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Nina Westerholt: Wissen, Internationalität und Kolonialität

Rezensiert von Prof. Dr. Karsten Kiewitt, 15.09.2026

Cover Nina Westerholt: Wissen, Internationalität und Kolonialität ISBN 978-3-96665-114-1

Nina Westerholt: Wissen, Internationalität und Kolonialität in Sozialer Arbeit. Diskursanalyse und Social Cartography von Curricula aus kolonialkritischer Perspektive. Barbara Budrich Academic Press GmbH (Leverkusen) 2026. 378 Seiten. ISBN 978-3-96665-114-1. D: 84,90 EUR, A: 87,30 EUR.

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Thema

Soziale Arbeit ist seit dem Beginn ihrer Professionaliserung, die durch den internationalen Austausch insbesondere us-amerikanischer und europäischer Akteur*innen geprägt war, immer auch in koloniale Dynamiken verstrickt. James Midgley (1981) weist darauf hin, dass westliche Akteur*innen den neuen Schulen und Studienangeboten Sozialer Arbeit in Asien, Afrika und Lateinamerika die wissenschaftlichen Perspektiven der Sozialen Arbeit des Westens aufdiktiert hätten. Eine Auseinandersetzung mit lokalem Wissen über Lebensbewältigung sowie Hilfe‑ und Unterstützungformen habe es seitens dieser Akteur*innen jedoch nicht gegeben. Diese epistemische Gewalt (Spivak 1985) und – damit einhergehend – Fragen von Wissensverständnissen und ‑produktion sowie kolonialkritische Perspektiven darauf werden insbesondere im Globalen Süden seit längerem diskutiert. Eine Auseinandersetzung mit Wissensentwicklung existiert innerhalb der Sozialarbeitswissenschaft in Deutschland durchaus, wie die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit 2022 zum Thema „Geteiltes Wissen – Wissensentwicklung in Disziplin und Profession Sozialer Arbeit“ (Köttig/Kubisch/​Spatscheck 2023) zeigt. Allerdings ist eine dekoloniale respektive kolonialkritische Perspektive darauf unterrepräsentiert. Auch ein Diskurs um Kolonialität in der Sozialen Arbeit erfolgt eher randständig. Auch die Frage, was Internationalität im Kontext der Sozialen Arbeit in Deutschland meint, ist bisher nicht geklärt; eine Diskussion darum wird in der Breite nicht geführt, obwohl Soziale Arbeit als globale Profession (Dula/Dhananka/​Rudin/​Truell 2024) verstanden werden muss. Diese Fragen greift Nina Westerholt in dem hier besprochenen Band auf.

Autorin

Dr.in phil. Nina Westerholt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein. Aktuell forscht sie zu partizipativer Hilfeplanung mit Pflegekindern aus Adressat*innenperspektive.

Entstehungshintergrund

Bei dem hier besprochenen Buch handelt es sich um die überarbeitete Fassung einer von der Fakultät für Human‑ und Sozialwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal angenommenen Dissertation.

Die Autorin weist in der Einleitung des Buches auf unterschiedliche Verständnisse von Internationalität in der Sozialen Arbeit und deren Ausbildung hin (S. 19). Zudem bleibe oft unklar, „was Studiengänge damit meinen, wenn sie Soziale Arbeit international ausrichten“ (S. 24). Dabei sieht die Autorin in Wissensverständnissen, der Produktion von Wissen und deren Zusammenhang mit Machtverhältnissen eine spezifische Bedeutung als Teilaspekt von Internationalitätsverständnissen. Eine kolonialkritische Perspektive ist für Nina Westerholt in diesem Kontext besonders wichtig, weil „die internationalen Bestrebungen Sozialer Arbeit […] zur Reproduktion kolonialer Machtstrukturen beitragen“ können (S. 26). Vor dem Hintergund dieser Überlegungen setzt sich die Verfasserin mit entsprechenden Fragestellungen auseinander, die im weiteren Verlauf dargestellt werden.

