Suche nach Titel, Autor:in, Rezensent:in, Verlag, ISBN/EAN, Schlagwort
socialnet Logo

Wolfgang Faust, Helen Schneider: Sozialökonomik

Rezensiert von Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf, 07.09.2026

Cover Wolfgang Faust, Helen Schneider: Sozialökonomik ISBN 978-3-8487-7506-4

Wolfgang Faust, Helen Schneider: Sozialökonomik. Eine kulturalistische Verortung. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2026. 1. Auflage. 529 Seiten. ISBN 978-3-8487-7506-4. 34,90 EUR.

Weitere Informationen bei DNB KVK GVK.
Inhaltsverzeichnis bei der DNB.

Kaufen beim socialnet Buchversand

Thema

Im Zentrum des Werkes steht die These, dass Wirtschaft nie unabhängig von kulturellen Deutungen, gesellschaftlichen Institutionen und normativen Entscheidungen existiert. Wolfgang Faust und Helen Schneider verfolgen daher die Entwicklung von der antiken Haushaltslehre über die klassische politische Ökonomie und die neoklassische Wirtschaftstheorie bis hin zu aktuellen Konzepten der Sozialwirtschaft, des Sozialmanagements und der Non-Profit-Organisation. Als konzeptioneller Leitfaden dient dabei die Trias von Ethik, Politik und Ökonomik.

Während diese Dimensionen in älteren wirtschaftsphilosophischen Ansätzen noch eng miteinander verbunden gewesen seien, habe die neoklassische Ökonomik sie zunehmend voneinander getrennt und das Wirtschaftliche auf eine vermeintlich wertfreie Markt‑ und Zweckrationalität reduziert. Ausgehend von dieser Diagnose fragen die Autor:innen nach Möglichkeiten einer erneuten gesellschaftlichen Einbettung wirtschaftlichen Handelns. Begriffe wie Emanzipation, Demokratisierung, Gemeinwohl, Solidarität und lebensdienliches Wirtschaften besitzen deshalb eine tragende Bedeutung. Die Sozialökonomik erscheint nicht allein als beschreibende Wissenschaft, sondern zugleich als kritische und handlungsorientierte Disziplin, die bestehende Wirtschafts‑ und Gesellschaftsordnungen auf ihre Voraussetzungen und Folgen hin befragt.

Das Buch verbindet diese grundlagentheoretische Perspektive mit aktuellen Problemen der Sozialwirtschaft. Behandelt werden unter anderem die Vermarktlichung sozialer Dienstleistungen, die Stellung des Wohlfahrtsstaates, der Trägerwettbewerb, die geringe Marktmacht sozialer Organisationen, der Pflegenotstand, die ökonomische Geringschätzung weiblich konnotierter Sorgearbeit, die Wirkungsorientierung, das Bundesteilhabegesetz, der Social Return on Investment, das Identitätsmanagement von Wohlfahrtsverbänden, die Gemeinwohlökonomie sowie die Bedeutung unbezahlter und ehrenamtlicher Arbeit.

Aufbau und Inhalt

Das mehr als 500 Seiten umfassende Buch ist in zehn Kapitel und drei größere inhaltliche Teile gegliedert. Nach einem Prolog folgen zunächst makrosozialökonomische Erklärungs‑ und Handlungsansätze, anschließend eine Verbindung von makro‑ und mikrosozialökonomischen Perspektiven auf Wohlfahrtsstaat und Sozialwirtschaft und schließlich ein stärker betriebs‑ und organisationsbezogener Praxistransfer. Ein Epilog bündelt die zentralen Argumentationslinien. Die Verantwortung für die Kapitel II bis VII liegt überwiegend bei Wolfgang Faust, während Helen Schneider die Kapitel VIII und IX verfasst hat.

Im Prolog erläutern die Autor:innen ihr besonderes Erkenntnisinteresse. Sozialökonomik soll nicht als bloße Anwendung allgemeiner Wirtschaftstheorie auf einen sozialen Sektor erscheinen. Vielmehr wird gefragt, in welchen kulturellen und gesellschaftlichen Konstellationen ökonomische Theorien entstehen und welche Menschen-, Gesellschafts‑ und Politikbilder sie voraussetzen. Eine einführende Abbildung ordnet die Kapitel entlang zweier Achsen: zwischen Makro‑ und Mikrosozialökonomik einerseits sowie zwischen Erkenntnis‑ und Handlungsebene andererseits.

