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Hergen Sasse, Laura Henriette Grimm: Kita einfach besser machen

Rezensiert von Stefanie Stricker, 06.08.2026

Cover Hergen Sasse, Laura Henriette Grimm: Kita einfach besser machen ISBN 978-3-96046-424-2

Hergen Sasse, Laura Henriette Grimm: Kita einfach besser machen. In 9 Schritten zu mehr Qualität. 32 Methodenkarten für die Teamarbeit. Klett Kita GmbH (Stuttgart) 2026. 32 Seiten. ISBN 978-3-96046-424-2. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR.
Reihe: Klett Kita Methoden - 2.

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Autor:innen

Laura Henriette Grimm ist Kindheitspädagogin, Beraterin und Autorin mit Fokus auf gelingende Qualitätsentwicklung und professionelle Arbeit pädagogischer Teams in herausfordernden Zeiten.

Hergen Sasse ist Fortbildner und Autor mit Schwerpunkt auf Kommunikation, Konfliktklärung und professioneller Zusammenarbeit in Teams.

Entstehungshintergrund

Das Kartenset ist eine Ergänzung zu dem gleichnamigen Buch der beiden Autor:innen.

Aufbau

Im kartonierten, stabilen Umschlag sind 32 Karten im A5-Format enthalten. Eine der Karten führt kurz und prägnant in den Inhalt ein und erklärt den Aufbau. Dieser greift die Strukturierung des gleichnamigen Buches auf. Jede Karte ist einem Themenfeld, erkennbar an einem Icon, zugeordnet und beschreibt eine Methode. Diese ist benannt, das Ziel, benötigtes Material und die Dauer – von wenigen Minuten bis zu maximal drei Stunden – durch Symbole visualisiert. Auf der Rückseite ist die Methode prägnant beschrieben. Werden Arbeitsblätter, Fragebögen und Ähnliches benötigt, können diese mittels eines QR-Codes heruntergeladen werden.

Inhalt

Die Karten sind den folgenden Themenfeldern zugeordnet:

  • Vision und Leitbild – vier Karten
  • Haltung und Kultur – drei Karten
  • Kindern auf Augenhöhe begegnen – fünf Karten
  • Zusammenarbeit mit Familien – zwei Karten
  • Selbst-Bewusst – drei Karten
  • Wir-Bewusst – vier Karten
  • Zusammenarbeit mit dem Träger – zwei Karten
  • Strukturen und Prozesse – sechs Karten
  • Leuchtturm-Methode – zwei Karten

Damit greifen sie wesentliche Qualitätskategorien von Kindertagesstätten auf und geben mit einer Fülle von Methoden Anregungen, wie diese genauer in den Blick genommen und verbessert werden können.

Ein Beispiel dafür ist die Methode der „1 %-Idee“ aus dem Themenfeld „Leuchtturm-Methode“. Auf der Vorderseite der Karte wird das zu erreichende Ziel benannt, das benötigte Material aufgezählt und die Zeitdauer von wenigen Minuten, visualisiert durch ein Ziffernblatt, angegeben. Die Rückseite führt nun Schritt für Schritt durch den Ablauf: Das Team entscheidet sich für eine Herausforderung, vor welcher es steht. Jedes Teammitglied ist nun aufgefordert für sich die Frage zu beantworten, was der erste kleine, sofort umsetzbare Schritt sein könnte, um einen 1 %- Unterschied zu erreichen. Diese Antwort notiert das Teammitglied auf einen Zettel. Diese werden dann im Plenum gesammelt und angeschaut. Eine oder mehrere Ideen werden zur Umsetzung ausgewählt. Und ein Reflexionstermin wird vereinbart, um zu überprüfen, ob die Veränderung Wirkung in die gewünschte Richtung entfaltet. Ein Kasten gibt einen Hinweis, wie die 1 %-Idee auch auf andere Fragestellungen angewandt werden kann.

Eine Karte aus dem Themenfeld „Kindern auf Augenhöhe begegnen“ ist mit „Reflexion schützender Gewalt“ überschrieben. Die Vorderseite benennt das Ziel, Machtverhalten zu hinterfragen und zukünftige Eskalationen zu vermeiden. Das Material ist in Form von Reflexionsfragen als QR-Code herunterladbar. Die Dauer ist mit zwei Zifferblättern, also 15–30 Minuten, angegeben. Auf der Rückseite ist der Ablauf beschrieben: Direkt nach der Situation, in der schützende Gewalt stattfand, oder in der folgenden Teamsitzung findet diese Karte Anwendung. Über diesem Treffen steht die Leitfrage: „Wie können wir diese Situation künftig so gestalten, dass schützende Gewalt gar nicht erst nötig wird?“ Die Reflexionsfragen sind auch auf der Rückseite aufgeführt. Sie fragen nach der konkreten Situation (Betonung auf Wertfreiheit), danach, was zu der Eskalation geführt haben kann (Hypothesenbildung), welche Strukturen das Entstehen der Situation begünstigten, welche Stressauslöser bei Personal und Kindern erkennbar waren und was in einer Wiederholungssituation präventiv wirken kann. Die Karte verweist auf den Wert bewusster Reflexion und auf Hintergrundwissen zu schützender Gewalt im gleichnamigen Buch.