Aufbau und Inhalt

Das vorliegende Buch mit einem Gesamtumfang von 378 Seiten umfasst neben einem kurzen Vorwort und Dank diverse Verzeichnisse zu verwendeten Abkürzungen, Sonderzeichen sowie den eingefügten Tabellen und Karten, zu letzteren auch entsprechende Legenden. Der inhaltliche Teil besteht neben einer Einleitung aus sechs Kapiteln, die von einem umfassenden Literaturverzeichnis und einem Anhang ergänzt werden.

Inhalt

In der Einleitung zum Band führt Nina Westerholt in die Thematik ein. Sie erläutert, warum sie sich mit Verständnis von Internationalität in Studiengängen mit internationalem Fokus sowie mit Wissensverständnissen und ‑produktion in diesem Kontext befasst und bei der Analyse von Studiengangscurricula eine kolonialkritische Perspektive einnehmen möchte. Zudem begründet sie, warum sie im Rahmen der Analyse auch auf „Indigene Wissen“ (S. 36) zugreift. Dabei reflektiert sie den Begriff kritisch, wie sie es auch mit anderen Begriffen, z.B. „Globaler Süden“ und „Globaler Norden“ oder 'Majority World' und „Minority World“ (S. 28) umsetzt. Festzuhalten ist, dass die Autorin in ihrem Buch die letzgenannten Begriffe für eine entsprechen Kategorisierung verwendet.

Ausgehend von dieser einleitenden Auseinandersetzung formuliert sie ihre Forschungsfragen, die sie mit den Methoden der Diskursanalyse und der Social Cartography bearbeitet hat (S. 41 ff.):

  1. Welche Verständnisse von Internationalität werden im Curriculum von Masterstudiengängen Sozialer Arbeit mit internationalem Fokus an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland konstruiert?
  2. Welche Verständnisse von Wissen und Wissensproduktion werden im Curriculum von Masterstudiengängen Sozialer Arbeit mit internationalem Fokus an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland konstruiert?
  3. Inwiefern wird der Zusammenhang von Wissen und Macht in den Wissens(-produktions-)verständnissen re-/de-/konstruiert?
  4. Was bedeuten die Wissenskonzeptualisierungen unter einer kolonialkritischen Perspektive für Internationalität in Curricula von SSAIF?

Darauf Bezug nehmend erläutert Nina Westerholt die verschiedenen Ebenen ihres Erkenntnisinteresses (S. 42 ff.).

Im weiteren Verlauf stellt die Verfasserin Bezüge zu bisherigen Forschungsarbeiten her (S. 43 ff.), erläutert ihre Forschungperspektive (S. 48 ff.) und stellt kurz den Aufbau des Buches vor (S. 51 ff.).

Kapitel 2 befasst sich mit den Grundlagentheorien zu Kolonialismus, Wissen und Macht. Zunächst setzt sich die Autorin mit Kolonialismus und Kolonialität auseinander, wobei sie auch einen Zusammenhang zu Rassimus, Eurozentrismus und Othering herstellt. Hier differenziert sie zwischen postkolonialen und dekolonialen Theorien, die beide eine Grundlage ihrer kolonialkritische Perspektive bilden (S. 61). Im zweiten Teil des Kapitels setzt sich Nina Westerholt mit Wissen und Macht auseinander. Nach einer Begriffsklärung diskutiert sie den Zusammenhang der beiden Dimensionen, erläutert epistemische Gewalt (S. 67 ff.) und deren Rolle in (neo-)kolonialen Kontexten, hinterfragt die Universalität europäischer Epistemologien und diskutiert epistemischen Widerstand. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff und Ansatz 'Decolonizing University' beendet das Kapitel.