Die Kapitel III bis V beschäftigen sich vor allem mit dem Verhältnis von Ökonomie und Kultur, die Kapitel VI bis IX stärker mit Ökonomie und Wohlfahrt. Damit wird zugleich der rote Faden des Buches sichtbar: von der wissenschafts‑ und kulturtheoretischen Grundlegung über die Analyse gesellschaftlicher Wirtschaftsordnungen bis zur Gestaltung sozialwirtschaftlicher Organisationen.

Kapitel II fragt, was Wissenschaft ist und was sie sein soll. Behandelt werden grundlegende wissenschaftstheoretische Unterscheidungen wie Erklären und Verstehen, Natur‑ und Kulturwissenschaft, Formal‑ und Realwissenschaft sowie Tatsachenaussage und Werturteil. Anhand von Positionen unter anderem von Paul Feyerabend, Karl Popper, Karl Mannheim und Jürgen Habermas wird gezeigt, dass wissenschaftliche Erkenntnis weder unabhängig von gesellschaftlichen Standorten noch vollständig wertfrei sein kann.

Die Autor:innen diskutieren die Seinsverbundenheit des Wissens, die Bedeutung intersubjektiver Überprüfbarkeit, die Situationslogik sowie das Verhältnis von Theorie, Hypothese, Empirie, Falsifikation und Verifikation. Wissenschaft soll demnach nicht nur Wissen produzieren, sondern auch Aufklärung, Kritik und die Entwicklung utopischer Alternativen ermöglichen. Das Kapitel enthält zudem ausführliche zeitdiagnostische Passagen über sprachliche Normierung, politische Korrektheit und Gegenaufklärung. Dadurch wird bereits deutlich, dass das Buch keine distanzierte Einführung im konventionellen Sinne darstellt, sondern wissenschaftstheoretische Fragen mit gesellschaftspolitischen Stellungnahmen verbindet.

Kapitel III rekonstruiert die Sozialökonomik von Max Weber als historische Kulturwissenschaft. Im Mittelpunkt stehen dessen Methodologie, der Idealtypus und die Annahme, dass gesellschaftliche Wirklichkeit nur ausgehend von kulturellen Bedeutungszuschreibungen untersucht werden kann. Ausführlich behandelt werden die Protestantismusthese, die Entstehung des modernen Betriebskapitalismus und die „Wahlverwandtschaften“ zwischen religiösen Ideen, rationalisierter Lebensführung und wirtschaftlichem Handeln. Der Idealtypus wird nicht als Abbild der Realität, sondern als analytische Konstruktion erklärt, durch die historische Erscheinungen vergleichbar und deutbar werden.

Darüber hinaus verbindet das Kapitel die Analyse des Kapitalismus mit der Unterscheidung verschiedener Handlungs‑ und Rationalitätsformen. Zweckrationales, wertrationales, traditionales und affektuelles Handeln werden auf ihre Bedeutung für Markt, Gemeinschaft und Lebensführung bezogen. Die Autor:innen führen die von Max Weber diagnostizierte Rationalisierung bis in gegenwärtige ökologische und kulturelle Krisen fort. Die kapitalistische Dynamik erscheint als ambivalent: Sie setzt enorme Produktivkräfte frei, gefährdet jedoch zugleich ihre sozialen, motivationalen und natürlichen Grundlagen. Sozialökonomik erhält damit die Aufgabe, die kulturellen Bedingungen wirtschaftlichen Handelns offenzulegen und die Verkehrung guter Absichten in problematische gesellschaftliche Folgen zu reflektieren.

Kapitel IV widmet sich der klassischen Ökonomie, der Neoklassik und der Neuen Institutionenökonomik. Die klassische politische Ökonomie wird als noch umfassende Sozialökonomik dargestellt. Bei Adam Smith stehen deshalb nicht allein Arbeitsteilung, Markt und Wohlstand im Mittelpunkt, sondern ebenso moralische Gefühle, Sympathie, Reziprozität und gesellschaftliche Anerkennung. Ergänzend werden die utilitaristischen Überlegungen von John Stuart Mill sowie die Arbeitswert‑ und Akkumulationstheorien von David Ricardo und Karl Marx behandelt.

Den Übergang zur Neoklassik charakterisieren die Autor:innen als zunehmende Formalisierung und Mathematisierung. Das Wirtschaftssubjekt werde aus sozialen Beziehungen herausgelöst und primär als tauschendes, nutzenmaximierendes Individuum konzipiert. Wo die Klassik noch nach gesellschaftlichen Klassen, Macht, Arbeit und Verteilung gefragt habe, konzentriere sich die Neoklassik auf Substitution, Knappheit, Gleichgewicht und Äquivalenz. Daran anschließend wird die Neue Institutionenökonomik als teilweise Korrektur dieser Verengung vorgestellt.

