Jens van Scherpenberg: Großmachtsucht
Rezensiert von Johannes Schillo, 24.02.2026
Jens van Scherpenberg: Großmachtsucht. Deutschland rüstet für die Führung Europas. Westend Verlag GmbH (Neu-Isenburg) 2026. 288 Seiten. ISBN 978-3-98791-342-6. D: 28,00 EUR, A: 28,80 EUR.
Thema
Thema des Buches ist der seit der „Zeitenwende“ von 2022 explizit erhobene Anspruch Deutschlands, in und mit Europa zur Großmacht aufzusteigen, wobei dieses Vorhaben nach seinen unterschiedlichen Facetten – ökonomisch, politisch, militärisch – aufgeschlüsselt und in zeitgeschichtlicher Perspektive von Adenauers Nachkriegsrepublik bis zur jüngsten Wende im transatlantischen Verhältnis unter der zweiten Präsidentschaft Trumps rekapituliert wird.
Autor
Der Autor lehrte Internationale Politische Ökonomie an der LMU München und war ab 1977 Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), wo er von 1997 bis 2006 die Forschungsgruppe Amerika leitete.
Aufbau
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung und endet mit einem Schlusswort, das das Fazit der Überlegungen in der Überschrift „Es ist kein Glück, einem Staat mit Großmachtsucht anzugehören“ zusammenfasst. Einleitend wird der Ausgangspunkt der Studie benannt: die Erfolgsgeschichte der BRD, die „vor allem eine ihres gewachsenen politischen Gewichts“ (S. 10) ist und die spätestens seit der „Zeitenwende“ von 2022 dazu geführt hat, dass die politisch Verantwortlichen sie mit dem Aufstieg zu einer – auch militärischen – Führungs‑ und Großmacht krönen wollen. Zentraler Befund der Analyse ist dabei das „deutsche Dilemma“ (S. 158), d.h. die in doppelter Weise belastende wie befördernde Einbindung in das transatlantische und das (west-)europäische, speziell deutsch-französische Verhältnis, wobei die Schlussfolgerung aus dieser Diagnose lautet: „Im Alleingang die Führung in Europa anzustreben, ist nicht möglich“ (S. 11). Methodische Leitlinie der Untersuchung ist der kritische Blick auf die „Logik staatlicher Machtpolitik“, der sich nicht primär auf den legitimatorischen Überbau, die Ebene der Wertorientierung und Rechtfertigung, richtet, sondern politökonomisch die jeweiligen Vorgänge „auf ihren harten Interessenkern“ (S. 13) zurückführt. Dies wird dann in acht Kapiteln aufgefächert, die den zeitgeschichtlichen Nachvollzug der aktuellen Lage zum Gegenstand haben, dabei thematisch jeweils neu ansetzen und sich die einzelnen Konfliktfelder der modernen Großmachtpolitik vornehmen.
Inhalt
Das kurze erste Kapitel verweist, wie in der Einleitung bereits benannt, auf den Auftakt der Untersuchung: auf den ungewöhnlichen, zunächst als „Friedensmacht“ vollzogenen Aufstieg der BRD nach zwei verlorenen Weltkriegen. Wie der Autor hervorhebt, zeigt sich Deutschland „auf diesem langen Weg bis heute als eine mit ihrem jeweiligen Status unzufriedene Macht“ (S. 19). Hier wird auch schon die jüngste Wende unter der zweiten Präsidentschaft Trumps bis Ende 2025 einbezogen. Deutschlands Grundproblem wird dabei so formuliert: Es „will sich und die EU, als deren Führungsmacht es sich versteht, von der weltpolitischen Dominanz der USA emanzipieren, kann aber gerade dafür auf das transatlantische Bündnis nicht verzichten“ (S. 23).