In Kapitel 3 werden koloniale Machtverhältnisse im Rahmen von Wissen und Wissensproduktion in Studiengängen Sozialer Arbeit mit internationalem Fokus (SAIF) besprochen. Hier verdeutlicht die Verfasserin, warum sie die oft verwendete Begrifflichkeit 'Studiengänge Internationaler Sozialer Arbeit' nicht nutzt: „Der Korpus dieser Arbeit besteht aus Studiengängen, die Soziale Arbeit mit internationalem Fokus beinhalten, die sich aber nicht alle als Studiengäng für Internationale Soziale Arbeit bezeichnen. Durch die Formulierung SAIF gehe ich einen Schritt weg von der scheinbaren Eindeutigkeit und diskursiven Selbstverständlichkeit des Begriffes ‚Internationale Soziale Arbeit‘, der bei genauerer Betrachtung unscharf und schwammig wird“ (S. 80). Es werden zunächst unterschiedliche Zugänge und Verständnisse von Internationalität in der Sozialen Arbeit erläutert. Anschließend wird auf verwandte Konzepte Bezug genommen, wie z.B. Transnationale Soziale Arbeit, Indigenisierung Sozialer Arbeit, Indigene Sozialarbeit sowie inter‑ bzw. transkulturelle Soziale Arbeit etc. Daran schließt sich eine Diskussion darüber an, inwiefern koloniale Machtverhältnisse in bzw. auf Wissen und seine Produktion in Curricula der adressierten Studiengäng wirken. Zentrale Punkte bilden hier u.a. die koloniale Geschichte Sozialer Arbeit und ihrer Ausbildung, deren Internationalisierung, die Hegemonie Sozialer Arbeit mit internationalem Fokus in der Minority World (auch: Globaler Norden), der Ausschluss, die Ausbeutung und Zerstörung von Wissen der Majority World (auch: Globaler Süden), kulturelle und sprachliche Hegemonie in den Studiengängen und die Dekolonialisierung der Curricula.

Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Ansatz „Decolonizing Methodologies“ als kolonialkritische Perspektive auf Wissensproduktionen in Studiengängen der Sozialen Arbeit. Zentrale Grundlage dieser Auseinandersetzung ist die gleichnamige Publikation von Linda Tuhiwai Smith (2021), eine Indigene Wissenschaftlerin und Professorin für Māori und Indigenous Studies in Aotearoa Neuseeland. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit verschiedenen, für ihre Arbeit relevanten, Themen dieses Grundlagenwerkes erläutert Nina Westerholt das Einwirken von Kolonialität auf die akademische Wissensproduktion sowie Formen und Funktionen dekolonialer Methodologien. Die weiteren Ausführungen beziehen sich auf die Ausbeutung von Wissen und – als dem entgegenwirkende dekoloniale Praxis – die Rückgabe bzw. das Teilen von Wissen sowie das Schützen Indigener Wissen. In den folgenden Unterkapiteln werden Forschung in der Majority World, Indigene Forschungsagenden sowie der Zusammenhang zwischen Forschung und Sozialer Gerechtigkeit thematisiert. Im letzten Unterkapitel befasst sich die Verfasserin mit der Frage der Dekolonialisierung ihrer eigenen Forschung: „Decolonizing methodologies stellt für mich jedoch nicht nur eine ‚Brille‘ für die kolonialkritische Interpretation der Curricula dar, sondern hilft mir auch, meine eigene Forschung und meine Position und Tätigkeit als ›weiße‹, privilegierte Forscherin kolonialkritisch zu reflektieren“ (S. 138).

Kapitel 5 ist der Begründung und Beschreibung des Forschungszugangs und der Forschungmethodik gewidmet. Nach einer Einführung in die Diskursforschung werden die erziehungswissenschaftliche Diskursanalyse sowie die Methode der Social Cartography vorgestellt und in Bezug zur Forschungsarbeit gestellt. Die Autorin beschreibt die Diskursanalyse als ein geeignetes Verfahren, „um Verständnisse von Wissen(-sproduktion) sowie Machtverhältnisse in Curricula aus einer kolonialkritischen Perspektive zu untersuchen“ (S. 141). Die Kombination der Diskursanalyse mit der Social Cartography wird damit begründet, dass diese ermögliche „die Vielzahl und Breite der rekonstruierten (widersprüchlichen) Diskurse sowie diskursive Lücken in Curricula von SSAIF zu visualisieren“ (ebd.). Im abschließenden Unterkapitel wird das Forschungsvorgehen beschrieben und erläutert.