Institutionen, Eigentumsrechte, Transaktionskosten, Vertrauen und Netzwerke werden als Voraussetzungen wirtschaftlicher Kooperation berücksichtigt. Über das Konzept des Sozialkapitals und Beispiele sozialwirtschaftlicher Netzwerke stellt das Kapitel einen direkten Bezug zur Sozialwirtschaft her. Abschließend greift es mit Karl Polanyi die Vorstellung einer gesellschaftlichen Einbettung von Märkten auf und kritisiert die Verselbstständigung marktförmiger Steuerung.

Kapitel V sucht nach alternativen, emanzipatorischen Wegen. Ausgangspunkt ist die praktische Philosophie von Aristoteles. Dessen Verbindung von Ethik, Politik und Ökonomik erlaubt es den Autor:innen, zwischen einer lebensdienlichen Haushaltsführung und einer grenzenlosen Erwerbs‑ beziehungsweise Bereicherungskunst zu unterscheiden. Ökonomisches Handeln wird als Sorge für Gemeinschaft und gutes Leben interpretiert, nicht als autonomer Zweck.

Dieser ganzheitlichen Konzeption wird die moderne, funktional differenzierte Gesellschaftstheorie von Niklas Luhmann gegenübergestellt. Die Systemtheorie erklärt, weshalb ethische oder politische Appelle nicht ohne Weiteres auf Wirtschaft, Recht oder Organisationen durchgreifen. Funktionssysteme operieren nach eigenen Codes und reproduzieren ihre Strukturen selbst. Emanzipation und Demokratisierung können deshalb nicht allein aus guten Absichten hervorgehen, sondern müssen gesellschaftliche Beharrungskräfte und Paradoxien berücksichtigen.

Im weiteren Verlauf diskutieren die Autor:innen die integrative Wirtschaftsethik von Peter Ulrich, kulturwissenschaftliche Unternehmensansätze von Reinhard Pfriem und die Gemeinwohlökonomie von Christian Felber. Vorgestellt werden unter anderem deliberative Beteiligungsformen, kommunale Demokratisierung, Gemeinwohlbilanzen und eine ethisch begründete Zivilisierung des Marktes.

Mit Kapitel VI wechselt das Buch deutlicher zur Sozialwirtschaft. Sozialwirtschaft wird als Bereich gesellschaftlicher Wohlfahrtsproduktion verstanden, in dem staatliche, privatwirtschaftliche, gemeinnützige, familiäre und zivilgesellschaftliche Akteur:innen zusammenwirken. Die Autor:innen erläutern die Unterschiede zwischen Erwerbs‑ und Bedarfswirtschaft, For-Profit‑ und Non-Profit-Organisationen sowie Sozialsektor und Drittem Sektor. Personenbezogene soziale Dienstleistungen besitzen demnach einen gesellschaftlichen Wert, der sich nicht hinreichend über Marktpreise darstellen lässt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Pflege und anderen Sorgeberufen. Der Pflegenotstand wird mit der historischen Abwertung weiblich konnotierter Arbeit sowie mit der Vermarktlichung sozialer Dienstleistungen verbunden. Zugleich untersucht das Kapitel lokale soziale Ökonomien, Sozialunternehmen und sozialräumliche Entwicklungsansätze. Unter den Begriffen Meritorisierung, Opportunitätskosten und Substitution wird herausgearbeitet, dass soziale Organisationen vielfach nicht über echte Marktmacht verfügen. Da öffentliche Leistungsträger häufig als dominante oder einzige Nachfrager auftreten, entsteht kein normaler Wettbewerbsmarkt, sondern ein Quasi-Markt mit intensivem Trägerwettbewerb auf der Angebotsseite.

Kapitel VII behandelt den Wohlfahrtsstaat und die staatliche Wirtschaftslenkung. Der Staat wird in drei Rollen betrachtet: als Haushalt, als Anbieter und Nachfrager wirtschaftlicher Leistungen sowie als ordnungspolitischer und konjunkturpolitischer Steuerungsakteur. Erläutert werden der Wirtschaftskreislauf, Staats‑ und Sozialquote, das Subsidiaritätsprinzip und die deutsche Trägerlandschaft. Anschließend stellt das Kapitel unterschiedliche wirtschaftspolitische Modelle gegenüber: den Monetarismus von Milton Friedman, den Fiskalismus von John Maynard Keynes und den Ordoliberalismus beziehungsweise die Soziale Marktwirtschaft bei Ludwig Erhard.

