socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Herbert Grymer u.a.: Altengerechte Stadt - Das Handbuch

Cover Herbert Grymer u.a.: Altengerechte Stadt - Das Handbuch. Landesseniorenvertretung NRW (Münster) 2005. ISBN 978-3-9810606-0-7.

Vertrieben wird das Handbuch über das Büro für angewandte Soziologie in Wuppertal, Ravensberger Straße 34, 42117 Wuppertal, gegen die Entrichtung gestaffelter Versandkostenpauschalen (info@lsv-nrw.de), es ist aber auch als PDF-Datei von der Homepage der LSV herunterzuladen.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Einführung in das Thema

Im Zuge des demografischen Wandelns müssen sich auch die Städte verändern. Der Anteil der älteren Menschen wächst, bzw. ändert sich vor allem das Verhältnis der Alters- und Bevölkerungsgruppen zueinander. Das Alter differenziert sich immer mehr aus, die Vorstellungen von "dem Alter" verändern sich und wandeln sich von Bedürftigkeit und Fürsorge hin zu mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative der älteren Menschen. Entsprechend wandeln sich auch die Ansprüche an die Wohn- und Lebenssituation - eben in den Städten.

Über die Autoren

  • Herbert Grymer, Dr., Univ. Prof. für Soziologie und anwendungsbezogene Soziologie an der Bergischen Universität Wuppertal, Lehre und Forschung auf dem Gebiet von Wohnen, Stadtsoziologie und Planung, Familientherapeut. Weitere Arbeitsschwerpunkte: Entwicklungs- und Beratungsprojekte mit Unternehmen, Trainings für Führungskräfte in Kommunikation, Moderation und Konfliktmanagement.
  • Dietmar Köster, Dr., Dipl.-Sozialwissenschaftler, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Geragogik, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts "Altengerechte Stadt", Lehrbeauftragter der Universität Dortmund, Mitglied des Arbeitskreises "Geragogik an Hochschulen" bei der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (DGGG) u.a.; Arbeitsschwerpunkte: Altersbildung und Zivilgesellschaft, Demografie und Sozialstaat.
  • Melanie Krauss, Dipl.-Sozialwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal, Mitarbeiterin im Projekt "Altengerechte Stadt", TÜV-zertifizierte Qualitätsmanagementbeauftragte und Auditorin; Arbeitsschwerpunkte: Untersuchungen zur Wohnzufriedenheit und Stadtentwicklung.
  • Myrto-Maria Ranga, MSc Psychologin, angewandte Sozialpsychologie, Lebens- und Trauerbegleiterin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts "Altengerechte Stadt", Mitglied des Arbeitsgreises "Geragogik an Hochschulen" bei der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (DGGG), Doktorandin an der Universität Dortmund zum Arbeitsschwerpunkt "Wohnqualität im Alter".
  • Jan Christoph Zimmermann, Dipl.-Sozialwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro für angewandte Soziologie, Mitarbeiter des Projekts "Altengerechte Stadt", Arbeitsschwerpunkte: Projekte zur Wohnforschung und zu den Potenzialen des Alters.

Hintergrund des Buches

Im Auftrag der Landesseniorenvertretung NRW e. V. (LSV) als Träger führten die Autoren vom Januar 2004 bis zum September 2005 das Projekt "Altengerechte Stadt" durch. Finanziert wurde es vom früheren Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW. Als Kooperationspartner waren neun Wohnungsunternehmen aus NRW in das Projekt eingebunden.

Die Forschungsaufgabe bestand in der Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Rolle wird die steigende Zahl von älteren und länger lebenden Menschen künftig in den Städten spielen?
  • Was kann oder sollte man heute, unter den Bedingungen des demographischen Wandels, unter Berücksichtigung des Wandels von Altenbildern und Alterskompetenzen unter einer altengerechten Stadt verstehen?
  • Welche Folgerungen für Politik, Altenorganisationen, Wohnungsunternehmen und für die älteren Menschen resultieren daraus in Städten, und was bedeutet das für die Praxis in den Städten und Stadtteilen, die ihre alltägliche Lebenswelt darstellen?
  • Wie können ältere Menschen zur Partizipation an städtischen Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen motiviert werden, wie kann ihnen aber auch eine Mitwirkung tatsächlich ermöglicht werden?

