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Cornelia Spallek: Die berufliche Wiedereingliederung von Frauen [...]

Cover Cornelia Spallek: Die berufliche Wiedereingliederung von Frauen in das Beschäftigungswesen. Berufspädagogische Evaluation einer Förderungsmaßnahme im kaufmännischen Bereich. Verlag Dr. Kovač GmbH (Hamburg) 2004. 217 Seiten. ISBN 978-3-8300-1625-0. 78,00 EUR.

Reihe: Schriftenreihe Studien zur Berufspädagogik, Band 13.
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Was macht eine Bildungsmaßnahme erfolgreich?

Ein Bildungsangebot für Frauen, die nach einer Familienphase wieder in das Erwerbsleben zurückkehren wollen, wird häufig als erfolgreich betrachtet, wenn möglichst vielen dieser Schritt gelingt. Aber auch andere Erfolgkriterien sind denkbar: Ob am Ende der Maßnahme eine Prüfung erfolgreich abgelegt wird oder auch, ob man ein Wissen oder eine Fähigkeit auch später in der Praxis anwenden kann. Worin der Erfolg einer Maßnahme besteht, ist bei genauerem Hinsehen keine einfache Fragestellung, insbesondere wenn man versucht, "messbare" Kriterien zu entwickeln.

Hintergrund

Das vorliegende Buch ist die Dissertation von Cornelia Spallek an der Universität Mannheim. Die Autorin studierte Erziehungswissenschaft und Germanistik und arbeitet seit vielen Jahren in der Erwachsenenbildung.

Ziel und Inhalt

Cornelia Spallek evaluiert in ihrer Arbeit eine durch eine Arbeitsagentur geförderte Wiedereingliederungsmaßnahme im kaufmännischen Bereich. Basierend auf einer Darstellung der Wiedereingliederung aus unterschiedlichen Perspektiven führt die Autorin dazu eine halbstandardisierte postalische Befragung von 354 Frauen durch und stellt einige Fallbeispiele ausführlich vor.

Das Buch umfasst dabei folgende Kapitel:

  • Mit einer historischen Skizze der Erwerbstätigkeit von Frauen wird in die Arbeit eingeführt ("Problemstellung").
  • Kapitel 2 beschreibt vier unterschiedliche Aspekte der Eingliederung von Frauen in kaufmännische Erwerbstätigkeiten: das anhaltende Vorhandensein frauenspezifischer Berufsgruppen, u.a. durch "weibliche" Kompetenzen, ein spezifisches Arbeitsmarktrisiko für Frauen sowie die Geburt eines Kindes als Beginn der Familienphase.
  • Das Kapitel "Wiedereingliederung von Frauen als Fokussierung unterschiedlicher Interessen" beschreibt vorwiegend ökomische Überlegungen und Interessen auf Seiten der Frauen und des Staats an der Wiedereingliederung sowie gesellschaftliche Wertungen dazu.
  • Einen Überblick über Maßnahmearten und Zielsetzungen wird in Kapitel 4 gegeben, sowie eine einzelne Maßnahme ausführlich dargestellt.
  • Die "Theorie und Methodik der Evaluation berufsqualifzierender Institutionen" wird aus systemtheoretischer Perspektive vorgestellt und Erfolgskriterien bestimmt. Nach Matthias Zimmermann liegt der Erfolg einer Maßnahme auch darin, ob sie einen Beitrag zu einer eigenständigen und selbstverantwortlichen Lebensführung und Persönlichkeitsentfaltung leistet. Schließlich wird das "Problem einer kausalanalytischen Interpretation berufsqualifizierender Institutionen aus berufspädagogischer Sicht" erläutert (5.3).
  • Im Kapitel "Konzept und Durchführung einer empirischen Untersuchung zur Evaluation einer Förderungsmaßnahme" werden Ziele, Rahmenbedingungen, Forschungsdesign und Durchführung der Untersuchung beschrieben.
  • In Kapitel 7 erfolgt die Darstellung der Ergebnisse: die Beschreibung der Grundgesamtheit (354 Frauen), die Situation der Gruppe der berufstätigen Absolventinnen, eine Analyse der Daten im Hinblick auf die Annahmen der Verbleibsfaktoren nach Zimmermann, eine Beschreibung von drei Untergruppen (Alleinerziehende, Frauen mit abgeschlossener Berufserfahrung sowie Wiedereinsteigerinnen sowie eine Zusammenfassung.
  • Kapitel 8 illustriert die Ergebnisse an Hand von Falbeispielen, die im Kontext der Ergebnisse diskutiert werden und auf die eine
  • "Schlussbetrachtung" folgt.

Für den Erfolg der evaluierten Maßnahme sowie die berufspädagogischen Verbleibsfaktoren, die wohl auch als "Erfolgsfaktoren" zu beschreiben sind, kommt die Autorin zu einem positiven Fazit.

Im weit umrissenen Kontext der beruflichen Wiedereingliederung von Frauen im kaufmännischen Bereich, von einer historischen Betrachtung der Erwerbstätigkeit und des Rollenverständnisses von Frauen bis zur Beschreibung der berufspädagogischen Evaluationsforschung, gelingt es der Autorin nicht durchgehend, Überlegungen und Erläuterungen zu verbinden und zu bündeln, um einen "roten Faden" zu ziehen.

Fazit

Die Studie wirft einen wichtigen, "pädagogischen" Blick auf die Erfolgsmessung und -wahrnehmung von öffentlich geförderten Maßnahmen: Eine erfolgreiche Maßnahme soll für die Teilnehmerinnen nicht nur einen beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen, sondern auch Autonomie, Kompetenz und eine soziale Einbindung in das berufliche Tätigkeitsfeld umfassen.


Rezensentin
Dr. Sandra Schaffert
Pädagogin. Tätigkeit in Wissenschaft und Weiterbildung
Homepage sandra.schaffert.ws


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Zitiervorschlag
Sandra Schaffert. Rezension vom 06.06.2006 zu: Cornelia Spallek: Die berufliche Wiedereingliederung von Frauen in das Beschäftigungswesen. Berufspädagogische Evaluation einer Förderungsmaßnahme im kaufmännischen Bereich. Verlag Dr. Kovač GmbH (Hamburg) 2004. ISBN 978-3-8300-1625-0. Reihe: Schriftenreihe Studien zur Berufspädagogik, Band 13. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3532.php, Datum des Zugriffs 19.01.2019.


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