Das zweite Kapitel, das daran anschließend weiter ausholt und damit fast die Hälfte des Buches ausmacht, rekapituliert den „Aufstieg zur europäischen Weltmacht“, beginnend mit einem kurzen Rückblick auf den Eintritt ins Zeitalter des Imperialismus, der mit dem Ersten Weltkrieg die moderne Großmachtkonstellation schuf. Dann ist vor allem die Gründungs‑ und Konsolidierungsphase der BRD unterm ersten Bundeskanzler Adenauer Thema – also die Phase, in der der Wiederaufstieg der ehemaligen Verlierernation zur Weltgeltung in die Wege geleitet wurde. Entscheidend ist hier die als Dilemma angesprochene – und in den weiteren Kapiteln jeweils unter speziellem Blickwinkel wieder aufgegriffene – Dialektik des Machtzuwachses „Per Integration zur Souveränität“ (S. 30). Dieser analytische Fokus wird von der Einbindung der westdeutschen Republik als Frontstaat ins westliche, antikommunistische NATO-Bündnis über die Entspannungspolitik von Brandt und Bahr und die nachfolgende Aufweichung bzw. Aufgabe des Ostblocks bis hin zum Ukrainekrieg samt den erneuten Wendungen unter Trumps zweiter Präsidentschaft fortgeführt. Dabei ergeben sich auch im Rückblick immer wider Bezüge zu der aktuellen Konfrontation mit Russland, zu den Spannungen im deutsch-französischen oder transatlantischen Verhältnis. Thematisiert wird zudem die Kontinuität der Konfliktlage auf dem Weltenergiemarkt, der der Autor besondere Aufmerksamkeit schenkt. Sie beginnt mit dem noch unter Adenauer projektierten Erdgas-Röhrengeschäft, das die SU benutzen und einbinden sollte, das damals aber schon das Missfallen der USA erregte. Es wurde dann von Brandt und Bahr, später von Merkel und Scholz fortgeführt (S. 87f, 90ff), wobei sich der Konflikt mit dem Einspruch der Biden-Regierung zuspitzte und im folgenden Anschlag auf die Nordstream II-Röhren eklatierte.
Das dritte Kapitel „Friedensmacht in der Krise“ setzt bei den letztgenannten transatlantischen Spannungen, bei dem Schritt von Trumps erster Präsidentschaft zum Zwischenspiel unter Biden und der Fortsetzung Trumps seit 2025, neu an. Die renovierte Leitlinie der US-Hegemonie – „Für Trump ist Amerika nur sich selbst verpflichtet (S. 126) – bringt für Deutschland, so der Befund, die Kooperation mit Frankreich, dem ständigen Rivalen um die Führungsrolle in der EU, neu ins Spiel. Das verschärfe aber gleichzeitig die Rivalität, die sich vor allem an der Verfügung über die ultimative strategische, nämlich nukleare Waffe festmacht.
Das vierte Kapitel („Hochmut kommt nach dem Fall“) greift diese Analyse auf, indem die Auswirkungen der neuen US-Regierungslinie auf die globalen wie europäischen (Gewalt-)Verhältnisse thematisiert werden. Der transatlantische Dissens wurde, das zeigt der Autor an vielfältigen Belegen, als Aufruf oder „Weckruf“ an die europäische Eigenständigkeit verstanden, womit er den bereits länger bestehenden EU-Ambitionen gelegen kam. Im Verhältnis zu den „europäischen Partnernationen“ sei dies aber von der BRD, im Sinne der vom Buchtitel herausgestellten „Großmachtsucht“, ganz selbstbewusst interpretiert worden: „Der deutsche wirtschaftliche und politische Führungsanspruch soll nicht mehr durch eine diesem Anspruch inadäquate Militärmacht relativiert werden.“ (S. 161). Das unter der Biden-Regierung gemeinsam verfolgte Kriegsziel, Russland zu einer Regionalmacht herabzustufen, werde nun zur europäischen Sache gemacht, die gegen Putins „Großmachtwahn“, wie Kanzler Scholz formulierte (S. 163), die eigene Hegemonie durchsetzen müsse.
