Stephan Weichert, Leif Kramp: Lernbuch Digitale Resilienz
Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 08.07.2026
Stephan Weichert, Leif Kramp:Lernbuch Digitale Resilienz. Wie Eltern und ihre Kinder souveräner im Umgang mit dem Internet werden. Herbert von Halem Verlagsges. mbH & Co. KG (Köln) 2026. 232 Seiten. ISBN 978-3-86962-753-3. D: 29,00 EUR, A: 29,90 EUR.
Digitale Resilienz – Schlüsselressource für Gegenwart und Zukunft
Die mittlerweile allumfassende, alltägliche, sachliche und fachliche Digitalisierung bestimmt unser Leben. Informationen und Wissen liegen durch die Sozialen Medien bereit. Sie sind Bibliothek und Kramladen, Werkzeugkasten, Versuchs‑ und Versuchungsobjekte. Die Spannbreite bewegt sich zwischen Information und Manipulation. Resilienz ist gefordert [1].
Entstehungshintergrund
Die Medienwissenschaftler Leif Kramp von der Universität Bremen und Stephan Weichert vom VOCER-Institut für Digitale Resilienz legen ein Lernbuch vor, mit dem sie – an dich, mich und viele andere – zahlreiche Tipps und Lernformate vorstellen und in theoretischen und praktischen Beispielen aufzeigen. Es sind Fragen, „inwiefern Nachrichtenmedien im Netz anders funktionieren als in der analogen Welt aus Papier, UKW-Funk und Mattscheibe“, und es werden die journalistischen Prinzipien erläutert: Wie entstehen Nachrichten? Wie lassen sich Fakten und Wahrheiten von Fake News und Deepfakes unterscheiden?
Aufbau und Inhalt
Neben der Einleitung wird erkundet, wie die Welt der digitalen Medien zu verstehen ist: Wie wirken Medien auf unser Denken? – Was unterscheidet klassische Nachrichten von Social Media? – Wer macht Nachrichten, und wie? – Wie erkennt man Interessen und Meinungen? Weiterhin wird gefragt, wie Desinformationen entstehen und von wem sie verbreitet werden? „Es ist das Ziel von Desinformation: Wer Zweifel streut, braucht keine Gegenargumente“. Es gilt, Medienresilienz und kritische Medienkompetenz zu fördern, durch individuelle und gemeinsame Wahrnehmungen der angebotenen Nachrichten, durch realistische Nachschau mit demokratischen Kompetenzen. Wie also lassen sich Strategien und Maßnahmen zur digitalen Resilienzsteigerung erreichen? „Wer seine digitale Kompetenzen stärkt, sich seiner Verantwortung bewusst wird, die eigenen Bedürfnisse kennt und Grenzen festlegt, bleibt handlungsfähig und selbstbestimmt“. Die Nachrichtenfülle und die aus vielfältigen(echten und falschen) Quellen auf die Menschen einströmenden Informationen bewirken nicht selten¸ sich einer verantwortlichen Annahme und Auswahl zu entziehen und „nachrichtenmüde“ zu werden. Mit eigenem Tun, etwa bei der Mitarbeit bei der „digitalen Schülerzeitung“, oder bei den lokalen und regionalen Nachrichten-Redaktionen lässt sich Nachrichten-Abstinenz vermeiden. Es werden Lösungen und Perspektiven diskutiert, „was wir von der Medienzukunft erwarten können und welche Rolle du selbst dabei spielst“. Zum Schluss darf der Anspruch nicht fehlen, sich im Mediendurcheinander kritisch und demokratisch mit der Machtkonzentration im digitalen Raum auseinanderzusetzen. Der unabhängige, journalistische „Social Media Watchblog“ bietet die Möglichkeit dazu. Weil Technologie niemals neutral, sondern immer macht‑ und interessenbestimmt ist, erfordert im digitalen Zeitalter die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) eine besondere Aufmerksamkeit: „Wer hat den KI-Chatbot trainiert?“.
Diskussion
Jeden Kapitel sind Lernziele vorangestellt. Skizzen bebildern den Inhalt. Grafisch herausgestellte Merksätze, Begriffserklärungen und Zitate leiten die Leser/​innen hin zum Handbuch, das getrost auf dem Schreib‑ und Nachttisch liegen kann.
Fazit
Das Lernbuch „Digitale Resilienz“ ist ein Werkzeugkasten, Rat‑ und Tatgeber.
[1] Jos Schnurer, Der Ich‑ und Wir-Faktor. Resilienz als Lern‑ und Bildungsherausforderung, www.sozial.de/der-ich-und-wir-faktor.html
Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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