Die jeweiligen Ansätze werden nicht nur theoriegeschichtlich rekonstruiert, sondern hinsichtlich ihrer sozialpolitischen und sozialwirtschaftlichen Konsequenzen bewertet. Breiten Raum nimmt die These ein, dass gegenwärtige staatliche Rüstungsausgaben als Form eines Militärkeynesianismus verstanden werden könnten. Das Kapitel endet mit der Diagnose, dass sozialwirtschaftliche Einrichtungen zwar von staatlicher Finanzierung und Regulierung abhängen, in ihrer Steuerung aber zunehmend neoklassischen Markt‑ und Effizienzvorstellungen unterworfen seien.

Kapitel VIII überträgt die bisherigen Überlegungen auf das Management sozialwirtschaftlicher Organisationen. Ausgehend vom Spannungsverhältnis zwischen Humanität und Rationalität werden Anforderungen an ein vernunft‑ und werteorientiertes Management formuliert. Leitbilder sollen nicht bloß repräsentative Texte darstellen, sondern ethische Orientierungen, Ziele und Entscheidungsmaßstäbe organisationsintern verankern. Es folgen Überlegungen zur interdisziplinären Kommunikation, da Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Verwaltung, Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaft unterschiedliche professionelle Deutungsmuster und Rationalitäten mitbringen.

Die Neue Institutionenökonomik wird nun organisationspraktisch aufgegriffen. Formelle und informelle Regeln, Vertrauen, Routinen und Transaktionskosten beeinflussen die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen Organisationen. Netzwerkorientierung und Public Governance erweitern diese Perspektive auf kommunale und regionale Kooperationsstrukturen. Während das New Public Management Wettbewerb und betriebswirtschaftliche Steuerung betonte, soll Public Governance die wechselseitige Abhängigkeit staatlicher, gemeinnütziger, privatwirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteur:innen berücksichtigen.

Kapitel IX bündelt aktuelle und zukünftige Herausforderungen von Non-Profit-Organisationen. Der gesellschaftliche Strukturwandel wird anhand wachsender Veränderungsgeschwindigkeiten, neuer rechtlicher Vorgaben und der Forderung nach nachweisbaren Wirkungen analysiert. Das Bundesteilhabegesetz dient als Beispiel für den Übergang von institutionenbezogener Versorgung zu personenzentrierter Teilhabe. Der Social Return on Investment wird als Instrument vorgestellt, mit dem sich gesellschaftliche Wirkungen sozialer Interventionen in eine ökonomisch anschlussfähige Argumentation übersetzen lassen.

Anhand von AWO-Affären diskutiert das Kapitel, wie stark die Legitimation sozialer Organisationen von der Übereinstimmung zwischen kommunizierten Werten und tatsächlichem Leitungshandeln abhängt. Strategisches Management und die Balanced Scorecard werden als grundsätzlich nutzbare, aber an sozialwirtschaftliche Wertorientierungen anzupassende Instrumente behandelt. Abschließend richtet sich der Blick auf Gemeinwohlökonomie und informelle Ökonomie. Unbezahlte Sorgearbeit, Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt und freiwilliges Engagement werden als unverzichtbare, in volkswirtschaftlichen Rechnungen jedoch nur unzureichend erfasste Beiträge zur Wohlfahrtsproduktion herausgestellt.

Der Epilog führt die Argumentation zur Trias von Ethik, Politik und Ökonomik zurück. Die Sozialökonomik bleibe gegenüber der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft strukturell nachrangig, besitze aber das Potenzial, Marktgesellschaft und Sozialwirtschaft kritisch zu reflektieren. Das Buch endet nicht mit einer optimistischen Transformationsprognose, sondern mit einem vorsichtigen Plädoyer für mehr Demokratie und eine gemeinwohlorientierte Neuverbindung von wirtschaftlicher Rationalität und gesellschaftlicher Verantwortung.

Diskussion

Was lässt sich zu diesem Buch nun sagen? Wer ist die Zielgruppe? Ist es lesenswert? Und gibt es etwas zu kritisieren? Aus Sicht des Rezensenten lässt sich das wie folgt beantworten:

Ein umfassender Blick auf Sozialökonomik: Einführungen in Sozialökonomie und Sozialwirtschaft beginnen häufig mit Sektorenmodellen, Finanzierungsformen, Rechtsgrundlagen oder Organisationsstrukturen. Dagegen fragen Faust & Schneider nach den wissenschaftstheoretischen, kulturgeschichtlichen und philosophischen Voraussetzungen des Gegenstands. Dadurch wird sichtbar, dass Begriffe wie Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Markt, Nutzen oder Produktivität keine neutralen Beschreibungen sind. Sie beruhen auf bestimmten Vorstellungen davon, was als wertvoll gilt, wie Menschen handeln und welche gesellschaftlichen Beziehungen als legitim angesehen werden.

