Leo Ensel: Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit
Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 23.04.2026
Leo Ensel: Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit. Oder: Krieg heißt Töten. Promedia Verlag (Wien) 2026. 168 Seiten. ISBN 978-3-85371-563-5. D: 20,00 EUR, A: 20,00 EUR.
Das gute und das böse Leben
Im anthropologischen und philosophischen Bewusstsein ist der anthrôpos, das menschliche Lebewesen, darauf ausgerichtet und angewiesen, ein gutes, gerechtes, freies, friedliches, menschenwürdiges Leben führen zu können. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“ [1]. Friedenstüchtig sein¸ das ist Hoffnung, Wunsch und Zuversicht [2]. Weil aber auch überall das Böse ist, ist der Mensch aufgefordert¸ nach Wahrheit, Frieden, Gerechtigkeit und globaler Ethik zu streben [3].
Entstehungshintergrund und Autor
Sprache ist Kommunikation und Konflikt. Mit dem Begriff „Kriegstüchtigkeit“ kommt zum Ausdruck, dass der Mensch in der Lage und bereit ist, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, den Freund zu achten und den Feind zu bekämpfen. Feindschaft aber entsteht oft nicht durch individuell Böses, sondern durch Ideologie: „Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag‘ ich dir den Schädel ein!“. Der Konflikt- , Friedensforscher und interkulturelle Trainer Leo Ensel tut sich hervor, in Schrift und Medien (vgl. die kritische Website „NachDenkSeiten“) Argumentationen und Begründungen zu liefern, dass Frieden und nicht Krieg Lebenstüchtigkeit bewirkt. Mit 575 Anmerkungen und Literaturhinweisen (S. 145 – 166) erstellt er das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit“. Angelehnt an das Gedicht des Philosophen und Lyrikers Günther Anders (1902 – 1992) nimmt er den Begriff auseinander: „Wörter putzen“.
Aufbau und Inhalt
In alphabetischer Reihenfolge – von „Abrüstungsmentalität“ bis „zweite Zeitenwende“ – thematisiert er Begriffe und bezieht sich dabei auf den vergangenen und gegenwärtigen, lokalen und globalen gesellschaftspolitischen Diskurs. Dieses „ABC der Aggressionen“ (Günther Anders) umfasst rund 450 Stichwörter, ausgewählt und aufgesammelt aus dem alltäglichen, individuellen und kollektiven Erleben: Worte beim Wort nehmen, Dabei aufmerksam machen und aufklären; denn das ist es doch, was in den Zeiten von Ego-, Ethnozentrismus, Rassismus und Populismus Not tut: Friedfertigkeit und Humanität!
Diskussion
Das Taschenbuch ermuntert, den militaristischen, faschistischen und diktatorischen Mächten ein „Trotzdem“ entgegen zu setzen und Mut zu haben, friedlich zu denken und zu handeln. Der Autor widmet das Wörterbuch „den jungen Menschen…, die 2008 und später geboren sind und alles Recht der Welt haben, ihr Leben… zu genießen“
Fazit
„Friedensfrechheit“ und „Friedensrecht“, das sind Mutmacher und gegen „Kriegstüchtigkeit“ aufzustehen!
[1] Verfassung der UNESCO vom 16. November 1945
[2] Fabian Scheidler, Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen, 2025, www.socialnet.de/rezensionen/33483.php
[3] Peter Brüger / Jörg Lau, Hrsg., Sag die Wahrheit. Warum jeder ein Nonkonformist sein will, aber wenige es sind, 2011, www.socialnet.de/rezensionen/12494.php
Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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