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Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin

Rezensiert von Prof. Dr. med. et Dr. disc. pol. Andreas G. Franke, 05.01.2026

Cover Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin ISBN 978-3-8252-6300-3

Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin. Für Nichtmediziner:innen in Studium und Praxis. Narr Francke Attempto Verlag (Tübingen) 2025. 7. überarbeitete u. erweiterte Auflage. 274 Seiten. ISBN 978-3-8252-6300-3. D: 32,90 EUR, A: 33,90 EUR, CH: 41,90 sFr.

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Thema & Zielsetzung

Der Titel des Buches gibt bereits eindeutig Auskunft über das Thema: Es geht um die Vermittlung eines gewissen „Grundstocks“ aus der Medizin an all diejenigen, die nicht Mediziner:innen bzw. Ärzt:innen sind oder Medizin studieren. Der Autor selbst gibt an: „Dieses Buch will – in aller Bescheidenheit – einen Gegenakzent setzen mit Fakten, kritischer Reflexion und einer klaren Haltung zur Bedeutung von Wissenschaft, Verantwortung und menschlicher Integrität in der Medizin“.

Herausgeber bzw. Autor:in

Prof. Dr. med. habil. Dipl.-Kfm. Reinhard Strametz ist Arzt und Ökonom und lehrt als Professor für „Medizin für Ökonomen, insbesondere Patientensicherheit“ an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Darüber hinaus leitet er das Wiesbadener „Institut for Healthcare Economics and Patient Safety“, das an der o.g. Hochschule angegliedert ist. Zuvor war er Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement des Vorstands des Universitätsklinikums Frankfurt. Reinhard Strametz ist Facharzt für Anästhesiologie und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.

Entstehungshintergrund/​Vorgeschichte

Das Buch enthält die Vorworte der vorangegangenen Ausgaben und weist somit eine gewisse Historie auf. Es wurde in den letzten sieben Auflagen immer wieder überarbeitet. Zuletzt wurde ein (Unter-)Kapitel über gendersensible Medizin hinzugefügt sowie ein Kapitel über Resilienz; das Kapitel über Digitalisierung in der Medizin wurde erweitert, sodass das Buch den aktuellen Strömungen Rechnung trägt, die auch für die Medizin eine gewisse Bedeutung haben. Es wurden und werden somit jeweils moderne Themen und Strömungen aufgegriffen und in den Kontext der Medizin gesetzt.

Aufbau & Inhalt

Das Buch beginnt mit dem übersichtlichen, aber höchst und äußerst feingliederig strukturierten Inhaltsverzeichnis, einer Seite mit Informationen über den Autor sowie zahlreichen Geleit- und Vorworten der vorangegangenen Ausgaben. Auch eine Art „Bedienungsanleitung“ zum Buch sowie Hinweise und ein Haftungsausschluss sind vorhanden.

Das Buch selbst ist in vier große Kapitel eingeteilt, die wiederum äußerst zahlreiche Unterkapitel zu verschiedenen Themen enthalten, wobei die einzelnen Unterkapitel teilweise nicht einmal eine Seite umfassen. Der Autor beginnt seine Darstellung der Medizin mit einem langen Kapitel über die „Einführung in die Systematik der Medizin“. Dieses Kapitel ist äußerst feingliedrig in zahlreiche Unterkapitel gegliedert, die eine große Bandbreite der Medizin umfassen, sodass zunächst unter anderem „Medizinische Grundprinzipien“, „Meilensteine in der Geschichte der Medizin“, das Thema „Impfungen“, „Der Ablauf des medizinischen Behandlungsprozesses“ und viele weitere Aspekte vorgestellt werden. Darüber hinaus werden beispielsweise auch „kleinere“ (Rand-)Themen wie die „Medizinische Fachsprache/​Terminologie“ und „Terminologie vs. Nomenklatur“ und andere Aspekte aufgegriffen.

Die einzelnen Themen werden angerissen und jeweils kurz betrachtet, sind oftmals aber kontextlos vom darauf folgenden Unterkapitel abgetrennt. Dies gilt nicht nur für das erste Kapitel des Buches, sondern auch für die übrigen drei Kapitel des Buches. Nach der Einführung folgt das zweite Kapitel über die „Methoden und Ansätze in der Medizin“.

Dieses Kapitel ist ebenso feingliedrig und beginnt mit einer kurzen Betrachtung der „Arzneimitteltherapie“, gefolgt von weiteren Aspekten medizinischer Methodik im weiteren Sinne. Dazu zählen auch Unterkapitel über evidenzbasierte Medizin, die Begriffe Gesundheitsförderung und Prävention sowie Ausführungen über „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) und Homöopathie, aber auch die Begriffe „Planetary Health“ und „Geschlechterspezifische Medizin“. Ein größerer Stellenwert wird der Palliativmedizin eingeräumt.