Im sechsten Kapitel – das Umfangreichste des Bandes – werden die Forschungsergebnisse dargestellt. Die Gliederung erfolgt entsprechend den im Forschungsprozess identifizierten Wissenskonzeptualisierungen und den ihnen zugeordneten Wissensverständnissen. Diese stellen sich wie folgt dar:

Der Wissenkonzeptualisierung „Reflexion des Zusammenhangs von Wissensproduktion und Macht“ (Kap. 6.1, S. 185 ff.) werden die Wissensverständnisse 'Gewordenheit des Wissens', 'Geschichtsbewusstsein', 'Forschungsverantwortung', '(Koloniale) Machtverhältnisse in Sozialer Arbeit mit internationalem Fokus' sowie ein 'Exkurs: Machtkritische Ansätze' zugeordnet.

Unter der Konzeptualisierung „Einschluss und Ausschluss von Wissen“ (Kap. 6.2, S. 228 ff.) werden die Verständnisse 'Auswahl der Wissensform', 'Begrenzung der Wissensherkunft', 'Sprachen', 'Bezugnahme auf Standards' und 'Länderwissen' subsumiert.

Die Wissenskonzeptualisierung „Teilen/Zurückgabe und Ausbeutung von Wissen“ (Kap. 6.3, S. 270 ff.) beinhaltet die Wissensverständnisse 'Forschung in internationalen Kontexten', 'Positioniertheit', 'Partizipative Forschung', 'Eigenständigkeit' sowie 'Daten sammeln und Ergebnisse teilen'.

Die aufgeführten Wissenskonzeptualisierungen und ‑verständnisse werden zu Beginn jedes Unterkapitels mithilfe einer Karte dargestellt und nachfolgend ausführlich erläutert, begründet und in die Soziale Arbeit mit einer kolonialkritischen Perspektive eingeordnet. Jedes Unterkapitel schließt mit einer Besprechung der identifizierten Diskurse und diskursiven Lücken, wofür die Autorin ebenfalls Karten zur Visualisierung nutzt, und der Herausarbeitung von Möglichkeiten für die jeweilige Konzeptualisierung.

Mit Kapitel 7 schließt der Band ab. Zu Beginn führt Nina Westerholt die Ergebnisse zusammen und bespricht Ergebnisstrukturen und Querverbindungen. Ihre Ausführungen visualisiert die Autorin auch hier mit Karten. Im Unterkapitel 7.1 nimmt sie u.a. Bezug auf die diskursiven Lücken innerhalb der Wissenskonzeptualisierungen und arbeitet heraus, dass die meisten Lücken im Kontext der Konzeptualierung 'Zurückgabe/​Teilen und Ausbeutung von Wissen' zu finden sind. „Insbesondere Forschung in internationalen Kontexten, partizipative Forschung und die Erhebung und Verbreitung von Daten werden in den Curricula erst wenig thematisiert“ (S. 307). Im Unterkapitel 7.2 werden, jeweils ausgehend von einer Konzeptualisierung, Querverbindungen zwischen den Wissensverständnissen herausgearbeitet, die mit Karten visualisiert und anschließend erläutert werden. Damit verdeutlicht die Verfasserin, „dass die drei Wissenskonzeptualisierungen nicht abgeschlossen voneinander existieren, sondern sich gegenseitig beeinflussen“ (S. 311). In einem Rückblick definiert die Verfasserin ihre Forschungsarbeit als „ein Reflexionsangebot zu Wissensverständnissen in SSAIF und deren Bedeutung für Internationalität unter einer kolonialkritischen Perspektive“ (S. 320). Gerade die Reflexion der unter Kapitel 6 thematisierten Diskurse und der diskursiven Lücken könne dazu beitragen, die (Re-) Produktion von Kolonialität und Hegemonien im Rahmen der Erstellung von Curricula zu vermeiden bzw. diesen vorzubeugen (ebd.). Im abschließenden Ausblick werden inhaltliche Anschlussmöglichkeiten, offene Forschungsfragen und weitergehende Forschungsoptionen diskutiert.