Aufbau und Inhalt

1 In aller Kürze: Wofür dieses Handbuch gedacht ist und an wen es sich richtet. Dieses Kapitel beschreibt die Ziele, Zielgruppen und Forschungsfragen des Projekts "Altengerechte Stadt".

2 Grundlagen: Altengerechte Stadt. Neben dem demographischen Wandel beschreibt dieses Kapitel vor allem ausführlich Theorien des Alters. Thematisiert werden dabei unterschiedliche Sichtweisen auf das Alter und die sich verändernden Aktivitäten älterer Menschen, besonders hinsichtlich der zukünftigen Senioren. Abgeleitet daraus werden Forderungen an eine altengerechte Stadt formuliert. Schließlich gehen die Autoren noch auf die Funktion und den Nutzen von Senioren in der Zivilgesellschaft ein.

3 Forschungsergebnisse: von den Erkenntnissen aus den Untersuchungen des Projekts und ihre Schlussfolgerungen. Das Projekt "Altengerechte Stadt" hat die Themen Altenbilder, Wohnen und Partizipation zum Gegenstand. Zur Datengewinnung wurden in diesem Projekt folgende Methoden verwendet:

  • drei schriftliche Befragungen
  • Experteninterviews
  • drei Themenwerkstätten
  • eine Open-Space-Konferenz

In diesem Kapitel stellen die Autoren die Forschungsergebnisse entsprechend der Projektzielsetzung vor: die Bedeutung des sich wandelnden Altenbildes sowie die sich verändernden Aktivitäten älterer Menschen; bezüglich des Alters die Bedeutung der Wohnsituation als Basis des städtischen Alltagslebens; die Partizipation von Senioren an Stadtentwicklung.

4 Zur Realisierung. In diesem Kapitel geht es um die theoretische praktische Umsetzung. Die Autoren gehen auf Themen wie Projektplanung und Netzwerkarbeit ein. Sie stellen verschieden Methoden und Werkzeuge vor und erläutern rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen.

5 Aus der Praxis: Wie machen es die anderen? In diesem Kapitel geht es um die reale praktische Umsetzung. Die Autoren stellen unterschiedliche Beispiele aus Städten in Nordrhein-Westfalen vor.

Das Buch beinhaltet weiterhin ein umfangreiches Glossar, die Adressen der kooperierenden Wohnungsunternehmen, Literaturtipps und ein Stichwortverzeichnis.

Zielgruppe

Das Handbuch richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen:

  • Senioren und Seniorenvertretungen, bzw. künftige Senioren, die sich engagieren möchten
  • Stadtverwaltungen und u. a. deren technische, planende Referate
  • Wohnungsunternehmen
  • lokale Politiker und Führungskräfte der Verwaltungen
  • Parteien, besonders die Mitarbeiter auf lokaler Ebene
  • Initiativen und jüngere Bürger, die sich in Städten engagieren

Fazit

Das Handbuch bietet für unterschiedliche Zielgruppen Hinweise und Anregungen. Es ist sehr übersichtlich gestaltet und gut lesbar. Nur im Ergebnisteil könnte die Darstellung der Grafiken verständlicher sein - zumal es sich an unterschiedliche Leser richtet, die teilweise nicht sehr geübt im Lesen solcher Diagramme sind.

Gerade für Laien bietet das Buch eine gute Einführung in das Thema. Als Diskussionsgrundlage und Nachschlagewerk (als "Handbuch") liefert es viele Ideen und Beispiele für die Praxis, sowohl für Senioren als auch für die kommunalen Planer.

Insgesamt ist es ein empfehlenswertes Buch zu diesem zukünftig immer wichtiger werdenden Themengebiet.


Rezension von
Monika Briese
M. A. der Soziologie, der Stadt- und Verkehrsplanung und der Statistik;
freiberuflich tätig
Homepage www.presentare.de
E-Mail Mailformular


Alle 4 Rezensionen von Monika Briese anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Monika Briese. Rezension vom 19.05.2007 zu: Herbert Grymer u.a.: Altengerechte Stadt - Das Handbuch. Landesseniorenvertretung NRW (Münster) 2005. ISBN 978-3-9810606-0-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3399.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung