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Katrin Vader, Hannah (Illustrator) Wahle: Impact-Techniken

Rezensiert von Alexandra Großer, 17.09.2026

Cover Katrin Vader, Hannah (Illustrator) Wahle: Impact-Techniken ISBN 978-3-608-89335-9

Katrin Vader, Hannah (Illustrator) Wahle: Impact-Techniken. Flexibel einsetzen & kombinieren : 101 Karten für die emotionsfokussierte Arbeit. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2026. 14 Seiten. ISBN 978-3-608-89335-9. D: 45,00 EUR, A: 46,30 EUR.
Reihe: Leben lernen.

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Thema

Das hier vorliegende Kartenset nimmt verschiedene Therapiesituationen in den Fokus und verbindet diese mit kreativen Impact-Techniken, die einzeln angewendet oder flexibel miteinander kombiniert werden können. Insgesamt werden 35 Therapiesituationen beschrieben und 66 Impact-Techniken.

Autor:in oder Herausgeber:in

Katrin Vader ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin. Sie arbeitet seit 1997 in eigener Praxis für Erwachsene in Jena. Seit 2015 bietet sie als Impact-Technik-Fachtrainerin Seminare auf Weiterbildungsveranstaltungen, an Ausbildungsinstituten, in Kliniken und unter eigener Organisation an. Sie ist Dozentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin.

Hannah Wahle (Illustratorin) ist M. Sc. Psychologin, Hypnosystemische Coachin IHC® und Yogalehrerin. Sie erkannte früh die Kraft von Worten in Verbindung mit Bildern. Ihre Illustrationen laden ein, psychologische Werkzeuge nicht nur zu verstehen, sondern auch intuitiv zu erleben.

Aufbau und Inhalt

Das Kartenset enthält insgesamt 101 Karten. Auf 66 Karten sind Impact-Techniken beschrieben sowie hilfreiche Fragen formuliert. Auf der Vorderseite befindet sich der Titel der Impact-Technik sowie eine passende Illustration von Hannah Wahle dazu. 35 Karten enthalten Therapiesituationen. Auf der Vorderseite der 35 Karten sind Sprechblasen mit Aussagen von Klient*innen abgebildet, die exemplarisch für die Therapiesituationen stehen. Jede der 35 Karten enthält auf der Rückseite eine Impact-Technik sowie weitere fünf vorgeschlagene Impact-Techniken, die miteinander kombiniert werden können. Im beiliegenden Booklet wird der Aufbau des Kartensets beschrieben. Das Booklet enthält Hinweise für Settings mit Patient*innen und Klient*innen sowie drei Anwendungsbeispiele. Die Autorin erklärt außerdem, für wen Impact-Techniken geeignet sind, und bei welchen Themen, Lebensereignissen und/oder Krankheitsdiagnosen die Impact-Techniken ungeeignet sind. Angewendet können die Impact-Techniken mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in verschiedenen Therapieverfahren als auch in Beratung und Coaching.

Die Karten können direkt mit den Patient*innen und Klient*innen genutzt werden. Entweder sie bekommen alle 35 Aussagekarten oder eine Auswahl zur Hand oder, wenn sich bestimmte Aussagen in den Settings wiederholen, eine der fünf Impact-Techniken auszuwählen und die Klient*innen oder Patient*innen direkt einzuladen, diese auszuprobieren. Eine andere Vorgehensweise ist, den Klient*innen oder Patient*innen die Karten mit den Impact-Techniken mit den Illustrationen anzubieten, die wählen zu lassen, von der sie sich angesprochen fühlen, und mit dieser dann zu arbeiten.

Zur Wahl der Gegenstände für die Impact-Techniken erläutert die Autorin, dass sich eigentlich alle Alltagsgegenstände eignen, neben den bewährten Gegenständen, wie „Seile, Papierblätter, Tierfiguren, Legofiguren, Klammern, Stifte, Plüschtiere, Igelbälle“ (S. 6) und weiteren.

