Isabella Buck: Wissenschaftliches Schreiben mit KI
Rezensiert von Prof. Stefan Müller-Teusler, 30.07.2026
Isabella Buck: Wissenschaftliches Schreiben mit KI. UVK Verlagsgesellschaft mbH (Konstanz) 2026. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. 260 Seiten. ISBN 978-3-8252-6568-7. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR, CH: 32,50 sFr.
Reihe: UTB - 6365. Studieren, aber richtig.
Autorin
Isabella Buck, Dr., ist Linguistin, Schreib- und Hochschuldidaktikerin. Sie arbeitet als Referentin für Innovation und Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie. Zuvor leitete sie das Competence & Career Center der Hochschule RheinMain und war freiberuflich als Trainerin im Bereich „KI Studium und Lehre“ tätig. Sie ist Mitglied im Kernteam des virtuellen Kompetenzzentrums Künstliche Intelligenz und wissenschaftliches Arbeiten (VK: KIWA).
Entstehungshintergrund
Die erste Auflage dieses Buches ist bereits auf dieser Plattform rezensiert worden (https://www.socialnet.de/rezensionen/33164.php). Die Erstauflage stammt von 2025, dennoch liegt hier schon eine erweiterte zweite Auflage vor. An dieser Stelle soll auch kein Vergleich zur Erstauflage gezogen werden, sondern die Rezension bezieht sich auf die vorliegende Ausgabe.
Inhalt
Eine ausführliche Einleitung, die sowohl die Vorgehensweise als auch die Anwendung als auch die Zielgruppe beschreibt, führt in dieses Buch ein. Dabei wird deutlich, dass es nicht um das Schreiben an sich geht, sondern um die Nutzung von KI bei der Erstellung von wissenschaftlichen Texten – ob als studierende Person oder Doktorand:in oder aber auch als lehrende Person, ist dabei unerheblich. Gleiches gilt aber auch für Schüler:innen in weiterbildenden Schulen. Schreiben meint hier auch die ganze Vorbereitung, nämlich „…von der ersten Idee für das Thema, über das Erstellen der Gliederung, die Literaturrecherche, das Erheben und Auswerten von Daten in empirischen Arbeiten bis hin zum inhaltlichen und sprachlichen Überarbeiten des Textes“ (S. 18). Die Autorin versteht KI-Tools als Assistenten, wobei es nicht darum geht, sich auf bestimmte oder konkrete Tools zu fokussieren, sondern das Buch soll Ratgeber und Lehrbuch zugleich sein und KI-Kompetenz grundsätzlich vermitteln.
Diese grundsätzliche Kompetenz beginnt im zweiten Kapitel mit Hintergrundinformationen zu KI. Da geht es einerseits um Begrifflichkeiten, weiterhin geht es um die Funktionsweise von KI, außerdem wird auch das Thema der Halluzinationen angesprochen und schließlich geht es um Herausforderungen im Umgang mit KI. Wer das alles noch nicht kennt oder sich damit noch nicht differenziert befasst hat, der findet hier einen sehr guten Überblick.
Im dritten Kapitel geht es um die Nutzung von KI im wissenschaftlichen Kontext. Dabei wird deutlich, das KI nicht die Arbeit abnimmt, sondern dass es verschiedenste Einsatzmöglichkeiten gibt, um KI als Assistenten und zur Arbeitsunterstützung zu nutzen. Die Auswahl von geeigneten KI-Tools spielt hier ebenfalls eine Rolle, wobei es nicht um die Empfehlung von spezifischen Tools geht, sondern um die Entwicklung von Kriterien, um geeignete Tools zu finden und auszuwählen.
Das vierte und umfangreichste Kapitel zeigt dann sehr konkret auf, wie mithilfe von KI der wissenschaftliche Schreibprozess stattfinden kann und sollte. Das beginnt schon bei den ersten Vorüberlegungen, greift dann auch die Planung auf, umfasst auch die Literaturarbeit, behandelt auch Datenerhebung und -aufbereitung, bis es dann schließlich zu einer Rohfassung kommt, die dann mittels KI noch einmal überarbeitet werden kann.
Das fünfte und letzte Kapitel ist ein Nachdenken darüber, wie sich die Zukunft mit KI im Kontext des wissenschaftlichen Schreibbecken entwickeln könnte, und dazu führt die Autorin 10 Thesen an, die sie diskutiert. Dabei kommen sowohl utopische als auch dystopische Ideen zum Vorschein.
Diskussion
Dieses Buch führt wunderbar in die Welt von KI ein, wobei es nicht darauf ankommt, es systematisch von vorne nach hinten durchzuarbeiten (was sich aber durchaus lohnt), sondern man kann schnell zu den einzelnen Kapiteln beziehungsweise Abschnitten springen, die für einen relevant sind. Dabei erweisen sich sowohl die vielen Hintergrundinformationen als nützlich und bedenkenswert. Gleichzeitig ist das Buch auch sehr pragmatisch, sodass man ganz schnell in die konkrete Umsetzung kommt und direkten praktischen Nutzen davon hat. Das hat auch damit zu tun, dass das Buch in einer sehr leicht verständlichen Sprache abgefasst ist, die es Lesenden erlaubt, schnell die Kapitel durchzulesen, damit auch zu entscheiden, ob mal was kommt oder auch nicht.
Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es ein sehr kurzes Abstract, worum es geht, und am Ende eines jeden Kapitels ein Takeaway. Daneben gibt es im ganzen Buch viele QR-Codes, die zu weiterführenden Anwendungen führen oder auf Mirror Boards verweisen, die von der Autorin angelegt und gepflegt werden.
Wer wie ich zur Baby Boomer Generation gehört und nicht als Digital Native aufgewachsen ist, sondern sich diesen Bereich durch Learning by doing mehr und mehr sukzessive erarbeiten musste, für den ist das Buch eine hervorragende Fundgrube und ein Nachschlagewerk, das trotz seiner Aktualität auch eine gewisse Zeitlosigkeit hat, weil es um grundsätzliche Fragen geht. Wer aber mit Digitalität und ihrer Nutzung im Alltag in vielerlei Hinsicht vertraut ist, für den sind die grundsätzlichen Ausführungen vielleicht nicht so relevant, aber er wird dennoch im Hinblick auf den ganzen Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens mit KI-Unterstützung sehr viele pragmatische und nützliche Hinweise finden, um nicht nur systematisch damit zu arbeiten, sondern um auch einen guten Nutzen davon zu haben, ohne wissenschaftliche Kriterien und Ansprüche zu verletzen. Und wer wissen möchte, wie man durch geschicktes Prompting Gandalf aus Herr der Ringe das Passwort für ein Tor entlocken kann, der wird auch hier fündig, allerdings sei hier auch gleich die Warnung ausgesprochen: Das ist sehr ablenkend und führt vom Ziel des wissenschaftlichen Arbeitens weit weg.
Schönen Gruß an den Rezensenten der Erstauflage: diese Rezension wurde durchgängig ohne KI erstellt.
Fazit
Ein sehr gutes und zugleich pragmatisches Buch zum Thema KI und deren Einsatz und Nutzung im wissenschaftlichen Kontext – sei es bei Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten oder beim Abfassen von wissenschaftlichen Texten für Publikationen. Es ist zugleich Erklärbuch wie auch Nachschlagewerk und auch praktische Bedienungsanleitung – mehr kann ein gutes Fachbuch zeitgleich nicht leisten.
Rezension von
Prof. Stefan Müller-Teusler
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