innere Unruhe und die Vulnerabilität, an depressiven Störungen zu erkranken. Aggressive Persönlichkeitseigenschaften, die aus hiesigen Gefühlen zehren, beeinflussen ebenfalls die Beziehung zwischen gleichaltrigen Mädchen und weiblichen Geschwistern. Die von Frank J. Sulloway diskutierte Nischenspezialisierung basiert zumeist auf Konzepten Alfred Adlers und beschreibt einen Sitz des Individuums in einem Beziehungsgefüge. Das Kapitel geht beispielhaft auf das Aufwachsen Anna Freuds als jüngste Töchter eines aus sechs Kindern bestehenden Geschwistergefüges ein und beschreibt kohortenspezifische Gefühle, Sehnsüchte, gleichzeitig aber auch Neiderfahrungen. Ferner geht das Kapitel auch auf inzestuöse Triebwünsche in der Geschwisterbeziehung ein und thematisiert intime Triebwünsche in der weiblichen Freundschaftsbeziehung. Diese bergen meist hochintime, wenngleich auch konfliktreiche Dynamiken, zehren von Phantasien, gleichzeitig aber auch von Neid‑ und innerpsychischen Konflikterfahrungen.
Das Kapitel Romantische Beziehungen und der Gebrauch des Körpers als Wege zur Loslösung und Individuation geht auf die weibliche Sexualität als maßgeblichen Entwicklungsschritt ein. Für die Psychoanalyse spielen libidinöse Phantasien und die Zuneigung in der Beziehung zum Vater, gleichzeitig aber auch die Loslösung von hiesigem, eine wesentliche Rolle. Anna Freud sah die Adoleszenz als Phase des erneuten Erlebens der ödipalen Komplexe und daraus resultierend den zunehmenden Wunsch nach Zuneigung mit der Suche nach potenziellen Liebesobjekten. Peter Blos sah einen zunehmenden Narzissmus zu Beginn der Adoleszenz, der zu einer Selbstsuche und Selbstfindung führt, und Erikson begriff die situative Loslösung als wegweisenden Schritt der identitären Reifung. Im weiteren Verlauf geht das Buch auf die Phasen der romantischen Beziehung ein, die aus einem Gefühlswirrwarr des elterlichen Einflusses und dem Wunsch nach Intimität zehren.
In einem weiteren Kapitel Mädchen und Bindung werden bindungsspezifische Faktoren aufgegriffen und Bezug auf John Bowlbys Bindungstheorie genommen. Hinzukommend werden Bindungsstörungen beim Mädchen thematisiert und welche Bedeutung die Eltern-Kind-Beziehung dabei einnimmt. Thematisch wird ebenso aufgegriffen, welche Herausforderungen in einer Beziehung zu einem psychisch erkrankten Elternteil bestehen. Die Bedeutung der Kindergartenbetreuung spielt ebenso eine Rolle.
Die Eroberung des eigenen Körpers und der Bezug zur sexuellen Phantasie werden im Kapitel Mädchenkörper, Sexualität und Krankheit aufgegriffen. Auch werden Erkrankungen aufgegriffen, die zumeist bei jugendlichen Mädchen in Erscheinung treten und von einem negativen Blick auf das eigene Erscheinungsbild zehren (u.a. Essstörungen). Weiterhin geht dieses Kapitel auf das individuelle Erleben des eigenen Körpers ein und weist Bezüge auf deren „Eroberung“ auf. Hierbei spielen auch Herausforderungen des Körperbildes in der Eigen‑ und Fremdwahrnehmung eine Rolle. Auch wird das Eintreten der ersten Periode und körpertypische Herausforderungen in der libidinösen und sexuellen, somatischen Entwicklung thematisiert.
Das Kapitel Das friedfertige Mädchen? Als Täterinnen und die Bedeutung der Beziehungsaggression diskutiert die zumeist aus einem Trauma resultierenden Beziehungsaggressionen und geht auf verschiedene Aggressionsformen ein. Hier spielen Emotionen und destruktiv agierende Anteile zumeist auch als Resultat eventueller Mobbing-, Missbrauchs-, Vernachlässigungs‑ und Misshandlungserfahrungen eine Rolle.
Im vorletzten Kapitel Andere Kulturen: Vernachlässigung und gesundheitliche Gefährdung von Töchtern wird ein interkultureller Rahmen gespannt und Herausforderungen der Vernachlässigung diskutiert. Ebenso hervorgehoben werden Themen der Genitalbeschneidung, der Zwangsverheiratung und daraus resultierende psychische Störungen sowie unsichere Perspektiven in einem interkulturellen Rahmen.
Das Kapitel Überlegungen zur Behandlungstechnik bei Mädchen schließt das sehr interessante und komplexe Werk ab. Hier werden Überlegungen der therapeutischen Arbeit beim Mädchen thematisiert. Dabei spielen Auffälligkeiten im Beziehungserleben, die Arbeit mit innerpsychischen Konflikten, Trennungs-, Verlustängsten, Schuldgefühlen und komplexen Bindungsmisstrauenserfahrungen eine Rolle.
Diskussion
Die soziale Arbeit kann von dem vorliegenden Buch auf vielfältiger Ebene profitieren. Es eröffnet eine weitreichende Diskussionsplattform zur Psychoanalyse des Mädchens und knüpft an Gedanken um den kleinen Hans an, zeigt aber gleichzeitig einen genderübergreifenden Fokus. Es überführt psychodynamische Theorien und greift bedeutsame, weitere Meilensteine auf. Dabei ist das Buch nicht nur wissensvermittelnd, sondern eröffnet auch einen multiperspektivischen, lebensweltnahen Rahmen zur Entwicklung des Mädchens.
Fazit
Das Werk erweist sich als bereichernd und wissensspendend. Durch einen multidimensionalen Blick auf das weibliche Geschlecht zeigt es sich wegweisend, zentrale entwicklungspsychologische Phasen wissenschaftlich begründbar zu machen. Beeindruckend erweist es sich in einer kompakten, dennoch tiefgründigen Art und Weise.
Rezension von
Sebastian Kron
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