Wolfgang Faust und Helen Schneider unternehmen mit ihrem Lehrbuch den ambitionierten Versuch, Sozialökonomik nicht lediglich als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften oder als ökonomische Grundlagenlehre für Sozialwirtschaft und Sozialmanagement zu behandeln. Stattdessen wird Sozialökonomik von ihnen als historische Kulturwissenschaft und als interdisziplinäre Reflexionsform verstanden, die wirtschaftliche Prozesse in ihren gesellschaftlichen, politischen, ethischen und kulturellen Voraussetzungen untersucht.

Damit positionieren sich die Autor:innen ausdrücklich gegen eine Verengung ökonomischer Fragestellungen auf Märkte, Preise, Nutzenmaximierung und formale Rationalität. Sie arbeiten heraus, dass der Sozialmarkt durch öffentliche Regulierung, korporatistische Arrangements, Subsidiarität und asymmetrische Machtverhältnisse geprägt ist. Die Kennzeichnung sozialer Organisationen als formal konkurrierende, gegenüber öffentlichen Kostenträgern aber strukturell machtarme Anbieter:innen eröffnet eine produktive Perspektive auf Ausschreibungen, Entgeltverhandlungen und Kostendruck.

Hohe historische Tiefenschärfe: Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die historische Tiefenschärfe. Die Trennung zwischen einer ethisch und politisch eingebetteten Ökonomik und einer formalisierten Wirtschaftswissenschaft wird nicht lediglich behauptet, sondern anhand verschiedener Stationen rekonstruiert. Besonders ergiebig sind die ausführlichen Darstellungen zu Max Weber und Aristoteles. Die Analyse von Rationalisierung, Idealtypen und kulturellen Wahlverwandtschaften verdeutlicht, dass Kapitalismus nicht ausschließlich aus technischen oder materiellen Bedingungen erklärt werden kann. Die antike Unterscheidung von Ökonomik und grenzenloser Erwerbskunst eröffnet wiederum einen normativen Maßstab, an dem gegenwärtige Wachstums‑ und Marktlogiken geprüft werden können.

Luhmann’scher Systemfokus: Die Behandlung von Niklas Luhmann verhindert, dass das Buch ausschließlich auf moralische Appelle setzt. Gesellschaftliche Systeme und Organisationen reagieren nicht unmittelbar auf ethische Forderungen, sondern verarbeiten sie nach eigenen Selektions‑ und Kommunikationsregeln. Diese Einsicht ist für sozialwirtschaftliches Management zentral. Ein Leitbild, das Menschenwürde, Teilhabe und Solidarität verspricht, verändert noch keine Budgetierungslogik, keine Personalbemessung und keine Leistungsvereinbarung. Werte müssen in Entscheidungsprogramme, Zuständigkeiten, Ressourcenverteilungen und Kontrollstrukturen übersetzt werden. Die Verbindung von normativer Wirtschaftsethik und systemtheoretischer Beharrungsanalyse gehört daher zu den intellektuell anregendsten Teilen des Werkes.

Gute Verbindung von Makro‑ und Mikroebene: Ein weiterer Vorzug des Buches besteht in der engen Verbindung von Makro‑ und Mikroebene. Die Autor:innen betrachten Sozialwirtschaft weder allein als politisch reguliertes Versorgungssystem noch ausschließlich als Ensemble einzelner Organisationen. Es zeigt vielmehr, wie Wirtschaftsordnung, Sozialstaat, kommunale Steuerung, Trägerstrukturen und organisationales Management ineinandergreifen. Dadurch können Studierende, die neben Lehrenden an Hochschulen die zentrale Zielgruppe des Werkes sind, nachvollziehen, weshalb betriebliche Entscheidungen sozialer Einrichtungen von rechtlichen, finanziellen und kulturellen Rahmenbedingungen abhängig sind.

Themen wie Pflegearbeit, Bundesteilhabegesetz, Wirkungsorientierung, Social Return on Investment, Leitbildentwicklung, interdisziplinäre Kommunikation, Public Governance und Balanced Scorecard gehören zu den realen Handlungsfeldern sozialwirtschaftlicher Führungskräfte. Besonders gelungen ist, dass betriebswirtschaftliche Instrumente nicht pauschal zurückgewiesen werden. Die Autor:innen argumentieren nicht für eine Sozialwirtschaft ohne Planung, Controlling oder Strategie. Vielmehr sollen diese Instrumente an den besonderen Zweck sozialer Organisationen angepasst und normativ reflektiert werden. Eine sozialwirtschaftliche Betriebswirtschaftslehre wird damit als notwendig, aber nicht als wertneutral verstanden.