Diskussion

In der Sozialen Arbeit im sog. Globalen Süden (Nina Westerholt nutzt den Begriff 'Majority World') werden Diskurse über Dekolonialisierung, Indigenisierung und Befreiung von westlicher Hegemonie seit vielen Jahren geführt (siehe z.B. Gray/Coates/​Yellow Bird/Hetherington 2013). Diese Diskurse, insbesondere Kolonialkritik, werden in Deutschland im Kontext Sozialer Arbeit bisher wenig berücksichtigt. Die Verfasserin greift insofern ein Thema auf, dass in einer Sozialen Arbeit mit internationalem Fokus hochbedeutsam ist. Bemerkenswert ist, dass die Verfasserin gewichtige, jedoch in Deutschland bisher nur rudimentär diskutierte, Herausforderungen für eine international agierende Soziale Arbeit und deren Ausbildung benennt und reflektiert, wie etwa die Ausgrenzung Indigener Wissensformen (obwohl diese in der Global Definition of Social Work explizit als eine Grundlage Sozialer Arbeit thematisiert werden), die Ausbeutung von Wissen, ungleiche Machtverteilungen, epistemische Gewalt und die daraus abgeleitete Forderung nach einer Dekolonialisierung der Hochschule. Gerade für die Soziale Arbeit, die sich in ihrem Selbstverständnis den Prinzipien sozialer – und damit auch epistemischer – Gerechtigkeit verpflichtet sieht, sollte eine solche Reflexion ein zentrales Element insbesondere in Ausbildungskontexten sein. Die forschungsmethodische Vorgehensweise der Kombination von erziehungswissenschaftlicher Diskursanalyse und Social Cartography ist in der deutschsprachigen Forschung bisher selten. Im Hinblick auf die Curriculumsanalysen ist sie überzeugend. Nina Westerholt glingt es so, die diskursanalytisch gewonnenen vielschichtigen Erkenntnisse mittels der Visualisierung durch die angelegten Karten nachvollziehbar und schlüssig zu präsentieren. Hervorzuheben ist die sich durch den gesamten Band durchziehende eigene macht‑ und kolonialkritische Positionierung und Reflexion der Autorin, die sich selbst als weiße privilegierte Forscherin einordnet (S. 43). Ihr Anliegen, den eigenen „Wissensproduktionsprozess transparent zu gestalten“ (S. 19), machtvolle Momente und Entscheidungen zu thematisieren (S. 51) und machtsensibel zu schreiben (ebd.) setzt sie durchweg um. Es ist zu hoffen, dass das Buch insbesondere in Ausbildungskontexten Sozialer Arbeit – nicht nur mit internationalem Fokus – rezipiert und reflektiert wird und so die Weiterentwicklung der Curricula im Hinblick auf macht‑ und kolonialkritische Perspektiven unterstützt.

Fazit

Nina Westerholt legt ein Buch vor, das ein in der Sozialen Arbeit in Deutschland bisher kaum beachtetes und diskutiertes Thema aufgreift und dieses umfänglich bearbeitet. Es beinhaltet eine fundierte Analyse und kritische Reflexion von Wissensproduktion und ‑verständnissen in ausgewählten Sozialarbeitsstudiengängen mit internationalem Fokus und bietet gleichzeitig eine Vorlage für eine macht‑ und kolonialkritische Reflexion Sozialer Arbeit und ihrer Ausbildung.

Quellen

Dula, E. A./Dhananka, S. R./Rudin, P./Truell R. (2024): Social Work as a Global Profession. Handbook for Teaching and Learning. Rheinfelden: IFSW

Gray, M./Coates, J./Yellow Bird, M./Hetherington, T. (2013): Decolonizing Social Work. Abingdon: Ashgate

Midgley, J. (1981): Professional Imperialism: Social Work in the Third World. London: Heinemann

Smith, L. T. (2021): Decolonizing Methodologies. Research and Indigenous Peoples. Third Edition. London: Bloomsbury

Spivak, G. C. (1985): The Rani of Sirmur: An Essay in Reading the Archives. In: History and

Theory, 24 (3), S. 247–272.

Rezension von
Prof. Dr. Karsten Kiewitt
Professur für Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule in Erfurt
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Es gibt 2 Rezensionen von Karsten Kiewitt.

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ISSN 2190-9245