Die 35 Therapiesituationen im Einzelnen:

  • Meine Gedanken kreisen ständig um meine Beschwerden.
  • Es zerreißt mich.
  • Es ist mir alles zu viel.
  • Ich bin eben so.
  • Ich kann mich nicht abgrenzen.
  • Ich bin verzweifelt.
  • Es erschlägt mich.
  • Ich habe keine andere Wahl.
  • Ich fühle mich immer so ausgeschlossen.
  • Ich fühle mich aus der Bahn geworfen.
  • Ich fühle mich wie im Hamsterrad.
  • Ich habe keine Idee, warum es mir so schlecht geht.
  • Ich fühle mich so verletzt und finde keinen Ausweg.
  • Ich habe Angst, verrückt zu werden.
  • Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.
  • Ich habe Angst, mich zu verlieren.
  • Ich bin an allem schuld.
  • Auf mich nimmt keiner Rücksicht.
  • Ich fühle mich wertlos.
  • Alle schaffen den Alltag leichter und besser als ich.
  • Ich fühle mich ständig unter Anspannung.
  • Mir werden ständig Steine in den Weg gelegt.
  • Ich komme von dem Gedanken nicht los.
  • Ich bin eine schlechte Mutter/ ein schlechter Vater.
  • Ich habe immer so viele Themen.
  • Ich lasse mich immer abwerten.
  • Ich bin weniger wert, seit ich erkrankt bin.
  • Es steht was zwischen mir und …
  • Ich denke gar nicht so oft an das Problem und trotzdem geht es mir schlecht.
  • Die anderen nehmen mich nicht ernst.
  • Ich bin irgendwie anders.
  • Ich ertrage den Schmerz nicht mehr.
  • Ich möchte das alles hinter mir lassen, weiß aber nicht, wie.
  • Ich darf mich nicht beschweren, sonst werde ich abgelehnt.
  • Ich habe es verdient, dass man mich schlecht behandelt.

Oft erfolgt auf der Rückseite eine Erklärung, woran es liegen kann, weshalb Menschen diese Aussage äußern, und wie Impact-Techniken dabei unterstützen können, „um die Auswirkungen“ sichtbar und greifbar zu machen, ebenso wie Impact-Techniken dabei unterstützen können, Lösungsmöglichkeiten herauszufinden und Veränderungen anzustoßen.

Die Impact-Techniken im Einzelnen:

  • Sich um das Wesentliche kümmern.
  • Die zerrissene Seele.
  • Überlastung aufzeigen.
  • Das eingeschränkte Gesichtsfeld.
  • Grenzen sichtbar machen.
  • Verletzungen sichtbar machen.
  • Mangelnde Abwehr aufzeigen.
  • Beim Problem bleiben.
  • Zugehörigkeiten darstellen.
  • Den Lebensweg bearbeiten.
  • Der drehende Körper.
  • Einbeinig stehen.
  • Was geblieben ist.
  • Ver-rückt werden.
  • Orientierung erarbeiten.
  • Die eigene Facettenvielfalt.
  • Unangemessene Schuldgefühle.
  • Zu viele Anforderungen.
  • Entscheidungsarbeit.
  • Zu viel ist zu viel.
  • Ständige Störfaktoren sichtbar machen.
  • Hindernisse überwinden.
  • Alte Muster loslassen.
  • Notwendige Eigenverantwortung.
  • Die akzeptierten Störfaktoren.
  • Wichtige Themen bagatellisieren.
  • Beim Thema bleiben.
  • Gelernte Botschaften sichtbar machen.
  • Verdrängte Themen sichtbar machen.
  • Übergangen werden.
  • Zusammenhänge aufzeigen.
  • Das Maß der Anspannung.
  • Zu viel tragen.
  • Selbsteinschränkung sichtbar machen.
  • Umgang mit Angriffen.
  • Folgen der Schutzlosigkeit.
  • Der Sinn des sozialen Rückzugs.
  • Nur drüber reden.
  • Arten der Ausgrenzung.
  • Aus dem Leben geworfen.
  • Ungünstige Prioritätensetzung.
  • Fokus auf das Dysfunktionale.
  • Die langanhaltende Passivität.
  • Die Macht der Angst.
  • Die Qual der Wahl.
  • Umgang mit Ablehnung.
  • Etwas Falsches aushalten.
  • Sich bemerkbar machen.
  • Achtlos Entscheidungen treffen.
  • Zu viel Belastung.
  • Wie viel man sich gefallen lässt.
  • Umgang mit Energiefressern.
  • Ungewohnte Denkweisen integrieren.
  • Am Selbstwert arbeiten.
  • Gewohntes loslassen.
  • Das Stundenthema herauskristallisieren.
  • Themen-Hopping aufzeigen.
  • Die Macht negativer Einstellungen aufzeigen.
  • Die Hartnäckigkeit verdrängter Themen.
  • Nicht ernst genommen werden.
  • Die Auswirkung von Verstrickungen.
  • Das Dysfunktionale beibehalten.
  • Das Anstrengende akzeptieren.
  • Im Hamsterrad gefangen sein.
  • Seinen Platz finden.
  • Notwendiges für ein erfülltes Leben erarbeiten.