Das fünfte Kapitel zeichnet Werdegang, Reichweite und innere Widersprüche dieser europäischen Machtprojektion nach und blickt auf die Reaktion der US-Führungsmacht, die das Ende der „transatlantischen Wertegemeinschaft“ verkündet, sich aber keineswegs in einen „isolationistischen“ Rückzug aus den globalen Gewaltaffären begibt. Das neue Programm Trumps „soll wiederherstellen, was unter der alten, von den USA zu diesem Zweck eingerichteten Weltordnung verloren ging: ihren garantierten Vorteil vor allen anderen Mächten“ (S. 193). Die Forderung der Europapolitiker nach einem europäischen Militär oder nach „strategischer Souveränität“ (S. 195) stoße dabei immer wieder auf den Grundwiderspruch der EU: dass nämlich die beteiligten Nationen den Supranationalismus nur als Mittel für ihren eigenen Machtzuwachs benutzen wollen. Das spitze sich in der Militärfrage letztendlich auf die deutsch-französische Kontroverses zu, in der die Verfügung über eine europäische Nuklearrüstung der grundlegende Streitpunkt sei (vgl. S. 207ff).
Von der außenpolitischen Problemlage weg lenkt das sechste Kapitel den Blick hin auf die inneren Verhältnisse, auf „Kosten und Nutzen deutscher Großmachtpolitik“. Anknüpfend an die vorangegangenen Überlegungen zu den notwendigen europäischen Aufrüstungsmaßnahmen kommt das Erfordernis „nachdrücklicher moralischer Mobilisierung“ (S. 210) zur Sprache. Der alte NS-Slogan „Kanonen statt Butter“, der seit der „Zeitenwende“ seine Wiederbelebung erfährt (S. 213), zeige hier die Marschrichtung an: An sozialen Kosten, sprich der Lebenslage der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, muss gespart werden, damit die gigantische Aufrüstung haushaltspolitisch solide ins Werk gesetzt werden kann. Dabei kommt auch die Rolle der Rüstungsindustrie ins Visier. Ihre positive Einschätzung als Wachstumsmotor, aber auch die negative Variante, die ihr hauptsächlich die zum Krieg treibende Funktion zuweist, lässt der Autor nicht gelten. Ökonomisch gehe es hier um bloßen Staatskonsum, die betreffende Marktmacht resultiere aus dem hoheitlichen Auftrag. Und die politische Indienstnahme der ökonomischen Potenzen sei der entscheidende Punkt, wenn in der Staatenkonkurrenz der Übergang zum Gewalteinsatz erfolgt. Die konkrete Planung zur Mobilisierung des Standorts wird dann etwa an der neuen „Nationalen Sicherheitsstrategie“ der BRD dargelegt (vgl. S. 225ff).
Ihre Fortsetzung finden diese Überlegungen im siebten Kapitel über die „innere Front“, wo die Formierung von Kulturleben, Wissenschafts-, Bildungs‑ und Medienbetrieb im Sinne einer Feindbild-orientierten Moralisierung Thema ist. „Der Krieg, der der Sache nach seine Wurzeln in der Rivalität zweier Weltmächte hat“, werde, der üblichen Praxis von Kriegsparteien folgend, „zum moralisch hoch aufgeladenen ‚Werte‘-Konflikt, zum unerbittlichen Kampf ‚Gut‘ gegen ‚Böse‘.“ (S. 247). Das findet natürlich in gleicher Weise auf europäischer wie auf russischer Seite statt. Den Abschluss bildet ein Exkurs zur „nationalen Rechten“, die, so der Autor, „gegen die deutsche Staatsräson“ verstößt (S. 255ff), da sie mit ihrer antieuropäischen und antiamerikanischen Ausrichtung die beiden Grundbedingungen des neudeutschen Erfolgswegs in Frage stelle.
