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Sven Klaiber: Grundfragen der Gruppenpädagogik II

Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 28.04.2026

Cover Sven Klaiber: Grundfragen der Gruppenpädagogik II ISBN 978-3-8325-6002-7

Sven Klaiber: Grundfragen der Gruppenpädagogik II. Theorie und Praxis gruppenbasierter Lernmethoden. Logos Verlag (Berlin) 2026. 163 Seiten. ISBN 978-3-8325-6002-7. D: 26,00 EUR, A: 26,70 EUR.

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Thema

Lernen ist logisches, weiterführendes sowie humanes Denken und Handeln. Es ist ein lebenslanger Lernprozess, der den anthrôpos in seinem Sein bestimmt: „Bildung umfasst den Gesamtprozess des (individuellen und kollektiven) sozialen Lebens, innerhalb dessen Einzelpersonen und gesellschaftliche Gruppen es lernen, in ihrer eigenen Gesellschaft und im Rahmen der gesamten Weltgemeinschaft ihre persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, ihr Können und Wissen bewusst und bestmöglich zu gestalten“ (Empfehlung zur „Internationalen Erziehung“, Deutsche UNESCO-Kommission, 1990). Familiales, institutionelles, schulisches und außerschulisches Lernen sind intellektuelle und gesellschaftliche Herausforderungen und Menschenrechte.

Autor

Der Autor Sven Klaiber ist Bildungswissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und will mit dieser Veröffentlichung auf die „Gestaltung kooperativer Lernumgebungen“ aufmerksam machen. Für einen inhaltlichen Einstieg in die Thematik empfiehlt er sein im Jahr 2022 erschienenes Buch „Grundfragen der Gruppenpädagogik“.

Entstehungshintergrund

In der Erwachsenenbildung haben sich Werkzeuge und Methoden entwickelt, die zeigen, wie kooperatives Lernen effektiv und erfolgsversprechend vermittelt werden kann. Es sind gruppenpädagogische Aspekte, die vielfältige Formen des Wissens und Kompetenzerwerbs erfassen und als Anregung für erwachsene Lernende und Lehrende dienen sollen, weil Lernen immer Reflexion und Paradigmenwechsel umfasst.

Aufbau und Inhalt

In der Einleitung thematisiert er die Merkmale zu „Gruppe und Gruppenpädagogik“. Er verweist auf die wichtigsten Theorien und Gruppenbildungsprozesse und nimmt mit dem „Eisbergmodell“ das Phänomen und Probleme auf, dass „Verhalten in Gruppen, was man beobachten kann, nicht immer unmittelbar erklärbar, rational und logisch erscheint“. Lernen, Verhalten und Perspektivenwechsel müssen immer die Sache, die faktische und die psychodynamische Ebene und das mögliche Problem‑ und Konfliktpotenzial im Blick haben. Mit dem „didaktischen Mobile“ von Jörg Knoll (2012) werden Fragen beantwortet, wie z.B. „Sind die geplanten und angewandten Lernmethoden für die jeweilige Gruppe geeignet?“. Nicht dozieren, sondern beteiligen: „Es ist entscheidend, die Lernenden in den Lernprozess einzubeziehen und ihnen zu vermitteln, dass sie selbst die Verantwortung für ihr Lernen tragen.“

Ein Tätigsein in Gruppen, Teams oder Gemeinschaften ist System und Methode. Im Bereich der Sozialen Arbeit ist Soziale Gruppenarbeit professionelle Grundlage. In der Pädagogik ist Gruppenarbeit eine Lernform. In den Sozial‑ und Erziehungswissenschaften ist kollektive Bildung neben individueller Bildung Ziel der Conditio Humana. In Bildungskontexten ist das Lernen in Gruppen grundsätzlich eine besondere Organisationsform, welche sich in didaktische, psychologische und motivatorische Erkenntnisse differenzieren lässt, z.B. als Projektmethode (siehe dazu auch: Michael Knoll, Dewey, Kilpatrick und „progressive“ Erziehung, 2011, https://www.socialnet.de/rezensionen/11412.php).

Diskussion

Als Praxisbeispiel für ein kooperatives Lernsetting wird „Die Einführung neuer Mitarbeiter in eine soziale Organisation“ eingebracht, dessen Verlauf in verschiedene Phasen „Ankommen – Vorstellung – Zielsetzung – Erwartungshaltung – Protokoll“ gegliedert wird. Die verschiedenen Methoden und Arbeitsschritte (bspw. Galeriemethode) und Skizzen veranschaulichen die Methode. Das Literaturverzeichnis verweist auf Zusammenhänge mit anderen Lernsettings und fordert zum Weiterdenken auf.

Fazit

Die Überlegungen, Theorien der Gruppenpädagogik mit den praktischen, methodischen Vorgängen zu verbinden, basieren darauf, dass das Ich-Gefühl ohne das Wir-Gefühl nur Fassade und Maske, niemals Conditio Humana sein kann.

Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Es gibt 1747 Rezensionen von Jos Schnurer.

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ISSN 2190-9245