Informelle Arbeit bleibt nicht außen vor: Aktuell und gesellschaftspolitisch relevant ist auch die Behandlung informeller Arbeit, auf welche Faust & Schneider eingehen. Sie machen deutlich, dass Wohlfahrtsproduktion weit über bezahlte Erwerbsarbeit hinausreicht. Familienangehörige, Nachbar:innen und ehrenamtlich Engagierte erbringen Leistungen, ohne die weder Markt noch Sozialstaat funktionieren könnten. Die geschlechtsspezifische Verteilung dieser Arbeit verweist zugleich auf Macht‑ und Anerkennungsprobleme. Sorgearbeit wird gesellschaftlich benötigt, ökonomisch aber häufig gering bewertet oder vollständig unsichtbar gemacht. Diese Perspektive verbindet Sozialökonomik produktiv mit Geschlechterforschung und Wohlfahrtsstaatsanalyse.

Logischer didaktischer Aufbau: Die Kapitel beginnen mit Zusammenfassungen und enden mit Diskussionsfragen, Lernzielbeschreibungen sowie Hinweisen auf einführende und weiterführende Literatur. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen strukturieren komplexe Zusammenhänge. Sach‑ und Personenregister erleichtern die gezielte Nutzung. Die Aufgaben fordern Studierende regelmäßig dazu auf, Theorien nicht nur zu reproduzieren, sondern auf aktuelle Probleme oder eigene Praxiserfahrungen anzuwenden. In Seminaren lässt sich das Buch deshalb gut abschnittsweise einsetzen.

Neben diesen positiven Aspekten gibt es aus Sicht des Rezensenten, der sich in der hochschulischen Lehre selbst mit Sozialökonomik und Sozialmanagement befasst, allerdings auch ein paar Punkte, die verbesserungswürdig erscheinen. Das sind die folgenden:

Sehr anspruchsvolle Lektüre: Die Bezeichnung „Lehrbuch“ erfüllt das Werk nur teilweise. Über weite Strecken handelt es sich eher um eine theoriegeschichtliche Monografie, einen wissenschaftlichen Essay und eine gesellschaftskritische Intervention. Insbesondere die Kapitel II bis V setzen erhebliche Vorkenntnisse voraus. Wissenschaftstheorie, Wissenssoziologie, verstehende Soziologie, Systemtheorie, antike Philosophie und Wirtschaftsethik werden in dichter Folge miteinander verbunden.

Studienanfänger:innen dürften Schwierigkeiten haben, die zahlreichen Theoriebezüge, historischen Exkurse und begrifflichen Differenzierungen in eine übersichtliche Ordnung zu bringen. Die vorangestellten Zusammenfassungen helfen, können die hohe Komplexität der Haupttexte aber nicht vollständig auffangen. Für die selbstständige Prüfungsvorbereitung kann das belastend sein, weil zwischen grundlegenden Kenntnissen, vertiefenden Interpretationen und persönlichen Positionierungen nicht immer deutlich unterschieden wird.

Umständliche Formulierungen: Erschwert wird die Zugänglichkeit durch den Stil. Vor allem die von Wolfgang Faust verantworteten Kapitel arbeiten mit vielen Schrägstrichkonstruktionen, Klammern, Wortneubildungen, begrifflichen Gegensatzpaaren und assoziativen Einschüben. Formulierungen wie „Markt-/​Tauschbeziehung“, „Erkenntnis-/​Handlungsebene“, „Marktmacht/​-ohnmacht“ oder „Legitimations-/​Sinnfragen“ verdichten zwar Zusammenhänge, erhöhen aber zugleich die sprachliche Belastung. Manche Abschnitte wechseln rasch zwischen Theorierekonstruktion, Kommentar, zeitdiagnostischer Beobachtung und rhetorischer Frage. Der Text verlangt daher ein langsames und wiederholtes Lesen.

Bisweilen polemischer, wertender Ton: Es ist freilich Geschmackssache, auf den Rezensenten allerdings wirkt der ausgeprägt essayistische und bisweilen sogar polemische Ton des Buches eher fehl am Platz. Bezeichnungen wie Marktfundamentalismus, Pflege-Fiasko, Kulturkatastrophe, „Als-ob-Kasperltheater“ oder infantilisierende Marktgesellschaft machen die Position des Verfassers unmissverständlich. Eine solche Sprache kann produktiv irritieren und verhindern, dass problematische Entwicklungen hinter technokratischen Begriffen verschwinden. Sie birgt jedoch die Gefahr, die Bewertung vorwegzunehmen.

