Hugo Mennemann, Jörn Dummann et al.: Einführung in die Soziale Arbeit
Rezensiert von Wolfgang Schneider, 12.01.2026
Hugo Mennemann, Jörn Dummann, Ingo Stamm: Einführung in die Soziale Arbeit. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2025. 5. Auflage. 319 Seiten. ISBN 978-3-7560-2464-3. 26,90 EUR.
Thema
Dieses Buch will für Studierende im ersten Semester Fragen zum Studium, zur Identität, zur Profession und zur Disziplin der Sozialen Arbeit in verständlicher und erklärender Sprache Antworten auf erste Fragen liefern. Übungsaufgaben, gezielte Literaturhinweise und ein Register regen zum Selbststudium an. Das Curriculum wurde mit Studierenden erarbeitet und wird stetig weiterentwickelt. Das Buch kann als Grundlage für Vorlesungen, Tutorien und Prüfungen dienen.
Autoren
Hugo Mennemann, Jörn Dummann und Ingo Stamm lehren als Professoren im Bereich der Disziplin und Profession Sozialer Arbeit an der FH Münster.
Aufbau und Inhalt
Grundsätzlich sei auf die Rezensionen zu den vorherigen Auflagen des Buches verwiesen, das in seiner Grundstruktur unverändert ist. Die Neuauflage berücksichtigt aktuelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse und die daraus resultierenden drängenden Fragen. Neu in dieser Auflage sind die Themen Soziale Arbeit in Europa, nachhaltiges Handeln und Methoden struktureller Veränderung, weshalb auf diese neuen Themen der Fokus dieser Rezension liegt.
Soziale Arbeit in Europa ist als neues Kapitel im Teil Grundlagen Sozialer Arbeit als Wissenschaft hinzugekommen. Beschrieben werden zwei Blickwinkel – nämlich entlang der europäischen Staaten und ihrer Positionierung zur Sozialen Arbeit und andererseits auch transnational. Hierbei könnte die Frage in den Fokus rücken, ob es so etwas wie eine „europäische Identität“ (S. 123) der Sozialen Arbeit gibt. Deutlich wird im Kapitel, dass das Verständnis und dementsprechend auch die Ausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit enorm vielfältig – um es positiv auszudrücken – ist. Während der deutsche Sozialstaat sehr auf Absicherung des einzelnen Menschen aufbaut, sieht es in den nordischen Ländern anders aus. Hier geht es primär um öffentliche Leistungserbringung.
Nachhaltiges Handeln ist in den Teil Soziale Arbeit als Profession eingebettet. Nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Nachhaltigkeit geht es um die Frage, was genau das jetzt eigentlich mit Sozialer Arbeit zu tun hat? Dabei wird zunächst klar, dass grundsätzlich jede Intervention nachhaltig für die Adressat:innen sein sollte, also eine auf Dauer angelegte Veränderung zum Positiven erbringen sollte. Insgesamt ist diese Bedeutung eher alltagstauglich, hat aber keinen Bezug zum tatsächlichen Begriff der Nachhaltigkeit. Vielmehr geht es diesbezüglich um eine Querschnittsaufgabe, die sich in drei Dimensionen unterteilt: das professionelle Selbstverständnis der Fachkräfte, die Vermittlung nachhaltigen Handelns an Adressat:innen und die Verpflichtung der Träger Sozialer Arbeit, nachhaltig zu wirtschaften und zu handeln.
Die dritte Ergänzung in dieser Neuauflage hat Methoden struktureller Veränderung im Fokus und findet sich ebenfalls im dritten Teil. Die Autoren verstehen diese als Ergänzung zu den klassischen drei Methoden der Sozialen Arbeit (Einzelfallhilfe, Soziale Gruppe, Gemeinwesenarbeit) mit einem Fokus nicht auf einzelne Menschen, sondern die Fokussierung auf gesellschaftliche Verhältnisse. An dieser Stelle fällt auf, dass es nicht nur um strukturelle Themen geht, sondern auch um die Betonung des Machtverhältnisses zwischen Sozialarbeiter:innen und Adressat:innen, das auf der Basis der Menschenrechte stets zu reflektieren ist. Als grundsätzliche Methoden im Themenfeld werden Öffentlichkeitsarbeit, Soziallobbying, Politikberatung und Politische Bildung aber auch weniger präsente Begriffe wie strategische Prozessführung oder Critical Monitoring benannt. Unter Letzterem ist zu verstehen, dass „spezifische Wissensbestände von Sozialarbeitenden aus der Beratung oder Begleitung der Adressat*innen zu sammeln, zu systematisieren und für strukturelle Veränderungen einzusetzen“ (S. 283) sind.
Diskussion
Wohl kaum ein Studium ist so generalistisch wie der Bachelor Soziale Arbeit, können die Student:innen am Ende doch damit eine schier unglaubliche Bandbreite an Arbeitsfeldern für sich entdecken. Mit diesem Buch gibt es einen guten Einstieg in die Grundlagen des Studienfachs, ohne dass es vollständig sein könnte. Denn eben dazu ist die Soziale Arbeit zu komplex. Eine vollständige Darstellung aller relevanten Themen und Theorien in einem Buch zur Einführung ins Studium wäre ein Versprechen, das nicht ansatzweise zu halten wäre. Unter dieser Prämisse bietet das Buch inhaltlich eine gute Grundlage, um erste Schritte im Studium zu wagen und einen grundlegenden Informationsstand zu generieren. Gerade für Einsteiger:innen überzeugt auch in der fünften Auflage die Sprache, die verständlich ist und somit gut dazu beiträgt, das Wissen aufzunehmen. Absolut empfehlenswert!/p>
Fazit
Auch in der fünften Auflage eine sehr gute Orientierung für Einsteiger:innen in ein Studium der Sozialen Arbeit.
Rezension von
Wolfgang Schneider
Sozialarbeiter
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