Das kurze achte Kapitel, das zum antimilitaristischen Votum des Schlussworts überleitet, hält fest, dass sich die „Großmachtrivalität“ als „unabweisbarer Sachzwang aus der Konkurrenz der Staaten“ ergibt (S. 260). Sprich: Sie ist keine zufällige Fehlentwicklung, kein „Wahn“, wie im Feindbild vom russischen Kriegsherrn Putin unterstellt, sondern die Normalität eines auf kapitalistische Wachstumserfolge programmierten Staatenverkehrs. Dazu werden abschließend die beiden „sicherheitspolitischen“ Zentralideologien dieses Weltzustandes kritisch unter die Lupe genommen (vgl. 262ff): erstens die Behauptung, es ginge nur um Abschreckung eines (potenziellen) Gegners, also Kriegsvermeidung, und zweitens die Legitimation, man ziele ausschließlich, im Sinne des Völkerrechts oder sonstiger höherer Werte, auf die Verteidigung des eigenen Volkes und seiner Lebensweise gegen einen ruchlosen Aggressor.
Diskussion
Das Buch stellt sich einem brandaktuellen Thema. Ende 2025 abgeschlossen und parallel zu Trumps aufsehenerregender Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos erschienen, trifft es im Kern genau das, was gegenwärtig in der deutschen Politik als „Epochenbruch“ (so Verteidigungsminister Pistorius) verhandelt wird. Diese gelungene Platzierung ist bei wissenschaftlichen Publikationen keine Selbstverständlichkeit. Stefan Creuzbergers voluminöse Studie „Das deutsch-russische Jahrhundert“ erschien z.B. nach längeren Vorarbeiten 2022 zum Beginn des Ukrainekriegs, als in der vom Autor hervorgehobenen „besonderen Beziehung“ auf europäischem Boden gerade ein amerikanisches Machtwort eine „Zeitenwende“ auf den Weg brachte und frühere kontinentale Perspektiven einer Kooperation außer Kraft setzte. Jens van Scherpenbergs Vorteil ist hier natürlich seine realistische Betrachtungsweise, die sich in dem Buch durchgängig bemerkbar macht. Und das, obwohl der Autor als SWP-Mitarbeiter eher gehalten war, der Politik mit ihrem Bedarf nach interessegeleiteten oder werteorientierten Handlungsoptionen dienlich zu sein, statt sie mit den Widersprüchen der modernen Staatenkonkurrenz zu behelligen.
Realismus heißt hier: Die Zwecke und Interessen von Großmachtpolitik stehen im Vordergrund; die Triebkräfte im Agieren rivalisierender Nationalstaaten, die auf Grundlage einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung ökonomische Potenzen und davon abhängig politische Macht akkumulieren, sind der Gegenstand, und erst im Bezug dazu gerät die Sphäre von Selbstbild und Selbstdarstellung in den Blick, in der die wechselseitig vorgetragenen Ansprüche ihre Legitimation erfahren. Diese Machtkonkurrenz wird dann hinsichtlich ihrer letzten, militärischen (d.h. im 21. Jahrhundert: Weltkriegs-)Konsequenz analysiert – und das nicht als Verirrung einzelner „autokratischer“ oder „neoimperialistischer“ Politiker und Politikerinnen, sondern als eine systemgemäße Handlungsweise, die die zugrundeliegenden Gegensätze ultimativ austrägt. Im Hinblick darauf könnte höchstens der Titel der Schrift „Großmachtsucht“ missverstanden werden, so als handle es sich um ein – möglicherweise pathologisch – begründetes Fehlverhalten der Führungsfiguren, wie ja ein populärer Vorwurf an die Adresse des US-Präsidenten lautet. Scherpenberg hat aber in einem Interview noch einmal klargestellt, dass ihn die Persönlichkeiten nur im Marx’schen Sinne als „Charaktermasken“ des einschlägigen Betriebs, also als Personifikationen der staatlich hergestellten Sachzwänge interessieren.