Wo ein Lehrbuch idealerweise unterschiedliche Positionen rekonstruiert und anschließend vergleichend prüft, werden Gegenpositionen hier teilweise bereits durch ihre Benennung delegitimiert. Besonders deutlich wird dies bei der Behandlung der Neoklassik. Die Kritik an der Abstraktion von sozialen Beziehungen, Macht, Geschichte und Moral ist grundsätzlich nachvollziehbar, die Neoklassik erscheint aber streckenweise als weitgehend einheitlicher Block, was sie nicht ist.

Unterschiede zwischen mikroökonomischer Modellbildung, Wohlfahrtsökonomik, Public Economics, Institutionenökonomik und neoliberalen politischen Programmen könnten klarer herausgearbeitet werden – und nicht jede Verwendung von Modellen, Grenzbegriffen oder mathematischen Verfahren ist mit Marktfundamentalismus gleichzusetzen. Analytische Vereinfachung kann Erkenntnis ermöglichen, solange ihre Voraussetzungen und Grenzen transparent bleiben.

Umgekehrt werden alternative Ansätze teilweise mit größerem Wohlwollen behandelt. Integrative Wirtschaftsethik, Gemeinwohlökonomie, lokale soziale Ökonomie und deliberative Demokratie besitzen zweifellos ein erhebliches kritisches Potenzial. Sie sind jedoch ebenfalls mit offenen Fragen konfrontiert:

  • Wie werden Gemeinwohlkriterien bestimmt?
  • Wer entscheidet bei Wertkonflikten?
  • Wie lassen sich partizipative Prozesse skalieren?
  • Welche unbeabsichtigten Nebenfolgen entstehen?
  • Wie werden Machtunterschiede innerhalb zivilgesellschaftlicher Beteiligungsverfahren begrenzt?

Eine symmetrischere Kritik hätte die Überzeugungskraft des Buches erhöht. Alternativen sollten denselben Anforderungen an empirische Plausibilität, institutionelle Umsetzbarkeit und Nebenfolgenanalyse unterzogen werden wie marktförmige Ansätze.

Argumentation und Analyse verschwimmen mitunter: Das Verhältnis von normativer Argumentation und empirischer Analyse ist im Buch nicht immer eindeutig. Die Autor:innen kombinieren Wissenschaftstheorie, Ideengeschichte, philosophische Anthropologie, Gesellschaftsdiagnose, ökonomische Modellkritik und aktuelle Praxisbeispiele. Diese Breite ist anregend, jedoch wechseln damit auch die Geltungskriterien, denn historische Interpretationen lassen sich anders prüfen als statistische Aussagen und systemtheoretische Beschreibungen anders als moralphilosophische Begründungen. An einigen Stellen wäre eine deutlichere Kennzeichnung hilfreich gewesen, ob die Autor:innen gerade eine empirische These, eine begriffliche Rekonstruktion, eine normative Forderung oder eine zugespitzte Zeitdiagnose formulieren.

Eher geringe Rezeption aktueller sozialwirtschaftlicher Empirie: Die Rezeption aktueller sozialwirtschaftlicher Empirie insgesamt etwas breiter einbezogen werden, als das im Buch geschieht. Die Beispiele zu Pflege, Wirkungsorientierung, Bundesteilhabegesetz, Wohlfahrtsverbänden und unbezahlter Arbeit sind zweifellos relevant, eine systematischere Auswertung von Studien zu Trägerwettbewerb, Privatisierung, Arbeitsbedingungen, Ergebnisqualität oder verschiedenen Wohlfahrtsstaaten hätte die Diagnosen jedoch zusätzlich abgesichert. Die These einer zunehmenden Herrschaft neoklassischer Rationalität über die Sozialwirtschaft ließe sich anhand konkreter Finanzierungsregime, Leistungsvereinbarungen und Organisationsentscheidungen differenzierter untersuchen.

Ungleiche Gewichtung der Buchteile und wechselnder Schreibstil: Die von Wolfgang Faust verfassten wissenschafts-, philosophie‑ und wirtschaftstheoretischen Kapitel nehmen den größten Raum ein. Der von Helen Schneider entwickelte organisationsbezogene Praxistransfer fällt wesentlich kompakter aus. Dadurch entsteht eine gewisse Asymmetrie dergestalt, dass die theoretische Herleitung sehr ausführlich entfaltet wird, während die praktische Operationalisierung der postulierten ethischen und demokratischen Sozialökonomik vergleichsweise knapp bleibt. Gerade für Studierende des Sozialmanagements wären vertiefende Fallstudien, Entscheidungssituationen und organisationale Umsetzungskonzepte hilfreich gewesen.