Auf der Rückseite werden die Techniken beschrieben, wie sie die Menschen dabei unterstützen können, andere Perspektiven einzunehmen, sich in die eine oder andere Position einzufühlen. Jede dieser Karten enthält auch Fragen, die vom Therapeuten/der Therapeutin bzw. dem Berater/der Beraterin gestellt werden können.

Diskussion

Die Aussagen, welche die Autorin exemplarisch wählte, dürften jeder/jedem Therapeut*in bzw. Berater*in bekannt vorkommen. Auf der Rückseite der Therapiesituationen gibt es Vorschläge für Impact-Techniken, um mit den Menschen kreativ an diesen Aussagen bzw. Situationen zu arbeiten. Je nach eigenem Empfinden können die Impact-Techniken als passend bzw. unpassend empfunden werden. Dafür jedoch andere Impact-Techniken als passender. Durch die Auswahl aus 66 Impact-Techniken lassen sich so passendere Techniken finden. Manche Impact-Technik mag zunächst auch Skepsis hervorrufen, da sie durchaus konfrontativ und provokant für die Patient*innen bzw. Klient*innen ist. Diese können durchaus sehr heftige Gefühle bei Patient*innen bzw. zu Beratenden auslösen. Als Berater*in, Therapeut*in muss einem dies bewusst sein und man braucht Personen, die mit den heftigen Gefühlen adäquat umgehen können. Die Hinweise der Autorin im Booklet sollten unbedingt beachtet werden.

Die Impact-Technik „Folgen der Schutzlosigkeit“ erschließt sich mir nicht ganz. Es macht hier den Anschein, als ob in der Beschreibung zwei Impact-Techniken miteinander vermischt wurden, die wenig miteinander gemeinsam haben.

Bei manch beschriebener Impact-Technik werden die Gegenstände, mit denen gearbeitet wird, klar benannt. Bei den meisten beschriebenen Impact-Techniken jedoch bleibt es der Phantasie des Therapeuten/der Therapeutin bzw. des Beraters/der Beraterin überlassen, welche Gegenstände er/sie zur Verfügung stellt. Da es die Menschen sind, mit denen Berater*innen und Therapeut*innen arbeiten, die den Gegenständen symbolisch Bedeutungen geben, eignen sich viele Alltagsgegenstände, die man sowieso zur Verfügung hat. Beim Lesen der Impact-Techniken kommen einem viele weitere Ideen, neben den genannten Gegenständen im Booklet.

Die Impact-Techniken bereichern die eigene beraterische und therapeutische Praxis und können manch Situation kreativ bereichern und Patient*innen und Klient*innen zu Veränderungen motivieren.

Fazit

Das Kartenset bietet einen vielseitigen Einblick in Impact-Techniken und Therapiesituationen. Die Impact-Techniken bringen Bewegung in die beraterische und therapeutische Praxis und erweitern diese um kreative und aktivierende Ideen, die Lust auf mehr machen.

Rezension von
Alexandra Großer
Fortbildnerin, päd. Prozessbegleiterin, systemische Beraterin
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Es gibt 109 Rezensionen von Alexandra Großer.

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ISSN 2190-9245