Das dritte Kapitel widmet sich ausgewählten Krankheitsbildern und beginnt mit einer genaueren Betrachtung der Adipositas. Dabei findet sich hier, sowie bei der Betrachtung anderer Erkrankungen auch, immer die gleiche grundlegende Einteilung in Kontext(-faktoren) der jeweiligen Erkrankung, Diagnostik, Therapie bzw. therapeutische Konzepte und primärpräventive Maßnahmen. Manche Erkrankungen werden zudem unter weiteren Kategorien betrachtet. Neben der Adipositas werden auch Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, akute Koronarsyndrome, Schlaganfälle, Krebserkrankungen sowie Asthma bronchiale, psychische Erkrankungen und ungewollte Kinderlosigkeit thematisiert.

Die Themenauswahl ist – genau wie die der anderen (Unter-)Kapitel – hoch eklektisch. Schließlich folgt das ebenso feingliedrige vierte Kapitel. Hier stellt der Autor „Ausgewählte Spannungsfelder in der Medizin“ dar. Dazu zählen unter anderem die Frage nach lebensverlängernden Maßnahmen im Spannungsfeld einer Diskussion über Quantität und Qualität (Lebensverlängerung vs. Lebensqualität), aber auch der demografische Wandel, das Wohl der Patient:innen bzw. die Medizinethik, die Selbstbestimmung des (kranken) Menschen, die Ökonomisierung der Medizin und weitere Bereiche.

Auch weitere Themen werden dargestellt und abgewogen bzw. diskutiert, wie zum Beispiel die Optimierung des Lebens und Sterbens, die Globalisierung der Medizin, multiresistente Keime und die Digitalisierung der Medizin mit dem Gesichtspunkt der Künstlichen Intelligenz in der Medizin. Auch die Themen Resilienz, Personalmangel, die Klimakrise und Long Covid werden betrachtet.

Besondere Schwerpunkte können nicht identifiziert werden, da das Buch sich zahlreichen kleineren (Sub-)Themen widmet, die nacheinander mehr oder weniger isoliert betrachtet werden. Schließlich wird das Buch durch ein Glossar und ein Register abgeschlossen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe wird wie folgt benannt: „Auch in der siebten Auflage ein unverzichtbarer Ratgeber für alle, die sich in Studium und Praxis mit dem Gesundheitssystem und der Medizin beschäftigen“. Das Buch scheint somit für all diejenigen gedacht bzw. geeignet, die zwar nicht Medizin studieren oder als Ärzt:innen arbeiten, dennoch aber in sogenannten paramedizinischen Berufen arbeiten oder aber Disziplinen studieren, die an die Medizin angrenzen, wie beispielsweise Gesundheitswissenschaften, Physiotherapie, Logopädie etc.

Diskussion

Das Buch von Professor Strametz bietet den Leser:innen einen kleinen, hoch eklektischen Einblick in die Welt der Medizin. Dabei beschränkt sich der Autor nicht auf die klinischen oder vorklinischen Disziplinen oder gar eine andere Untergliederung der Medizin, sondern reißt vielmehr diverse Aspekte an und führt sie nacheinander auf. Eine klare oder bestimmten Kategorien unterliegende Ordnung ist nicht erkennbar. Vielmehr werden diverse Themen „angerissen“ und in aller Kürze betrachtet. Dieses Vorgehen bietet zwar einen großen Überblick über das gewaltige Gebiet der Medizin, dennoch findet dies zu Lasten einer Betrachtungstiefe statt, die mitunter wünschenswert gewesen wäre. Hinzu kommt die Kontextlosigkeit vieler Unterkapitel: Oftmals beziehen sich die Unterkapitel auf ein „kleines“ Thema, das isoliert betrachtet wird, ohne dass sich folgende Unterkapitel darauf beziehen; es fehlt somit ein erkennbarer „roter Faden“. Hinzu kommt die unklare Auswahl der dargestellten Themen. will sich keine rechte Systematik finden lassen, nach der die Themenauswahl stattfand. Die hoch eklektisch ausgewählten Themen folgen keiner Taxonomie oder wie auch immer gearteten Systematik der Medizin.

Fazit

Prof. Dr. med. habil. Dipl.-Kfm. Reinhard Strametz stellt in seinem Buch mittlerweile zum siebten Mal (7. Auflage) einen kleinen Überblick über das gewaltige (Stoff-)Gebiet der Medizin dar. Er reißt viele Themen an, die „irgendwie“ zur Medizin gehören, und stellt diese kurz dar, um den Leser:innen einen ersten Einblick in die Medizin zu ermöglichen.

Rezension von
Prof. Dr. med. et Dr. disc. pol. Andreas G. Franke
M.A. Professur für Medizin in Sozialer Arbeit, Bildung und Erziehung. Hochschule der Bundesagentur für Arbeit Mannheim
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Es gibt 76 Rezensionen von Andreas G. Franke.

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ISSN 2190-9245