Zwischen den beiden Buchteilen ist ein stilistischer Wechsel klar erkennbar. Das ist in Büchern, an denen mehrere Autor:innen beteiligt sind, kaum ganz zu vermeiden, es hätte im Lektorat aber doch stärker angeglichen werden können. Die späteren Kapitel sind stärker systematisch, anwendungsbezogen und managementorientiert und behandeln konkrete Instrumente sowie organisationale Herausforderungen in einer zugänglicheren Sprache. Dieser Wechsel kann zwar als sinnvolle Bewegung von Theorie zu Praxis gelesen werden, das Gesamtwerk wirkt dadurch aber nicht vollständig homogen.

Manches bleibt wenig thematisiert: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Plattformisierung sozialer Dienste, Fachkräftemangel, Migration und europäische Sozialpolitik werden von Faust & Schneider nur am Rande behandelt. Angesichts des bereits erheblichen Umfangs kann dies dem Buch kaum als grundlegendes Versäumnis angelastet werden. Der Anspruch einer umfassenden kulturalistischen Verortung weckt jedoch Erwartungen, die ein einzelner Band nur teilweise erfüllen kann. Besonders die digitale Transformation verändert gegenwärtig Marktbeziehungen, professionelle Arbeit, Wirkungsbeobachtung und Zugänge zu sozialen Diensten und hätte die Argumentation zur Formalisierung und Rationalisierung gut ergänzen können.

Trotz der Kritik insgesamt klar lesenswert: Trotz dieser Einwände ist das Buch klar lesenswert und eine substanzielle Bereicherung des Fachdiskurses. Die Lektüre fordert Leser:innen heraus, ökonomische Kategorien nicht als naturgegebene Tatsachen zu akzeptieren und macht Sozialwirtschaft als gesellschaftlich umkämpftes Feld sichtbar, in dem unterschiedliche Rationalitäten, Interessen und Wertvorstellungen aufeinandertreffen. Wer eine neutrale, knappe und leicht zugängliche Einführung sucht, dürfte mit dem Werk teilweise überfordert sein. Wer dagegen bereit ist, sich auf umfangreiche Theoriearbeit, kontroverse Diagnosen und normative Fragen einzulassen, findet zahlreiche Anregungen.

Besonders geeignet ist der Band für fortgeschrittene Bachelor‑ und Masterseminare, in denen einzelne Kapitel gemeinsam erschlossen und kritisch diskutiert werden. Lehrende können die deutlichen Positionierungen nutzen, um Gegenargumente entwickeln zu lassen und unterschiedliche wirtschafts‑ und sozialwissenschaftliche Paradigmen miteinander zu vergleichen. Praktiker:innen erhalten weniger ein unmittelbar umsetzbares Handbuch als vielmehr einen Reflexionsrahmen für die Frage, welchem gesellschaftlichen Zweck sozialwirtschaftliches Management dienen soll.

Summa summarum besteht der bleibende Verdienst von Wolfgang Faust und Helen Schneider darin, Sozialökonomik als mehr als die Verwaltung knapper Mittel im Sozialbereich zu präsentieren. Sie erscheint als Wissenschaft von der kulturellen und institutionellen Gestaltung gesellschaftlicher Wohlfahrt. Das Buch macht überzeugend deutlich, dass Effizienz ohne eine vorherige Verständigung über Ziele keine hinreichende Orientierung bietet. Die entscheidende Frage lautet nicht nur, wie wirtschaftlich gehandelt wird, sondern wem dieses Wirtschaften dient, welche Lebensverhältnisse es hervorbringt und wie demokratisch über seine Maßstäbe entschieden werden kann.

Fazit

Das anspruchsvolle und streitbare Lehrbuch verbindet Sozialökonomik, Kulturwissenschaft, Wirtschaftsethik und Sozialmanagement auf originelle Weise. Seine theoretische Dichte und polemischen Zuspitzungen erschweren den Einstieg, eröffnen aber einen erkenntnisreichen Gegenentwurf zu marktzentrierten Darstellungen der Sozialwirtschaft.

Rezension von
Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf
Sozialwissenschaftler, Diplom-Sozialarbeiter/-pädagoge (FH), Sozial- und Organisationspädagoge M. A., Case Management-Ausbilder (DGCC), Systemischer Berater (DGSF), zertifizierter Mediator, lehrt Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule in Braunschweig.
Mailformular

Es gibt 84 Rezensionen von Christian Philipp Nixdorf.

Zitiervorschlag anzeigen Besprochenes Werk kaufen

Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Sponsoren

Wir danken unseren Sponsoren. Sie ermöglichen dieses umfassende Angebot.

Über die socialnet Rezensionen
Hinweise für Rezensent:innen | Verlage | Autor:innen | Leser:innen sowie zur Verlinkung

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245