Das Buch ist so angelegt, dass es die einzelnen Konfliktpotenziale in Wirtschaft und Politik aufgreift, indem es jeweils neu ansetzt und dabei die Chronologie der Ereignisse rekapituliert. Das führt zu gewissen Wiederholungen, was sich aber als sinnvoller Weg erweist, die wichtigen Sachthemen – sei es die Rolle der (nuklearen) Bewaffnung oder die Etablierung einer „regelbasierten Weltordnung“ oder die Konkurrenz auf dem Weltenergiemarkt – zu erschließen. So werden zentrale Begriffe des auf Rivalität basierenden Staatenverkehrs wie Souveränität, Konkurrenz, Nationalinteresse, Wachstum, Abschreckung oder Verteidigung analytisch aufgearbeitet, wobei gleichzeitig die geschichtliche Dimension nicht aus dem Blick gerät. Das wird beispielsweise am Begriff des „Imperialismus“ deutlich, der mit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine gewisse Wiederentdeckung erlebt hat. Scherpenberg macht deutlich, dass der Imperialismus von der kolonialen Phase seit dem 19. Jahrhundert über die blutig ausgefochtene Großmachtkonkurrenz im Ersten und Zweiten Weltkrieg und die nachfolgende Systemrivalität des Ost-West-Gegensatzes bis in die postsozialistische Phase des Ostblocks und die unipolare „New World Order“ der USA vielfache Wandlungen erlebt hat, dass hier aber als Grundkonstante festzuhalten ist: Imperialismus hat seine Basis in einer kapitalistischen Produktionsweise, die auf grenzenloses Wachstum und damit auf Expansion und Konfrontation hin angelegt ist.
Scherpenberg konfrontiert diese Dominanz staatlicher Militär‑ und Machtlogik mit dem Standpunkt der in Dienst genommenen Bevölkerung und legt Nachdruck darauf, dass die weit verbreitete Vorstellung einer Interessenidentität von oben und unten – ein starker Staat soll ein starker Diener seiner Bürgerschaft sein – in die Irre führt. Am Rande bespricht er auch die Alternative, die von rechten bzw. rechtsradikalen politischen Strömungen in dieser Lage aufgemacht wird und die das Dilemma der deutschen Rolle in der modernen Weltordnung durch eine einseitig nationalistische Lösung überwinden will. Scherpenberg betont, dass dies keine ernsthafte Alternative sein kann – weder für die auf Machtzuwachs ausgerichteten europäischen Staaten und noch viel weniger für die Bevölkerung, die dadurch gleichermaßen für eine Großmachtsucht in Dienst genommen würde. Im Blick auf den deutschen Rechtsradikalismus (vgl. S. 255ff) zielt die Analyse auch auf dessen besondere Schwierigkeit, sich angesichts einer Lage politisch glaubwürdig aufzustellen, in die der traditionelle Antiamerikanismus nicht mehr passt, weil die aktuelle Linie des „America first!“ als Unterstützung der eigenen Linie von Nutzen ist. Scherpenberg hält den rechten Antiamerikanismus trotzdem für eine ideologische Grundkonstante, obwohl sich dies jetzt möglicherweise – siehe die Kontroversen in der AfD – ändert und die Perspektive eines neuen Faschismus entstehen lässt. Aber Prognosen aus politikberatender Sicht will das Buch gerade nicht liefern. Wie das Schlusswort deutlich macht, wendet es sich vielmehr mit einem realistischen Blick der gegenwärtigen Lage zu, in der die Menschheit auf konkurrierende Kapitalstandorte verteilt ist, und appelliert an das verbreitete Mitmachertum der einfachen Leute, die diesbezüglichen Illusionen aufzugeben.
Fazit
Das Buch bringt eine ausgezeichnete zeitgeschichtlich orientierte Analyse der Rolle Deutschlands in der gegenwärtigen Großmachtkonkurrenz. Flüssig geschrieben, aber mit den notwendigen Bezügen zu wissenschaftlichen Kontroversen versehen, fächert es das Thema nach seinen ökonomischen, politischen und militärischen Kontexten auf und befragt von daher gängige Legitimationsmuster der (Groß-)Machtpolitik und speziell deren militärisches Eskalationspotenzial.
Rezension von
Johannes Schillo
Sozialwissenschaftler und Autor
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