Die Karte „Teamboard“ aus dem Themenfeld „Strukturen und Prozesse“ verfolgt das Ziel, Aufgaben und Zuständigkeiten transparent zu machen und die Teamverantwortung zu stärken. Hier steht das Teamboard als Materialdownload zur Verfügung: Eine Tortengrafik, zu den Themenfeldern, nach denen auch das Kartenmaterial aufgebaut ist, welche zum Mittelpunkt jeweils in To-Dos und Missionen unterteilt sind. Alternativ zu dem Download kann auch mit Tafel, beziehungsweise Whiteboard gearbeitet werden. Weiterhin werden Post-its, Stifte und eventuell Farbpunkte benötigt. Die Zeitdauer ist mit vier Zifferblättern, also 60–90 Minuten, angegeben. Überdies bedarf es regelmäßiger Updates. Die Rückseite beschreibt den Ablauf: Der Vorteil des Teamboards ist der schnelle Überblick, was schon gut läuft und welchen Bereichen erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Die Leitungsaufgabe im Vorfeld ist es, abzugebende Aufgaben den Bereichen im Teamboard zuzuordnen. Das Team ergänzt dann weitere Aufgaben. Mit dem Blick auf die jeweiligen Stärken und Interessen werden die Aufgaben neu zugeordnet. Das Ergebnis wird notiert und regelmäßig aktualisiert. Die Farbpunkte können genutzt werden, um den Status (steht noch aus, in Arbeit, braucht Unterstützung, erledigt) der Aufgaben zu visualisieren.

Das Material stützt sich unter anderem auf Methoden aus der gewaltfreien Kommunikation, der Wertearbeit, dem Achtsamkeitstraining oder der liberating structures. Es thematisiert zum Beispiel Stresssituationen, Machtverhalten und Selbstfürsorge. Vertieft werden Perspektivwechsel, Empathieübungen und Kindzentrierung (exemplarische Aufzählung).

Diskussion

Die Autor:innen nennen das Kartenset „Werkzeugkasten für eine bessere Kita“ (Einführungskarte). Es lädt ein, zu entdecken, was in der Kita verbessert und/oder qualitätssteigernd eingeführt werden kann. Ebenso fordert es dazu auf, vorhandene Qualitäten aufzuspüren, sich diese bewusst zu machen und zu manifestieren. Es ist vielfältig nutzbar. Es können nur die Karten eines ausgewählten Themenbereiches bearbeitet werden. Oder man nutzt sie als Einstiegsimpulse für Teamsitzungen. Die Methoden sind leicht übertragbar und haben dadurch auch ihre Berechtigung bei Fragestellungen, welche auf der die Methode vorstellenden Karte nicht benannt sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Kartenset den Methodenschatz allgemein von Einrichtungen erweitert. Die dargestellten Methoden sind sehr gut auf den Kontext Kita angepasst. Sollten die Methoden selbst schon bekannt sein, nehmen die Karten die Anpassung an die Fragestellung ab. Insbesondere die Downloadmaterialien sind dabei sehr wertvoll. Das Kartenset adressiert Kitas, ist aber in anderen pädagogischen Settings, wie zum Beispiel Schulen und deren Ganztagsformen, Vereinen und Verbänden, ebenso denkbar. Auch im Beratungskontext kann das Kartenset unterstützend sein.

Fazit

Das Kartenset hat einen großen Praxisnutzen, in der Vorbereitung von Teamsitzungen, von pädagogischen Tagen oder zur Selbstreflexion. Auch ohne das gleichnamige Buch kann mit den Karten gearbeitet werden. Vorrangig thematisiert es die Teamorganisation, daher ist es wertvolles Material im Leitungsbüro. Das Kartenset ersetzt nicht den Blick von außen. Dennoch hat es das Potenzial, „Kita einfach besser zu machen“.

Rezension von
Stefanie Stricker
MA Kindheits- und Sozialwissenschaften, tätig im Themenschwerpunkt Partizipation an Ganztagsgrundschulen
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Es gibt 4 Rezensionen von Stefanie Stricker.

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ISSN 2190-9245