Simon Sebag Montefiore: Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit
Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 15.01.2026
Simon Sebag Montefiore: Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit. Vom Neandertaler bis Mozart. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2025. 870 Seiten. ISBN 978-3-608-98911-3. D: 20,00 EUR, A: 20,60 EUR.
Thema
Eine Weltgeschichte schreiben, das ist schriftstellerische Herausforderung und Wagnis. Denn eine globale Erzählung über die Geschichte der Menschheit lässt sich historisch und mental verfassen. Es sind Fakten und Spekulationen, Vermutungen und Tatsachen, die dabei herangezogen werden können. Und es können Ausweise und Wegweiser sein.
Entstehungshintergrund und Autor
Viele Weltgeschichten beginnen mit hierarchischen Darstellungen von Mächten, Königreichen, Kaisern, Sultanen, Pharaonen und Potentaten. Im Vordergrund stehen Eroberungen, Kriege und Macht und Unterdrückung und Machtmissbrauch auf der anderen Seite. Der britische Historiker Simon Sebag Montefiore schreibt eine andere Weltgeschichte. Er betrachtet Familien, Sippen, Clans und Dynastien überall in der Welt. Er zeigt, „wie Macht, Liebe, Verrat, Loyalität und Gewalt in Familienstrukturen und gesellschaftlichen Umwälzungen die Weltgeschichte beeinflusst haben“. Das zweibändige Werk ist 2022 mit dem Titel „The World. A Family History“ erschienen und wird vom Klett-Cotta-Verlag in deutscher Sprache als einbändiges, umfangreiches Buch in zweiter Auflage vorgelegt.
Aufbau und Inhalt
Das Buch wird in 12 Kapitel (Akte) gegliedert; im ersten wird die Zeitspanne von den Pharaonen und Akkadern, den Hethitern und Ramses, von den Nubiern und Assyrern thematisiert. Im zweiten geht es um die Perser, Babylonier und Athener, die Argeaden und Achämeniden, die Maurya und Qin, die Barkiden und Scipionen. Im dritten sind die Han und Cäsaren, die Römer und Maya und die arabischen Dynastien an der Reihe. Im vierten setzt sich der Autor mit den Dynastien des Konstantin, Sassan und Speerwerfer-Eule auseinander. Im fünften werden Mohammeds Dynastie, Tang und Sassan reflektiert. Im sechsten sind die Familien Mohammeds, Karls des Großen, die Rurikiden, die makedonische Dynastie, die afrikanischen in Ghana und die Fatimiden dran. Im siebten die asiatischen Song, Fujiwara, Chola, die Seldschuken, Komnenen und Hautevilles. Im achten wird über Dschingis Khan und seine Söhne, die Khmer, Hohenstaufen und Polos informiert. Im neunten sind es die osmanischen Timuriden, die Ming in Samarkand und die Obas von Benin. Im zehnten die Venezianischen Medici und die mexikanischen Inka, die portugiesischen Borgias, die Habsburger und Osmanen. Im elften werden die Mexica mit den Osmanen verglichen. Im zwölften sind die Familien der Königreiche von Dahomey, die Zumbas und Oranier, die Cromwells und Villiers, die Mandschus und Shivajis, die Bourbonen, Stuarts und Villiers, die Afscharen und Mandschu, die Hohenzollern und Habsburger, die Durranis und Saids, die Hemings und Toussaints, die Romanows und Durranis, Pitts, Komantschen und Kamehameha.
Diskussion
Die etwas andere Weltgeschichte bleibt beim Aufzählen und Schildern der Fakten der Menschheitsgeschichte stehen. Sie verdeutlichen, dass in der Conditio Humana immer wieder Macht, Gewalt und fundamentale, diktatorische Herrschsucht vorherrschen.
Fazit
In der umfangreichen Studie weist Simon Serab Montefiore ein ausgewähltes Literatur- und Quellenverzeichnis aus, dass die Arbeit zu einem Handbuch macht. In einem 11seitigen Orts-, einem 33seitigen Personenregister und ausgewählten Presse- und Rezensionsstimmen stellt das Buch auch wegen der anschaulichen Umschlagsgestaltung und trotz der Paperbackbindung einen Blickpunkt dar, der aus dem Bücherregal herausragt. Digitale Zusatzmaterialien sind als Download mit einem Such-Code abrufbar.
Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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